Darcie Rusk
@darcie.rusk • Chicago
#24 Jahre#Singer, Songwriter#Einwohner
Basicsidentity
NameDarcie Rusk
Alter24 Jahre
HerkunftChicago
SchichtUpper Class
BerufSinger, Songwriter
FaceclaimMaggie Lindemann
ReservierungWurde bereits reserviert
The Privé
Inner Circle
Sigma Kappa Delta
Freie Kriminelle
Einwohner
Storylinebackground
Darcie Rusk wurde in Chicago geboren und wuchs in Belmont Cragin auf. Ihre Familie lebte in einer schmalen Wohnung in einem alten Mehrfamilienhaus, direkt an einer viel befahrenen Straße. Die Fenster hielten weder den Lärm noch die Kälte richtig draußen. Im Winter wurden Handtücher vor die Ritzen gelegt, im Sommer liefen zwei Ventilatoren rund um die Uhr. Ihre Mutter Merrin arbeitete in der Wäscherei eines Krankenhauses. Sie begann oft vor sechs Uhr morgens und kam mit roten Händen nach Hause, weil sie den ganzen Tag mit heißer Wäsche, Reinigungsmitteln und schweren Wagen beschäftigt war. Ihr Vater Levon nahm alles an, was gerade Geld brachte. Er strich Wohnungen, reparierte Dächer, räumte Keller aus und half Bekannten an ihren Autos. Es gab Wochen, in denen er jeden Tag unterwegs war. Danach saß er manchmal einen Monat lang zu Hause, telefonierte irgendwelchen Leuten hinterher und wartete auf Geld, das nie kam. Darcie hatte zwei Geschwister. Ihr Bruder Penn war drei Jahre älter. Ihre Schwester Tova kam knapp zwei Jahre nach ihr zur Welt. Die drei teilten sich lange ein Zimmer. Penn schlief auf einer ausgezogenen Matratze, Darcie im unteren Bett und Tova oben. Ihre Sachen lagen in Kisten, weil kein Platz für einen großen Schrank war. Wenn einer nachts nach Hause kam, wachten die anderen beiden meistens mit auf. Penn war der Ruhigste von ihnen. Er konnte stundenlang an einem alten Radio oder einem kaputten Controller sitzen, bis es wieder funktionierte. Tova war schon als Kind laut, schnell beleidigt und ständig unterwegs. Sie schleppte Freunde mit nach Hause, aß Darcies Sachen und borgte sich Kleidung, ohne zu fragen. Darcie und Tova stritten dauernd. Trotzdem rief Tova immer zuerst bei ihr an, sobald etwas passiert war. Die Musik kam durch Levon in die Familie. In seiner Jugend hatte er in kleinen Punk- und Hardcorebands gespielt. Er besaß noch eine schwarze Gitarre, mehrere zerkratzte Kassetten und eine Kiste voller alter Konzertflyer. Die Bands darauf hatte außerhalb Chicagos kaum jemand gekannt. Levon erzählte trotzdem von dieser Zeit, als hätte er jahrelang auf Welttournee gelebt. Wenn er gute Laune hatte, holte er die Gitarre aus dem Schlafzimmer. Penn trommelte auf dem Tisch, Tova schrie irgendwelche erfundenen Texte und Darcie versuchte, lauter als alle anderen zu singen. Ihre Stimme fiel schon früh auf. Sie war nicht besonders sauber oder geschult, dafür kräftig und rauer als die Stimmen der anderen Kinder. Mit acht bekam Darcie von ihrem Vater die ersten Akkorde gezeigt. Nach einer Woche verlor sie die Geduld. Ihre Finger taten weh und die Gitarre war fast so groß wie sie selbst. Sie wollte lieber singen. Levon spielte daraufhin dieselben vier Akkorde in Schleife, während Darcie dazu Melodien erfand. Merrin hörte beim Kochen viel R&B, Soul und alten Pop. Levon legte Punk, Alternative Rock und Metal auf. Darcie mochte alles davon. Später hörte man das auch in ihrer eigenen Musik. Ihre Strophen waren oft ruhig und melodisch, während die Refrains plötzlich laut wurden. In der Schule meldete sie sich für jeden Auftritt. Sie sang bei Weihnachtsfeiern, Sportveranstaltungen und Abschlussfeiern. Einmal wurde ihr das Mikrofon mitten im Lied abgestellt, weil die Schulleitung den ausgewählten Song für unpassend hielt. Darcie sang ohne Verstärkung weiter. Ihre Freunde stimmten ein, bis die Lehrer die Veranstaltung unterbrachen. Gesangsunterricht war zu teuer. Darcie nutzte den Musikraum der Schule, solange dort