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#16

Wanted · Older Brother
Taylor Jordan Brooks
Suchender

Taylor Jordan Brooks

Age22 Jahre
OccupationStudentin
ResidenceChicago
AffiliationSigma Kappa Delta
Social classLower Class
FaceclaimAmelie Warren
01.Short facts
Full nameTaylor Jordan Brooks
Age22 Jahre
SexualityStraight
OccupationStudentin
ResidenceChicago
AffiliationSigma Kappa Delta
Social classLower Class
FaceclaimAmelie Warren

Taylor Jordan Brooks wurde in Chicago geboren, in eine Familie, die von außen betrachtet beinahe perfekt wirkte. Die Brooks hatten Geld, Ansehen und diesen makellosen Ruf, auf den ihre Eltern viel zu viel Wert legten. Ihr Haus war groß, ordentlich und immer so hergerichtet, als könne jederzeit Besuch vor der Tür stehen. Es gab Kindermädchen, teure Kleidung, gepflegte Familienessen und Eltern, die genau zu wissen glaubten, was aus ihren Kindern einmal werden sollte. Für Taylor bedeutete das schon früh, dass sie weniger als eigene Person gesehen wurde und mehr als etwas, das man formen, vorzeigen und kontrollieren konnte. Taylor war das jüngste Kind der Familie. Ihre beiden älteren Geschwister hatten auf ganz eigene Weise gelernt, in diesem Zuhause zu funktionieren. Ihr Bruder Elliot war der Sohn, auf den ihre Eltern stolz waren. Angepasst, ehrgeizig, höflich und derjenige, der früh verstanden hatte, dass man in dieser Familie am besten zurechtkam, wenn man keine Widerworte gab. Ihre ältere Schwester Madeline war vorsichtiger, weicher und bemüht, es allen recht zu machen. Sie war nicht unbedingt wie ihre Eltern, aber sie hatte sich schon früh für den einfachen Weg entschieden: lächeln, nicken, nicht auffallen. Taylor hingegen war anders als ihre älteren Geschwister. Vielleicht gerade, weil sie die Jüngste war. Vielleicht, weil alle schon eine Rolle bekommen hatten und für sie nur noch übrig blieb, das letzte perfekte Stück im Familienbild zu sein. Neben ihren Eltern und Geschwistern gehörte Noah Brooklyn Jones irgendwie schon immer zu ihrem Leben dazu. Nicht jeden Tag und nicht wie ein Nachbarsjunge, mit dem man nach der Schule draußen spielte, aber regelmäßig genug, dass Taylor ihn mit bestimmten Erinnerungen verband. Seine Eltern kannten ihre Eltern und so tauchte Noah bei Abendessen, Sommerfesten, Feiertagen oder diesen steifen Veranstaltungen auf, bei denen sie beide hübsche Kleidung tragen mussten und sich viel zu lange benehmen sollten. Anfangs war er einfach nur der Junge, der da sein musste, weil seine Eltern es waren. Einer, der manchmal gelangweilt neben ihr saß, während die Erwachsenen über Arbeit, Kontakte und Zukunftspläne redeten. Doch mit den Jahren wurde er zu jemandem, auf den Taylor sich freute, sobald sie wusste, dass seine Familie kommen würde.

Als Kind passte Taylor noch in das Bild, das ihre Eltern für sie vorgesehen hatten. Zumindest nach außen. Sie trug die Kleider, die ihre Mutter ihr kaufte, ließ sich ihre dunklen Locken sorgfältig frisieren und lächelte auf Familienfotos, wenn man es von ihr erwartete. Ihre Mutter achtete sehr darauf, dass Taylor süß, ordentlich und weiblich wirkte. Selbst Kleinigkeiten an ihrem Aussehen wurden kontrolliert. Ihre Locken sollten ordentlich fallen und nicht wild um ihr Gesicht stehen, ihre Sommersprossen wurden bei besonderen Anlässen lieber überschminkt, weil ihre Mutter alles möglichst makellos haben wollte. Sie sollte tanzen, aber bitte auf eine schöne, kontrollierte Art. Sie sollte klug sein, aber nicht klugscheißern oder widersprechen. Sie sollte auffallen, aber niemals unangenehm. In Taylors Familie gab es für alles eine Vorstellung, nur nicht dafür, dass Taylor vielleicht selbst eine haben könnte. Noah bekam früh beide Seiten von ihr zu sehen, auch wenn er damals vermutlich noch nicht verstand, wie viel davon wirklich sie war. Er sah das Mädchen in den hübschen Kleidern, das neben seiner Mutter stand und artig wirkte. Aber er sah auch, wie Taylor die Augen verdrehte, wenn keiner der Erwachsenen hinsah, wie sie unter dem Tisch gegen Stuhlbeine trat, weil sie es nicht mehr aushielt stillzusitzen oder wie sie manchmal absichtlich etwas Freches sagte, nur um zu sehen, ob jemand sich traute, sie dafür zurechtzuweisen. Noah lachte nicht über sie, aber oft über diese kleinen Dinge, die Erwachsene gerne übersahen. Und für Taylor, die sonst ständig das Gefühl hatte, eine Rolle spielen zu müssen, war das schon damals etwas Besonderes.

Je älter Taylor wurde, desto mehr spürte sie, dass etwas in diesem Haus nicht stimmte. Ihr Vater war nach außen ein charmanter, angesehener Mann. Einer, dem andere vertrauten, dem man zuhörte, der in Gesellschaft genau wusste, wann er lächeln und wann er ernst schauen musste. Zuhause war er ganz anders. Noch kontrollierender. Noch besitzergreifender. Und bei Taylor überschritt er Grenzen, die ein Vater niemals hätte überschreiten dürfen. Vielleicht, weil sie die Jüngste war, weil sie am längsten das kleine Mädchen geblieben war, das man herumkommandieren, anfassen, zurechtmachen und klein halten konnte. Für Taylor gab es keine einfache Erklärung dafür, nur dieses wachsende Gefühl, im eigenen Zuhause nicht sicher zu sein. Es waren Berührungen, Blicke und Situationen, die sie als Kind verwirrten und später beschämten, obwohl sie nichts falsch gemacht hatte. Ihr Vater verstand es, alles so aussehen zu lassen, als wäre es harmlos. Als wäre Taylor einfach nur zu empfindlich. Als würde sie die Dinge falsch verstehen und wahrnehmen. Ihre Mutter bekam mehr mit, als Taylor ihr zutraute, aber sie schwieg. Vermutlich, weil sie es nicht wahrhaben wollte oder weil der Ruf der Familie wichtiger war. Vielleicht auch, weil es einfacher war, Taylor als schwierig abzustempeln, als sich einzugestehen, was im eigenen Haus passierte.

Kurz vor der High School begann Taylor sich zu verändern. Oder vielleicht begann sie einfach nur, sich weniger zu verstecken. Sie wurde lauter, widersprach öfter und hielt sich immer weniger an die Regeln ihrer Eltern. Sie fing an, Kleidung absichtlich anders zu tragen, als ihre Mutter es wollte, schwänzte Termine, blieb länger draußen und hing immer häufiger an Skateparks herum. Dort fand sie zum ersten Mal gleichgesinnte Menschen, die nicht von ihr erwarteten, alles perfekt zu machen. Taylor mochte dieses Gefühl sehr und genau deshalb kehrte sie immer wieder dorthin zurück. Noah bemerkte diese Veränderung früher als viele andere in ihrem Umfeld. Bei einem der letzten Treffen ihrer Familien war Taylor nicht mehr das kleine Mädchen mit den sorgfältig zurechtgelegten Locken, sondern bereits deutlich kantiger. Sie hatte irgendein Kleid an, das ihre Mutter ausgesucht hatte, aber darunter trug sie Sneaker, die nicht dazu passten. Ihre Haare waren längst nicht mehr so ordentlich gemacht wie früher. Die dunklen Locken fielen wilder um ihr Gesicht, einzelne Strähnen standen ab und es war Taylor zunehmend egal, ob ihre Mutter damit zufrieden war. Ihre Antworten waren schärfer und sie wirkte unruhig, als wolle sie jeden Moment aus ihrer eigenen Haut steigen. Noah sagte nichts Großes dazu, sondern fragte sie nur irgendwann abseits der Erwachsenen, ob sie okay sei. Taylor lachte damals nur und meinte, er sollte sich nicht in Angelegenheiten einmischen, die ihn offensichtlich nichts angingen. Aber diese Frage blieb ihr im Kopf, weil sie nicht vorwurfsvoll oder neugierig klang, sondern eher vorsichtig.

