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new in town · looking for connections
Camille Mavis prescott
File No.CHI-C-504
DistrictChicago
StatusSearching
Age25 y/o [04th of july, 2000]
OccupationAnwältin
Class[born in] middle class, [lately living in] upper class
AffiliationResident
OriginBrooklyn, New York City
FaceclaimEllie Lyon
01
Personality
+
Camille Mavis Prescott besitzt eine durchaus ruhige, aber total intensive Ausstrahlung, die Menschen fast automatisch auf sie aufmerksam macht. Sie wirkt nahezu immer kontrolliert, höflich und charismatisch, ohne jemals ansatzweise arrogant zu erscheinen. Hinter dieser souveränen Fassade steckt jedoch ein enorm ehrgeiziger und perfektionistischer Mensch, der sich selber ständig unter Dreck setzt und von sich selber Höchstleistung erwartet, was es ihr schwer macht, Fehler oder Schwäche bei sich selber zu akzeptieren. Trotz ihres Erfolges ist sie bodenständig geblieben, und erinnert sich gerne daran, woher sie kommt. Geld, Einfluss oder berühmte Nachnamen beeindrucken sie kaum, weil sie ihren eigenen Wert nie über Status definiert hat. Sie glaubt an Ehrlichkeit, Loyalität und Gerechtigkeit; auch wenn sie längst verstanden hat, dass die Welt oft anders funktioniert. Emotional ist Camille deutlich verschlossener, als sie wirkt. Sie trägt Probleme lieber allein, statt andere zu belasten, und ignoriert dabei häufig ihre eigenen Bedürfnisse. Unter all ihrer Disziplin steckt letztlich jemand, der sich nach Stabilität und einem Ort sehnt, an dem sie nicht immer kämpfen muss.
02
Criminal Record
+
Keine.
03
Storyline
+
the archer by taylor swift / everybody wants to rule the world by tears of fears / cherry pie by warrant

