Sasha Vega
@sasha.vega • Chicago
#24 years#Reinigungskraft in verschiedenen Bürogebäuden#Einwohner
Basicsidentity
NameSasha Vega
Alter24 years
HerkunftChicago
SchichtLower Class
BerufReinigungskraft in verschiedenen Bürogebäuden
FaceclaimEster Exposito
ReservierungWurde bereits reserviert
The Privé
Inner Circle
Sigma Kappa Delta
Freie Kriminelle
Einwohner
Storylinebackground
Sasha ist 24 Jahre alt und in Chicago, Illinois aufgewachsen. Sie war das erste Kind von Carla und Ray, und in den ersten Jahren war ihr Zuhause noch etwas überschaubarer. Leicht war es trotzdem nicht immer. Carla arbeitete viel, Ray nahm neben seiner eigentlichen Arbeit immer wieder kleine Jobs an und Sasha war schon als kleines Kind oft irgendwo mit auf der Arbeit ihrer Eltern dabei oder bei Nachbarn Zuhause. Als Mateo geboren wurde, war Sasha zwei Jahre alt. Sie erinnert sich nicht mehr richtig daran, aber in ihrer Familie gibt es genug Geschichten darüber, dass sie seine Flasche halten wollte, obwohl sie selbst noch ein kleines Mädchen war. Dass sie eifersüchtig wurde, wenn Carla ihn zu lange auf dem Arm hatte und dass sie ihn aber sofort verteidigte, wenn jemand anderes ihn zum Weinen brachte. Mateo ist heute zweiundzwanzig und Sasha vom Alter her nah genug, dass sie sich schon immer viel gestritten haben. Er war nie einfach nur der kleine Bruder, auf den sie aufpassen musste, denn dafür lagen sie zu nah beieinander. Als Kinder kämpften sie um Spielzeug, Fernbedienungen, den besseren Platz auf dem Sofa und später um jede Kleinigkeit. Trotzdem war Mateo oft derjenige, der Sasha am schnellsten ansah, wenn etwas nicht stimmte. Er machte dann meistens einen dummen Spruch, aber Sasha wusste, dass er es merkte. Als Sasha vier Jahre alt war, kam Lina dazu. Lina war schon als kleines Kind laut, fordernd und schnell beleidigt. Sasha fand sie oft anstrengen, aber wollte trotzdem ständig wissen, was sie gerade machte oder wie es ihr ging. Heute ist Lina zwanzig und Sasha in manchen Dingen so ähnlich, dass es unheimlich war. Sie kann genauso stur sein, genauso dichtmachen und genauso tun, als wäre ihr etwas egal. Zwischen den beiden kracht es öfter, gerade weil sie einander so gut lesen können und Lina trifft mit einem Satz oft genau die Stelle, die Sasha eigentlich verstecken wollte. Die ersten Jahre zuhause waren laut, eng und meistens chaotisch. Es gab Wäscheberge, schnelle Abendessen, Streit im Flur, Musik aus irgendeinem Zimmer und Eltern, die oft müde und gereizt waren. Carla arbeitete in wechselnden Schichten, meistens im Service, später zusätzlich in einem kleinen Laden. Ray arbeitete auf Baustellen und nahm nebenbei Reparaturen, Umzüge oder kleine Jobs bei Bekannten an. Sasha bekam früh mit, dass Geld bei ihnen oft knapp war. Als Kind verstand sie nicht alles, aber sie merkte zum beispiel, wenn ihre Mutter beim Einkaufen Preise verglich. Wenn ihr Vater schlecht gelaunt war, weil wieder etwas kaputtgegangen war. Wenn neue Schuhe nicht sofort drin waren und wenn bei einem Schulausflug Geld gesammelt wurde, weil die Familienkasse ohnehin schon leer war. Ihre Kindheit bestand aber nicht nur aus Stress oder schlechten Momenten. Es gab auch laute Abende, an denen Mateo und Sasha durchs Wohnzimmer rannten, bis Carla schimpfte. Es gab Lina, die sich nachts zu Sasha ins Bett legte, weil sie nicht schlafen konnte oder einen Alptraum hatte. Es gab ihren Vater, der manchmal viel zu spät nach Hause kam und trotzdem noch irgendeinen Quatsch machte, bis alle lachten. Es gab Sommerabende vor dem Haus, billiges Eis, Musik aus offenen Fenstern und Nachbarn, die jeder kannte und mit denen man sich gut verstand. Sasha war als Kind eher ruhig. Sie war zwar nicht schüchtern, aber sie beobachtete ihre Umgebung und Mitmenschen viel. Wenn Erwachsene redeten, hörte sie mit, auch wenn sie wusste, dass diese Worte nicht für sie bestimmt waren. Wenn zuhause etwas nicht stimmte, fiel es ihr schnell auf und sie wusste früh, wann Carla einfach müde war, wann Ray lieber seine Ruhe brauchte und wann Mateo gleich irgendeinen Mist bauen würde. In der Schule war Sasha ruhig, aber nicht eine dieser unsichtbaren Kinder. Sie war hübsch und das wurde früh kommentiert. Erst von Erwachsenen, die meinten sie sei aber groß und hübsch geworden. Später von Jungs, die sie anstarrten oder dumme Sprüche klopften. Sasha mochte das nie besonders, wenn man sie einfach nur nach ihrem Aussehen beurteilte. Besonders hasste sie Sätze darüber, dass sie gar nicht so wirke, als käme sie aus dieser Gegend. Sasha sagte darauf meistens nichts. Sie fand es einfach dumm, denn sie kam nun mal von dort. Sie kannte die Straßen, die Wohnungen, die kleinen Läden, die Bushaltestellen, die Leute und die Probleme. Als Sasha ungefähr sechs war, kam sie zum ersten Mal in einen kleinen Tanz- und Akrobatikverein. Es war keine teure Schule und keine perfekte Halle. Es gab alte Matten, eine Musikbox, die manchmal rauschte und knisterte, strenge Trainerinnen und Kinder, die alle viel zu viel Energie hatten. Sasha liebte es sofort. Dort musste sie nichts erklären oder für jemand anderes einstehen, außer für sich selbst. Sie musste nur üben. Springen, drehen, fallen, aufstehen, noch einmal. Sie mochte dieses Gefühl, wenn eine Bewegung nach vielen Versuchen endlich klappte. Sie mochte, dass ihr Körper etwas konnte, wenn sie nur lange genug dranblieb und trainierte. Im Training war sie nicht die Älteste , nicht die Tochter, die nebenbei mithalf, nicht das hübsche Mädchen aus der Schule. Sie war einfach Sasha, die noch mehr mehr lernen wollte. Sie war ehrgeizig. Manchmal zu sehr. Wenn eine Drehung nicht saß, wurde sie stiller, ärgerte sich über sich selbst und wiederholte die Bewegung so lange, bis es funktionierte. Wenn eine Trainerin sagte, es reiche für heute, machte Sasha im Kopf trotzdem immer wieder den Ablauf weiter. Zuhause übte sie im Flur, bis Mateo sich beschwerte, dass sie im Weg stand. Lina machte sie nach und fiel dabei fast um. Sasha tat genervt, zeigte ihr aber manchmal trotzdem wie etwas funktionierte. Mit der Zeit wurde der Verein immer wichtiger für sie. Schule war okay, sie war nicht die beste Schülerin und zuhause war immer viel los. Aber Training war ihr eigenes Ding. Ihre Eltern versuchten es möglich zu machen, solange es ging. Sie brachten Sasha hin, wenn ihre Schichten es zuliesen oder organisierten, dass jemand anderes sie mitnahm. Ray kam nicht oft zu Auftritten, aber wenn er da war, stand er hinten und feuerte sie so sehr an, dass sie es nicht hinterfragen musste, ob ihr Vater stolz auf sie war. Als Sasha zwölf war wurde Nora geboren. Damit wurde zuhause noch einmal alles anders. Nora war deutlich jünger als die anderen, winzig, laut und anhänglich. Ihre Mutter war erschöpft, ihr Vater arbeitete noch mehr, Mateo testete ständig Grenzen aus und Lina wollte nicht immer Rücksicht nehmen müssen. Sasha liebte Nora, aber sie war auch überfordert von der neuen Unruhe. In dieser Zeit wurde Sasha noch mehr die große Schweter. Nicht jeden Tag, eher durch Kleinigkeiten. Nora kurz halten, während Carla duschte. Mateo suchen, wenn er die Zeit vergaß und zu lange draußen war. Lina bei etwas helfen, obwohl sie immer wieder behauptete sie brauche keine Hilfe. Essen warm machen, wenn beide Eltern noch nicht da waren. Nora hing schnell vor allem an Sasha. Sie wollte in ihr Zimmer, wollte ihre Sachen anfassen oder anziehen, wollte neben ihr sitzen und ihr irgendwas erzählen oder etwas vorgelesen bekommen. Sasha tat oft genervt, doch trotzdem liebte sie die jüngste Schwester. Irgendwann konnten Carla und Ray den Verein nicht mehr bezahlen. Sasha war alt genug, um zu verstehen, warum. Carla sagte es ihr in der Küche, vorsichtig und mit zu vielen Erklärungen, während Sasha ihr genau ansah, wie unangenehm es ihr war. Rechnungen, Arbeitszeiten, andere Sachen, die gerade wichtiger waren. Sasha sagte, dass es okay sei, doch das war es nicht. Sie machte trotzdem kein großes Drama daraus, denn sie wollte ihrer Mutter kein noch schlechteres Gefühl geben. Später saß sie in ihrem Zimmer auf dem Boden, hörte Lina im Bad Musik laufen, Mateo im Flur telefonieren und Nora im Wohnzimmer lachen. Sasha war wütend. Auf das Geld. Auf die Situation. Auf sich selbst, weil sie schon wieder so schnell getan hatte, als wäre es halb so wild. Ganz aufgehört hat sie danach mit dem Tanzen und der Akrobatik nicht. Sie suchte sich andere Orte, an denen sie weiter üben konnte, wie zum Beispiel leere Hallen, Parkplätze hinter Gebäuden, alte Industrieflächen, ruhige Ecken, wo nicht ständig jemand vorbeikam. Manchmal nahm sie Musik mit, manchmal übte sie ohne. Sasha trainierte eher für sich. Drehungen, Balance, Körperspannung, kleine Kombinationen, alles, was sie aus der Akrobatik behalten wollte. Sie wollte nicht komplett verlieren, was ihr so lange wichtig gewesen war.