In dieser Zeit entstand auch so etwas wie ihr Markenzeichen. Am Anfang war es nur eine kleine Kritzelei auf Schulheften, Toilettentüren und Tischkanten: ein grimmig schauender Bär mit einem X als Auge. Er sah nicht niedlich aus, eher trotzig und schlecht gelaunt. Fast so, als würde er die ganze Welt nicht leiden können und trotzdem jedem zeigen wollen, wer er ist. Irgendwann wurde dieser Bär ihr ganz persönliches Zeichen. Noah war sogar einer der ersten, der ihn sah, bevor daraus viel mehr wurde. Bei einem Sommerfest ihrer Familien erwischte er Taylor dabei, wie sie ihn mit einem schwarzen Marker unter eine Gartenbank malte. Taylor war sofort angespannt und bereit, frech zu werden oder sich rauszureden. Aber Noah verpetzte sie nicht, sondern sagte nur, dass der Bär aussieht, als hätte er richtig schlechte Laune. Taylor tat so, als wäre ihr das egal, aber sie dachte danach noch lange daran. Vielleicht mochte sie Noah gerade deshalb so sehr, weil er sie einfach nahm, wie sie war. Mit der Zeit wurde Noah ihr erster richtiger Crush. Nicht auf eine kitschige, offene Art und Weise, denn Taylor hätte niemals zugegeben, dass sie sich freute, wenn seine Familie eingeladen war. Sie hätte ihn auch nie gefragt, ob er mehr in ihr sah als dieses kleine, brave Mädchen. Aber jedes Mal, wenn er da war, fühlte sie sich ein bisschen weniger allein in dieser Welt aus höflichem Lächeln und perfekten Fassaden.

Als Taylor fünfzehn war, lief sie von zuhause weg. Es war keine perfekt geplante Flucht und auch kein mutiger Filmmoment. Es war einfach der Punkt, an dem sie nicht mehr konnte. Nach einem heftigen Streit mit ihrem Vater, nach einer weiteren Situation, in der er ihr zu nah gekommen war und sie sich zum ersten Mal mit allem, was sie hatte, wehrte, wusste sie, dass sie dort keine Nacht länger bleiben konnte. Sie nahm etwas Geld, das sie in ihrer Schublade gelagert hatte, stopfte Kleidung in einen Rucksack und ging. Ohne Abschied und ohne einen Plan, wo sie am nächsten Tag schlafen würde. Natürlich war es nicht so einfach, einfach wegzugehen und ein neues Leben zu beginnen. Taylor war fünfzehn. Ein Teenager verschwindet immerhin nicht spurlos, ohne dass jemand Fragen stellt. Ihre Familie suchte nach ihr, zumindest offiziell. Vielleicht aus Sorge, vielleicht aus Panik um den eigenen Ruf, aber wahrscheinlich war es eine Mischung aus beidem. Es gab Anrufe, Nachfragen und irgendwann auch Vermisstenmeldungen. Taylor wusste, dass sie nicht einfach wieder an einer Schule auftauchen oder ihren echten Namen benutzen konnte, ohne gefunden zu werden. Also tauchte sie erst einmal unter. Die erste Zeit war chaotisch und alles andere als schön. Taylor schlief bei Leuten, die sie kaum kannte, auf Sofas, in Kellern, manchmal in Zimmern, in denen sie ihre Schuhe lieber anbehielt, weil sie sich zu sehr ekelte. Sie wechselte ständig den Ort, traute niemandem so richtig und hatte immer das Gefühl, irgendwer könnte sie erkennen oder zurückbringen. Sie hielt sich von Gegenden fern, in denen ihre Familie Kontakte hatte, mied alte Freunde und blockte alles ab, was sie an früher erinnerte.

Irgendwann lernte Taylor eine Frau kennen, die ihr Leben auf eine Weise veränderte, die Taylor bis heute nicht gern kitschig nennt, obwohl es vielleicht genau das war. Die Frau hieß Marisol Vega und arbeitete in einem kleinen Diner, in dem Taylor ein paar Mal herumhing, weil es warm war und niemand sie sofort rauswarf. Marisol war nicht naiv und sie merkte schnell, dass Taylor zu jung, zu hungrig und zu misstrauisch für jemanden war, der nur ein bisschen Ärger zuhause hatte. Sie stellte keine großen Fragen, zumindest nicht am Anfang. Sie gab Taylor Essen, ließ sie manchmal nach Ladenschluss noch sitzen und tat so, als wäre das alles keine große Sache. Taylor hasste es, Hilfe anzunehmen, aber Marisol hatte eine Art, bei der es sich nicht wie Mitleid anfühlte. Sie drängte nicht, fasste sie nicht ungefragt an und wollte keine Dankbarkeit aus ihr herauspressen. Die Frau war ziemlich unbeeindruckt von Taylors großer Klappe, die sie oft und unnötigerweise an den Tag legte. Als Taylor irgendwann wieder einmal keinen Ort zum Schlafen hatte, nahm Marisol sie für eine Nacht mit. Aus einer Nacht wurden mehrere und aus mehreren wurde ein stilles Abkommen zwischen den beiden. Marisol wurde nicht sofort zu einer Ersatzmutter, denn Taylor hätte das nie zugelassen. Aber sie wurde zu der ersten erwachsenen Person, bei der Taylor nicht ständig darauf wartete, dass die Hilfe irgendwann in Kontrolle umschlug. Marisol hatte selbst genug erlebt, um zu wissen, dass manche Kinder nicht aus Trotz weglaufen. Sie fragte Taylor nicht nach Details, solange sie nicht selbst darüber reden wollte. Aber sie machte ihr irgendwann sehr klar, dass Untertauchen allein kein Leben war. Wenn Taylor wirklich eine Zukunft wollte, musste sie wieder zur Schule und irgendwann ihren Abschluss machen. Dafür brauchte sie eine Geschichte, einen Namen und eine erwachsene Person, die für sie einstand.

Also erfanden sie beides zusammen. Taylor hieß für eine Weile nicht mehr Taylor Jordan Brooks. Marisol und sie dachten sich einen Namen aus, der nah genug an ihr blieb, dass sie darauf reagieren konnte, aber weit genug weg war, um nicht sofort aufzufallen. Jo Vega. Jo, weil es eine Abkürzung zu ihrem zweiten Vornamen war. Vega, weil Marisol ihr diesen Namen lieh, als wäre sie von nun an ihre Tochter. Vor Behörden, Schulstellen und überall dort, wo jemand Fragen stellte, gab Marisol sich als ihre Mutter aus. Nicht ohne Risiko, aber glaubwürdig genug, um damit durchzukommen. Eine alleinerziehende Mutter, die mit ihrer Tochter neu anfangen wollte. Taylor lernte in dieser Zeit, wie es war, eine Lüge zu leben, die sich aber trotzdem sicherer anfühlte als die Wahrheit. Mit Marisol kam sie schließlich in Pilsen unter, später in einem kleinen Zimmer über einem Tattooshop, der einem Bekannten von Marisol gehörte. Es war eng, laut und nicht besonders schön, aber für Taylor fühlte es sich freier an als das Haus ihrer Eltern.