Prescott war in der Stadt, die niemals schlief, kein einflussreicher Name, geschweige denn einer, der viel aussagte. Das einzige, was man womöglich mit ihm verband, war das alte, mittlerweile eher heruntergekommene Schild über der kleinen Werkstatt am Rande Brooklyns. Und das war auch der Lebensmittelpunkt von Camille, gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern. Die kleine Wohnung über der Werkstatt schien von außen hin genauso heruntergekommen, aber die Wände waren immer gefüllt von Gelächter, Zuneigung, ehrlichem Interesse und dem, was in einer Großstadt wie New York meistens nur romantisiert wird: Liebe. Zwar waren die Nächte selten still, die Sommer oft zu warm, die Winter zu kalt, aber die Stadt war voller Leben. Die Straßen waren durchflutet von warmen Kaffeegeruch am Morgen, und zum Mittag hin ging deine eigene Stimme im Stimmengewirr der Menschen unter. Und in mitten in all dem, erinnerte sich Camille heute noch gerne an die ölverschmierten Hände ihres Vaters, und das leise Meckern ihrer Mutter, wenn er sich mal wieder mit ebendiesen dreckigen Händen schon einen selbstgebackenen Muffin aus der Form klaute.
Die Prescotts waren vielleicht keine Bilderbuchfamilie und standen nicht selten am Rand der Insolvenz, aber irgendwie hielten sie sich immer über Wasser - und das war nicht gerade einfach, wenn man bedachte, dass es neben Camille nicht nur ein Geschwisterchen gab, sondern gleich zwei. Caden, der schon wirklich früh eine gewisse Ruhe und Bodenständigkeit entwickelte, und Carolyn, die mit ihrer Leichtigkeit selbst die schwersten Tage der Familie unweigerlich heller wirken ließ. Selbst in den Zeiten, als die Familien in der Nachbarschaft kamen und gingen, die kleinen Familienunternehmen schlossen, hielten die Prescotts zusammen. Von klein auf brachten ihre Eltern ihr bei: Hier gibt es kein Ich, die Prescotts sind ein Wir. Gemeinsame Siege, gemeinsame Verluste. Gemeinsame Träume, gemeinsame Ziele. Und genau dieser Zusammenhalt war es, der es auch erträglich machte, dass das Geld beinah immer irgendwie zu knapp war. Immer gerade so viel, um die Miete und Pacht zu bezahlen, den Kühlschrank zu füllen und die Werkstatt am Leben zu erhalten. Sowas wie große Urlaube an die Lüste gab es nie, keine großen Geburtstagsfeiern oder die neueste Technologien. Aber dafür gab es ehrliches Interesse und Umarmungen nach langen Tagen, gemeinsames Essen an einem (viel zu kleinen) Tisch und Eltern, die trotz all der Erschöpfung unabdingbar immer die oberste Priorität hatten, ihren Kindern das Gefühl von Liebe zu vermitteln.
Im Gegensatz zu ihren Geschwistern fiel Camille eher erst zu Schulzeiten auf. Und das nicht, weil sie rebellisch und laut war, sondern eher, weil sie so viel lernte, als habe sie Angst, mitten im Satz stehen zu bleiben. Zahlen, Texte, Zusammenhänge erkennen.. es war beinah so, als würde sie Wissen wie ein Schwamm aufsaugen und direkt verarbeiten. Den Lehrern fiel schnell auf, dass sie außergewöhnlich aufmerksam war, und zu allem Überfluss ehrgeizig und erschreckend diszipliniert für ihr Alter. Während ihre Klassenkameraden nach der Schule nach Hause rannten, blieb Camille oft länger in der Bibliothek sitzen, nicht zuletzt, weil sie hier den Computer nutzen konnte, freien Zugang zu diversen Büchern hatte und ihre Eltern ohnehin den ganzen Tag am arbeiten waren. Zu Beginn verstand niemand so recht, wieso ein Mädchen in ihrem Alter bereits so einen Blick in die Zukunft spendete, aber so aufmerksam wie Camille in der Schule war, war sie auch Zuhause. Und somit ging es nicht an ihr vorbei, wie sich die Sorge in den müden Gesichtern ihrer Eltern abzeichneten. Sie hörte das gedämpfte Streiten hinter der geschlossenen Schlafzimmertür, wenn die Rechnungen wieder zu hoch gewesen waren. Sie bemerkte, wie ihr Vater immer mehr in sich selber zerfiel, weil er mehr Aufträge in der Werkstatt annahm, als er alleine tragen konnte und somit teilweise bis tief in die Nacht arbeitete. Ihr entgingen auch nicht die dunklen Schatten unter den Augen ihrer Mutter, wenn ein weiterer Brief von Versicherungen und Anwälten eingetroffen waren. Irgendein Unfall, irgendeine Beschwerde, irgendein Kunde, der sein Geld zurückverlangte aufgrund "mangelhafter Arbeit".. die Werkstatt, das Lebenswerk ihres Vater, fraß so gut wie jeden Dollar, die die Familie besaß. Aber wie war das gleich nochmal? Bei den Prescotts glaubte man gemeinsam an Träume, auch wenn es schwer war. Vielleicht war das auch schlussendlich der Grund, wieso sich Caden nach seinem Schulabschluss dafür entschied, seinen Vater zu unterstützen. Nachdem er den Abschluss in der Tasche hatte, machte er eine Ausbildung zum Mechaniker - er hatte schon immer das Händchen dafür, war geschickt, loyal und schlussendlich hing sein eigener Name ja auch an der Werkstatt, oder nicht? Camille bewunderte ihn dafür, dass er - obwohl er alles hätte werden können - sich für den Traum ihres Vaters hingab, und sie wünschte sich, sie könnte genauso sein. Aber während Caden die Werkstatt wie sein eigenes Zuhause betrachtete, sah Camille darin etwas.. Zerbrechlicheres; etwas, das jederzeit zusammenbrechen konnte.