Mit sechzehn fing Sasha außerdem an, hier und da als Reinigungskraft auszuhelfen. Eine Bekannte ihrer Mutter nahm sie zuerst mit in ein kleines Büro. Später kamen Treppenhäuser, Arztpraxen, Geschäfte und manchmal auch Wohnungen dazu. Es war nie eine richtige feste Stelle. Sasha arbeitete dort, wo gerade jemand ausfiel oder für ein paar Abende Unterstützung gebraucht wurde. Manchmal hatte sie mehrere Schichten in einer Woche, dann wieder eine ganze Weile gar keine.
Besonders gern machte sie die Arbeit nicht. Nach der Schule noch Böden zu wischen, Mülleimer zu leeren oder fremde Toiletten zu putzen, während andere längst unterwegs waren, ging ihr oft auf die Nerven. Trotzdem nahm sie die Jobs immer wieder an. Sie konnte damit ihre eigenen Sachen bezahlen, zuhause etwas abgeben und musste Carla nicht wegen jedem Paar Schuhe oder allem, was sie fürs Training brauchte, fragen.
Durch die Arbeit kam Sasha in viele Gebäude, die sie sonst nie von innen gesehen hätte. Leere Büroetagen nach Feierabend, Hintereingänge, schmale Treppenhäuser, Lagerräume und lange Flure, in denen nachts jedes Geräusch viel lauter klang. Sie merkte sich automatisch, welche Türen abgeschlossen wurden, wo Feuerleitern verliefen und welche Aufzüge nur mit einer Karte funktionierten. Damals dachte sie sich noch nicht viel dabei. Später, als sie häufiger mit der Gruppe unterwegs war, waren genau solche Kleinigkeiten ziemlich nützlich.
Auch heute arbeitet Sasha noch immer hier und da als Reinigungskraft. Mal übernimmt sie für ein paar Wochen ein Bürogebäude, mal hilft sie nach Veranstaltungen, in Geschäften oder bei einer Wohnungsauflösung aus. Die Arbeit ist anstrengend und meistens undankbar, lässt ihr aber genug Freiheit für Daredevils und ihre Familie. Außerdem fällt eine Reinigungskraft, die spät am Abend durch ein Gebäude läuft, deutlich weniger auf als jemand, der dort eigentlich nichts zu suchen hat. Sasha hat durch ihre Jobs bereits den einen oder anderen Hintereingang entdeckt, den sie später noch einmal gemeinsam mit Miles aufsuchte. Sie erzählt ihm nicht immer sofort, woher sie einen Ort kennt. Meistens schickt sie ihm nur eine Adresse und schreibt, dass er vernünftige Schuhe anziehen soll. Nach einem Schulwechsel lernte Sasha eine neue Gruppe von Leuten in ihrem Alter kennen. Leute, die nach der Schule selten direkt nach Hause gingen, sondern auf Parkdecks herum hingen, in leerstehenden Gebäuden, auf Baustellen oder auf Grundstücken welche eingezäunt waren. Einer filmte ständig, einer hatte immer irgendeine dumme Idee und meistens wusste niemand so genau, was sie da eigentlich gerade trieben. Sasha fand sie am Anfang anstrengend, aber gleichzeitig mochte sie, dass bei ihnen nicht alles so schwer wirkte. Sie redeten Unsinn, lachten laut, machten Pläne und verwarfen sie wieder. Keiner fragte Sasha direkt ausm keiner erwartete, dass sie sofort irgendwas von sich erzählte. Durch diese Gruppe kam Sasha zum ersten Mal wirklich mit dem Klettern in Berührung. Nicht direkt mit hohen Dächern oder gefährlichen Aktionen. Erst waren es kleine Sachen, wie zum Beispiel über einen Zaun steigen, durch ein kaputtes Fenster in ein leerstehendes Gebäude, eine Feuerleiter hoch, ein Parkdeck, ein niedriges Dach. Sachen, die die anderen fast beiläufig machten, während Sasha innerlich noch abwog, ob das gerade mutig oder einfach nur dumm war. Miles gehörte auch zu dieser Gruppe. Er war nicht besonders auffällig, aber man bemerkte ihn trotzdem. Er blieb ruhig, wenn andere nervös wurden und wenn irgendwo geklettert wurde, schaute er erst genau hin bevor er selbst loslegte. Er musste sich nicht aufspielen und genau das machte ihn für Sasha am Anfang schwer einzuschätzen. Sie tat erst so, als würde sie das alles lächerlich finden. Sie stand daneben, machte Sprüche und sagte, dass sie bestimmt nicht irgendwo hochklettern würde, nur weil ein paar Idioten Langeweile hatten. Die anderen lachten wegen solcher Bemerkungen meist nur, was ihr ein Schmunzeln auf die Lippen zauberte. Anfangs schaute sie nur ganz genau zu, achtete darauf wo sie ihre Füße hinsetzten, woran sie sich festhielten und welche stellen sie vermieden. Sie merkte sich jede Kleinigkeit, jedoch hätte sie das zudiesem Zeitpunkt niemals zugegeben. Als einer aus der Gruppe irgendwann meinte, sie würde sich niemals trauen mitzuklettern, tat sie es einfach. Aber voror allem, weil sie diesen Ton in seiner Stimme nicht leiden konnte, der ihr zeigte, dass er sie unterschätzte. Es war nichts Großes. Eine Mauer, ein Stück Dach, ein kurzer Aufstieg und trotzdem raste ihr Herz wie verrückt in ihrer Brust. Oben angekommen tat sie so, als wäre alles entspannt. Sie lachte, machte einen Spruch und versteckte ihre zitternden Hände in den Ärmeln. Miles sah es, sagte aber nichts dazu. Das mochte Sasha an ihm. Mit der Zeit kam sie öfter mit. Erst kleine Sachen, später schwierigere Orte und Gebäude. Die Gruppe tat ihr gut, auch wenn sie chaotisch war. Sasha konnte dort anders sein als zuhause. Sie musste nicht auf alle achten, nicht vernünftig sein, nicht sofort funktionieren. Sie konnte wütend sein, lachen, mitziehen, abbrechen, wiederkommen und weitermachen. Miles merkte schnell, dass sie sich anders bewegte als die anderen. Durch die Akrobatik hatte sie Balance und Körperspannung. Sie war vorsichtig, aber nicht langsam und wenn sie Angst hatte, sah man es ihr selten an. Er gab ihr manchmal Tipps, doch meistens tat Sasha so, als würde sie das nerven und als würde sie das nicht brauchen. Meistens nervte es sie auch wirklich, weil sie dachte sie könnte es auch so und trotzdem hörte sie immer zu. Miles hatte oft recht und genau das machte sie wahnsinnig. Mit der Zeit machten sie mehr zusammen. Erst in verlassenen Hallen, später auf Dächern, Brücken oder auf Baustellen. Sasha brachte ihre Akrobatik ein, Miles hatte die Ruhe und den Blick für sichere Bewegungen. Sie übten Hebefiguren, kleine Posen, Übergänge und kurze Bewegungen, die in der Höhe noch stärker wirkten. Es klappte nicht immer, oft sogar nicht und genau das frustrierte die Blondine schnell. Ein Fuß rutschte weg, jemand war zu schnell, jemand hielt falsch oder sie vertrauten einander nicht genug. Sasha wollte oft weiter gehen, obwohl sie müde war, weswegen Miles sie ausbremste und sie begannen zu streiten. Er sagte, sie solle nicht so wahninnig stur sein, während sie sagte, er solle sie nicht behandeln als müsste man sie beschützen. Danach standen sie meistens ein paar Minuten schweigend herum, beide beleidigt, beide zu stolz, um sich direkt zu entschuldigen. Und dann probierten sie es doch noch einmal, meistens ohne ein weiteres Wort über den Streit zu wechseln. So lief es oft zwischen ihnen. Irgendwann kamen sie sich näher und küssten sie sich. Es passierte nach einer Nacht, in der sie lange an einer Figur geübt hatten. Beide waren müde, genervt und aufgekratzt, aber dennoch glücklich, weil es am Ende doch noch geklappt hatte. Sie standen zu nah beieinander, keiner sagte etwas und dann war es einfach passiert. Danach taten sie erst mal so, als wäre es keine große Sache, denn genau das passte zu den beiden. Sasha und Miles wurden nie offiziell ein Paar, es gab kein Gespräch darüber, keine klare Ansage, kein „Was sind wir eigentlich?