niemand anderes war. Eine Lehrerin namens Ms. Dawe ließ ihr nach dem Unterricht den Schlüssel da. Darcie räumte dafür Instrumente weg, sortierte Notenblätter und stellte die Stühle zurück. Mit zwölf nahm sie ihre ersten eigenen Lieder auf. Penn hatte aus gebrauchten Teilen einen alten Computer zusammengebaut. Das Mikrofon war ein günstiges Headset, das eigentlich zum Spielen gedacht war. Bei jeder Aufnahme hörte man das Summen des Rechners und die Autos vor dem Fenster. Tova platzte regelmäßig ins Zimmer und beschwerte sich, dass Darcie seit einer Stunde dieselbe Zeile sang. Die Texte handelten von der Schule, von Leuten aus der Nachbarschaft und von Merrin, die morgens schon fort war, bevor die Kinder aufstanden. Ein Lied schrieb Darcie über den Waschsalon am Ende ihrer Straße, weil dort nachts immer dieselben Menschen saßen. Sie nannte es „Quarter After Quarter“ und war überzeugt, damit irgendwann berühmt zu werden. Ihre engste Freundin lernte sie mit dreizehn kennen. Zadie Morrow kam mitten im Schuljahr neu in ihre Klasse. Sie hatte fast immer eine kleine Kamera dabei und fotografierte alles, was ihr auffiel: Graffiti an Brücken, kaputte Neonreklamen, Leute im Bus oder weggeworfene Möbel am Straßenrand. Zadie hörte Darcie eines Tages im Treppenhaus singen. Am selben Nachmittag stand sie mit ihrer Kamera vor der Wohnung der Rusks und erklärte, sie wolle ein Video drehen. Darcie sagte zunächst nein. Zwei Stunden später saßen sie auf dem Boden im Flur, weil dort das Licht am besten war. Das Video bestand aus einer einzigen Aufnahme. Darcie sang einen Coversong und Penn spielte hinter der Kamera Gitarre. Tova lief kurz durchs Bild, bemerkte die Kamera und ging rückwärts wieder hinaus. Zadie lud es auf ihrem eigenen Account hoch. Der Clip bekam innerhalb weniger Tage mehr Aufrufe als alles, was Zadie vorher gepostet hatte. Es waren keine Millionen. Für Darcie reichten schon ein paar Tausend fremde Menschen, die ihre Stimme hörten und nach einem weiteren Lied fragten. Von da an filmte Zadie sie regelmäßig. Sie gingen auf Parkdecks, in Hinterhöfe oder in leer stehende Lagerräume, in die sie durch kaputte Zäune gelangten. Manchmal nahm Darcie ihre Songs im Treppenhaus auf, während Nachbarn an ihnen vorbeiliefen. Die Videos wirkten roh. Im Hintergrund fuhren Züge, irgendwo bellte ein Hund oder jemand rief aus einem Fenster. Zadie ließ das alles drin. Mit fünfzehn begann Darcie in einer kleinen Siebdruckerei in Pilsen zu arbeiten. Der Laden hieß Inkline Supply und druckte Shirts, Stoffbeutel, Tourposter und Aufnäher für lokale Bands, Bars und kleine Unternehmen. Darcie reinigte zuerst hauptsächlich die Siebe, sortierte Bestellungen und packte Kartons. Sie mochte den Geruch der Farben, die Stapel frisch bedruckter Shirts und die Musiker, die ihre Ware selbst abholten. Viele von ihnen hatten kaum Geld. Sie diskutierten über zehn zusätzliche Shirts, über falsche Druckfarben und darüber, welche Größen sie am häufigsten verkaufen würden. Der Besitzer, Bram, ließ im hinteren Teil des Ladens ständig Musik laufen. Er kannte fast jede kleine Band in Chicago und wusste, in welchem Club noch ein Support-Act gesucht wurde. Darcie durfte irgendwann eigene Entwürfe vorbereiten und lernte, Poster und einfache Logos zu gestalten. Ihren Lohn bekam sie teilweise bar, wenn Bram am Monatsende wieder Probleme mit der Buchhaltung hatte. Über Inkline lernte sie auch die Leute kennen, mit denen sie ihre erste Band gründete. Hal Voss kam regelmäßig in den Laden, weil er Shirts für die Band seines älteren Cousins abholte. Er spielte Gitarre, trug ständig dieselbe ausgewaschene Jacke und sprach beim ersten Treffen kaum mit Darcie. Er ließ allerdings eine Demo-CD auf dem Tresen liegen. Darcie hörte sie sich nach Feierabend an und schrieb ihre eigenen Melodien über zwei der