Und unweigerlich, mit zunehmenden Alter verstand auch Camille mehr von den Problemen der Welt der Erwachsenen. Sie verstand schmerzlich durch die Einblicke von Caden, wie teuer Rechtsstreitigkeiten wurden und wie oft ihr Vater sich gezwungen sah, Geld auszugeben, was sie nicht hatten. Und das war etwas, von dem sie nicht ahnen konnte, dass es sich in ihre Haut einbrannte, und sie es nicht mehr von sich abschütteln konnte. Noch bevor sie wirklich verstand, wie das Rechtssystem funktionierte, wollte sie helfen auf ihre eigene Art für den Traum ihres Vaters. Sie wollte diejenige sein, die ihrer Mutter die Beantwortung sämtlicher Rechtsstreitigkeiten abnehmen konnte, als das sie einen Rechtsanwalt dafür bezahlte - somit hatte sie nun einen eigenen Traum: Anwältin zu werden. Nicht wegen Prestige oder dem Geld, sondern lediglich aus dem Grund, dass sie vermeiden wollte, dass ihre Familie jemals wieder so hilflos und mittellos war.
Und von da an wurde Camille von einer Wesensänderung durchflutet. Bildung war nichts mehr, das notwendig war, sondern eine Obsession. Sie lernte nicht mehr nur aus Ehrgeiz, sondern aus Pflichtgefühl - und das wog schwerer als sonst etwas. Jeder gute Test, jede Bestnote fühlte sich immer wie ein kleiner Schritt in die richtige Richtung an, und aus der Unsicherheit heraus. Gleichzeitig entwickelte sich aus dem nach außen hin immer realer werdenden Traum etwas viel Dunkleres: ein beinah zwanghafter Perfektionismus. Fehler waren etwas, was sie sich so gut wie gar nicht verzeihen konnte, und sich wie eine Narbe in ihrem Bewusstsein einbrannte. Eine schlechte Note war nicht einfach nur enttäuschend, es war gleichgestellt mit jämmerlichen Versagen. Und Versagen bedeutete, dass sich Gefahr ausbreiten konnte. Jene Gefahr, irgendwann ebenfalls Rechnungen zählen zu müssen und hilflos zuzusehen, wie alles um sie herum auseinanderfiel.
Und trotz des immensen Drucks, den sich Camille damit auf ihre eigenen Schultern lud, verlor sie nie ihre Wärme. Sie hatte einfach diese Präsenz, die Menschen automatisch anzog. Es war, als wenn sie einen Raum betrat, sich die Blicke wie selbstverständlich auf sie zog. Nicht etwa, weil sie laut gewesen war, sondern weil sie gelernt hatte, wie man spricht, noch besser zuhört und Menschen das Gefühl gab, wichtig zu sein. Schon als Jugendliche verstand sie intuitiv, wie viel Einfluss Charisma haben konnte - nicht zuletzt durch all die reichen Kinder, die sich jeden Fehltritt leisten konnte, um es mit einem charmanten Lächeln wieder wett zu machen. Ihre aufmerksame Ader spielte ihr einfach in die Karten, somit stand außer Frage, dass ihre Lehrer sie mochten, ihre Mitschüler ihr vertrauten und selbst andere Erwachsene sie ernster nahmen, als es ihrem jungen Alter entsprach. Camille wusste genau darauf aufzubauen; höflich zu sein, kontrolliert, aber niemals arrogant. Sie hatte einfach verstanden, dass Menschen eher halfen, wenn sie sich gesehen und verstanden fühlten. Und doch trotz aller Disziplin und dem Wunsch nach Mehr, blieb ein Teil von ihr immer eng mit dem Kern verbunden, wo sie herkam: Ihre Familie und vor allem die Werkstatt. Während Caden also unter Autos lag und Motoren auseinander nahm, saß Camille nicht gerade selten daneben, zunächst mit Hausaufgaben und Extraaufgaben, später aber auch mit eigenem Interesse. Ihr Vater erklärte ihr geduldig, wie bestimmte Teile funktionierten, wie man Probleme alleine anhand eines Geräuschs deuten konnte. Es war ein harter Kontrast zu ihrer sonst so sauberen Arbeitsweise, ihrem Ehrgeiz, dass sie das Öl an ihren eigenen Händen irgendwann nicht mehr störte. Nein, eher im Gegenteil, es erinnerte sie wirklich regelrecht daran, wo sie herkam. Somit lernte sie neben all dem Lehrkram noch, wie man Bremsen wechselte, einfache Reparaturen durchführte und Motoren auseinanderbaute, auch wenn ihre Zukunft nie dauerhaft hier liegen würde. Nicht in dem Sinne.
