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Valentina de Vere
File No.CHI-V-221
DistrictChicago
StatusSearching
Age23 years
OccupationModedesignerin; Besitzerin des Modelabels VALENTINA
ClassUpper Class
AffiliationChicago Residents
OriginChicago | english-bulgarian roots
FaceclaimMadelaine Petsch; bereits für mich zurückgelegt.
01
Personality+
Valentina wirkt auf den ersten Blick sehr distanziert, wodurch sie von vielen Menschen als arrogant und überheblich abgestempelt wird. Dass sie mit tiefsitzenden Vertrauensproblemen zu kämpfen hat, bleibt den meisten verborgen. Ihr fällt es schwer, Menschen in ihren inneren Kreis zu lassen, sich ihnen zu öffnen und ihr wahres Ich preiszugeben, doch wenn man es schafft, hinter ihre Fassade zu schauen, bröckelt das Image der professionellen Diva. Dahinter steckt eine junge Frau, die versucht, es jedem Recht zu machen, die an negativen Kommentaren zerbricht und versucht, perfekt zu sein. Sie ist ehrgeizig und zielstrebig, wahrt nach außen hin immer ein exklusives Bild von sich. Sie will der Welt nicht zu viel von sich preisgeben, kann jedoch durchaus hilfsbereit sein. Und wenn sie jemandem vertraut, kann man sich sicher sein, dass sie immer für einen einsteht und ihren Freunden den Rücken stärkt. Begeistern kann sie sich vor allem für Mode (wer hätte das gedacht?), außerdem für Kunst, Sport, Kinofilme und entspannte Couchabende (auch, wenn sie wenig Zeit dafür hat). Sie ist unordentlich, ihr Studio ein kreatives Chaos, in dem sie sich wohlfühlt, aber Ewigkeiten damit verbringt, alles zu finden. Anderen Menschen ist sie gern eine Stütze, eine aufmerksame Zuhöherin, die einem gut zureden kann, auch wenn sie selbst mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Hilfe lehnt sie ab, da sie der festen Überzeugung ist, alles allein schaffen zu können.
02
Criminal Record+
- no -
03
Storyline+
valentina de vere; tws: eating disorder, emotional child abuse
in play mentions of: self harm, substance abuse, physical abuse
Nichts. Für einen Moment schien es totenstill im Raum – dann nahm sie das Brutzeln der Pfanne und das Rattern der Kaffeemaschine wieder dumpf wahr. Auf dem weißen Porzellan vor ihr lagen ein paar Weintrauben, lila. Daneben ein halber Apfel, in dünne Scheiben geschnitten, grün. Frühstück. „Valentina, Schätzchen…“ Ihre Augenlider flatterten, dann hob sie den Kopf und blickte ihrer Mutter in die stechend grünen Augen. Über ihr tat sich der Himmel auf, plötzlich lag ein schweres Gewicht auf ihren Schultern. „Du musst aufrecht sitzen, Schätzchen. Sonst ruinierst du deine Haltung.