In dieser Zeit lernte sie die Menschen kennen, die sie für die Zukunft stark prägten. Milo Reyes war einer von ihnen. Ein Sprayer, der mehr Nächte auf Dächern und an Bahngleisen verbrachte als irgendwo sonst. Er zeigte Taylor, wie man mit Spraydosen umging, wie man Linien sauber setzte, wie man Schatten zog und welche Wände sich gut eigneten, sowie welche Gegenden sie dafür besser meiden sollte. Kenzie Vale wurde ihre beste Freundin. Kenzie tanzte, feierte, log, lachte zu oft und zu laut und zog Taylor in eine Welt aus Clubs, Afterpartys und Nächten, die oft erst endeten, wenn andere schon zur Arbeit gingen. Mit ihnen wurde Taylor mehr und mehr zu der Person, die sie heute ist. Nur bestand diese Veränderung irgendwann nicht mehr darin, sich selbst vollkommen neu zu erfinden. Vielmehr hörte Taylor Stück für Stück damit auf, all die Dinge an sich zu verstecken oder zu kontrollieren, die ihre Mutter jahrelang hatte zurechtrücken wollen. Ihre dunklen Locken mussten nicht mehr ordentlich gelegt oder gebändigt werden. Sie ließ sie groß, wild und manchmal vollkommen chaotisch um ihr Gesicht fallen. Sie hörte auf, ihre Sommersprossen zu verstecken oder sie unter Make up verschwinden zu lassen. Wenn sie sich schminkte, dann so, wie sie es selbst mochte. Dunkler um die Augen, auffälliger und garantiert nicht danach ausgesucht, ob ihre Mutter es als angemessen bezeichnet hätte. Es ging weniger darum, plötzlich wie ein vollkommen anderer Mensch auszusehen. Taylor wollte vielmehr zum ersten Mal selbst darüber entscheiden, wie sie aussah und wie viel von ihr andere zu sehen bekamen. Die süßen Kleider verschwanden und stattdessen trug sie oversized Hoodies, Baggies, Beanies und schwere Sneaker. Sie sah auffällig aus, eckte hier und da auch bestimmt mit ihrem Aussehen an. Aber sie war mehr sie selbst als je zuvor. Sie fuhr Skateboard, sprayte, tanzte Streetstyle und Hip Hop, hörte Musik viel zu laut und bewegte sich durch Chicago, als müsste sie ständig beweisen, dass sie vor nichts und niemandem Angst hatte.

Ganz angstfrei war Taylor jedoch nie. Sie konnte es nur gut verstecken. Sie wurde großmäulig, frech und schwer zu greifen. Manche würden sie als bissig bezeichnen. Sie vertraute kaum jemandem schnell und prüfte Menschen oft härter, als es fair war. Wenn sie das Gefühl hatte, jemand wolle sie kontrollieren, machte sie sofort dicht. Wenn jemand sie belog oder verriet, vergaß sie es dieser Person niemals. Taylor konnte nachtragend sein, manchmal fast schon zerstörerisch. Aber wenn sie jemanden wirklich mochte, wenn jemand es durch ihre Mauern schaffte, dann war sie loyal auf eine ganz eigene Art. Für diese Leute würde sie nachts um drei durch die ganze Stadt fahren, würde lügen, kämpfen, stehlen oder sich selbst in Schwierigkeiten bringen, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken. Das Geld war immer knapp. Taylor arbeitete mal hier, mal da, aber nichts hielt lange und nichts reichte wirklich. Sie klaute, wenn es sein musste. Essen, Kleidung, Spraydosen und Kleinigkeiten, die ihr das Leben ein bisschen besser machten, wenn auch nur für kurze Zeit. Anfangs hatte sie noch ein schlechtes Gewissen, später verlor sie diese Hemmungen und Gedanken. Mit Kenzie kam irgendwann eine noch dunklere Art dazu, an Geld zu kommen. Auf Partys und in Clubs suchte sie sich Männer aus, die zu selbstsicher waren, zu betrunken oder zu überzeugt davon, dass ihnen die Welt ohnehin gehörte. Taylor wusste, wie sie wirken konnte, wenn sie wollte. Sie konnte charmant sein, konnte mit Nähe spielen und jemanden glauben lassen, er hätte gerade gewonnen. Manchmal begleitete sie Männer nach Hause oder auf eine Afterparty, versetzte ihnen den Drink mit Mitteln, die müde machten, nahm Geld aus dem Portemonnaie und verschwand. Meistens lief nicht mehr, manchmal schon. Aber darüber sprach Taylor so gut wie nie. Sie erzählte sich, dass sie nur von den Typen nahm, die auch selbst genommen hätten, wenn man sie gelassen hätte. Vielleicht stimmte das, aber vielleicht machte sie es sich damit auch nur leichter.

Trotz allem war Taylor nie dumm oder ziellos. Sie tat oft so, als wäre ihr alles egal, aber das stimmte nicht. In Wahrheit hasste sie es, unterschätzt zu werden. Sie hasste die Vorstellung, dass ihre Eltern irgendwann sagen könnten, sie hätten es ja gewusst, dass aus ihr nichts werden würde. Also biss sie sich in der Schule durch, auch wenn sie viel zu oft fehlte, müde war oder Ärger hatte. Sie schrieb gute Noten, die niemand von ihr erwartete. Jeder Mensch, der ihr das Gefühl gab, nichts drauf zu haben, gab ihr nur noch mehr Grund, besser zu sein. Dass sie ihren Abschluss überhaupt nachholen konnte, lag vor allem auch an Marisol. An der Frau, die sich für sie als Mutter ausgegeben hatte, die Formulare unterschrieb, Termine wahrnahm und Taylor jedes Mal böse ansah, wenn sie wieder gemeinsam beim Direktor der Schule saßen. Marisol war nicht weich im klassischen Sinn, denn sie konnte schreien, fluchen und Taylor ziemlich unangenehm die Wahrheit sagen. Aber sie hatte Taylor nie im Stich gelassen und genau das war für sie neu.

Irgendwann holte Taylors Vergangenheit sie trotzdem ein und zwar ganz ohne Vorwarnung. Nach einem Zwischenfall mit der Polizei wurde sie wieder als Taylor Jordan Brooks identifiziert und damit mussten auch ihre Eltern informiert werden. Das Wiedersehen war kälter, als Taylor es je hätte erwarten können. Es ging weniger darum, dass ihre verschwundene Tochter wieder da war und mehr darum, wie unangenehm die ganze Sache für den Ruf der Familie gewesen war. Ihre Eltern zeigten kaum echtes Interesse daran, sie zurückzuholen und auch Taylor selbst hätte nicht weniger zeigen können, wie wenig sie zurück in ihr altes Leben wollte. Da sie noch nicht volljährig war, brauchte es trotzdem eine offizielle Lösung. Marisol erklärte sich bereit, Verantwortung für sie zu übernehmen und nach Einwilligung ihrer Eltern, die froh waren, dieses Problem los zu sein, wurde Marisol schließlich Taylors gesetzlicher Vormund. Es war die beste Lösung für alle. Marisol verlor nicht ihre selbsternannte Tochter und für Taylor war es das erste Mal, dass jemand auf diese Art und Weise für sie einstand.

Nach ihrem Abschluss bewarb Taylor sich an einer Uni in Chicago und entschied sich für Urban Studies mit dem Schwerpunkt Street Culture und Community Development. Das Fach passte besser zu ihr, als sie selbst zugeben wollte. Taylor interessierte sich für Städte, für Viertel, die sich veränderten, für Orte, an denen Menschen verdrängt wurden und für die Art, wie Jugendliche sich Räume zurückholten, die ihnen niemand freiwillig gab. Graffiti, Tanz, Musik, Subkultur, Straßen und Zugehörigkeit waren für sie nicht nur Themen aus Büchern. Es war ihr Leben. Vielleicht gefiel ihr auch die Ironie daran, tagsüber in Seminaren über urbane Räume zu sprechen und nachts selbst ihren Bären an Wände zu sprayen. Das Problem war nur, dass die Uni Geld kostete. Mehr Geld, als Taylor je haben würde. Ihre Eltern hätten zahlen können, jedoch würde Taylor dann vermutlich auch in Vorlesungen über Jura oder Medizin sitzen. Hilfe aus dieser Richtung wollte sie nicht erwarten und schon gar nicht in Anspruch nehmen. Also hielt sie sich mit Nebenjobs, kleinen Deals und allem über Wasser, was gerade möglich war. Trotzdem reichte es kaum zum Leben.