Instrumentals. Ivo Soria stammte aus Zadie's Nachbarschaft und spielte Schlagzeug. Er war laut, nervös und konnte nie still sitzen. Sobald er an einem Drumkit saß, war er plötzlich konzentriert. Kit Arcos spielte Bass und kannte Darcie aus der Schule. Kit sagte fast immer direkt, wenn ein Song nicht funktionierte, und stritt mit Darcie regelmäßig über Texte. Die vier gründeten Cheap Halo. Geprobt wurde in einem Lagerraum hinter Inkline. Bram verlangte keine Miete, solange sie nach Feierabend aufräumten und nichts kaputt machten. Die Wände waren dünn. Bei den ersten Proben hämmerten Leute aus den benachbarten Werkstätten gegen die Rohre, sobald die Band zu laut wurde. Cheap Halo spielte Alternative Pop mit Punk- und Grungeeinflüssen. Viele Songs begannen ruhig und endeten in einem chaotischen Refrain. Darcie schrieb über ihre Familie, über Geldprobleme, über Menschen, die große Pläne machten und trotzdem jeden Morgen denselben Bus nahmen. Ihre ersten Auftritte fanden bei Hauspartys, in Jugendzentren und kleinen Clubs statt. Manchmal standen nur zwanzig Leute vor der Bühne. Einmal brach Hal mitten im Set eine Saite, Ivo trat versehentlich ein Loch in die Bassdrum und Darcie vergaß den Text ihres eigenen Songs. Zadie filmte den Abend trotzdem und schnitt daraus ein Video, das deutlich besser aussah, als der Auftritt gewesen war. Penn fuhr sie häufig zu den Shows. Er hatte einen alten Minivan gekauft, bei dem die Seitentür nur aufging, wenn man gleichzeitig zog und dagegen trat. Die Instrumente wurden zwischen Werkzeugkisten und leeren Wasserflaschen gestapelt. Tova kam mit, sobald ihre Mutter es erlaubte. Sie verkaufte selbst gemachte Sticker und behauptete gegenüber Fremden, sie sei die Managerin der Band. Darcies Reichweite wuchs langsam. Sie lud Proben, Coversongs, unfertige Demos und kurze Videos aus ihrem Alltag hoch. Man sah sie beim Reinigen der Siebdrucksiebe, mit Farbe an den Armen oder nachts im Minivan auf dem Weg zu einem Auftritt. Sie sprach nicht wie jemand, der bereits eine fertige Karriere präsentieren wollte. Sie zeigte die Sachen so, wie sie gerade waren. Aus ein paar Tausend Followern wurden zwanzigtausend. Danach fünfzigtausend. Der erste wirklich große Clip entstand zufällig. Während einer Probe fiel im gesamten Gebäude der Strom aus. Hal spielte auf einer akustischen Gitarre weiter. Ivo trommelte mit den Händen auf einer Transportkiste. Darcie sang einen Song, den sie erst am selben Morgen beendet hatte. Zadie stellte ihr Handy auf einen Farbeimer und filmte. Der Raum wurde nur von den Taschenlampen der anderen beleuchtet. Am Ende hörte man Bram im Flur fluchen, weil seine Druckmaschine mitten in einem Auftrag ausgefallen war. Der Clip verbreitete sich über mehrere Plattformen. Innerhalb weniger Tage kannten plötzlich hunderttausende Menschen Darcies Gesicht. Der Song war noch nicht veröffentlicht. In den Kommentaren fragten die Leute nach einem Namen, einem Link und einem Konzert. Kurz darauf meldete sich Rafe Calder. Rafe arbeitete als Musikmanager und behauptete, in Cheap Halo die nächste große Alternativeband zu sehen. Er kam mehrmals zu ihren Auftritten, brachte Getränke für alle mit und kannte angeblich jeden wichtigen Menschen zwischen Chicago, Los Angeles und New York. Er sprach schnell und gab jedem in der Band das Gefühl, besonders wichtig zu sein. Bei Darcies Eltern trat er anders auf. Er erklärte Merrin, dass ihre Tochter bald genug verdienen könne, um die ganze Familie abzusichern. Mit Levon redete er über die Musikszene von früher. Er hörte sich dessen Geschichten an, lachte an den richtigen Stellen und ließ ihn glauben, er würde bei allen Entscheidungen eine wichtige Rolle spielen. Darcie war siebzehn. Für den ersten Vertrag brauchte sie die Unterschrift eines Elternteils. Levon übernahm das. Er setzte