“ Wortlos rutschte sie auf dem Stuhl zurück und lehnte sich nach hinten. Das kühle Metall jagte ihr einen Schauer über den Rücken, als ihre freien Arme damit in Berührung kamen. Sie atmete tief ein. Ihr war übel. Jeden Morgen überkam sie fast schwindelerregende Übelkeit, weil sie Hunger hatte. Doch wenn sie dann vor dem Essen saß, fiel es ihr schwer, auch nur einen Bissen herunterzubekommen. Erst als sich ihr Brustkorb schmerzhaft spannte, atmete sie leise wieder aus, bevor sie eine der Weintrauben aß. Langsam. Nach jedem Kauen zählte sie, bis von der Weintraube kaum noch etwas übrig war. Links saß ihre Mutter: wallendes, kräftiges rotes Haar, offen über die Schultern fallend, in leichten Wellen gestyled. Schlanke Taille, immer ein hochwertiges Kleid oder einen ikonischen Anzug tragend. Meistens schwarz, hin und wieder weiß, manchmal auch rot oder grün – nicht so giftig grün wie ihre Augen, sondern dunkel und ruhig, wie das Gemüt ihres Vaters, der zu ihrer Rechten saß. Er war groß und schlank, trug meistens hellblaue Hemden oder schwarze Smokings, schicke Schuhe und eine teure Armbanduhr. Sein Haar war dunkelbraun, erinnerte sie an Eichenholz. Val hatte nichts von ihm. Sie war nicht groß, hatte nicht mal ansatzweise sein Selbstbewusstsein und schien neben ihm wie eine graue Maus. Seine braunen Augen, das war das Einzige, was sie gemein hatten. Val war eine jüngere Version ihre Mutter, durch und durch. Das Haar, die Gesichtszüge – fast eine Kopie. „Valentina?“ Sie schob die Schultern zurück, sah ihre Mutter wieder an. Ihre Mutter runzelte die Stirn, als würde sie auf eine Antwort warten. Als diese nicht kam, schnalzte sie genervt mit der Zunge und erhob sich von ihrem Stuhl. Ihre Absätze echoten auf dem Fliesenboden. „Du musst besser zuhören!“ Das musste sie. Sie musste auch weniger Essen. Sie musste sich mehr bewegen. Sie musste ihre Haltung verbessern, und sie musste bessere Schulleistungen abliefern. „Tut mir leid, Mama“, kam es über ihre Lippen. Es fühlte sich an, als würde sie beim Sprechen Sandpapier aneinander reiben. Hinter ihr klapperte ihre Mutter mit der Pfanne herum – Frühstück für ihre Eltern. Das wäre zu ungesund für sie. Sie würde es sowieso nicht vertragen. „Guiseppe fährt dich gleich. Bist du fertig?“ Valentina nickte, dann wurde ihr bewusst, dass ihre Mutter das nicht sehen konnte. Ihr Vater knisterte mit der Zeitung, beteiligte sich sonst aber nicht am Gespräch. Er wartete auf seinen Kaffee. Und obwohl er den lieben, langen Tag an seinem Laptop hing, konnte er den Tag nicht ohne eine physische Zeitung starten. „Ja, ich bin fertig“, erwiderte sie dann. Sie zwang die letzten Weintrauben herunter und ließ den Apfel liegen, bevor sie sich vom Tisch erhob. „Bis später, Papa.“ Sie hauchte einen flüchtigen Kuss auf seine Bartstoppeln und wandte sich ab, da sie von ihm keine Antwort zu erwarten hatte. „Benimm dich gut, mein Schatz. Bis später.“ Ihre Mutter umarmte sie, nur ganz kurz, nie innig, eher distanziert. Im Flur wartete Guiseppe bereits – ihre Eltern hatten ihn schon vor ihrer Geburt angestellt. Seit 17 Jahren begleitete er sie bereits, und manchmal glaubte sie, Mitleid in seinem Blick zu sehen. Sie zog die Sonnenbrille vom Spiegelrahmen im Flur und setzte diese genauso auf, wie ein breites Lächeln, dann folgte sie ihm zum Wagen.