Während ihrer Highschooljahre wurde Camille beinah zu einer Art Zombie, unaufhaltsam. Sie gehörte unbestritten zu den besten Schülerinnen ihres Jahrgangs, engagierte sich im Debattierclub und arbeiteten nebenbei in einem kleinen Café, um etwas dazuzuverdienen. Schlaf wurde aber in all dem strikten Zeitplan eher nebensächlich. Ihre Freunde beneideten ihren Ehrgeiz, bemerkten auch, wie sie noch immer lächeln konnte, aber die wenigstens verstanden, wie viel Druck tatsächlich hinter ihrer kontrollierten Fassade lag, wie ihr Essen darunter litt, wie teilweise die einzige Mahlzeit die war, die sie abends am Familientisch aß, wenn sie nicht wieder viel zu spät nach Hause kam. Aber sie hatte sich etwas geschworen, und die Familie gab mittlerweile genauso alles dafür, dass sie sich ihren Traum erfüllen konnte. Immerhin war es in dieser Familie ein gemeinsamer Traum, nicht nur ihrer. Aber somit hatte sie sich eingeredet, dass sie immer funktionieren musste, für ihre Familie, für ihre Zukunft und für die best möglichste Version ihrerselbst. Aber all das sollte sich immerhin auszahlen, denn am Ende ihrer Schulzeit war ihr Name etwas, der in sämtlichen Empfehlungen von Lehrern ein Gewicht fanden. Lehrer empfahlen sie für Förderprogranne, Professoren von Vorbereitungskursen bezeichneten sie als außergewöhnlich und auch ihre Eltern begannen langsam zu begreifen, dass ihrer ersten Tochter tatsächlich eine Zukunft bevorstand, die weit über die Werkstatt hinausging. Die erste Prescott, die womöglich studieren könnte und das auch noch ziemlich sicher erfolgreich. Somit war es auch keine Überraschung, als schließlich der Brief der Columbia University ankam, verbunden mit einem Vollstipendium für Jura. Keiner wusste, wie man auf diese Art von großartiger Nachricht reagieren sollte, denn erstmalig in der Geschichte der Prescotts fühlte es sich an, als wäre das hier auf einmal größer als ihr bisheriges Leben - und dafür nur noch mehr Druck für Camille. Druck, den sie aber hinter ehrlicher Freude zu verstecken wusste. Und als ihre Mutter auf einmal anfing zu weinen und ihr Vater nur stumm aber stolz nickte, hielt Camille den Brief mit zitternden Händen fest. Zum ersten Mal wirkte ihr Traum nicht mehr wie etwas Unmögliches, nicht weit entfernt. Sondern wie der Anfang von etwas, das sie sich über Jahre hinweg mit jedem schlaflosen Abend, jeder perfekten Note und jedem Opfer selbst aufgebaut hatte.
So sehr sich die junge Prescott auch auf die bevorstehende Zeit freute, begann damit auch jene, die sie stärker verändern würde, als sie zunächst begriff. Zugegeben, die ersten Wochen am Campus waren überwältigend. Irgendwo zwischen den historischen Gebäuden, den wirklich makellos gekleideten Studierenden und den Gesprächen über sündhaft teure Sommerhäusern an irgendwelchen europäischen Küsten wurde ihr schnell klar, wie groß der Unterschied dieser Welt war zu ihrer eigenen. Viele ihrer Kommilitonen bewegten sich mit solch einer Selbstverständlichkeit durch Vorlesungen und Räumen, die sie sich wiederum hart erarbeiteten musste. Somit lernte sie vorsichtiger zu sprechen, mehr zu beobachten und lernte erneut schnell, wie viel Gewicht deine Herkunft in Kreisen wie diesen wog; beinah wie eine unsichtbare Währung, die deinen Wert definierte. Aber trotz all dem war sie niemand, der sich davon einschüchtern ließ. Sie war zwar intelligent, ehrgeizig und besaß eine Ausstrahlung, die einen in den Bann zog, aber sie wurde auch schnell zur Zielscheibe. Niemand nahm sie am Anfang so richtig wahr; sie hatte keinen Namen mit Einfluss, sie war nur irgendeine von denen, von denen man dachte, sie würden für das eigene Familienunternehmen irgendwann arbeiten.. aber schnell wurde klar, dass Camille nicht nur mithalten konnte, sondern sie noch mit Leichtigkeit übertraf. In Seminaren argumentierte sie scharf sie ein frisch geschliffenes Messer, Professoren erinnerten sich an ihren Namen und sie entwickelte früh den Ruf, niemals wirklich unvorbereitet zu sein, immer gewappnet. Aber all der Ehrgeiz sollten auch seinen Tribut fordern, denn solch eine Alarmstellung hatte seinen Preis zu zahlen und lag fernab von dem, was man als gesund betiteln konnte. Während alle anderen Studieren feiern gingen, das Studentenleben in allen Zügen nutzten, verbrachte die Prescott ihre Nächte über Bücher gebeugt in der Bibliothek oder in leeren Lehrsälen. Es war immer dasselbe; sie könnte später noch genug schlafen, später noch essen. Anfangs waren es tatsächlich nur ausgelassene Mahlzeiten, später dann ganze Tage, an denen sie nur auf Kaffee funktionierte. Irgendwann filterte ihr Gehirn sämtliche, sonstige Aktivitäten als Zeitverschwendung, auch wenn