“, bei dem am Ende eine saubere Antwort herauskam. Sie waren Freunde, sie trainierten zusammen, sie gingen zusammen auf Dächer, sie schliefen manchmal miteinander und zwischendurch taten beide so, als wäre das alles ganz locker. Eine Freundschaft plus, auch wenn Sasha diesen Begriff wahrscheinlich gehasst hätte. Die Nähe zu ihm war für sie immer besonders gewesen, vielleicht weil er der erste Mensch war, dem sie wirklich nahe war und den sie so nah an sich herangelassen hatte. Körperlich, wie auch emotional. Manchmal übernachtete Miles bei ihr oder sie bei ihm, manchmal verschwand einer von beiden tagelang etwas mehr aus dem Leben des anderen und kam dann wieder, als wäre nichts gewesen. Sie war oft eifersüchtig, auch wenn sie es ihm oder anderen gegenüber nie zugegeben hätte. Wenn Miles mit jemand anderem flirtete, wurde Sasha spitzer, gegenüber der anderen Frau, wie auch ihm gegenüber. Beide merkten es. Beide taten aber so, als wären sie dennoch einfach gute Freunde. Sasha wollte keine feste Beziehung daraus machen, jedenfalls sagte sie das. Sie hatte zuhause genug Verpflichtungen und wollte nicht noch etwas, das sich nach Erwartung anfühlte. Miles war ihr wichtig, aber genau das machte es umso schwerer. Videos beim Roofing gab es am Anfangs eher nebenbei. Jemand aus der Gruppe filmte mit dem Handy, Sasha schaute sich die Clips später an und meckerte über Winkel, Licht oder Bewegungen, die nicht sauber aussahen. Sie fing an, Rooftopping-Videos anzusehen, weil sie verstehen wollte, warum manche Clips gut wirkten und andere nicht. Sie mochte es, wenn ein Video nicht nur zeigte, dass jemand hoch oben war, sondern das Video die Stimmung und das Gefühl einfing, was sie selbst auch empfand. Die Bewegung, die Stadt, das kurze Zögern vor einem Schritt, der Moment danach. Miles verstand das irgendwann auch. Er filmte anders, wenn Sasha dabei war, ruhiger, Näher dran. Weniger auf Effekte, mehr auf das, was zwischen den Bewegungen passierte. Irgendwann hatten Sasha und Miles so viel Material, dass es nicht mehr nur auf ihren Handys bleiben sollte. Clips von Dächern, alten Gebäuden, Proben, Nächten, in denen sie Sachen gemacht hatten, die zuhause niemand wissen durfte. Sie wollten einen gemeinsamen Account auf Social Media und das was sie taten mit anderen teilen. Der Name sollte kurz sein, lein süßer Pärchenname, nichts Romantisches, nichts Weiches. Sie wollten etwas, das zu ihnen passte und damit ein Staterment setzen. Ein bisschen frech, ein bisschen übertrieben, ein Name, der Ärger bedeuten konnte. Am Ende nannten sie den Account Daredevils. Beide fanden, dass der Name cool klang und übersetzt hieß er so viel wie Die Waghalsigen. Der Name passte zu ihnen, zu den Dächern, den Videos, den dummen Entscheidungen und zu diesem Gefühl, immer noch ein Stück weitergehen zu wollen. Am Anfang war Daredevils nicht besonders groß. Ein paar Leute aus der Gegend kannten den Account, Freunde teilten Clips, manchmal kamen Kommentare von Fremden dazu. Sasha und Miles posteten nicht regelmäßig. Manchmal hatten sie Lust, manchmal nicht und manchmal löschte Sasha etwas wieder, weil sie den Schnitt nicht mochte. Mateo fand den Account irgendwann. Er sagte es nicht sofort, sondern machte nur komische Andeutungen und grinste Sasha so an, dass sie wusste, dass er irgendwas wusste. Irgendwann hielt er ihr das Handy hin und fragte: „Bist du komplett bescheuert?“ Sasha riss ihm fast das Handy aus der Hand und sagte, er solle sich um seinen eigenen Scheiß kümmern. Er versprach, nichts zu sagen, denn er wusste sie würde sich ohnehin nichts sagen lassen und dennoch damit weiter machen. Lina fand Daredevils später auch, jedoch erkannte sie Sasha nicht sofort, aber irgendwann erkannte sie ihre Bewegungen. Lina sagte nichts vor den Eltern, sondern stand nur eines Abends in Sashas Tür und meinte: „Du bist echt nicht normal.“ Sasha sagte, Lina solle rausgehen, doch sie blieb eisern stehen und frage wer dieser Typ in den Videos sei. Sasha sagte nur: „Ein Freund.“ Lina grinste breit und das einzige was sie sagte war 'Klar.". Nora wusste nichts Genaues, für sie war Miles erst mal nur der Typ, der manchmal bei Sasha auftauchte, in der Küche herumstand und Nora nicht wie ein kleines Kind behandelte. Miles half ihr einmal bei irgendeinem Handyspiel und danach fragte Nora ständig, wann der mit den Dunklen Haaren wiederkommt. Sasha tat genervt, aber eigentlich fand sie es es ziemlich süß. Mit der Zeit zeigten Sasha und Miles ihre Gesichter weniger. Erst wegen Polizei, Security und Leuten, die sie erkennen könnten. Später wurde es Teil des Accounts. Dunkle Masken, Handschuhe. Kein richtiges Kostüm, sondern eher etwas, das praktisch war und trotzdem Wiedererkennungswert hatte. Die Videos wurden besser. Sasha und Miles auf Dächern, an Kanten, in alten Hallen, vor der Skyline von Chicago. Manchmal ging es um Höhe, manchmal um Bewegung. Manchmal war es sexy, manchmal emotional und verträumt. Und manchmal saßen sie einfach oben, die Stadt unter ihnen, filmten nichts und schwiegen. Daredevils wuchs langsam. Erst kamen Leute aus Chicago dazu, dann immer mehr Fremde aus anderen Städten, Bundesstaaten und ländern. Manche feierten sie, manche beschimpften sie und manche schrieben, dass sie irgendwann fallen würden. Sasha las die Kommentare öfter, als gut für sie war. Sie sagte zwar, es sei ihr egal, aber das stimmte nicht immer. Wenn jemand schrieb, sie seien nur dumme Kids mit Langeweile, machte sie das wütend. Wenn jemand sie feierte, fühlte es sich kurz gut an und wenn jemand schrieb, sie würden irgendwann abstürzen, blieb der Satz länger hängen, als sie wollte. Irgendwann wurden die Inhalte politischer. Es war eher Miles Idee und Sasha war begeistert, sie zögerte nicht eine Sekunde. Sie hinterließen kurze Sätze auf Wänden, Beton, Stoffstücken oder in Captions. Keine langen Reden, eher klare, direkte Sprüche. Manchmal hart, manchmal unfair, manchmal ziemlich passend. Sasha wollte nicht nett klingen, denn sie war nicht nett, wenn sie wütend war. Miles war bei solchen Sachen ruhiger. Er überlegte mehr, während Sasha alles schnell durchziehen wollte und oft zu impulsiv war. Dadurch stritten sie auch immer wieder. Daredevils