Das Leben der Schönen und Reichen – zwischen Blitzlichtgewitter und Galaabenden erblickte Valentina De Vere im Winter 2001 das Licht der Welt. Scarlett de Vere, ihre Mutter, damals noch ein gefeiertes Model in Chicago, hatte sich zwar ein Kind gewünscht, doch musste sie noch während ihrer Schwangerschaft feststellen, dass der öffentliche Druck ihr den Wiedereinstieg in die Branche mehr erschwerte, als sie sich eingestehen wollte. Ihr Mann, Ivan, ein junger Osteuropäer, der durch seine Familie in die Staaten kam und dort in der Modebranche Fuß fassen konnte, hatte Scarlett das Sprungbrett in die Modelwelt bereitet, doch war ihre Beziehung sehr viel komplizierter als den Glitzer und Glamour, den sie den Medien mit breitem Lächeln präsentierten. In den eigenen vier Wänden sahen sich die beiden kaum – sie schliefen gemeinsam in einem Bett, sie aßen gemeinsam Frühstück und Abendessen, doch tagsüber gingen sie ihren eigenen Verpflichtungen nach. Wenn sie gemeinsam Urlaub machten, dann nur zum nächsten Galaessen in der High Society. Scarlett war die Anfeindungen der Öffentlichkeit gewohnt, zumindest redete sie sich dies ein. Sie sei zu dick, dann wieder zu dünn, dann zu groß, dann zu klein. Später behaupteten sie Dinge wie: Schafft sie es nach der Schwangerschaft zurück zum Model-Business? Sie sollte es nicht schaffen, auch, weil ihr Mann der festen Überzeugung war, dass sie lieber das Haus und das Kind hüten sollte, anstatt sich weiter auf Modenschauen und vor Kameras zu präsentieren. Doch Scarlett war keine Hausfrau, und sie wollte auch keine sein, doch wie würde es bei der Öffentlichkeit ankommen, wenn sie ihr Kind an eine Nanny abgab? Sie wollte sich die Resonanz gar nicht ausmalen und gab sich dem Willen ihres Mannes hin. Doch früh zeigte sich, dass Scarlett keine innige Beziehung zu ihrer Tochter aufbauen konnte. Insgeheim machte sie ihr Kind dafür verantwortlich, dass sie nicht mehr über Laufstege stolzieren und die neuesten Luxuskleider vorstellen konnte. Je älter Valentina wurde, desto mehr zeigte sich auch ihre Ähnlichkeit zu ihrer Mutter, nicht nur äußerlich, sondern auch charakterlich sah Scarlett eine kleine Version von sich selbst. Es beflügelte ihren Wunsch, aus ihrem Kind das zu machen, was sie selbst nicht mehr werden konnte. Und sie wusste, welche Knöpfe sie drücken musste, um das zu erreichen, denn sie hatte es am eigenen Leib erlebt. Bei der Familie de Vere war es Gang und gebe, im Rampenlicht zu stehen und die Kinder dementsprechend zu erziehen. So sehr Scarlett sich auch innerlich dagegen gewehrt hatte, in die Fußstapfen ihrer eigenen Mutter zu treten, so verfiel sie dem Muster schneller, als sie bis drei zählen konnte.
Von klein an wurde Vals Leben strikt reguliert. Ihre Ernährung, ihre Freundschaften, ihre schulischen Leistungen – alles wurde genauestens von ihrer Mutter bestimmt und kontrolliert. Mit der Zeit wurden die Maßnahmen strenger. Kontakt war ihr nur zu ausgewählten Kindern erlaubt, in der Schule wurde sie dafür bereits von vielen anderen Kindern missbilligend betrachtet, doch sie hatten den Fels in ihrer Brandung gefunden. Vielleicht, weil sie ein ähnliches Schicksal teilten. Sie konnten über die gleichen Dinge lachen und denselben Schmerz teilen. Und wenn Val mit Avaia zusammen war, schien alles besser. Dass die beiden sich nicht immer guttaten, war, von außen betrachtet, offensichtlich. Sie spornten sich gegenseitig an, egal wobei. Ein teuflischer Kreislauf entwickelte sich, in dem die beiden nicht nur die besten Freundinnen wurden, sondern auch die schärfsten Konkurrentinnen.