sie hier und da dennoch das Nachtleben von New York als Ablenkung nutzte. Somit war auch sicher gestellt, dass es niemand sofort bemerkte. Sie war gut darin, Erschöpfung zu verstecken: Sie wirkte weiterhin kontrolliert, charismatisch und höflich. Doch unter ihren Augen lagen dunkle Schatten, ihre Kleidung wurde lockerer und selbst Caden begann bei ihren seltenen Besuchen zuhause besorgt zu fragen, ob sie überhaupt noch schlief. Camille spielte alles herunter, fr sie fühlte sich Stillstand gefährlicher an als jede körperliche Warnung. Und zu allem Überfluss musste sie noch während ihres Bachelorstudiums realisieren, dass die juristische Welt fernab ihrer Ideale lag, die sie in der Ursprungsmotivation hier her geleitet hatte. Die meisten Gespräche gingen nur darum, welche Kanzlei am meisten zahlte, welche Mandaten den größten Einfluss hatten oder welche Fälle das meiste Prestige versprach. Gott, die meisten verwechselten Gerechtigkeit wirklich mit Macht. Sie behaupteten, sie vertraten die Wahrheit, dabei waren es eigentlich nur Strategien. Nicht selten fühlte sich Camille deswegen genau dort fremd, wo eigentlich alle dasselbe Ziel hatten. Aber sie weigerte sich, ihre Moral vollständig gegen einen Status einzutauschen, oder einen Check mit etlichen Nullen. Sie wollte helfen, wollte wirklich etwas bewegen, und damit meinte sie nicht nur Zahlen auf ihrem Bankkonto. Sie wollte nie die Art Anwältin werden, die nur Zahlen auf Rechnungen sah, deren Honorar höher als das Jahreseinkommen einer mittelständischen Familie war. Gleichzeitig verstand sie aber auch, dass Ideale alleine niemanden durch diese Welt brachten. Aber fernab dieser eher beänstigenden Realität lernte sie auch etwas neues kennen, oder besser gesagt, jemand Neues. Tatsächlich wusste sie nicht, woher er kam, oder wie viel Gewicht sein Nachname mit sich brachte, alles, was sie in ihm sah, war ein Konkurrent. Es interessierte sie nicht, was die anderen Studentinnen über ihn sagten, wo er her kam, wessen Familiendynastie er weiterleben lassen sollte, alles was sie in ihm sah, war Wettbewerb. Nicht zuletzt, weil beide zu den Besten ihres Jahrgangs gehörten, beide ehrgeizig waren und keiner von ihnen gerne nachgab. Diskussionen zwischen ihnen wurden zu regelrechten Wortgefechten, bei denen weder der Stolz noch die Intelligenz verborgen blieb. Aber irgendwann, mit zunehmender Zeit, bemerkte Camille, dass hinter der Fassade mehr steckte. Es war nicht etwa sein Nachname, es war der Druck, der damit einher ging. Die unausgesprochene Erwartungshaltung, die sie selber verspürte, nur im anderen Maße. Und vielleicht war es genau das, was aus einstigem Konkurrenzdenken eine Einheit schuf, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Denn während Camille kämpfte und sich verausgabte, zog sich Graham zurück, sobald Dinge emotional zu ernst wurden, weil ihm seine Welt nie beigebracht hatte, Schwäche offen zu zeigen. Und als der Abschluss an der Columbia Law School bevorstand, stand fest, dass sich spätestens hier die Wege trennen würden - beinah viel zu ruhig dafür, wie unterschwellig weh es tat. Das meiste blieb unausgesprochen, wie eine vage Erinnerung an all das, was hätte sein können, aber nie sein würde.
Für Camille ging jedoch das Leben in New York weiter. Sie legte ihren Bar Exam ab und konnte somit offiziell als Anwältin fungieren im Bundesstaat New York. Aber zugegebenermaßen fühlte sich der Erfolg weniger triumphierend an, als sie es sich als Kind vorgestellt hatte, stattdessen war es eher die Erschöpfung, die ihr noch immer in den Knochen steckte. Das erste Jahr nach ihrem Examen arbeitete sie in der renommierten Kanzlei Sullivan & Cromwell, während sie sich parallel darum kümmerte, sämtliche rechtlichen Angelegenheiten der Werkstatt ihres Vaters zu bearbeiten: Sie überprüfte Verträge, Versicherungen, sämtliche Probleme, die ihre Familie über Jahre hinweg beinah ruiniert hatten. Und zum ersten Mal konnte sie tatsächlich etwas zurückgeben, was sich auch in einem Resultat deutlich greifen ließ: Ihrer Familie ging es endlich finanziell besser, weil keine weiteren Umkosten anfielen, während sie selber noch echt gutes Geld verdient. Mehr als das, was sie sich je vorgestellt hätte, was nicht zuletzt daran lag, dass ihr Talent schnell in der Kanzlei erkannt wurde. Nicht nur wegen ihrer außergewöhnlichen Erfolgsquote, sondern alleine wegen ihrer Präsenz. Die Mandaten vertrauten ihr, die Richter nahmen sie ernst und selbst erfahrene Partner bemerkten, dass hinter ihrer ruhigen Fassade kompromisslose Disziplin steckte. War es also