wurde mit der Zeit immer bekannter. Dann kam die Nacht, in der die Sache schief ging. Es gab kein Banner, keinen Spruch, kein Statement, es gab nicht einmal eine Kamera, sondern nur Sasha und Miles. Zwischen ihnen war es zu der Zeit wieder schwierig, denn auch wenn sie in keiner Beziehung waren, waren sie eben auch nicht nur Freunde und genau das war oft das Problem zwischen ihnen. Es gab keinen klaren Platz für Eifersucht, für Erwartungen oder für verletzte Gefühle. Wenn einer von beiden sauer war, konnte der andere immer so tun, als gäbe es keinen Grund dafür. Sasha war in dieser Zeit oft gereizt, genauso wie Miles auch. Sie stritten wegen Kleinigkeiten, redeten dann wieder normal, landeten doch wieder zusammen bei einem von beiden im Bett. An dem Abend wollte Sasha raus, nicht reden, nicht zuhause sitzen, nicht darüber nachdenken, warum Miles ihr so viel bedeutete, obwohl sie beide nie etwas Festes daraus gemacht hatten. Das Gebäude hatten sie schon länger im Blick und sie wollten testweise nach oben, um zu sehen was dort oben möglich war. Weg von allem. Weg von diesem komischen Gefühl zwischen ihnen. Sie kletterten hoch, setzten sich irgendwann hin und saßen einfach nur da, den Blick über die Stadt gerichtet. Oben war es kalt, Sasha hatte kalte Finger, Miles machte irgendeinen dummen Kommentar und sie musste lachen, obwohl sie eigentlich noch sauer auf ihn war. Für ein paar Minuten war es gut, doch dann hörten sie Stimmen. Erst dachten sie, es wären andere Leute im Gebäude, dann sahen sie Licht. Schritte kamen näher., zu schnell, zu zielsicher. Sasha merkte sofort, dass etwas nicht stimmte, aber sie wollte nicht alleine weg von dort. Miles sah sie an, und sie wusste sofort, was er vorhatte. Dieser Blick machte sie so wütend, denn er hatte schon entschieden, bevor sie etwas sagen konnte. Er blieb zurück und sie verschwand. Er machte keine große Szene, wehrte sich nicht. Er stellte sich einfach so hin, dass die Aufmerksamkeit auf ihm lag. Sasha hingegen rannte die Treppe runter, raus, weiter, bis ihr die Lunge brannte. Miles wurde festgenommen und Sasha kam davon. Danach fühlte sich alles falsch an. Sie wusste, dass Miles es so gewollt hatte und sie wusste auch, dass es vielleicht die einzige Möglichkeit gewesen war. Trotzdem fühlte es sich an, als hätte sie ihn im Stich gelassen. Sie war sauer auf ihn, weil er diese Entscheidung allein getroffen hatte. Sie war sauer auf sich, weil sie ohne zu zögern los gelaufen war. Sie war sauer auf die Polizei, auf die Stadt, auf diese ganze Nacht. In den ersten Tagen danach funktionierte Sasha irgendwie weiter. Zuhause merkte man, dass etwas nicht stimmte, aber sie redete nicht darüber. Ihre fragte, ob alles okay sei und Sasha sagte nur ja. Mateo sah sie länger an, sagte aber nichts. Lina war ungewöhnlich still in ihrer Nähe zu dieser Zeit und Nora fragte, wann Miles wiederkommt. Sasha sagte, sie wisse es nicht und damit war das Thema beendet. Das war einer der wenigen Sätze zu dieser Zeit, die wirklich stimmten. Daredevils blieb online. Das war schwerer, als sie gedacht hatte, denn der Account war voller alter Clips. Miles’ Hände, Miles’ Stimme im Hintergrund, Miles neben ihr auf Dächern. Leute kommentierten weiter, als wäre alles normal. Niemand wusste, was passiert war. Am Anfang postete Sasha alte Videos. Sachen, die noch auf dem Handy lagen. Kurze Clips, Ausschnitte, Chicago bei Nacht. Alles daran wirkte geplant, aber eigentlich wusste sie nur nicht, was sie tun sollte. Irgendwann ging sie wieder raus, begann auf Gebäude zu klettern. Alleine. Ohne Miles fühlte sich alles anders an, schwerer, einsamer. Niemand bremste sie. Niemand sagte ihren Namen in diesem bestimmten Ton, wenn sie zu weit ging. Niemand stand hinter ihr, wenn sie eine Bewegung zu lange hielt oder zu nah an eine Kante ging. Plötzlich vermisste sie es, dass er auf sie aufpasste, obwohl sie es immer genervt hatte. Zuerst dachte Sasha, es würde sich freier anfühlen. Tat es aber nicht. Trotzdem machte sie weiter und sagte sich, dass Daredevils nicht einfach verschwinden durfte. Nicht, solange Miles weg war. Nicht, solange alles, was sie zusammen aufgebaut hatten, noch da war. Mateo bekam mit, dass sie wieder rausging und die Dinge nun alleine machte. Sie stritten sich deswegen oft und er sagte sie sei komplett krank im Kopf, wenn sie nach allem weitermache. Sasha sagte, er solle sich um seinen eigenen Mist kümmern. Danach knallte Mateo die Tür. Eine Stunde später schrieb er ihr trotzdem, sie solle ihm regelmäßig bescheid geben, dass alles in Ordnung war. Sasha antwortete meistens nur mit einem Punkt oder lies es unbeantwortet auf gelesen stehen. Lina sprach das Thema anders an, denn sie fragte nicht, ob Sasha Angst hatte oder ob sie Miles vermisst. Sasha sagte, Lina solle nicht nerven und Lina antwortete nur: „Du bist mies schlecht im Lügen.“ Danach ging sie wieder aus dem Zimmer und schloss die Tür. Nora fragte weiter nach Miles. Nicht ständig, aber immer mal wieder. Für sie war das alles einfacher, denn für sie war Miles eben jemand, der da gewesen war und jetzt nicht mehr kam. Sasha konnte ihr nicht erklären, warum allein diese Frage jedes Mal wehtat. Die Statements auf Daredevils wurden härter, persönlicher. Sasha sprühte Sätze, die gegen Polizei, gegen die Stadt und gegen Leute gingen, die Miles sofort abgestempelt hatten, die den Account kritisierten, weil man ihn nicht mehr sag. Manches war wirklich politisch. Manches kam eher aus ihrer Schuld und Wut. Sie vermisste Miles und war gleichzeitig noch immer wütend auf ihn. Und dennoch vermisste sie ihn schrecklich, was sie zunehmend fertig machte. Sie wollte wissen, wie es ihm ging. Sie wollte ihn anschreien. Sie wollte seine Stimme hören. Sie wollte ihm sagen, dass er ein Idiot ist. Sie wollte ihm sagen dass sie ihn liebte und das alles gleichzeitig. Ohne ihn wurde sie unvorsichtiger, zwar nicht immer offensichtlich, aber es passierte. Sie ging öfter allein hoch, sie hielt Bewegungen länger, obwohl sie wusste, dass sie müde und unkonzentriert war. Sie ging näher an Kanten, weil niemand da war, der sie stoppte. Sie redete sich ein, dass sie alles im Griff hatte, doch das war nicht der Fall. Dann verletzte sie sich, ohne großen Sturz, es war eher eine falsche Bewegung und ein Griff der nicht richtig saß. Darauf folgten schmerzen in Schulter und Handgelenk und das genügte, dass sie pausieren musste. Die Pause war schlimm für Sasha. Sie konnte schlecht stillhalten und ihr Körper, auf den sie sich sonst verlassen hatte, machte nicht richtig mit. Zuhause lief der Alltag trotzdem weiter. Ihre Geschwister brauchten Dinge, ihre Eltern arbeiteten, Rechnungen und Termine verschwanden nicht, nur weil Sasha verletzt war.