Val lernte früh mit ihren Eltern in der Öffentlichkeit aufzutreten. Sie war souverän vor Kameras, doch gab es immer Stimmen, die etwas an ihr auszusetzen hatten. Negative Stimmen, die viel lauter waren als jedes Kompliment. Als Teenagerin hatte sie genug damit zu tun, sich selbst wertzuschätzen, doch die öffentlichen Diskussionen über sie, bekräftigten ihr Denken, dass sie noch nicht genug war. Neben der Schule nahm sie Privatunterricht. Die von ihrer Mutter kontrollierte Diät beschränkte sie noch mehr. Mit 17 stand Val das erste Mal auf dem Laufsteg für die Kollektion ihres Vaters. Schnell stellte sich für sie heraus, dass sie kein eigenes Interesse am Modeln hatte. Viel lieber bestaunte sie die Arbeit ihres Vaters, auch wenn sie nur eine oberflächliche Beziehung zueinander pflegten. Die Arbeit mit den Stoffen, Models und Schnittmustern versetzte sie in Staunen. Doch ihre Mutter wollte den Wunsch ihrer Tochter nicht akzeptieren. Sie wollte ihr Kind auf dem Laufsteg sehen – auf Modemagazinen und internationalen Shows. Viel Zeit hatte Val nicht, doch sie begann, sich heimlich mit der Fashionwelt zu beschäftigen. Magazine, Interviews, Dokus – sie versuchte sogar auf gut Glück Kontakt zu einigen Labels aufzunehmen, wurde jedoch stetig ignoriert. Doch sie sollte Glück haben. Sie begann, ihre eigenen Designs auf Papier zu theoretisieren, teilte diese unter falschem Namen in den sozialen Medien. Zwei Jahre lang arbeitete sie an ihrem Können, verbesserte ihre Designs, bis sie Antwort von einem Label erhielt. Es war nicht sonderlich bekannt, doch ein Startschuss für sie. Eine Möglichkeit, das zu tun, was sie wollte. Doch sie hatte nicht den Mut, sich gegen ihre Mutter aufzulehnen. Erst mit der Rückendeckung ihrer besseren Hälfte und dem Deal in der Tasche, schaffte sie den Sprung vom Laufsteg zum Designen. Sie wollte nicht vor den Kameras stehen, sie wollte diejenige sein, dessen Kleider bewundert wurden. Sie wollte die Modewelt auf den Kopf stellen. Sie war beflügelt davon, sich gegen ihre Mutter durchgesetzt zu haben, doch schon bald realisierte sie, dass das Label nicht ihren Vorstellungen entsprach. Ihre Werte und Ziele unterschieden sich deutlich von dem, was das Label ihr bieten konnte, und auch wenn sich alles in ihr sträubte, wandte sie sich hilfesuchend an ihre Eltern. Sie wollte ein eigenes Label ins Leben rufen. Ihre Mutter lehnte die Idee ab, doch ihr Vater, entgegen ihrer Erwartung, befürwortete ihre Idee. Das Debüt ihres Labels ging durch die Decke – ihr Vater hatte die Werbekampagne gesponsort und vermarktet. Fashionmagazine, Influencer und High Society Sender stürzten sich auf das neue Fashionlabel VALENTINA im Herzen Chicagos. Ganz vorn dabei ihre bessere Hälfte als DAS Gesicht ihres Labels, und dahinter eine junge Frau mit einer Vision.
Mittlerweile lebt Val allein, besucht ihre Eltern jedoch regelmäßig und begleitet sie auf Events und Messen. Das Verhältnis zu ihrem Vater hat sich gebessert, doch wirken die beiden privat eher wie Geschäftspartner. Zu ihrer Mutter pflegt Val kein gutes Verhältnis. Sie hat es bis heute nicht geschafft, sich von den imaginären Strängen zu befreien. Nach außen hin hüllt sich Val in Schatten, vertraut nur wenigen Menschen, die sie auch hinter die Fassade schauen lässt. Ihre alten Kanäle auf den sozialen Medien löschte sie nach der Eröffnung ihres Labels, heute präsentiert sie ihren Followern nur noch ausgewählte, exklusive Einblicke in ihr Leben und vor allem in ihren Beruf. Nur das Lächeln und den Glitzer – das, was die Leute eben sehen wollen. Niemand würde sich für ihre Schwächen interessieren. Nein, sie würden sich darüber das Maul zerreißen und über sie herziehen. Val kannte das Spiel zu gut, und verlieren kam für sie nicht in Frage.