sich mit Rafe mehrfach allein zusammen. Darcie dachte, sie würden über Auftritte und Studiotermine sprechen. Tatsächlich ging es um einen Vertrag, der nur für sie galt. Cheap Halo tauchte darin kaum auf. Rafe wollte Darcie als Solokünstlerin aufbauen und die anderen später durch bezahlte Musiker ersetzen. Levon wusste davon. Er unterschrieb trotzdem. Mit dem Vertrag wurde ein Vorschuss ausgezahlt. Levon erzählte zu Hause, das Geld werde für Aufnahmen, Videos und eine kleine Tour genutzt. Einen großen Teil hatte er wenige Wochen später bereits ausgegeben. Er hatte seit Jahren Spielschulden. Erst waren es Sportwetten gewesen. Später hatte er Geld von Leuten geliehen, die nicht geduldig auf Rückzahlungen warteten. Merrin kannte nur einen kleinen Teil davon. Darcie und ihre Geschwister wussten gar nichts. Rafe bestellte Darcie allein ins Studio. Dort wurde ihr erklärt, Cheap Halo passe nicht zu der Richtung, die man für sie geplant hatte. Ihre Songs sollten glatter werden. Andere Songwriter würden neue Texte vorbereiten. Ihre Haare, ihre Kleidung und ihre Beiträge in den sozialen Medien sollten ebenfalls verändert werden. Darcie ging davon aus, dass sie einfach ablehnen konnte. Rafe legte ihr den Vertrag hin. Er besaß die Rechte an den ersten Aufnahmen, einen Anteil an ihren kommenden Songs und die Kontrolle über mehrere Accounts, die Levon während der Verhandlungen übergeben hatte. Studiokosten, Fotoshootings und Marketingausgaben wurden mit dem Vorschuss verrechnet. Alles war so geschrieben, dass Darcie am Ende Schulden hatte, bevor überhaupt ein Album erschienen war. Kit fand eine Kopie der Unterlagen in einer E-Mail, die versehentlich an die gemeinsame Bandadresse geschickt worden war. Bei der nächsten Probe legte Kit den Ausdruck auf einen Verstärker und fragte Darcie, wie lange sie schon geplant hatte, allein weiterzumachen. Darcie verstand zuerst nicht einmal, worum es ging. Hal glaubte ihr, dass sie nichts gewusst hatte. Ivo war unsicher. Kit sah den Vertrag und Levons Unterschrift. Für Kit gehörte die Familie mit zu der Entscheidung. Der Streit zog sich über Stunden. Kit warf Darcie vor, Cheap Halo als Einstieg benutzt zu haben. Darcie schrie zurück, dass sie selbst gerade erst davon erfahren hatte. Hal saß auf einem Verstärker und sagte fast nichts. Ivo ging zwischendurch vor die Tür und kam nicht wieder. Kit nahm den Bass, den Rucksack und den Schlüssel zum Lagerraum. Danach spielte Cheap Halo nie wieder gemeinsam. Am selben Wochenende standen zwei Männer vor der Wohnung der Rusks und verlangten nach Levon. Merrin schickte die Kinder ins Schlafzimmer, obwohl Penn und Darcie längst verstanden, dass es um Geld ging. Levon kam erst am nächsten Morgen zurück. Er behauptete, alles sei geregelt. Zwei Wochen später verschwand er. Er nahm Kleidung, Werkzeug und die alte schwarze Gitarre mit. Auf dem Küchentisch lag ein Umschlag mit dreihundert Dollar. Dazu ein Zettel mit Merrins Namen. Mehr nicht. Kurz darauf erfuhr Merrin, dass die Miete seit Monaten nicht vollständig bezahlt worden war. Levon hatte außerdem Geld von einem gemeinsamen Konto genommen und mehrere Rechnungen ungeöffnet in seiner Werkzeugsammlung versteckt. Die Familie verlor die Wohnung. Merrin und Tova kamen vorübergehend bei Merrins Kollegin unter. Penn teilte sich damals eine kleine Wohnung mit einem Arbeitskollegen und nahm Darcie bei sich auf. Sie schlief auf einer Matratze zwischen seinem Bett und einem Wäscheständer. Ihre Kleidung lagerte in Müllsäcken. Die Instrumente der Band blieben zunächst bei Inkline, weil nirgends Platz dafür war. Rafe drängte darauf, dass Darcie weiterhin ins Studio kam. Sie erschien zu keinem Termin mehr. Daraufhin schickte seine Firma Forderungen für ausgefallene Sessions, bereits gebuchte Produzenten und angebliche Werbekosten. Als Darcie