Genau in dieser Zeit wurde Sigma Kappa Delta auf sie aufmerksam. Sigma Kappa Delta war eine Studentenverbindung, die nach außen wie ein Netzwerk für junge Menschen wirkte, die sich alles selbst erarbeiten mussten. Keine reichen Erben, keine perfekten Familienkinder, sondern Leute, die hungrig nach mehr waren und bereit waren, etwas dafür zu tun. Menschen, die nicht darauf warten wollten, dass ihnen jemand einen Platz gab. Taylor passte in dieses Bild erschreckend gut hinein. Sie wurde zuerst beobachtet, auf Partys, auf dem Campus und in Clubs. Man merkte schnell, dass sie dicht halten konnte, dass sie keine Angst hatte und dass sie loyal sein konnte. Rhea Mercer, eine der Verbindungsschwestern, sprach sie schließlich an. Rhea war ruhig, kontrolliert und gefährlich gut darin, Menschen einzuschätzen. Sie bot Taylor keine Rettung an, eher eine Möglichkeit. Geld, Kontakte, Schutz und Zugehörigkeit. Taylor wusste, dass nichts davon umsonst war, aber sie war müde davon, den Kopf gerade so über Wasser halten zu können. Also ließ sie sich darauf ein.

Durch Sigma Kappa Delta kam Taylor mit The Privé in Berührung. Was nach Partys, Verbindungen und exklusiven Kontakten klang, war in Wahrheit ein Netzwerk aus Drogen, Clubgeschäften und Abhängigkeiten. Besonders Cloud Nine spielte dabei eine immer größere Rolle. Die Droge hatte sich in bestimmten Kreisen fast wie ein Gerücht verbreitet. Erst in Clubs, dann auf privaten Partys und schließlich auch auf dem Campus. Niemand redete offensichtlich darüber, aber jeder kannte jemanden, der jemanden kannte. Für viele klang Cloud Nine nach Leichtigkeit, nach einem kurzen Ausstieg aus Druck, Prüfungen, Zukunftsangst und allem, was einem sonst zu schwer auf der Brust lag. Für The Privé war es vor allem eines: ein verdammt gutes Geschäft. Taylor begann zunächst mit kleineren Übergaben auf Partys und in Clubs, doch irgendwann verlagerte sich ein Teil davon auch auf das Unigelände. Nicht sehr offensichtlich, eher so nebenbei. Zwischen Vorlesungen, in überfüllten Fluren, auf Verbindungspartys, hinter Wohnheimen oder irgendwo dort, wo niemand genau hinsah, weil alle zu beschäftigt damit waren, so zu tun, als hätten sie ihr Leben im Griff. Taylor war gut darin und wurde immer besser darin, die Menschen einzuschätzen und zu lesen. Sie wusste, wer nur neugierig war, wer zu viel redete, wer Ärger bedeutete und wer bereits viel tiefer drinsteckte. Außerdem unterschätzten sie viele. Ein Mädchen mit wilden dunklen Locken, Sommersprossen, oversized Hoodie, frechem Grinsen und einer Zigarette zwischen den Fingern passte für viele nicht sofort in das Bild von jemandem, der gefährlich war.

Mit Cloud Nine verdiente Taylor mehr, als sie mit irgendeinem Nebenjob je verdient hätte. Das Geld bezahlte ihre Miete, ihre Bücher, Studiengebühren, Essen und das Nötigste, um nicht unterzugehen. Sie sagte sich, dass es nur vorübergehend war. Nur so lange, bis sie stabil genug war. Nur so lange, bis sie niemandem mehr etwas beweisen musste. Aber Taylor wusste tief in sich drin, dass solche Dinge selten einfach aufhören, sondern dass es ein Teufelskreis war, der so schnell nicht enden würde. Heute ist Taylor zweiundzwanzig und lebt noch immer in Chicago. Sie ist laut, eigenwillig, stur und oft schwieriger, als sie sein müsste. Sie macht Witze, wenn sie eigentlich verletzt ist, provoziert, wenn sie sich unsicher fühlt und tut so, als wäre ihr vieles egal. Sie raucht, trinkt auf Partys, nimmt manchmal selbst Drogen und bewegt sich in Kreisen, die eigentlich zu gefährlich sind. Gleichzeitig studiert sie, schreibt gute Arbeiten, tanzt mit anderen auf der Straße, sprayt nachts an Wände oder Zugwagons, fährt Skateboard und versucht auf ihre eigene chaotische Art, ihr Leben im Griff zu haben.

02.Gemeinsame Story

Die Beziehung zwischen Taylor und Elliot war deutlich angespannter. Elliot war der Sohn, auf den ihre Eltern stolz waren. Diszipliniert, höflich, ehrgeizig und jemand, der das perfekte Bild der Familie nach außen mittrug, ohne es groß zu hinterfragen. Für Taylor wirkte er oft wie jemand, der sich freiwillig zu einem Teil genau dieser Welt gemacht hatte, unter der sie selbst immer litt. Früher standen die beiden sich trotzdem näher. Als Kinder war Elliot oft derjenige, der auf sie aufpasste oder sie aus Ärger herausholte, wenn sie wieder etwas angestellt hatte. Doch je älter sie wurden, desto stärker entfernten sie sich voneinander. Elliot verstand Taylors Wut nicht, ihre ständigen Ausbrüche, ihr Bedürfnis auszubrechen oder Grenzen zu überschreiten. Taylor wiederum hatte das Gefühl, ihr Bruder würde sie ständig verurteilen oder versuchen zu kontrollieren. Viele ihrer Gespräche endeten irgendwann in Streit. Trotzdem gab es immer wieder diese kurzen Momente, in denen man merkte, dass zwischen ihnen noch etwas von früher übrig war. Elliot achtete heimlich mehr auf sie, als er zugab, und Taylor suchte oft genau dann seine Nähe, wenn alles andere auseinanderfiel, auch wenn sie es niemals offen zugeben würde.

03.Writing
Writing preference
3rd person
Play preference
Chat style · Novel
Posting preference
Chat · Guestbook · Scene
Posting length
Short · Medium
Activity / own words

Ich selbst bin recht aktiv, versuche schnellstmöglich zu antworten, was in GBs oder Chats schneller passiert als in richtigen Plays. Ich bin aber im Gegenzug ebenso bei Plays geduldig. Ich wünsche mir dennoch eine Grundaktivität für die Rolle, um einfach nicht ins Stocken zu geraden.

04.Letzte Worte
Weitere Anschlussmöglichkeiten

Du wirst je nachdem wo wir einsteigen Leute aus der Verbindung kennen. Ansonsten gibt es hier genug tolle Leute aus der Oberschicht, die du kennen könntest. Mal davon abgesehen hättest du eine Cousine und Cousin in Form von @Daisy Jane Calloway und @Weston Rhys Calloway

Von früher oder vielleicht auch noch heute @Noah Brooklyn Jones da er immer bei uns auf Feiern war als Kind.

Probepost
Spontan entscheiden
Letzte Worte

Bei Interesse wünsche ich mir jemanden, welcher auch langfristig am Forenleben teilnehmen möchte und auch vor hat hier Fuß zu fassen. Sollte es Probleme geben, oder dass man mit etwas unzufrieden ist, habe ich zwei offene Ohren und versuche das auch immer zu lösen.

Wichtig ist mir auch, eigene Ideen mit einzubringen und vor allem, dass du dich wohl fühlst und einfach Spaß hier hast.

Bei Fragen melde dich gerne in den Fragen und Antworten, ich kanns kaum erwarten.