in play mentions of: self harm, substance abuse, physical abuse
Nichts. Für einen Moment schien es totenstill im Raum – dann nahm sie das Brutzeln der Pfanne und das Rattern der Kaffeemaschine wieder dumpf wahr. Auf dem weißen Porzellan vor ihr lagen ein paar Weintrauben, lila. Daneben ein halber Apfel, in dünne Scheiben geschnitten, grün. Frühstück. „Valentina, Schätzchen…“ Ihre Augenlider flatterten, dann hob sie den Kopf und blickte ihrer Mutter in die stechend grünen Augen. Über ihr tat sich der Himmel auf, plötzlich lag ein schweres Gewicht auf ihren Schultern. „Du musst aufrecht sitzen, Schätzchen. Sonst ruinierst du deine Haltung.“ Wortlos rutschte sie auf dem Stuhl zurück und lehnte sich nach hinten. Das kühle Metall jagte ihr einen Schauer über den Rücken, als ihre freien Arme damit in Berührung kamen. Sie atmete tief ein. Ihr war übel. Jeden Morgen überkam sie fast schwindelerregende Übelkeit, weil sie Hunger hatte. Doch wenn sie dann vor dem Essen saß, fiel es ihr schwer, auch nur einen Bissen herunterzubekommen. Erst als sich ihr Brustkorb schmerzhaft spannte, atmete sie leise wieder aus, bevor sie eine der Weintrauben aß. Langsam. Nach jedem Kauen zählte sie, bis von der Weintraube kaum noch etwas übrig war. Links saß ihre Mutter: wallendes, kräftiges rotes Haar, offen über die Schultern fallend, in leichten Wellen gestyled. Schlanke Taille, immer ein hochwertiges Kleid oder einen ikonischen Anzug tragend. Meistens schwarz, hin und wieder weiß, manchmal auch rot oder grün – nicht so giftig grün wie ihre Augen, sondern dunkel und ruhig, wie das Gemüt ihres Vaters, der zu ihrer Rechten saß. Er war groß und schlank, trug meistens hellblaue Hemden oder schwarze Smokings, schicke Schuhe und eine teure Armbanduhr. Sein Haar war dunkelbraun, erinnerte sie an Eichenholz. Val hatte nichts von ihm. Sie war nicht groß, hatte nicht mal ansatzweise sein Selbstbewusstsein und schien neben ihm wie eine graue Maus. Seine braunen Augen, das war das Einzige, was sie gemein hatten. Val war eine jüngere Version ihre Mutter, durch und durch. Das Haar, die Gesichtszüge – fast eine Kopie. „Valentina?“ Sie schob die Schultern zurück, sah ihre Mutter wieder an. Ihre Mutter runzelte die Stirn, als würde sie auf eine Antwort warten. Als diese nicht kam, schnalzte sie genervt mit der Zunge und erhob sich von ihrem Stuhl. Ihre Absätze echoten auf dem Fliesenboden. „Du musst besser zuhören!“ Das musste sie. Sie musste auch weniger Essen. Sie musste sich mehr bewegen. Sie musste ihre Haltung verbessern, und sie musste bessere Schulleistungen abliefern. „Tut mir leid, Mama“, kam es über ihre Lippen. Es fühlte sich an, als würde sie beim Sprechen Sandpapier aneinander reiben. Hinter ihr klapperte ihre Mutter mit der Pfanne herum – Frühstück für ihre Eltern. Das wäre zu ungesund für sie. Sie würde es sowieso nicht vertragen. „Guiseppe fährt dich gleich. Bist du fertig?“ Valentina nickte, dann wurde ihr bewusst, dass ihre Mutter das nicht sehen konnte. Ihr Vater knisterte mit der Zeitung, beteiligte sich sonst aber nicht am Gespräch. Er wartete auf seinen Kaffee. Und obwohl er den lieben, langen Tag an seinem Laptop hing, konnte er den Tag nicht ohne eine physische Zeitung starten. „Ja, ich bin fertig“, erwiderte sie dann. Sie zwang die letzten Weintrauben herunter und ließ den Apfel liegen, bevor sie sich vom Tisch erhob. „Bis später, Papa.“ Sie hauchte einen flüchtigen Kuss auf seine Bartstoppeln und wandte sich ab, da sie von ihm keine Antwort zu erwarten hatte. „Benimm dich gut, mein Schatz. Bis später.“ Ihre Mutter umarmte sie, nur ganz kurz, nie innig, eher distanziert. Im Flur wartete Guiseppe bereits – ihre Eltern hatten ihn schon vor ihrer Geburt angestellt. Seit 17 Jahren begleitete er sie bereits, und manchmal glaubte sie, Mitleid in seinem Blick zu sehen. Sie zog die Sonnenbrille vom Spiegelrahmen im Flur und setzte diese genauso auf, wie ein breites Lächeln, dann folgte sie ihm zum Wagen.