überraschend, als sie schließlich ein Angebot von Kirkland & Ellis aus Chicago kam? Nicht wirklich, auch wenn man hier von einer der angesehensten Kanzleien der Welt sprach. Das Angebot war so gut wie unmöglich abzulehnen: Bessere Position, enormes Gehalt, prestigeträchtige Fälle und ein abgesicherter Karriereweg, der ihr eine Option auf geschäftsführenden Partner mit den Jahren versprach. Und trotzdem.. die erste Reaktion von Camille war es, abzulehnen. New York war ihr Zuhause, diese kleine Werkstatt, die endlich gute Zahlen schrieb, war ihre Heimat. Ihre Familie war da, und ein Teil von ihr fürchtete, dass sie von der Welt verschlungen werden würde, wenn sie diesen Anker nicht mehr hatte. Aber schlussendlich war es genau ihre Familie, die mit nichts anderem reagierte, als das, was sie immer taten: Liebe und Support. Caden versicherte ihr, dass sie sich jahrelang genug aufgeopfert hatte, dass sie gehen könne, sie würden es überleben. Ihre Eltern erinnerten sie daran, dass Träume nicht kleiner werden durften, nur weil man Angst habe. Und auch ihre jüngste Schwester teilte ihr mit, dass es nichts auf der Welt gab, dass sie trennen könne - auch nicht Raum. Und somit zog Camille schlussendlich kurz vor ihrem fünfundzwanzigstem Geburtstag in den Bundesstaat Illinois, Chicago.
Natürlich begann dort erst der bürokratische Marathon: Sie ließ ihren UBE-Score übertragen, reichte sämtliche, notwendigen Unterlagen bei der Illinois State Bar ein und wartete darauf, auch offiziell in dem Bundesstaat praktizieren zu dürfen. Die tatsächliche Arbeit bei Kirkland & Ellis begann erst danach.. und erst etwas schleppend. Zu Beginn erhielt sie erst einmal kleinere Fälle, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Es waren eher Vertragsstreitigkeit, Unternehmensprobleme, zivilrechtliche Auseinandersetzungen, aber sie gewann beinah jeden einzelnen Fall, und das nicht etwa weil sie aggressiv oder rücksichtslos war, sondern viel eher präzise. Sie arbeitete härter als beinahe jeder andere im Team, analysierte jedes Detail und entwickelte schnell den Ruf, Gegner vor Gericht regelrecht auseinanderzunehmen, ohne dabei jemals die Kontrolle zu verlieren. Und somit dauerte es nicht lange, bis ihr Name immer häufiger fiel und sie sich endlich einen eigenen Namen machte. Sie erhielt schließlich einen Fall mit erheblichem Medieninteresse, und das als leitende Anwältin, was endgültig der Durchbruch ihrer Karriere werden sollte. Sie konnte ja nicht erahnen, dass auf der Gegenseite jemand aus ihrer Vergangenheit saß, der erstmalig ihre unerschütterliche Disziplin ins Wanken bringen würde.
04
Writing Preferences & Wanted Handling
+
Perspective
3rd person, past tense
Preferred Writing Style
Bevorzugt Novel, aber offen für alles.
Preferred Post Style
Scenes / Novels / Shorts
Wanted Handling
Ja, von @Graham Elliot Brooks hopefully.
Writing Sample
Habe ich nicht gesehen - kann ich aber natürlich gerne abliefern.
05
Connections
+
Da Camille noch nicht allzu lange in Chicago lebt, wird es hier schwer mit Kindheitsfreunden, außer es gibt den ein oder anderen von euch, der ebenfalls aus dem Big Apple kommt. Ansonsten kann ich mir natürlich ganz klassisch Mandanten vorstellen, ebenso wie neue Freunde, gerade solche, die Camille auch mal zeigen, dass es eine Welt fernab Verantwortung und ihrer Karriere gibt. Vielleicht auch gezielt einen schwierigen Mandanten, der moralisch fragwürdig ist und Camilles Gerechtigkeitssinn herausfordert. Ansonsten würde ich mich wirklich auch für belanglose Kontakte freuen, die über die Zeit hinweg zu etwas bedeutsamen wurden. Vielleicht auch jemand, der ganz random Probleme mit seinem Wagen hatte, und Cami, die ja wirklich nicht danach aussieht, direkt helfen konnte. Ich bin wirklich für alles offen, egal was euch in den Sinn kommt!
06
Sticky Note
+
Ich bin eine Pb, die immer nach Muse postet, nicht nach Reihenfolge, damit ich mir den Druck selber rausnehme und darunter nicht die Aktivität oder gar das Interesse am eigenen Charakter leidet. Ich liebe Drama, insofern es auf RPG Ebene bleibt, und plotte für mein Leben gerne. Aktuell ist der Trend im RPG ja auch mehrsprachig (vorwiegend Englisch) zu schreiben, dafür bin ich auch offen, aber das ist noch lange kein Muss. Ich nehme mir immer vor, dass ich eine Richtung einschlage, muss aber leider zugeben, dass meine Charaktere sich gerne verselbstständigen, sodass ich selten eine Abmachung zu 100% zusagen kann, versuche mich aber natürlich immer daran zu halten. Ansonsten freue ich mich auf euch.
character introductionopen for connections