Mateo half ihr mehr, als sie erwartet hätte, wenn auch nicht besonders liebevoll. Er stellte ihr einfach wortlos ein Glas Wasser hin oder nahm Nora mit raus, wenn Sasha ihre Ruhe brauchte. Lina machte sich über den Verband lustig, half Sasha aber beim Haarewaschen, als sie den Arm kaum heben konnte. Nora malte ihr ein Bild, auf dem Sasha laut ihr „wie ein Ninja“ aussah. Sasha tat so, als wäre das peinlich., hob es aber trotzden auf. Auf Daredevils wurde es ruhiger, denn nach und nach gingen ihr die alten Clips aus. Videos von ihr und Miles schaute Sasha selten bis zum Ende. Meistens machte sie sie vorher aus, weil es ihr zu nah ging. Doch vor kurzem bekam sie die Nachricht, dass Miles entlassen werden sollte und zum einen freute sie sich, wusste aber gleichzeitig nicht, wie sie damit umgehen sollte. Sie fragt e sich, was Miles dazu sagen wird. Ob er stolz ist, ob er sauer ist und ob er merkt, dass sie ohne ihn manchmal zu weit gegangen ist. Sie fragte sich auch, was sie überhaupt für ihn ist. Damals war es schon kompliziert genug gewesen, denn sie waren nie zusammen, aber auch nie einfach nur normale Freunde. Miles kannte Seiten an ihr, die nicht mal ihre Familie richtig sah und er wusste, wann sie wütend wurde, weil sie verletzt war. Er wusste, wann sie übertrieb. Er wusste, wann sie nur so tat, als wäre ihr etwas egal. Und Sasha hasste es, wie sehr ihr das alles fehlte. Sie wartet auf ihn, auch wenn sie es nicht so sagen würde. Sasha würde eher behaupten, dass sie einfach sehen will, was passieren würde, wenn er raus kam. Dass man ja nicht direkt ein Drama daraus machen muss oder es einfach nicht so deep ist. Aber natürlich dachte sie darüber nach. Sie dachte daran, wie es sein wird, wenn er wieder vor ihr stehen wird. Ob sie ihn zuerst anschreien oder umarmen. Ob sie überhaupt irgendwas sagen könnte oder ob sie wieder so tun würde, als wäre alles nicht so schlimm. { tbc. }
Mit sechzehn fing Sasha außerdem an, hier und da als Reinigungskraft auszuhelfen. Eine Bekannte ihrer Mutter nahm sie zuerst mit in ein kleines Büro. Später kamen Treppenhäuser, Arztpraxen, Geschäfte und manchmal auch Wohnungen dazu. Es war nie eine richtige feste Stelle. Sasha arbeitete dort, wo gerade jemand ausfiel oder für ein paar Abende Unterstützung gebraucht wurde. Manchmal hatte sie mehrere Schichten in einer Woche, dann wieder eine ganze Weile gar keine.
Besonders gern machte sie die Arbeit nicht. Nach der Schule noch Böden zu wischen, Mülleimer zu leeren oder fremde Toiletten zu putzen, während andere längst unterwegs waren, ging ihr oft auf die Nerven. Trotzdem nahm sie die Jobs immer wieder an. Sie konnte damit ihre eigenen Sachen bezahlen, zuhause etwas abgeben und musste Carla nicht wegen jedem Paar Schuhe oder allem, was sie fürs Training brauchte, fragen.
Durch die Arbeit kam Sasha in viele Gebäude, die sie sonst nie von innen gesehen hätte. Leere Büroetagen nach Feierabend, Hintereingänge, schmale Treppenhäuser, Lagerräume und lange Flure, in denen nachts jedes Geräusch viel lauter klang. Sie merkte sich automatisch, welche Türen abgeschlossen wurden, wo Feuerleitern verliefen und welche Aufzüge nur mit einer Karte funktionierten. Damals dachte sie sich noch nicht viel dabei. Später, als sie häufiger mit der Gruppe unterwegs war, waren genau solche Kleinigkeiten ziemlich nützlich.
Auch heute arbeitet Sasha noch immer hier und da als Reinigungskraft. Mal übernimmt sie für ein paar Wochen ein Bürogebäude, mal hilft sie nach Veranstaltungen, in Geschäften oder bei einer Wohnungsauflösung aus. Die Arbeit ist anstrengend und meistens undankbar, lässt ihr aber genug Freiheit für Daredevils und ihre Familie. Außerdem fällt eine Reinigungskraft, die spät am Abend durch ein Gebäude läuft, deutlich weniger auf als jemand, der dort eigentlich nichts zu suchen hat. Sasha hat durch ihre Jobs bereits den einen oder anderen Hintereingang entdeckt, den sie später noch einmal gemeinsam mit Miles aufsuchte. Sie erzählt ihm nicht immer sofort, woher sie einen Ort kennt. Meistens schickt sie ihm nur eine Adresse und schreibt, dass er vernünftige Schuhe anziehen soll. Nach einem Schulwechsel lernte Sasha eine neue Gruppe von Leuten in ihrem Alter kennen. Leute, die nach der Schule selten direkt nach Hause gingen, sondern auf Parkdecks herum hingen, in leerstehenden Gebäuden, auf Baustellen oder auf Grundstücken welche eingezäunt waren. Einer filmte ständig, einer hatte immer irgendeine dumme Idee und meistens wusste niemand so genau, was sie da eigentlich gerade trieben. Sasha fand sie am Anfang anstrengend, aber gleichzeitig mochte sie, dass bei ihnen nicht alles so schwer wirkte. Sie redeten Unsinn, lachten laut, machten Pläne und verwarfen sie wieder. Keiner fragte Sasha direkt ausm keiner erwartete, dass sie sofort irgendwas von sich erzählte. Durch diese Gruppe kam Sasha zum ersten Mal wirklich mit dem Klettern in Berührung. Nicht direkt mit hohen Dächern oder gefährlichen Aktionen. Erst waren es kleine Sachen, wie zum Beispiel über einen Zaun steigen, durch ein kaputtes Fenster in ein leerstehendes Gebäude, eine Feuerleiter hoch, ein Parkdeck, ein niedriges Dach. Sachen, die die anderen fast beiläufig machten, während Sasha innerlich noch abwog, ob das gerade mutig oder einfach nur dumm war. Miles gehörte auch zu dieser Gruppe. Er war nicht besonders auffällig, aber man bemerkte ihn trotzdem. Er blieb ruhig, wenn andere nervös wurden und wenn irgendwo geklettert wurde, schaute er erst genau hin bevor er selbst loslegte. Er musste sich nicht aufspielen und genau das machte ihn für Sasha am Anfang schwer einzuschätzen. Sie tat erst so, als würde sie das alles lächerlich finden. Sie stand daneben, machte Sprüche und sagte, dass sie bestimmt nicht irgendwo hochklettern würde, nur weil ein paar Idioten Langeweile hatten. Die anderen lachten wegen solcher Bemerkungen meist nur, was ihr ein Schmunzeln auf die Lippen zauberte. Anfangs schaute sie nur ganz genau zu, achtete darauf wo sie ihre Füße hinsetzten, woran sie sich festhielten und welche stellen sie vermieden. Sie merkte sich jede Kleinigkeit, jedoch hätte sie das zudiesem Zeitpunkt niemals zugegeben. Als einer aus der Gruppe irgendwann meinte, sie würde sich niemals trauen mitzuklettern, tat sie es einfach. Aber voror allem, weil sie diesen Ton in seiner Stimme nicht leiden konnte, der ihr zeigte, dass er sie unterschätzte. Es war nichts Großes. Eine Mauer, ein Stück Dach, ein kurzer Aufstieg und trotzdem raste ihr Herz wie verrückt in ihrer Brust. Oben angekommen tat sie so, als wäre alles entspannt. Sie lachte, machte einen Spruch und versteckte ihre zitternden Hände in den Ärmeln. Miles sah es, sagte aber nichts dazu. Das mochte Sasha an ihm. Mit der Zeit kam sie öfter mit. Erst kleine Sachen, später schwierigere Orte und Gebäude. Die Gruppe tat ihr gut, auch wenn sie chaotisch war. Sasha konnte dort anders sein als zuhause. Sie musste nicht auf alle achten, nicht vernünftig sein, nicht sofort funktionieren. Sie konnte wütend sein, lachen, mitziehen, abbrechen, wiederkommen und weitermachen. Miles merkte schnell, dass sie sich anders bewegte als die anderen. Durch die Akrobatik hatte sie Balance und Körperspannung. Sie war vorsichtig, aber nicht langsam und wenn sie Angst hatte, sah man es ihr selten an. Er gab ihr manchmal Tipps, doch meistens tat Sasha so, als würde