Das Leben der Schönen und Reichen – zwischen Blitzlichtgewitter und Galaabenden erblickte Valentina De Vere im Winter 2001 das Licht der Welt. Scarlett de Vere, ihre Mutter, damals noch ein gefeiertes Model in Chicago, hatte sich zwar ein Kind gewünscht, doch musste sie noch während ihrer Schwangerschaft feststellen, dass der öffentliche Druck ihr den Wiedereinstieg in die Branche mehr erschwerte, als sie sich eingestehen wollte. Ihr Mann, Ivan, ein junger Osteuropäer, der durch seine Familie in die Staaten kam und dort in der Modebranche Fuß fassen konnte, hatte Scarlett das Sprungbrett in die Modelwelt bereitet, doch war ihre Beziehung sehr viel komplizierter als den Glitzer und Glamour, den sie den Medien mit breitem Lächeln präsentierten. In den eigenen vier Wänden sahen sich die beiden kaum – sie schliefen gemeinsam in einem Bett, sie aßen gemeinsam Frühstück und Abendessen, doch tagsüber gingen sie ihren eigenen Verpflichtungen nach. Wenn sie gemeinsam Urlaub machten, dann nur zum nächsten Galaessen in der High Society. Scarlett war die Anfeindungen der Öffentlichkeit gewohnt, zumindest redete sie sich dies ein. Sie sei zu dick, dann wieder zu dünn, dann zu groß, dann zu klein. Später behaupteten sie Dinge wie: Schafft sie es nach der Schwangerschaft zurück zum Model-Business? Sie sollte es nicht schaffen, auch, weil ihr Mann der festen Überzeugung war, dass sie lieber das Haus und das Kind hüten sollte, anstatt sich weiter auf Modenschauen und vor Kameras zu präsentieren. Doch Scarlett war keine Hausfrau, und sie wollte auch keine sein, doch wie würde es bei der Öffentlichkeit ankommen, wenn sie ihr Kind an eine Nanny abgab? Sie wollte sich die Resonanz gar nicht ausmalen und gab sich dem Willen ihres Mannes hin. Doch früh zeigte sich, dass Scarlett keine innige Beziehung zu ihrer Tochter aufbauen konnte. Insgeheim machte sie ihr Kind dafür verantwortlich, dass sie nicht mehr über Laufstege stolzieren und die neuesten Luxuskleider vorstellen konnte. Je älter Valentina wurde, desto mehr zeigte sich auch ihre Ähnlichkeit zu ihrer Mutter, nicht nur äußerlich, sondern auch charakterlich sah Scarlett eine kleine Version von sich selbst. Es beflügelte ihren Wunsch, aus ihrem Kind das zu machen, was sie selbst nicht mehr werden konnte. Und sie wusste, welche Knöpfe sie drücken musste, um das zu erreichen, denn sie hatte es am eigenen Leib erlebt. Bei der Familie de Vere war es Gang und gebe, im Rampenlicht zu stehen und die Kinder dementsprechend zu erziehen. So sehr Scarlett sich auch innerlich dagegen gewehrt hatte, in die Fußstapfen ihrer eigenen Mutter zu treten, so verfiel sie dem Muster schneller, als sie bis drei zählen konnte.