#2

Hallo du hübsches Wesen

Na das ging ja wirklich Fix nun. Ich bin begeistert von deiner Storyline und deiner Idee von deinen Charakter.
Wir beide sind ein Jahr Alterstechnisch auseinander und dennoch Leben wir glaube ich 2 vollkommen verschiedene Leben.
Ich kann mir dennoch gut vorstellen das wir beide uns mal in einer Bar getroffen haben und seitdem eine lockere Bekanntschaft führen. Könnte auch Interessant mit @Graham Elliot Brooks werden. Immerhin weiß der gute glaube ich nicht genau was er von mir halten soll
Und weil ich der Typ für die Smoothen Übergänge bin, würde ich auch das Wort weiter an Graham geben und dir auch direkt unsere Memberchen her rufen.

Hab ein bisschen Geduld okay?

@Zury Reeve @Kehlani Delaney @Dash Reeve @Dante Reeve @Irin Thorne @Zaya Vance @Lanea King @Elijah Carter @Maaret Virtanen @Piper Alba @Theodore Levin Scott Moreau @Graham Elliot Brooks @Asher Sullivan @Avaia Montclair @Aiden Sullivan

-Noah

#3

Guten Abend, Camille.

Ich bin absolut begeistert von deiner Vorstellung! Sowohl Camille als Charakter als auch ihre Hintergrundgeschichte haben mich nicht nur sofort gefesselt, sondern passen auch perfekt in die Vorstellungen, die ich zu dieser so wichtigen Rolle in seinem Leben habe. Ich muss echt aufpassen, dass ich mich schon jetzt in Camille verliebe und es Graham nur noch schwerer machen werde, sich von ihr zu distanzieren - auf beruflicher sowie privater und somit emotionaler Ebene. Das ist wirklich tolles Charakter Writing, was du hier zeigst und ich glaube, dass wir auf einer Wellenlänge unterwegs sind, was deep writing mit slow burn und auch den sprachlichen Stil im Allgemeinen betrifft.

Ich brauche definitiv keinen Probepost mehr von dir. Wenn du möchtest, können wir aber natürlich gerne ein kleines Probeplay machen, um den Vibe zu testen. Die Entscheidung überlasse ich dir. Da Graham noch ziemlich frisch hier im Forum ist, existiert bis jetzt noch kein klassischer Szenen-Post. Aber als kleinen Eindruck hätte ein paar GB-Posts im Angebot, die ich dir gerne da lassen kann.

Wir sehen aus auf der anderen Seite. Und Camille? Zieh’ dich warm an…es ist kalt in Chicago. xD

#4

hallo zusammen

Also Noah, ich glaube, dass es auch ganz gut sein kann, wenn man nicht immer allem eine tiefe Bedeutung gibt – kann sich immerhin auch noch aufbauen, nicht wahr? Bestimmt sah Camille beinah etwas verloren alleine in einer Bar aus, entgegengesetzt ihrem sonstigen Naturell. Vielleicht erinnert er sie einfach auch mal daran, einfach zu leben anstatt nur zu funktionieren? Das kam mir gerade noch so in den Sinn. ☺️