einen eigenen Song online stellte, wurde er innerhalb weniger Stunden gesperrt. Die Melodie stammte aus einer Demo, die sie während der Vertragszeit aufgenommen hatte. Rafe ließ die Veröffentlichung entfernen und drohte mit einer Klage. Darcie war gerade achtzehn geworden. Ihre Band war weg. Ihr Vater war verschwunden. Ihre Familie lebte auf drei Wohnungen verteilt. Gleichzeitig wurde im Internet darüber diskutiert, weshalb sie keine neue Musik veröffentlichte. Sie löschte fast alle Apps von ihrem Handy. Bei Inkline arbeitete sie weiterhin. Bram gab ihr zusätzliche Schichten und ließ sie hinten im Lager schlafen, wenn Penns Mitbewohner Besuch hatte. Darcie druckte Merch für Bands, die auf Tour gingen, während ihre eigene Musik in irgendeinem Büro festhing. Sie reinigte Siebe, mischte Farben, verpackte Shirts und hörte sich dieselben Songs über die Lautsprecher des Ladens an. Gesungen hat sie dort monatelang nicht mehr. Sobald jemand sie auf Cheap Halo ansprach, wechselte sie das Thema. Zu Merrin hatte sie in dieser Zeit wenig Kontakt. Ihre Mutter gab Darcie keine Schuld an dem Vertrag. Trotzdem erinnerte alles rund um die Musik an Levon. Merrin wollte nichts von Managern, Aufnahmen oder neuen Angeboten hören. Darcie wiederum hielt es kaum aus, wenn ihre Mutter sagte, dass sie froh sein sollte, wenigstens noch ihren Job bei Inkline zu haben. Tova verstand den Rückzug ihrer Schwester überhaupt nicht. Sie war damals sechzehn und wütend auf fast jeden Erwachsenen in ihrer Umgebung. Sie schrieb Rafe Nachrichten, beschimpfte ihn öffentlich und versuchte herauszufinden, wo Levon sich aufhielt. Darcie nahm ihr irgendwann das Handy weg, nachdem Tova die Privatadresse eines Mitarbeiters von Rafes Firma veröffentlicht hatte. Zadie blieb in der Nähe, ohne Darcie ständig auf die Musik anzusprechen. Sie kam zu Inkline, half beim Verpacken und brachte Essen mit. Erst nach mehreren Monaten erzählte Darcie ihr die ganze Geschichte. Zadie begann daraufhin, nach Unterstützung zu suchen. Über eine Initiative für junge Musiker fanden sie die Anwältin Inez Bell. Inez prüfte den Vertrag, sprach mit Merrin und sammelte Nachrichten zwischen Rafe und Levon. Es dauerte fast ein Jahr, bis Darcie aus dem Vertrag herauskam. Ihre ersten Aufnahmen blieben bei der Firma. Einen Teil ihrer alten Songs durfte sie nicht mehr verwenden. Auch der Bandname Cheap Halo war inzwischen registriert worden. Darcie unterschrieb die Auflösung an einem Dienstagmorgen in Inez’ Büro. Danach fuhr sie direkt zur Arbeit. Bram fragte, ob sie feiern wolle. Darcie zog sich Handschuhe an und begann, ein Sieb auszuwaschen. Sie veröffentlichte trotzdem noch keine Musik. Zadie wartete weitere zwei Monate. Dann stellte sie Darcie an einem Abend eine Kamera auf den Tisch und sagte, sie solle einen einzigen Song singen. Es müsse kein Comeback werden. Sie wollten auch nichts ankündigen. Sie drehten das Video im Treppenhaus von Penns Wohnhaus. Die Beleuchtung flackerte und in der dritten Etage stritt ein Paar hinter einer Wohnungstür. Darcie saß auf einer Stufe und sang einen neuen Song namens Paper House. Hal begleitete sie auf einer Akustikgitarre. Es war das erste Mal seit der Trennung von Cheap Halo, dass Darcie und Hal wieder gemeinsam Musik machten. Zadie lud das Video kurz nach Mitternacht hoch. Am nächsten Morgen hatte es mehrere hunderttausend Aufrufe. Zwei Tage später waren es mehr als eine Million. Viele ihrer alten Follower hatten geglaubt, Darcie sei komplett verschwunden. Der neue Song klang wütender als die Sachen von Cheap Halo. Ihre Stimme war tiefer geworden. Im letzten Refrain brach sie kurz weg, fing sich aber wieder. Zadie ließ auch das im Video. Darcie erzählte danach öffentlich einen Teil der Wahrheit. Sie sprach über einen Vertrag, den sie als Minderjährige nicht verstanden