Von klein an wurde Vals Leben strikt reguliert. Ihre Ernährung, ihre Freundschaften, ihre schulischen Leistungen – alles wurde genauestens von ihrer Mutter bestimmt und kontrolliert. Mit der Zeit wurden die Maßnahmen strenger. Kontakt war ihr nur zu ausgewählten Kindern erlaubt, in der Schule wurde sie dafür bereits von vielen anderen Kindern missbilligend betrachtet, doch sie hatten den Fels in ihrer Brandung gefunden. Vielleicht, weil sie ein ähnliches Schicksal teilten. Sie konnten über die gleichen Dinge lachen und denselben Schmerz teilen. Und wenn Val mit Avaia zusammen war, schien alles besser. Dass die beiden sich nicht immer guttaten, war, von außen betrachtet, offensichtlich. Sie spornten sich gegenseitig an, egal wobei. Ein teuflischer Kreislauf entwickelte sich, in dem die beiden nicht nur die besten Freundinnen wurden, sondern auch die schärfsten Konkurrentinnen.
Val lernte früh mit ihren Eltern in der Öffentlichkeit aufzutreten. Sie war souverän vor Kameras, doch gab es immer Stimmen, die etwas an ihr auszusetzen hatten. Negative Stimmen, die viel lauter waren als jedes Kompliment. Als Teenagerin hatte sie genug damit zu tun, sich selbst wertzuschätzen, doch die öffentlichen Diskussionen über sie, bekräftigten ihr Denken, dass sie noch nicht genug war. Neben der Schule nahm sie Privatunterricht. Die von ihrer Mutter kontrollierte Diät beschränkte sie noch mehr. Mit 17 stand Val das erste Mal auf dem Laufsteg für die Kollektion ihres Vaters. Schnell stellte sich für sie heraus, dass sie kein eigenes Interesse am Modeln hatte. Viel lieber bestaunte sie die Arbeit ihres Vaters, auch wenn sie nur eine oberflächliche Beziehung zueinander pflegten. Die Arbeit mit den Stoffen, Models und Schnittmustern versetzte sie in Staunen. Doch ihre Mutter wollte den Wunsch ihrer Tochter nicht akzeptieren. Sie wollte ihr Kind auf dem Laufsteg sehen – auf Modemagazinen und internationalen Shows. Viel Zeit hatte Val nicht, doch sie begann, sich heimlich mit der Fashionwelt zu beschäftigen. Magazine, Interviews, Dokus – sie versuchte sogar auf gut Glück Kontakt zu einigen Labels aufzunehmen, wurde jedoch stetig ignoriert. Doch sie sollte Glück haben. Sie begann, ihre eigenen Designs auf Papier zu theoretisieren, teilte diese unter falschem Namen in den sozialen Medien. Zwei Jahre lang arbeitete sie an ihrem Können, verbesserte ihre Designs, bis sie Antwort von einem Label erhielt. Es war nicht sonderlich bekannt, doch ein Startschuss für sie. Eine Möglichkeit, das zu tun, was sie wollte. Doch sie hatte nicht den Mut, sich gegen ihre Mutter aufzulehnen. Erst mit der Rückendeckung ihrer besseren Hälfte und dem Deal in der Tasche, schaffte sie den Sprung vom Laufsteg zum Designen. Sie wollte nicht vor den Kameras stehen, sie wollte diejenige sein, dessen Kleider bewundert wurden. Sie wollte die Modewelt auf den Kopf stellen. Sie war beflügelt davon, sich gegen ihre Mutter durchgesetzt zu haben, doch schon bald realisierte sie, dass das Label nicht ihren Vorstellungen entsprach. Ihre Werte und Ziele unterschieden sich deutlich von dem, was das Label ihr bieten konnte, und auch wenn sich alles in ihr sträubte, wandte sie sich hilfesuchend an ihre Eltern. Sie wollte ein eigenes Label ins Leben rufen. Ihre Mutter lehnte die Idee ab, doch ihr Vater, entgegen ihrer Erwartung, befürwortete ihre Idee. Das Debüt ihres Labels ging durch die Decke – ihr Vater hatte die Werbekampagne gesponsort und vermarktet. Fashionmagazine, Influencer und High Society Sender stürzten sich auf das neue Fashionlabel VALENTINA im Herzen Chicagos. Ganz vorn dabei ihre bessere Hälfte als DAS Gesicht ihres Labels, und dahinter eine junge Frau mit einer Vision.