sie das nerven und als würde sie das nicht brauchen. Meistens nervte es sie auch wirklich, weil sie dachte sie könnte es auch so und trotzdem hörte sie immer zu. Miles hatte oft recht und genau das machte sie wahnsinnig. Mit der Zeit machten sie mehr zusammen. Erst in verlassenen Hallen, später auf Dächern, Brücken oder auf Baustellen. Sasha brachte ihre Akrobatik ein, Miles hatte die Ruhe und den Blick für sichere Bewegungen. Sie übten Hebefiguren, kleine Posen, Übergänge und kurze Bewegungen, die in der Höhe noch stärker wirkten. Es klappte nicht immer, oft sogar nicht und genau das frustrierte die Blondine schnell. Ein Fuß rutschte weg, jemand war zu schnell, jemand hielt falsch oder sie vertrauten einander nicht genug. Sasha wollte oft weiter gehen, obwohl sie müde war, weswegen Miles sie ausbremste und sie begannen zu streiten. Er sagte, sie solle nicht so wahninnig stur sein, während sie sagte, er solle sie nicht behandeln als müsste man sie beschützen. Danach standen sie meistens ein paar Minuten schweigend herum, beide beleidigt, beide zu stolz, um sich direkt zu entschuldigen. Und dann probierten sie es doch noch einmal, meistens ohne ein weiteres Wort über den Streit zu wechseln. So lief es oft zwischen ihnen. Irgendwann kamen sie sich näher und küssten sie sich. Es passierte nach einer Nacht, in der sie lange an einer Figur geübt hatten. Beide waren müde, genervt und aufgekratzt, aber dennoch glücklich, weil es am Ende doch noch geklappt hatte. Sie standen zu nah beieinander, keiner sagte etwas und dann war es einfach passiert. Danach taten sie erst mal so, als wäre es keine große Sache, denn genau das passte zu den beiden. Sasha und Miles wurden nie offiziell ein Paar, es gab kein Gespräch darüber, keine klare Ansage, kein „Was sind wir eigentlich?“, bei dem am Ende eine saubere Antwort herauskam. Sie waren Freunde, sie trainierten zusammen, sie gingen zusammen auf Dächer, sie schliefen manchmal miteinander und zwischendurch taten beide so, als wäre das alles ganz locker. Eine Freundschaft plus, auch wenn Sasha diesen Begriff wahrscheinlich gehasst hätte. Die Nähe zu ihm war für sie immer besonders gewesen, vielleicht weil er der erste Mensch war, dem sie wirklich nahe war und den sie so nah an sich herangelassen hatte. Körperlich, wie auch emotional. Manchmal übernachtete Miles bei ihr oder sie bei ihm, manchmal verschwand einer von beiden tagelang etwas mehr aus dem Leben des anderen und kam dann wieder, als wäre nichts gewesen. Sie war oft eifersüchtig, auch wenn sie es ihm oder anderen gegenüber nie zugegeben hätte. Wenn Miles mit jemand anderem flirtete, wurde Sasha spitzer, gegenüber der anderen Frau, wie auch ihm gegenüber. Beide merkten es. Beide taten aber so, als wären sie dennoch einfach gute Freunde. Sasha wollte keine feste Beziehung daraus machen, jedenfalls sagte sie das. Sie hatte zuhause genug Verpflichtungen und wollte nicht noch etwas, das sich nach Erwartung anfühlte. Miles war ihr wichtig, aber genau das machte es umso schwerer. Videos beim Roofing gab es am Anfangs eher nebenbei. Jemand aus der Gruppe filmte mit dem Handy, Sasha schaute sich die Clips später an und meckerte über Winkel, Licht oder Bewegungen, die nicht sauber aussahen. Sie fing an, Rooftopping-Videos anzusehen, weil sie verstehen wollte, warum manche Clips gut wirkten und andere nicht. Sie mochte es, wenn ein Video nicht nur zeigte, dass jemand hoch oben war, sondern das Video die Stimmung und das Gefühl einfing, was sie selbst auch empfand. Die Bewegung, die Stadt, das kurze Zögern vor einem Schritt, der Moment danach. Miles verstand das irgendwann auch. Er filmte anders, wenn Sasha dabei war, ruhiger, Näher dran. Weniger auf Effekte, mehr auf das, was zwischen den Bewegungen passierte. Irgendwann hatten Sasha und Miles so viel Material, dass es nicht mehr nur auf ihren Handys bleiben sollte. Clips von Dächern, alten Gebäuden, Proben, Nächten, in denen sie Sachen gemacht hatten, die zuhause niemand wissen durfte. Sie wollten einen gemeinsamen Account auf Social Media und das was sie taten mit anderen teilen. Der Name sollte kurz sein, lein süßer Pärchenname, nichts Romantisches, nichts Weiches. Sie wollten etwas, das zu ihnen passte und damit ein Staterment setzen. Ein bisschen frech, ein bisschen übertrieben, ein Name, der Ärger bedeuten konnte. Am Ende nannten sie den Account Daredevils. Beide fanden, dass der Name cool klang und übersetzt hieß er so viel wie Die Waghalsigen. Der Name passte zu ihnen, zu den Dächern, den Videos, den dummen Entscheidungen und zu diesem Gefühl, immer noch ein Stück weitergehen zu wollen. Am Anfang war Daredevils nicht besonders groß. Ein paar Leute aus der Gegend kannten den Account, Freunde teilten Clips, manchmal kamen Kommentare von Fremden dazu. Sasha und Miles posteten nicht regelmäßig. Manchmal hatten sie Lust, manchmal nicht und manchmal löschte Sasha etwas wieder, weil sie den Schnitt nicht mochte. Mateo fand den Account irgendwann. Er sagte es nicht sofort, sondern machte nur komische Andeutungen und grinste Sasha so an, dass sie wusste, dass er irgendwas wusste. Irgendwann hielt er ihr das Handy hin und fragte: „Bist du komplett bescheuert?“ Sasha riss ihm fast das Handy aus der Hand und sagte, er solle sich um seinen eigenen Scheiß kümmern. Er versprach, nichts zu sagen, denn er wusste sie würde sich ohnehin nichts sagen lassen und dennoch damit weiter machen. Lina fand Daredevils später auch, jedoch erkannte sie Sasha nicht sofort, aber irgendwann erkannte sie ihre Bewegungen. Lina sagte nichts vor den Eltern, sondern stand nur eines Abends in Sashas Tür und meinte: „Du bist echt nicht normal.“ Sasha sagte, Lina solle rausgehen, doch sie blieb eisern stehen und frage wer dieser Typ in den Videos sei. Sasha sagte nur: „Ein Freund.“ Lina grinste breit und das einzige was sie sagte war 'Klar.". Nora wusste nichts Genaues, für sie war Miles erst mal nur der Typ, der manchmal bei Sasha auftauchte, in der Küche herumstand und Nora nicht wie ein kleines Kind behandelte. Miles half ihr einmal bei irgendeinem Handyspiel und danach fragte Nora ständig, wann der mit den Dunklen Haaren wiederkommt. Sasha tat genervt, aber eigentlich fand sie es es ziemlich süß. Mit der Zeit zeigten Sasha und Miles ihre Gesichter weniger. Erst wegen Polizei, Security und Leuten, die sie erkennen könnten. Später wurde es Teil des Accounts. Dunkle Masken, Handschuhe. Kein richtiges Kostüm, sondern eher etwas, das praktisch war und trotzdem Wiedererkennungswert hatte. Die Videos wurden besser. Sasha und Miles auf Dächern, an Kanten, in alten Hallen, vor der Skyline von Chicago. Manchmal ging es um Höhe, manchmal um Bewegung. Manchmal war es sexy, manchmal emotional und verträumt. Und manchmal saßen sie einfach oben, die Stadt unter ihnen, filmten nichts und schwiegen. Daredevils wuchs langsam. Erst kamen Leute aus Chicago dazu, dann immer mehr Fremde aus anderen Städten, Bundesstaaten und ländern. Manche feierten sie, manche beschimpften sie und manche schrieben, dass sie irgendwann fallen würden. Sasha las die Kommentare öfter, als gut für sie war. Sie sagte zwar, es sei ihr egal, aber das stimmte nicht immer. Wenn jemand schrieb, sie seien nur dumme Kids mit Langeweile, machte sie das wütend. Wenn jemand sie feierte, fühlte es sich kurz gut an und wenn jemand schrieb, sie würden