hatte, über verlorene Musik und über die Menschen, die ihre Familie mit großen Versprechen überzeugt hatten. Levons Namen erwähnte sie nicht. Im Internet wurde trotzdem schnell herausgefunden, wer beteiligt gewesen war. Alte Fotos, Namen und Adressen wurden geteilt. Leute schrieben Merrin bei der Arbeit an. Tova erhielt Nachrichten von Fremden, die wissen wollten, ob ihr Vater die Familie wirklich bestohlen hatte. Darcie zog sich erneut zurück, diesmal nur für ein paar Wochen. Danach stellte sie klare Grenzen auf. Über ihre Musik sprach sie offen. Fragen zu ihrer Familie beantwortete sie selten. Paper House veröffentlichte sie unabhängig. Hal spielte Gitarre. Ivo schickte später Schlagzeugspuren, ohne persönlich im Studio zu erscheinen. Kit meldete sich nicht. Zadie übernahm die Videos, Cover und Fotos. Penn kümmerte sich um Transporte, Rechnungen und die Technik bei kleinen Auftritten. Tova gestaltete Sticker und kurze Clips für die sozialen Medien. Sie war inzwischen alt genug, um mitzuarbeiten, und ließ sich dafür auch bezahlen. Darcie baute ihre Reichweite neu auf. Ihre Musik wurde härter und persönlicher. Elektronische Sounds trafen auf Gitarren, tiefe Bässe und Refrains, die sich live fast wie Schreien anhörten. In den ruhigeren Songs ließ sie viel Platz zwischen den Zeilen. Sie veröffentlichte zuerst einzelne Songs und später eine EP. Ein kleines Label bot ihr einen Vertriebsvertrag an. Inez prüfte jede Seite. Darcie behielt die Rechte an ihren Aufnahmen und bestand darauf, dass Zadie weiterhin die kreative Leitung ihrer Videos übernahm. Mit zweiundzwanzig ging Darcie als Vorband auf ihre erste größere Tour. Sie spielte jeden Abend dreißig Minuten und verkaufte danach selbst Shirts am Stand. Viele Stücke stammten noch aus Inkline. Bram hatte darauf bestanden, die erste Auflage kostenlos zu drucken. Ein Jahr später folgte ihre erste eigene Tour durch die USA. Danach kamen Termine in Kanada und Europa hinzu. Die Hallen wurden größer. Vor den Eingängen warteten Menschen mit alten ausgedruckten Bildern aus ihrer Cheap-Halo-Zeit. Einige hatten sich Zeilen aus Paper House tätowieren lassen. Darcie wird heute regelmäßig auf der Straße erkannt. Sie wird zu Modeveranstaltungen, Premieren und Musikfestivals eingeladen. Marken schicken Kleidung in ihre Wohnung. Fotografen warten vor Veranstaltungsorten auf sie. Bei Interviews wirkt sie ruhig und vorbereitet. Sie kennt die Fragen und weiß, wann sie keine weiteren Antworten geben möchte. Als Künstlerin verwendet sie nur ihren Vornamen. Auf Plakaten, Veröffentlichungen und Tourankündigungen steht schlicht Darcie. Zurück in Chicago lebt sie deutlich unspektakulärer. Ihre Wohnung liegt in Avondale. Sie hat zwei Schlafzimmer, obwohl sie eines fast nur für Instrumente, Kleiderstangen und ungeöffnete Pakete nutzt. Im Wohnzimmer steht ein gebrauchtes Sofa, das Zadie online gefunden hat. Die Küche ist klein, und eine Schranktür hängt schief, weil Penn seit Monaten verspricht, sie zu reparieren. Darcie geht weiterhin manchmal bei Inkline vorbei. Bram lässt sie nicht mehr an den großen Maschinen arbeiten, weil er keine Versicherung für berühmte Sängerinnen abschließen will. Sie sitzt dann auf dem Tresen, faltet Shirts und hört sich die Demos der jungen Bands an, die ihre ersten Bestellungen abholen. Merrin arbeitet noch immer im Krankenhaus, inzwischen weniger Stunden. Darcie bezahlt ihre Miete und einige Rechnungen. Merrin nimmt das Geld an, kommentiert es aber nicht. Dafür füllt sie Darcies Kühlschrank, sobald diese auf Tour geht, und schickt ihr Nachrichten, wenn sie in Interviews zu müde aussieht. Tova ist zweiundzwanzig und arbeitet inzwischen selbst im kreativen Bereich. Sie schneidet Videos, fotografiert Konzerte und begleitet Darcie gelegentlich auf Tour. Die beiden streiten weiterhin über