Mittlerweile lebt Val allein, besucht ihre Eltern jedoch regelmäßig und begleitet sie auf Events und Messen. Das Verhältnis zu ihrem Vater hat sich gebessert, doch wirken die beiden privat eher wie Geschäftspartner. Zu ihrer Mutter pflegt Val kein gutes Verhältnis. Sie hat es bis heute nicht geschafft, sich von den imaginären Strängen zu befreien. Nach außen hin hüllt sich Val in Schatten, vertraut nur wenigen Menschen, die sie auch hinter die Fassade schauen lässt. Ihre alten Kanäle auf den sozialen Medien löschte sie nach der Eröffnung ihres Labels, heute präsentiert sie ihren Followern nur noch ausgewählte, exklusive Einblicke in ihr Leben und vor allem in ihren Beruf. Nur das Lächeln und den Glitzer – das, was die Leute eben sehen wollen. Niemand würde sich für ihre Schwächen interessieren. Nein, sie würden sich darüber das Maul zerreißen und über sie herziehen. Val kannte das Spiel zu gut, und verlieren kam für sie nicht in Frage.
04
Writing Preferences & Wanted Handling+
Perspective
3rd person only
Preferred Writing Style
Novel only in posts
Preferred Post Style
Everything ~
Wanted Handling
Ja, von @Avaia Montclair; looking for her better half
Writing Sample
not sure, let me know!
05
Connections+
Da ich hoffe meinen Fels in der Brandung bereits gefunden zu haben, schmeiße ich einfach mal alles andere in den Raum. Direkte Verwandtschaft ist vermutlich schwierig, möglicherweise etwas entferntes. Ansonsten ist sie vor allem in der High Society für ihr Label bekannt, führt jedoch eher oberflächliche Freundschaften. Vor allem für Influencer/Studenten oder Modebegeisterte bietet sie einen guten Anschlusspunkt an die Fashionwelt der Upper Class. Auch wenn sie auf den ersten Blick nicht so wirkt, sagt sie auch zur Chicagoer Partyszene nicht nein, vielleicht war der/die ein/e oder andere Ausrutscher oder Verflossene auch dabei, Beziehungen mit ihr halten sich jedenfalls nicht lang. Grundsätzlich bin ich für alle Ideen offen!
06
Sticky Note+
Huhu ihr Lieben, da bin ich auch schon! ~ In erster Linie hoffe ich natürlich, dass Avaia mit meiner Präsentation etwas anfangen kann - wenn du einen Probepost brauchst, girl, let me know.
Dazu möchte ich noch sagen, dass ich eine sehr entspannte PB bin, was das Posten und generelle Zwischeninteraktionen angeht. Alles kann, nix muss. Was nicht bedeuten soll, dass man ewig auf Antwort warten muss bei mir, sondern dass ich auch andere nicht stresse, wenn es mal etwas länger dauert. RL geht immer vor! 
character introductionopen for connections