irgendwann abstürzen, blieb der Satz länger hängen, als sie wollte. Irgendwann wurden die Inhalte politischer. Es war eher Miles Idee und Sasha war begeistert, sie zögerte nicht eine Sekunde. Sie hinterließen kurze Sätze auf Wänden, Beton, Stoffstücken oder in Captions. Keine langen Reden, eher klare, direkte Sprüche. Manchmal hart, manchmal unfair, manchmal ziemlich passend. Sasha wollte nicht nett klingen, denn sie war nicht nett, wenn sie wütend war. Miles war bei solchen Sachen ruhiger. Er überlegte mehr, während Sasha alles schnell durchziehen wollte und oft zu impulsiv war. Dadurch stritten sie auch immer wieder. Daredevils wurde mit der Zeit immer bekannter. Dann kam die Nacht, in der die Sache schief ging. Es gab kein Banner, keinen Spruch, kein Statement, es gab nicht einmal eine Kamera, sondern nur Sasha und Miles. Zwischen ihnen war es zu der Zeit wieder schwierig, denn auch wenn sie in keiner Beziehung waren, waren sie eben auch nicht nur Freunde und genau das war oft das Problem zwischen ihnen. Es gab keinen klaren Platz für Eifersucht, für Erwartungen oder für verletzte Gefühle. Wenn einer von beiden sauer war, konnte der andere immer so tun, als gäbe es keinen Grund dafür. Sasha war in dieser Zeit oft gereizt, genauso wie Miles auch. Sie stritten wegen Kleinigkeiten, redeten dann wieder normal, landeten doch wieder zusammen bei einem von beiden im Bett. An dem Abend wollte Sasha raus, nicht reden, nicht zuhause sitzen, nicht darüber nachdenken, warum Miles ihr so viel bedeutete, obwohl sie beide nie etwas Festes daraus gemacht hatten. Das Gebäude hatten sie schon länger im Blick und sie wollten testweise nach oben, um zu sehen was dort oben möglich war. Weg von allem. Weg von diesem komischen Gefühl zwischen ihnen. Sie kletterten hoch, setzten sich irgendwann hin und saßen einfach nur da, den Blick über die Stadt gerichtet. Oben war es kalt, Sasha hatte kalte Finger, Miles machte irgendeinen dummen Kommentar und sie musste lachen, obwohl sie eigentlich noch sauer auf ihn war. Für ein paar Minuten war es gut, doch dann hörten sie Stimmen. Erst dachten sie, es wären andere Leute im Gebäude, dann sahen sie Licht. Schritte kamen näher., zu schnell, zu zielsicher. Sasha merkte sofort, dass etwas nicht stimmte, aber sie wollte nicht alleine weg von dort. Miles sah sie an, und sie wusste sofort, was er vorhatte. Dieser Blick machte sie so wütend, denn er hatte schon entschieden, bevor sie etwas sagen konnte. Er blieb zurück und sie verschwand. Er machte keine große Szene, wehrte sich nicht. Er stellte sich einfach so hin, dass die Aufmerksamkeit auf ihm lag. Sasha hingegen rannte die Treppe runter, raus, weiter, bis ihr die Lunge brannte. Miles wurde festgenommen und Sasha kam davon. Danach fühlte sich alles falsch an. Sie wusste, dass Miles es so gewollt hatte und sie wusste auch, dass es vielleicht die einzige Möglichkeit gewesen war. Trotzdem fühlte es sich an, als hätte sie ihn im Stich gelassen. Sie war sauer auf ihn, weil er diese Entscheidung allein getroffen hatte. Sie war sauer auf sich, weil sie ohne zu zögern los gelaufen war. Sie war sauer auf die Polizei, auf die Stadt, auf diese ganze Nacht. In den ersten Tagen danach funktionierte Sasha irgendwie weiter. Zuhause merkte man, dass etwas nicht stimmte, aber sie redete nicht darüber. Ihre fragte, ob alles okay sei und Sasha sagte nur ja. Mateo sah sie länger an, sagte aber nichts. Lina war ungewöhnlich still in ihrer Nähe zu dieser Zeit und Nora fragte, wann Miles wiederkommt. Sasha sagte, sie wisse es nicht und damit war das Thema beendet. Das war einer der wenigen Sätze zu dieser Zeit, die wirklich stimmten. Daredevils blieb online. Das war schwerer, als sie gedacht hatte, denn der Account war voller alter Clips. Miles’ Hände, Miles’ Stimme im Hintergrund, Miles neben ihr auf Dächern. Leute kommentierten weiter, als wäre alles normal. Niemand wusste, was passiert war. Am Anfang postete Sasha alte Videos. Sachen, die noch auf dem Handy lagen. Kurze Clips, Ausschnitte, Chicago bei Nacht. Alles daran wirkte geplant, aber eigentlich wusste sie nur nicht, was sie tun sollte. Irgendwann ging sie wieder raus, begann auf Gebäude zu klettern. Alleine. Ohne Miles fühlte sich alles anders an, schwerer, einsamer. Niemand bremste sie. Niemand sagte ihren Namen in diesem bestimmten Ton, wenn sie zu weit ging. Niemand stand hinter ihr, wenn sie eine Bewegung zu lange hielt oder zu nah an eine Kante ging. Plötzlich vermisste sie es, dass er auf sie aufpasste, obwohl sie es immer genervt hatte. Zuerst dachte Sasha, es würde sich freier anfühlen. Tat es aber nicht. Trotzdem machte sie weiter und sagte sich, dass Daredevils nicht einfach verschwinden durfte. Nicht, solange Miles weg war. Nicht, solange alles, was sie zusammen aufgebaut hatten, noch da war. Mateo bekam mit, dass sie wieder rausging und die Dinge nun alleine machte. Sie stritten sich deswegen oft und er sagte sie sei komplett krank im Kopf, wenn sie nach allem weitermache. Sasha sagte, er solle sich um seinen eigenen Mist kümmern. Danach knallte Mateo die Tür. Eine Stunde später schrieb er ihr trotzdem, sie solle ihm regelmäßig bescheid geben, dass alles in Ordnung war. Sasha antwortete meistens nur mit einem Punkt oder lies es unbeantwortet auf gelesen stehen. Lina sprach das Thema anders an, denn sie fragte nicht, ob Sasha Angst hatte oder ob sie Miles vermisst. Sasha sagte, Lina solle nicht nerven und Lina antwortete nur: „Du bist mies schlecht im Lügen.“ Danach ging sie wieder aus dem Zimmer und schloss die Tür. Nora fragte weiter nach Miles. Nicht ständig, aber immer mal wieder. Für sie war das alles einfacher, denn für sie war Miles eben jemand, der da gewesen war und jetzt nicht mehr kam. Sasha konnte ihr nicht erklären, warum allein diese Frage jedes Mal wehtat. Die Statements auf Daredevils wurden härter, persönlicher. Sasha sprühte Sätze, die gegen Polizei, gegen die Stadt und gegen Leute gingen, die Miles sofort abgestempelt hatten, die den Account kritisierten, weil man ihn nicht mehr sag. Manches war wirklich politisch. Manches kam eher aus ihrer Schuld und Wut. Sie vermisste Miles und war gleichzeitig noch immer wütend auf ihn. Und dennoch vermisste sie ihn schrecklich, was sie zunehmend fertig machte. Sie wollte wissen, wie es ihm ging. Sie wollte ihn anschreien. Sie wollte seine Stimme hören. Sie wollte ihm sagen, dass er ein Idiot ist. Sie wollte ihm sagen dass sie ihn liebte und das alles gleichzeitig. Ohne ihn wurde sie unvorsichtiger, zwar nicht immer offensichtlich, aber es passierte. Sie ging öfter allein hoch, sie hielt Bewegungen länger, obwohl sie wusste, dass sie müde und unkonzentriert war. Sie ging näher an Kanten, weil niemand da war, der sie stoppte. Sie redete sich ein, dass sie alles im Griff hatte, doch das war nicht der Fall. Dann verletzte sie sich, ohne großen Sturz, es war eher eine falsche Bewegung und ein Griff der nicht richtig saß. Darauf folgten schmerzen in Schulter und Handgelenk und das genügte, dass sie pausieren musste. Die Pause war schlimm für Sasha. Sie konnte schlecht stillhalten und ihr Körper, auf den sie sich sonst verlassen hatte, machte nicht richtig mit. Zuhause lief der Alltag trotzdem weiter. Ihre Geschwister brauchten Dinge, ihre Eltern arbeiteten, Rechnungen und Termine verschwanden nicht, nur weil Sasha verletzt war.