Kleidung, geliehene Sachen und darüber, wie viele private Bilder Tova posten darf. Meistens dauert es keine Stunde, bis eine von beiden wieder anruft. Penn arbeitet als Veranstaltungstechniker. Nach den ersten kleinen Touren wollte er eigentlich wieder aus Darcies Team aussteigen. Inzwischen betreut er bei ausgewählten Shows die Bühnentechnik und beschwert sich jedes Mal über die Organisation. Er behandelt Darcie weiterhin wie seine kleine Schwester und nicht wie die Person, deren Gesicht draußen auf der Halle hängt. Von Levon kommen gelegentlich Nachrichten über neue Nummern. Manchmal entschuldigt er sich. Manchmal schreibt er, dass er stolz auf sie sei. In einer Nachricht behauptete er, seine Entscheidung habe ihre Karriere am Ende erst möglich gemacht. Diese Nachricht hat Darcie gespeichert. Geantwortet hat sie nie. Vor einem Konzert in Chicago glaubte sie, ihn in der Nähe des Bühneneingangs gesehen zu haben. Der Mann verschwand zwischen den wartenden Leuten, bevor sie sicher sein konnte. Am selben Abend lag eine alte schwarze Gitarrensaite vor ihrer Garderobe. Niemand aus der Crew wusste, wer sie dort hingelegt hatte. Darcie bewahrt sie seitdem in der Schublade ihres Nachttisches auf. Auf der Bühne wirkt Darcie lauter und wilder als im Alltag. Sie bewegt sich ständig, geht nah an den Rand und lässt das Publikum viele Zeilen mitsingen. Nach den Shows redet sie oft stundenlang weiter, weil ihr Körper noch voller Energie ist. Danach braucht sie einen Tag, an dem niemand etwas von ihr will. Zu Hause trägt sie alte Shirts, holt ihren Kaffee selbst und läuft in denselben Läden herum wie früher. Sie mag es, wenn Menschen sie erkennen. An manchen Tagen möchte sie nur ihre Einkäufe erledigen, ohne fotografiert zu werden. Sie hat gelernt, beides gleichzeitig auszuhalten. Trotz ihres Erfolgs kontrolliert sie beinahe täglich ihre Konten. Verträge liegen ausgedruckt in mehreren Ordnern. Ihre Songs werden doppelt und dreifach gesichert. Bei jedem neuen Projekt fragt sie zuerst, wem am Ende die Rechte gehören. Das alte Aufnahmegerät aus ihrer Kindheit besitzt sie noch. Penn hat es mehrmals repariert. Das Display flackert und das Batteriefach hält nur mit Klebeband. Manchmal nimmt Darcie damit neue Melodien auf, obwohl in ihrer Wohnung längst besseres Equipment steht.
Character Traitssnapshot
Personality SnapshotTop 3 Scores
89%
The Wild Card
Primary Match
86%
The Ambitious One
Secondary
84%
The Firestarter
Hidden Layer
Personality Insight mehr anzeigen
Laut deiner Angaben deutet vieles darauf hin, dass dieser Charakter schwer vorhersehbar bleibt und Situationen schnell drehen kann. Spontaneität, Mut und ein gewisser Hang zum Chaos geben ihm viel Dynamik. Zusätzlich zeigen die weiteren Scores Einflüsse von The Ambitious One und The Firestarter, wodurch der Charakter nicht auf eine einzige Richtung festgelegt wird.
Trait Scalesscroll
Freundlich63%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie warm, offen und zugänglich wirkt der Charakter auf andere?
Loyal87%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie sehr hält der Charakter an Menschen, Versprechen und Bindungen fest?
Empathisch64%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie gut nimmt der Charakter Gefühle, Grenzen und Stimmungen anderer wahr?
Verantwortungsbewusst53%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie ernst nimmt der Charakter Konsequenzen, Pflichten und Risiken?
Spontan78%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie sehr entscheidet der Charakter aus dem Moment heraus?
Mutig68%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie bereit ist der Charakter, sich schwierigen Situationen zu stellen?
Dominant75%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie selbstverständlich übernimmt der Charakter Raum, Führung oder Kontrolle?