01 / 04
Wanted details
Wanted by
Taylor
23.08.2026


#17

Wanted · Older Adoptive Brother, Best Friend & Pain in the Ass
Eleanor Hayes
Suchender

Eleanor Hayes

Age22
OccupationPhysiotherapeutin im medizinischen Team der Chicago Blackhawks
ResidenceChicago, Lakeview East
AffiliationCitizen
Social classUpper Class
FaceclaimLoren Beech Gray
01.Short facts
Full nameEleanor Hayes
Age22
SexualityHetero
OccupationPhysiotherapeutin im medizinischen Team der Chicago Blackhawks
ResidenceChicago, Lakeview East
AffiliationCitizen
Social classUpper Class
FaceclaimLoren Beech Gray

Wisst ihr, was richtig scheiße ist? Nein? Dann haltet euch mal fest!
Es ist nicht, morgens festzustellen, das der Kaffee alle ist. Glaubt mir, das kommt schon ziemlich weit oben auf meiner persönlichen Liste menschlicher Tragödien. Es ist auch nicht, wenn man doppelt geschniegelt zu einem Vorstellungsgespräch erscheint und sich genau in dem Moment den Kaffee über die weiße Bluse kippt, in dem man die Tür öffnet. Ist mir nie passiert... also... vielleicht einmal.
Abernein. Richtig scheiße ist etwas ganz anderes. Es ist dieses unfassbar beruhigende Gefühl zu glauben, man wüsste genau, wer man ist. Man kennt seinen Namen und man kennt seine Eltern. Man kennt die Geschichten über die eigene Geburt, die jedes Jahr an Geburtstagen erzählt werden. Man kennt die Macken der Familie, weiß, wer immer beim Monopoly schummelt und wer heimlich den letzten Muffin aus der Küche klaut. Man glaubt, seine Geschichte wäre längst geschrieben. Und einem ziemlich klaren roten Faden bis irgendwann jemand kommt und dir sagt: "Übrigens... die ersten Seiten gehören gar nicht zu deinem Buch." … blöd nur... dass ich das alles zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. Für mich war mein Leben vollkommen normal. Na gut, so normal, wie das Leben einer chronisch übermotivierten Physiotherapeutin eben sein konnte. Aber fangen wir lieber vorne an oder zumindest bei dem Teil, von dem ich dachte, dass er der Anfang wäre.

Kapitel 1
Mit einem goldenen Löffel... und jeder Menge Pflaster

Wenn man meinen Eltern glauben darf, war ich schon immer laut. Angeblich hätte ich das komplette Krankenhaus zusammengebrüllt. Mein Vater erzählt diese Geschichte bis heute mit einer Überzeugung, als wäre er persönlich Zeuge eines Naturereignisses geworden. "Ich schwöre dir, Ellie", sagt er jedes Jahr grinsend, "Die Schwester aus Zimmer zwölf hat nach deinem ersten Schrei gefragt, ob irgendwo die Feuerwehr eingetroffen wäre.", "Dad...", "Ich meine das ernst!", "Natürlich tust du das." , "Der Arzt hat sogar gelacht." , "Du schmückst die Geschichte jedes Jahr mehr aus." , "Das nennt sich Erzähltalent.", "Das nennt sich Übertreibung." Meine Mutter lacht dann jedes Mal in ihre Kaffeetasse hinein während Dad beleidigt die Arme verschränkt und behauptet, niemand würde seine historischen Berichte zu schätzen wissen. So liefen ungefähr achtzig Prozent unserer Familiengespräche ab und ich habe jede einzelne Minute davon geliebt. Ich bin in einem großen Haus aufgewachsen also in keinem protzigen Haus, wenn ihr das nun dachtet. Nicht mit goldenen Wasserhähnen oder Butlern, die morgens das Frühstück servierten. Einfach... nur schön. Eines von den Häusern bei denen ständig irgendjemand Musik hörte. Wo der Geruch von frisch gebackenen Cookies öfter durchs Erdgeschoss zog als der von Putzmitteln. Wo man barfuß durch den Garten rannte und sich darüber stritt, wer den Grill sauber machen musste. Meine Eltern arbeiteten viel also er leitete so ein eigenes Unternehmen. Meine Mutter engagierte sich in mehreren Stiftungen und schaffte es trotzdem irgendwie, jeden Freitagabend mit uns Pizza zu backen. Bis heute verstehe ich nicht, wie sie das gemacht hat. Vielleicht besitzen Mütter einfach geheime Superkräfte? Oder sie trinken heimlich doppelt so viel Kaffee wie alle anderen Menschen. Ich war zumindest ihr einziges Kind, zumindest dachte ich das. Ich bekam alles, was ein Kind wirklich braucht. Also das volle Programm, ihr wisst schon sowas wie Liebe, Zeit, Geborgenheiten, Grenzen und ungefähr fünftausend Pflaster. Ich war nämlich das, was Erwachsene liebevoll einen kleinen Wirbelwind nennen. Ich nannte es Abenteuer, meine Eltern nannten es liebevoll Versicherungsfall. Mit vier wollte ich unbedingt wissen, ob ich von der Schaukel auf das Klettergerüst springen konnte... hehe konnte ich natürlich nicht , ACHJA! Und mit sechs war ich überzeugt, dass man mit einem Regenschirm fliegen kann. Kann man ebenfalls nicht. Aber das war noch nicht alles. Mit acht beschloss ich, auf Rollschuhen unseren Hund auszuführen. Der Hund fand die Idee hervorragend, ich weniger. Ich erinnere mich noch daran, wie ich heulend auf dem Gehweg saß und beide Knie komplett aufgeschürft. Meine Mutter kniete sich vor mich. Sie legte zwei Finger unter mein Kinn und lächelte und ich? Ich lächelte ebenso obwohl mir Tränen übers Gesicht liefen. Das war irgendwie ihre Superkraft... ein einziges Lächeln und meine Welt war in Ordnung. Mein Vater war dagegen der Typ Mensch, der grundsätzlich erst einmal fragte ob sich jemand etwas gebrochen hätte? Wenn die Antwort Nein lautete, war für ihn alles halb so wild. Ich glaube, genau deshalb hatte ich nie Angst davor Fehler zu machen. Ich durfte scheitern und hinfallen solange ich natürlich wieder aufstand. Und das tat ich... immer. Na ja...fast immer. Denn es gab diese eine Sache... diese nannten sich Pflaster. Ich war fest davon überzeugt, dass Pflaster magische Kräfte besaßen. Je bunter sie waren desto schneller heilte alles. Mit Einhörnern heilte man besonders schnell und mit Dinosauriern offenbar noch besser. Heute weiß ich natürlich, dass das völliger Unsinn ist... aber damals? Damals waren Dinosaurierpflaster praktisch Medizin auf Nobelpreisniveau. Wenn ich ehrlich bin, hat sich daran emotional bis heute nicht viel geändert. Ein schönes Pflaster macht einen schlechten Tag einfach ein kleines bisschen besser. Vielleicht war genau das der Grund, warum mich der menschliche Körper irgendwann faszinierte... also jetzt nicht diese komischen Krankheiten, Blut oder Ops nein , nein. Sondern dieses unglaubliche Wunder, dass der Körper sich selbst wieder zusammensetzt. Zum Beispiel wie ein Knochen wieder wächst, die Wunde sich schließt und wie der Muskel stärker wird. Es war, als würde jeder Mensch ständig an sich selbst arbeiten. Damals konnte ich das natürlich noch nicht in Worte fassen ich fand es einfachg nur faszinierend. Und während andere Kinder davon träumten, Schauspielerin, Astronautin oder Popstar zu werden, wechselte ich meine Zukunftspläne ungefähr alle drei Wochen. Da war zum Beispiel die Tierärztin, die Archäologin, was auch ganz lustig war, die Dinosaurierexpertin oder einmal sogar Präsidentin. Und als mich mein Dad bei einem Abendessen fragte was ich mal werden wollte, antwortete ich tatsächlich , "Vielleicht alles." Mein Dad lachte nur. Damals ahnte ich nicht, dass ich Jahre später tatsächlich einen Beruf finden würde in dem ich jeden Tag etwas anderes lösen durfte. Wie ein Puzzle, nur eben mit Muskeln, Sehnen und ziemlich sturen Patienten.
Aber bis dahin... lagen noch einige Jahre voller blauer Flecken, schiefer Entscheidungen, peinlicher Momente und ziemlich vieler Dinosaurierpflaster vor mir. Und ganz ehrlich? Ich hätte keinen einzigen davon eintauschen wollen!