Mateo half ihr mehr, als sie erwartet hätte, wenn auch nicht besonders liebevoll. Er stellte ihr einfach wortlos ein Glas Wasser hin oder nahm Nora mit raus, wenn Sasha ihre Ruhe brauchte. Lina machte sich über den Verband lustig, half Sasha aber beim Haarewaschen, als sie den Arm kaum heben konnte. Nora malte ihr ein Bild, auf dem Sasha laut ihr „wie ein Ninja“ aussah. Sasha tat so, als wäre das peinlich., hob es aber trotzden auf. Auf Daredevils wurde es ruhiger, denn nach und nach gingen ihr die alten Clips aus. Videos von ihr und Miles schaute Sasha selten bis zum Ende. Meistens machte sie sie vorher aus, weil es ihr zu nah ging. Doch vor kurzem bekam sie die Nachricht, dass Miles entlassen werden sollte und zum einen freute sie sich, wusste aber gleichzeitig nicht, wie sie damit umgehen sollte. Sie fragt e sich, was Miles dazu sagen wird. Ob er stolz ist, ob er sauer ist und ob er merkt, dass sie ohne ihn manchmal zu weit gegangen ist. Sie fragte sich auch, was sie überhaupt für ihn ist. Damals war es schon kompliziert genug gewesen, denn sie waren nie zusammen, aber auch nie einfach nur normale Freunde. Miles kannte Seiten an ihr, die nicht mal ihre Familie richtig sah und er wusste, wann sie wütend wurde, weil sie verletzt war. Er wusste, wann sie übertrieb. Er wusste, wann sie nur so tat, als wäre ihr etwas egal. Und Sasha hasste es, wie sehr ihr das alles fehlte. Sie wartet auf ihn, auch wenn sie es nicht so sagen würde. Sasha würde eher behaupten, dass sie einfach sehen will, was passieren würde, wenn er raus kam. Dass man ja nicht direkt ein Drama daraus machen muss oder es einfach nicht so deep ist. Aber natürlich dachte sie darüber nach. Sie dachte daran, wie es sein wird, wenn er wieder vor ihr stehen wird. Ob sie ihn zuerst anschreien oder umarmen. Ob sie überhaupt irgendwas sagen könnte oder ob sie wieder so tun würde, als wäre alles nicht so schlimm. { tbc. }
Character Traitssnapshot
Personality SnapshotTop 3 Scores
90%
Main Character Energy
Primary Match
86%
The Wild Card
Secondary
85%
The Peacemaker
Hidden Layer
Personality Insight mehr anzeigen
Laut deiner Angaben deutet vieles darauf hin, dass dieser Charakter Präsenz hat und nicht so leicht in der Masse verschwindet. Selbstbewusstsein, Mut und eine spürbare Lebendigkeit geben ihm viel Wirkung. Zusätzlich zeigen die weiteren Scores Einflüsse von The Wild Card und The Peacemaker, wodurch der Charakter nicht auf eine einzige Richtung festgelegt wird.
Trait Scalesscroll
Freundlich72%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie warm, offen und zugänglich wirkt der Charakter auf andere?
Loyal92%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie sehr hält der Charakter an Menschen, Versprechen und Bindungen fest?
Empathisch72%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie gut nimmt der Charakter Gefühle, Grenzen und Stimmungen anderer wahr?
Verantwortungsbewusst39%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie ernst nimmt der Charakter Konsequenzen, Pflichten und Risiken?
Spontan93%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie sehr entscheidet der Charakter aus dem Moment heraus?
Mutig92%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie bereit ist der Charakter, sich schwierigen Situationen zu stellen?
Dominant45%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie selbstverständlich übernimmt der Charakter Raum, Führung oder Kontrolle?
Selbstbewusst94%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie sicher wirkt der Charakter in Auftreten, Entscheidungen und Selbstbild?
Durchsetzungsstark95%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie klar vertritt der Charakter Wünsche, Grenzen und Meinungen?
Offenherzig76%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie viel gibt der Charakter von Gedanken, Gefühlen und Motiven preis?
Ehrgeizig92%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie stark verfolgt der Charakter Ziele, Status oder persönliche Entwicklung?
Impulsiv83%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie schnell handelt der Charakter, bevor alles durchdacht ist?
Konfliktbereit24%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie direkt geht der Charakter in Reibung, Diskussionen oder Konfrontation?
Good to know
✦Klar, eher kleine, lockere Sachen über sie:
✦Trinkt ihren Kaffee meistens kalt, weil sie ihn ständig irgendwo stehen lässt.
✦Kann keine Zimmerpflanzen am Leben halten.
✦Hat immer Haargummis am Handgelenk, verliert sie aber trotzdem dauernd.
✦Hasst Sprachnachrichten, schickt selbst aber manchmal fünf Minuten lange.
✦Schläft am besten bei offenem Fenster.
✦Hat eine Schwäche für viel zu salzige Pommes.
✦Kann sich Songtexte sofort merken, Namen von Menschen dagegen kaum.
✦Besitzt mehr schwarze Hoodies, als irgendjemand braucht.
✦Schaut beim Essen fast immer Videos auf dem Handy.
✦Antwortet oft nur mit einem Punkt, wenn sie genervt ist.
✦Hat einen Ordner voller verworfener Daredevils-Clips.
✦Kaut auf ihrer Unterlippe, wenn sie konzentriert ist.
✦Kann an keinem Geländer vorbeigehen, ohne kurz zu testen, ob sie darauf balanKlar, eher kleine, lockere Sachen über sie:
✦Trinkt ihren Kaffee meistens kalt, weil sie ihn ständig irgendwo stehen lässt.
✦Kann keine Zimmerpflanzen am Leben halten.
✦Hat immer Haargummis am Handgelenk, verliert sie aber trotzdem dauernd.
✦Hasst Sprachnachrichten, schickt selbst aber manchmal fünf Minuten lange.
✦Schläft am besten bei offenem Fenster.
✦Hat eine Schwäche für viel zu salzige Pommes.
✦Kann sich Songtexte sofort merken, Namen von Menschen dagegen kaum.
✦Besitzt mehr schwarze Hoodies, als irgendjemand braucht.
✦Schaut beim Essen fast immer Videos auf dem Handy.
✦Antwortet oft nur mit einem Punkt, wenn sie genervt ist.
✦Hat einen Ordner voller verworfener Daredevils-Clips.
✦Kaut auf ihrer Unterlippe, wenn sie konzentriert ist.
✦Kann an keinem Geländer vorbeigehen, ohne kurz zu testen, ob sie darauf balancieren könnte.cieren könnte.
Preferencesselected
Schreibstilperspective
Poststilformat
Playstilflow
Zusätzenotes
Ich mag Drama und solche Sachen sehr gerne, sofern es auf Charaebene beruht. Ich bin offen und passe mich auch je nachdem an.
Connectionsnetwork
Gesuchapplication
Nein, keine Bewerbung auf ein Gesuch.
Connection Typesselected
FreundeKollegenBekannte / NachbarnRivalen
Gesuchte Kontakteideas
Familie: Gerne Cousinen oder Cousins, Sasha kommt ja aus der Unterschicht eher, wäre also gut, wenn sie auch daher kommen.
beste Freunde: Möglicherweise auch aus der beschriebenen Freundesgruppe oder noch aus der Kindheit oder frühen Jugend? Männlich und Weiblich
generell Freunde: natürlich würde ich mich auch generell über Freunde für Sasha freuen, die auch aktiv bespielt werden.
Crewmitglieder: Gerne auch jemand der den Daredevils vielleicht hilft den Account am Leben zu erhalten, bei Aktionen hilft und bei der Planung, etc?
Nachbarn: Nachbarn, welche man schon gefühlt ewig kennt, welche fast schon wie Familie sind. Hier natürlich aus einer weniger guten Gegend von Chicago
Arbeitgeber/Kollegen: Jemand bei dem sie putzt? Vielleicht auch Kollegen, mit denen man zusammen arbeitet?
Sonstiges: Ich bin wirklich offen für alles was euch noch so einfällt. Es wäre toll, wenn Sasha ein wenig Anschluss finden würde
beste Freunde: Möglicherweise auch aus der beschriebenen Freundesgruppe oder noch aus der Kindheit oder frühen Jugend? Männlich und Weiblich
generell Freunde: natürlich würde ich mich auch generell über Freunde für Sasha freuen, die auch aktiv bespielt werden.
Crewmitglieder: Gerne auch jemand der den Daredevils vielleicht hilft den Account am Leben zu erhalten, bei Aktionen hilft und bei der Planung, etc?
Nachbarn: Nachbarn, welche man schon gefühlt ewig kennt, welche fast schon wie Familie sind. Hier natürlich aus einer weniger guten Gegend von Chicago
Arbeitgeber/Kollegen: Jemand bei dem sie putzt? Vielleicht auch Kollegen, mit denen man zusammen arbeitet?
Sonstiges: Ich bin wirklich offen für alles was euch noch so einfällt. Es wäre toll, wenn Sasha ein wenig Anschluss finden würde
Finalrules
Letzte Wortemessage
I'm Catwoman :3
Regelnconfirmation
Hiermit bestätigst du, dass du die Regeln, das Rating und die Teamhinweise gelesen hast und mit ihnen einverstanden bist.
Alles gelesen und akzeptiert.