Selbstbewusst60%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie sicher wirkt der Charakter in Auftreten, Entscheidungen und Selbstbild?
Durchsetzungsstark90%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie klar vertritt der Charakter Wünsche, Grenzen und Meinungen?
Offenherzig49%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie viel gibt der Charakter von Gedanken, Gefühlen und Motiven preis?
Ehrgeizig87%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie stark verfolgt der Charakter Ziele, Status oder persönliche Entwicklung?
Impulsiv92%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie schnell handelt der Charakter, bevor alles durchdacht ist?
Konfliktbereit66%
wenig ausgeprägtstark ausgeprägt
Wie direkt geht der Charakter in Reibung, Diskussionen oder Konfrontation?
Good to know
✦Darcie hasst es, wenn jemand ihre Kopfhörer ungefragt benutzt. Selbst Tova darf das nicht.
✦Sie kann sich Songtexte nach einmaligem Hören erstaunlich gut merken, vergisst dafür ständig Geburtstage.
✦Vor Auftritten isst sie fast immer dieselben sauren Fruchtgummis. Mittlerweile liegen sie in jedem Tourbus bereit.
✦Sie schreibt neue Songideen überall hin: in Notizen, auf Kassenzettel, auf ihre Hand oder direkt auf Kartons im Backstagebereich.
✦Darcie schläft mit laufendem Fernseher ein, weil sie absolute Stille nicht ausstehen kann.
✦Sie besitzt noch mehrere alte Shirts von Cheap Halo, trägt sie aber nur zu Hause.
✦Ihr Handy ist fast immer auf lautlos. Wer sie dringend erreichen will, ruft besser Penn oder Tova an.
✦Sie ist überraschend gut im Billard und wird ziemlich unangenehm ehrgeizig, sobald Geld im Spiel ist.
✦In ihrem Kühlschrank stehen meistens Getränke, Soßen und Take-away-Reste. Wirklich kochen kann sie nur wenige Gerichte.
✦Sie kann ihre eigenen Interviews kaum ansehen und verlässt meistens den Raum, sobald irgendwo eines abgespielt wird.
✦Ihre erste Gage bestand aus vierzig Dollar, zwei Pizzen und einem Karton Energydrinks.
✦Sie hat während einer Show einmal den Text vergessen und stattdessen das Publikum die komplette Strophe singen lassen. Niemand bemerkte, dass es nicht geplant war.
✦Sie hat Höhenangst, fährt aber ohne Probleme in Achterbahnen. Dafür schließt sie in gläsernen Aufzügen die Augen.
✦Darcie hat eine Schwäche für kaputte, alte Kameras und kauft sie manchmal auf Flohmärkten, obwohl Zadie ihr ständig sagt, dass sie keinen weiteren Schrott braucht.
✦Wenn sie gestresst ist, räumt sie Schubladen aus und sortiert Dinge, die vorher völlig in Ordnung waren.
✦Darcie mag keine Sprachnachrichten, verschickt selbst aber regelmäßig welche, die länger als fünf Minuten sind.
Preferencesselected
Schreibstilperspective
Poststilformat
Playstilflow
Zusätzenotes
Drama ist wohl meine große Liebe, ich finde das macht die Plays interessant. Offene Kommunikation liebe ich mindestens genauso sehr. Ich poste nach Muse, bin aber eine sehr treue Schreiberin.
Connectionsnetwork
Gesuchapplication
Nein, keine Bewerbung auf ein Gesuch.
Connection Typesselected
FreundeKollegenRivalenEx-Partner
Gesuchte Kontakteideas
Auch wenn Darcie eine Person des öffentlichen Lebens ist, wünsche ich mir für sie natürlich Freunde, gerne auch beste Freunde, die müssen nicht zwingend auch in ihrem Team sein. Vielleicht gibt es hier auch Leute aus der Branche, die man kennt? Alte Schulfreunde von früher, generell Leute aus der Vergangenheit. Könnte mir auch einen Ex vorstellen, mit dem sie heute dennoch gut befreundet ist, quasi ihre erste Liebe? Fans oder Leute die ihre Musik mögen und feiern. Alle Vorschläge sind wirklich gerne gesehen.
Finalrules
Letzte Wortemessage
Ich freue mich auf euch und kann es kaum erwarten, bald bei euch mitmischen zu dürfen.
Regelnconfirmation
Hiermit bestätigst du, dass du die Regeln, das Rating und die Teamhinweise gelesen hast und mit ihnen einverstanden bist.
Alles gelesen und akzeptiert.