Kapitel 2
Zwischen blauen Flecken und großen Träumen

Falls ihr jetzt denkt, ich wäre mit zunehmendem Alter vernünftiger geworden... muss ich euch leider enttäuschen. Ich bin zwar größer geworden, habe gelernt, dass Regenschirme keine geeigneten Fluggeräte sind und dass Hunde grundsätzlich schneller laufen als Menschen auf Rollschuhen aber dieser kleine Drang alles ausprobieren zu müssen? Der ist geblieben. Meine Eltern behaupten bis heute, ich hätte keinen normalen Gang gehabt. Ich bin nie irgendwo hingegangen sondern gehüpft, gerannt und gestolpert. Oder ich war der festen Überzeugung, dass man über Mauern klettern musste obwohl daneben ganz offensichtlich ein Tor war. "Ellie!", hörte ich meine Mutter gefühlt mindestens dreimal am Tag rufen. "Ja?", "Benutz doch bitte den Gehweg!", "Aber der Zaun ist kürzer!", "...das ergibt überhaupt keinen Sinn.", "Für mich schon!"
Mein Vater stand meistens daneben, nahm einen Schluck Kaffee und meinte nur grinsend: "Lass sie. Irgendwann merkt sie schon, dass die Schwerkraft stärker ist." Spoiler Nummer zwei.. war sie. Sehr oft sogar. Aber ich mochte dieses Gefühl Dinge auszuprobieren. Zu sehen was passiert. Grenzen auszutesten. Nicht, weil ich Ärger machen wollte. Sondern weil ich einfach unfassbar neugierig war. Das führte allerdings auch dazu, dass ich gefühlt jede Sportart ausprobierte die Chicago zu bieten hatte. Ihr denkt ich übetreibe? Nope. Zum Beispiel Ballett, komplette Katastrophe. Ich war ungefähr so graziös wie ein Kühlschrank auf Rollschuhen. Meine Ballettlehrerin sagte einmal: "Ellie, versuch die Bewegung zu fühlen." Ich nickte motiviert, zehn Sekunden später stolperte ich über meine eigenen Füße und riss fast noch zwei andere Mädchen mit auf den Boden. Das Kapitel war also schnell beendet. Danach kamen Schwimmen, Tennis, Volleyball und Leichtathletik. Irgendetwas war immer los. Meine Eltern hätten wahrscheinlich ein eigenes Regal nur für Sportschuhe aufstellen können. Doch egal, welchen Sport ich machte, eines fiel mir immer wieder auf. Irgendjemand verletzte sich.... einmal war es ein verstauchter Knöchel, dann ein gezerrter Muskel oder ein ausgekugelter Finger. Während alle anderen erschrocken schauten stand ich meistens daneben und stellte Fragen zum Leidwesen der Lehrer.. "Warum schwillt das an?" - "Warum darf sie nicht weiterspielen?" - "Wie lange dauert das?" Einmal verdrehte sich ein Mädchen aus meiner Volleyballmannschaft das Knie. Ich erinnere mich noch genau daran. Sie saß auf dem Hallenboden und weinte... alle standen hilflos herum. Dann kam eine Physiotherapeutin auf das Feld, kniete sich neben sie und blieb völlig ruhig. Sie redete leise mit ihr, untersuchte vorsichtig das Bein und dabei trat keinerlei Panik auf. Es war Kompetenz und Sicherheit in einem was diese Frau ausstrahlte. Und plötzlich hörte das Mädchen auf zu weinen. Nicht, weil die Schmerzen weg waren sondern weil da jemand war, der wusste was zu tun war. Ich weiß noch, wie ich sie anstarrte.... beeindruckt. Sie musste nicht operieren... oder gar ein Leben retten.. und trotzdem veränderte sie gerade den schlimmsten Moment dieses Mädchens. Ich glaube...genau dort wurde der erste kleine Samen gepflanzt. Natürlich wusste ich damals noch nicht, dass daraus einmal ein Beruf werden würde. Ich wusste nur, dass ich diese Frau unglaublich cool fand. Zu Hause erzählte ich meinen Eltern beim Abendessen begeistert davon. Mein Vater lächelte und meine Mutter grinste und meinte dann "Und deshalb möchtest du jetzt Physiotherapeutin werden?", ich zuckte mit den Schultern "Vielleicht." Mein Vater lachte "Gestern wolltest du noch Meeresbiologin werden.", "Ja...", ich schob mir eine Gabel Pasta in den Mund "...aber Haie reißen einem ständig die Arme ab." Meine Eltern schauten sich an dann brachen beide gleichzeitig in Gelächter aus. Ich verstand damals überhaupt nicht, was daran so lustig gewesen sein sollte.
Heute schon. Ein bisschen zumindest. Je älter ich wurde, desto ernster nahm ich den Sport. Nicht, weil ich Profisportlerin werden wollte sondern weil ich verstehen wollte, wie der Körper funktionierte. Warum konnte ein Muskel reißen? Warum heilte ein Knochen?Warum konnte jemand nach einer schweren Verletzung irgendwann wieder sprinten? Je mehr ich darüber las desto faszinierter war ich. Während andere in den Sommerferien Serien suchten, verschlang ich plötzlich Bücher über Anatomie. Jaaa ich weiß, nicht besonders cool. Aber ehrlich? Ich war noch nie besonders gut darin cool zu sein. Ich war lieber neugierig und genau diese Neugier sollte irgendwann mein ganzes Leben bestimmen. Damals wusste ich allerdings noch nicht, dass sie mich eines Tages genau dorthin führen würde, wo Millionen Menschen davon träumen einmal arbeiten zu dürfen.
In eine Eishalle... mitten in die NHL. Aber bis dahin musste ich erst noch die Highschool überleben. Und glaubt mir... gegen pubertierende Teenager wirken selbst gebrochene Knochen manchmal erstaunlich unkompliziert.

Kapitel 3
Zu jung, zu klein... und trotzdem hier.