Und es freut mich, wenn dir die Idee von Camille gefällt, Graham. Tatsächlich war es für mich auch sehr leicht, den Charakter ins Leben zu rufen, was eher selten der Fall ist. Ich hoffe wirklich, dass wir hier was langfristiges mit Höhen und Tiefen auf die Beine stellen. Was das Probeplay angeht, können wir das gerne machen! Hast du irgendeine Szene, die dir direkt im Kopf ist? Ich weiß, dass im Gesuch eine Idee ist, die hatte ich obviously in der Storyline mit aufgenommen. Vielleicht könnte man aber auch einen anderen, ersten Ansatz nutzen.. das sie sich zufällig auf einmal in Chicago über den Weg laufen, nach all der Zeit, und erst einmal nur normal ins Gespräch kommen. Ein Gespräch, in dem Camille vielleicht bewusst zuruckhält, dass sie die Leitung der Gegenklage des Falles ist, weil ihr Name noch nicht bekannt gegeben wurde. Somit könnte man noch binnen dieses Plays dann auf die erste Sitzung umschwenken, sodass die Szene nicht so schnell vorbei ist, sondern einen richtigen Verlauf verzeichnet. Das nur als Idee — außer du hast schon was im Kopf. Oder wir bestimmen erst einmal die Vergangenheit und setzen im Flashback an, bevor wir in der Gegenwart landen, um die Vergangenheit gemeinsam zu definieren.

Ich freue mich auf Chicago!

#5

Freut mich, dass du mein Angebot mit dem Probeplay annimmst. Gerade bei einer solchen Verbindung wie die von Camille & Graham ist der Vibe im Play wichtig, damit es langfristig für uns beide passt und die Freude am Schreiben sowie die Liebe zu unseren Charakteren am Leben erhalten wird.

Ich würde als Szene tatsächlich eher etwas aus ihrer Vergangenheit bevorzugen, um ein Gefühl für ihre gemeinsame Zeit mit ihren Höhen und Tiefen zu bekommen. Denn das ist ja immerhin der Kern ihrer zukünftigen Interaktionen.

Wir können relativ früh ansetzen. Ich stelle bei eine ihrer legendären Diskussionen im Seminar wirklich amüsant und dennoch bezeichnet für ihr Verhältnis vor, werden dort ja quasi die Weichen gestellt.
Oder vielleicht eine Situation in ihrer Beziehung, die ihre unterschiedlichen Verarbeitungsmechanismen sichtbar machen? Möglicherweise kommt Grahams Dad unangekündigt nach NY, um etwas mit seinem Sohn zu besprechen. Dabei lernt er Camille kennen, die er zwar charmant behandelt, aber deutlich signalisiert, dass er sie niemals als Frau an der Seite seines Sohnes akzeptieren wird. Es ist ihm egal, dass sie Jura an der Columbia studiert - er sieht allein ihre soziale Herkunft.

Das wären an dieser Stelle meine Vorschläge. Aber ich bin ganz frei, was eine mögliche Szene angeht. Auch ihr Wiedersehen in Chicago hört sich mehr als interessant an. xD

zuletzt bearbeitet 16.05.2026 19:22(+0200)
#6

Ich finde die zweite Idee mit dem Vater unfassbar spannend, würde mich gleich daran setzen - die Frage, die sich mir nur stellt ist, ob wir das hier posten wollen, oder lieber in dem Besprechungsraum von vorher?

#7

Perfekt, das sehe ich genauso.

Du möchtest also beginnen? Gefällt mir dein Engagement und deine Euphorie
Ich bin schon gespannt!

Da ich niemanden der anderen Member abschrecken möchte, dir ein Angebot für eine connection zu unterbreiten, schlage ich vor, dass wir das Play in den Besprechungs-Thread verlegen. xD

zuletzt bearbeitet 16.05.2026 19:33(+0200)
#8

Habs gepostet, das nur als kleine Info. Wir hören uns dann entweder auf der anderen Seite, oder drüben im Thread.

#9

Hallo Camille, auch wenn ich dir bis jetzt noch nichts anbieten kann, da du ja erst hergezogen bist, lernen wir uns sicherlich auch irgendwann mal kennen, oder laufen uns über den Weg. Schön, dass du da bist. Geh bitte Graham etwas auf die Nerven.


#10

hey Taylor,

Ich bin mir auf jeden Fall sicher, dass wir uns noch früh genug über den Weg laufen werden — du wirst mir immerhin bestimmt ein Name sein. Ich stoße heute im laufe des Abends ohnehin zu euch, dann können wir ja mal die Köpfe zusammenstecken. 🫶🏼

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