Falls ihr glaubt, dass mit der Highschool plötzlich dieser berühmte Moment kam in dem ich über Nacht erwachsen wurde... dann muss ich euch leider wieder enttäuschen. Ich bin nicht morgens aufgewacht und dachte plötzlich: .. So. Heute benehme ich mich wie eine verantwortungsvolle Erwachsene... Nein. Ich bin morgens aufgewacht, habe verschlafen, bin mit einer Zahnbürste im Mund durchs Haus gerannt, habe dabei versucht einen Toast zu essen und hätte mir beinahe den Rucksack meiner Mutter geschnappt. Also... alles wie immer. Die Highschool war... interessant. Nicht schlecht, nicht großartig.. sondern einfach Highschool eben. Da gab es die Sportskanonen, die jedes Wochenende irgendeinen Pokal nach Hause schleppten. Die Cheerleader mit ihren kurzen Röckchen wo man dachte gleich sieht man den Slip. Die Nerds die irgendwie immer nach verschmorten Kabeln rochen und Künstler.. dazu sag ich jetzt mal nichts. Und dann gab es die Menschen, die mit fünfzehn schon aussahen als würden sie ihre Steuererklärung machen.
Und dann .. naja gab es da mich. Ich gehörte irgendwie überall ein bisschen dazu. Ich konnte mit den Sportlern genauso gut reden wie mit den Leuten aus dem Debattierclub. Mit den Theaterkids genauso wie mit den Mathegenies. Nicht, weil ich überall dazugehören wollte. Sondern weil ich Menschen einfach... mochte. Jeder hatte irgendeine Geschichte und ich fand Geschichten schon immer spannender als Vorurteile. Natürlich wurde ich älter und irgendwann musste ich tatsächlich entscheiden, was ich nach der Schule machen wollte. Also.. nein, keine Präsidentin , obwohl der Gedanke nach wie vor verlockend war. Ich erinnere mich noch genau an den Abend, an dem ich meinen Eltern sagte, dass ich Physiotherapeutin werden wollte... und sie stimmten zu... also ging es nach der Schule ab zum Campus.
Das Studium war allerdings eine völlig andere Liga. Ich hatte immer gute Noten gehabt. Doch plötzlich saß ich mit Menschen in einem Hörsaal, die genauso ehrgeizig waren wie ich oder noch ehrgeiziger. Gibt es sowas echt? Anfangs war das ziemlich einschüchternd. Neben mir saßen ehemalige Leistungssportler. Leute, die jede einzelne Muskelgruppe des Körpers auswendig kannten. Studenten, die wirkten, als hätten sie Anatomie schon im Mutterleib gelernt. Und ich? Ich saß da mit meinem neuen Collegeblock. Einem viel zu teuren Kaffee und der festen Überzeugung, dass ich vermutlich im falschen Hörsaal gelandet war. Kennt ihr dieses Gefühl? Alle scheinen genau zu wissen, was sie tun. Nur ihr selbst denkt ständig: "Irgendwann merkt bestimmt jemand, dass ich hier gar nicht hingehöre."
Willkommen in meinem ersten Semester. Zum Glück hielt dieses Gefühl nicht besonders lange. Nicht, weil das Studium einfacher wurde. Ganz im Gegenteil, es wurde härter, viel härter. Aber ich merkte ziemlich schnell, dass ich etwas hatte, was man nicht aus Büchern lernen konnte. Ich mochte Menschen. Nein. Ich meine das wirklich ernst. Also nochmal, ich mochte sie. Nicht nur die netten, höflichen sondern auch die mürrischen. Sogar die Sturen. Während andere möglichst schnell ihre Behandlung abhaken wollten, blieb ich oft noch einen Moment länger. Fragte nach und hörte zu. Nicht, weil es im Lehrbuch stand. Sondern weil ich wissen wollte, wer eigentlich vor mir saß. Denn Verletzungen erzählen meistens nur die halbe Geschichte. Der Mensch dahinter erzählt den Rest. Genau das bemerkte auch eine meiner Dozentinnen. Professorin Miller. Eine Frau vor der wirklich jeder Respekt hatte. Sie war so fucking unglaublich streng. Ich glaube, sie konnte allein mit einem Blick dafür sorgen, dass ein ganzer Hörsaal plötzlich freiwillig leiser wurde. Nach einer praktischen Prüfung hielt sie mich zurück. Super! Ich war mir sicher, irgendetwas vermasselt zu haben. Sie verschränkte die Arme "Miss Hayes.", "Ja?", "Sie machen einen Fehler." Mein Herz rutschte ungefähr bis in meine Turnschuhe "Oh..." Sie sah mich einige Sekunden schweigend an, dann sagte sie: "Sie unterschätzen sich." und ich blinzelte. "...wie bitte?", "Technisch machen andere Studenten weniger Fehler.", Autsch das war voll in die Fresse. "Dafür behandeln Sie Menschen.", "...das ist doch der Job.", "Nein.", sie schüttelte langsam den Kopf "Das glauben Sie nur." Damals verstand ich nicht ganz, was sie meinte. Heute denke ich oft an diesen Satz zurück. Denn vielleicht war genau das der Grund, warum mein Weg mich später ausgerechnet dorthin führte, wo Athleten nicht nur Muskeln sondern manchmal auch ihr Selbstvertrauen wieder zusammensetzen mussten. Damals wusste ich nur eines. Ich hatte meinen Platz gefunden und ich hatte nicht vor, ihn jemals wieder aufzugeben.

Kapitel 4
Manche Patienten möchten gar nicht gesund werden.

Falls ihr denkt, das Schwierigste am Studium wäre gewesen, sich sämtliche Muskeln des Körpers zu merken... lasst mich euch eines sagen. Der menschliche Körper ist deutlich einfacher zu verstehen als der menschliche Kopf. Im dritten Semester begann unser erster großer Praxisteil. Endlich keine Puppen mehr... keine Gummimodelle und keine Kommilitonen, die freiwillig so taten, als hätten sie Rückenschmerzen. Jetzt standen da echte Menschen mit echten Schmerzen. Und plötzlich wurde aus Theorie Realität. Ich war nervös. Also richtig nervös. Nicht nach außen, nein , nach außen wirkte ich vermutlich wie immer. Ich lächelte, machte Witze und redete wahrscheinlich etwas zu viel. Aber innerlich? Innerlich hatte ich Angst. Nicht davor, dass mich jemand nicht mögen könnte. Sondern davor, jemanden zu enttäuschen. Ich wollte helfen und plötzlich lag genau diese Verantwortung in meinen Händen. Meine erste Patientin war eine ältere Dame namens Margaret. Sie war Anfang siebzig, hatte eine Hüftoperation hinter sich und sah mich an, als hätte man ihr gerade erzählt, ihre Therapeutin käme direkt aus dem Kindergarten. Sie musterte mich von oben bis unten. "Wie alt sind Sie?", "Einundzwanzig.", sie zog eine Augenbraue hoch "Sie sehen aus wie sechzehn.", "Das höre ich häufiger.", "Haben Sie überhaupt Ahnung von dem, was Sie da tun?" Ich lächelte freundlich "Das hoffe ich sehr. Sonst wäre das Studium ziemlich teuer gewesen." Zum ersten Mal verzog sich ihr Mundwinkel und ich merkte einen kleinen Sieg. "Na schön." sie verschränkte die Arme "Überzeugen Sie mich." Und genau das tat ich. Nicht mit großen Worten sondern Schritt für Schritt. Nach jeder Behandlung lief sie ein kleines bisschen besser. Stand ein kleines bisschen sicherer und Lächelte ein kleines bisschen häufiger. Vier Wochen später brachte sie selbstgebackene Zitronenkekse mit "Für meine Lieblingsphysiotherapeutin." Ich nahm die Dose entgegen und grinste. "Sie haben doch bestimmt noch andere.", "Nein." sie sah mich gespielt streng an "Die anderen sind bloß Kollegen." Ich glaube, in diesem Moment verstand ich zum ersten Mal, warum ich diesen Beruf so liebte. Nicht, weil jemand am Ende wieder laufen konnte sondern weil man diesen Weg gemeinsam ging. Es waren die kleinen Fortschritte. Der erste schmerzfreie Schritt, die erste Treppe oder der erste Spaziergang. Die Dinge, die für gesunde Menschen selbstverständlich waren. Für andere bedeuteten sie die Welt. Natürlich lief nicht immer alles so harmonisch. Es gab auch... Gary. Gary war Mitte dreißig und Hobbysportler. Er hatte einen Kreuzbandriss und er war vermutlich der sturste Mensch, dem ich bis dahin begegnet war "Sie dürfen sechs Wochen keinen Sport machen.", "Vier reichen.", "Nein.", "Drei?", "Auch nicht.", "Zwei?" , ich sah ihn an "Gary.", "Ja?", "Wenn Sie weiter verhandeln, werden daraus acht.", er blinzelte. "...dürfen Sie das überhaupt?", "Keine Ahnung.", ich zuckte mit den Schultern "Aber ich kann's versuchen." Er fing tatsächlich an zu lachen "Sie sind ganz schön frech.", "Berufskrankheit." Am Ende hielt er sich natürlich trotzdem nicht an den Plan. Zwei Tage später stand er wieder mit Schmerzen vor mir. Ich verschränkte die Arme "Oh." er verzog das Gesicht "Bitte sagen Sie nicht Ich hab's Ihnen doch gesagt.", "Keine Sorge." Er atmete erleichtert aus. Ich lächelte "Ich denke es einfach ganz laut." Selbst Gary musste lachen und irgendwie... funktionierte genau das. Ich lernte schnell, dass Menschen viel eher auf dich hören, wenn sie sich nicht fühlen, als würden sie gerade ausgeschimpft. Ein bisschen Humor da, ein bisschen Ehrlichkeit dort. Und ziemlich viel Geduld. Professorin Miller beobachtete einige meiner Behandlungen. Nach einer davon fing sie mich auf dem Flur ab. "Miss Hayes." , "Ja?", "Sie reden viel.", "...das wurde mir schon öfter gesagt.", "Normalerweise würde ich das kritisieren." i ch wartete "Aber Ihre Patienten entspannen sich dadurch." Ich lächelte "Danke." Sie nickte langsam "Verlieren Sie sich dabei nur nicht.", "Wie meinen Sie das?", "Mitgefühl ist wichtig."sie machte eine kleine Pause "Aber vergessen Sie nie, dass Sie nicht dafür da sind das Leben Ihrer Patienten zu leben." Dieser Satz blieb hängen. Vielleicht sogar mehr, als sie damals ahnte. Denn manchmal... möchte man Menschen so sehr helfen, dass man vergisst, dass sie selbst ebenfalls einen Schritt machen müssen. Du kannst jemandem den Weg zeigen doch gehen muss er ihn alleine. Ich schrieb mir diesen Satz später tatsächlich in mein Notizbuch. Zwischen Anatomieskizzen, Kaffeeflecken und einer Einkaufsliste, auf der aus irgendeinem Grund gleichzeitig Bananen, Tape und Hundefutter standen. Fragt bitte nicht. Ich weiß bis heute nicht, wie diese Liste entstanden ist. Je näher mein Abschluss rückte, desto häufiger hörte ich denselben Satz. "Und was machen Sie danach?" Die meisten meiner Kommilitonen hatten längst Pläne. Eigene Praxen, Krankenhäuser oder Rehazentren. Ich? Ich wusste nur eines. Ich wollte dorthin, wo Menschen an ihre Grenzen gingen. Wo jeder Millimeter Beweglichkeit über Karrieren entschied. Wo ein einziger Muskel über Sieg oder Niederlage bestimmen konnte. Ich wollte in den Profisport. Allein dieser Gedanke sorgte regelmäßig für hochgezogene Augenbrauen. "Das ist schwer." - "Da kommt man nicht einfach rein." - "Die nehmen eher Leute mit zehn Jahren Berufserfahrung." Vielleicht hatten sie recht. Vielleicht war es wirklich unrealistisch. Aber wisst ihr... ich war noch nie besonders gut darin, mich von dem Wort unmöglich einschüchtern zu lassen. Und genau dieser kleine Dickkopf sollte schon sehr bald an die Tür der NHL klopfen. Ohne zu ahnen, dass hinter dieser Tür nicht nur mein Traumjob auf mich wartete sondern auch die größte Überraschung meines Lebens.

Kapitel 5
Willkommen in der NHL... hoffentlich fliegst du nicht direkt wieder raus.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr auf eine E-Mail wartet? Also so richtig wartet. Alle drei Minuten aktualisiert ihr euren Posteingang obwohl ihr genau wisst, dass sich in den letzten siebenundzwanzig Sekunden wahrscheinlich nichts verändert hat. Ja. Genau so war ich. Eigentlich sogar NOCH schlimmer. Mein Studium war fast vorbei, meine Abschlussprüfungen lagen hinter mir und ich hatte Bewerbungen verschickt als gäbe es dafür Bonuspunkte oder auch keinen Morgen. Krankenhäuser, Rehakliniken, Sportzentren und...natürlich an verschiedene NHL-Organisationen. Nicht, weil ich ernsthaft damit gerechnet hätte sondern weil mein Vater irgendwann meinte: "Was ist das Schlimmste, das passieren kann?" Mein Vater hatte manchmal eine erschreckend einfache Art, Probleme zu lösen. Also schickte ich die Bewerbung ab. Und wartete.... eine Woche, zwei Wochen. Drei.. irgendwann fing ich an, jeden unbekannten Anruf grundsätzlich mit Herzrasen entgegenzunehmen. An einem Dienstagmorgen saß ich schließlich mit meiner Mutter am Küchentisch. Sie las Zeitung. Ich starrte auf mein Müsli. Genauer gesagt starrte ich seit ungefähr fünf Minuten dieselbe Cornflake an. In genau diesem Moment klingelte mein Handy. Unbekannte Nummer, ich seufzte. "Wahrscheinlich wieder irgendeine Versicherung." Ich verdrehte die Augen ging trotzdem dran, "Hallo?", "Miss Eleanor Hayes?", "Ja?" "Guten Morgen. Hier spricht Daniel Morrison von den Chicago Blackhawks."
Ich glaube... mein Gehirn hat in diesem Moment einfach beschlossen, kurz Feierabend zu machen. Ich sagte nichts. Gar nichts. "Miss Hayes?", "Hm?", "Sind Sie noch da?" "Ja...… ich glaube schon." Ich hörte ein leises Lachen am anderen Ende "Wir würden Ihnen gern eine Stelle in unserem medizinischen Team anbieten." … Immer noch nichts "Miss Hayes?" , "Entschuldigung." ich räusperte mich. "Ich versuche gerade herauszufinden, ob ich träume." doch er lachte nur "Falls doch, wäre das ein ziemlich offizieller Traum." Nachdem das Gespräch beendet war, saß ich einfach nur da mit dem Handy in der Hand. Meine Mutter schaute mich an. Ich schaute zurück. Sie legte langsam die Zeitung weg und ich sprang plötzlich vom Stuhl auf "ICH HAB DEN JOB!" Meine Mutter erschrak so sehr, dass ihr fast die Kaffeetasse aus der Hand fiel dann quietschte sie lauter als ich. Und glaubt mir... das will etwas heißen. Sie fiel mir um den Hals. Wir hüpften tatsächlich mitten in der Küche herum wie zwei vollkommen überdrehte Erdmännchen. In genau diesem Moment kam mein Vater zur Haustür herein. Er blieb stehen, sah uns an. "Soll ich fragen?" ich drehte mich zu ihm mit Tränen in den Augen und wahrscheinlich einem Grinsen, das halb Chicago hätte beleuchten können. "Ich hab's geschafft." mehr musste ich gar nicht sagen. Mein Vater stellte wortlos seine Aktentasche ab. Kam auf mich zu und nahm mich einfach in den Arm. "Ich bin stolz auf dich." mehr sagte er nicht. Musste er auch nicht. Manchmal reichen vier Worte völlig aus.
Die nächsten Wochen vergingen schneller als jede Klausurenphase meines Lebens. Verträge, Unterlagen, Gesundheitsnachweise und Mitarbeiterausweise. Ich unterschrieb so viele Dokumente, dass ich irgendwann kontrollierte ob ich aus Versehen nicht doch ein kleines Land gekauft hatte. Und plötzlich... war er da. Mein erster Arbeitstag. Ich stand vor der Trainingshalle der Chicago Blackhawks. Die Morgensonne spiegelte sich auf den riesigen Glasfronten. Menschen liefen geschäftig an mir vorbei. Alle wirkten so, als hätten sie das schon tausendmal gemacht. Nur ich stand da mit meinem Rucksack. Einem viel zu heißen Kaffeebecher und dem festen Vorsatz, heute auf gar keinen Fall irgendetwas Peinliches zu machen. Am Empfang lächelte mich eine ältere Dame freundlich an. Sie reichte mir meinen Mitarbeiterausweis und ich bekam eine kurze Führung durch das Gebäude. Jeder Raum war größer als meine erste Studentenwohnung und irgendwo zwischen all den Geräten, Eisbecken und Behandlungsräumen wurde mir plötzlich klar: Holy shit… ich arbeite wirklich hier. Nicht als Praktikantin sondern als Teil des medizinischen Teams. Ich, Ellie Hayes. Das Mädchen, das früher geglaubt hatte, Dinosaurierpflaster hätten magische Heilkräfte. Gar nicht schlecht, wenn ihr mich fragt. Eine Mitarbeiterin blieb schließlich vor einer Tür stehen. Ich atmete tief durch. Ich war bereit wie man nur sein konnte. Sie lächelte "Dann lernen Sie jetzt Ihren ersten Patienten kennen.", ich nickte. Spürte, wie mein Herz plötzlich bis in meinen Hals schlug. Okay... ruhig bleiben. Du hast dafür studiert. Du kannst das. Ich strich meine Jacke glatt, rückte den Mitarbeiterausweis zurecht und griff nach der Türklinke. Damals dachte ich, ich würde einfach nur meinen ersten Arbeitstag beginnen. Ich konnte ja nicht ahnen... dass hinter genau dieser Tür nicht nur mein erster Patient auf mich wartete. Sondern Antworten auf Fragen, von denen ich bis zu diesem Moment nicht einmal wusste, dass ich sie stellen musste.

02.Gemeinsame Story

Er wurde nicht als Hayes geboren. Er kam im Alter von zehn Jahren zu Richard und Victoria Hayes, nachdem seine Mutter nach langer Krankheit verstorben war. Sein Vater hatte die Familie bereits Jahre zuvor verlassen und war nie wieder aufgetaucht. Da keine weiteren Angehörigen gefunden werden konnten, sollte er zunächst in eine Pflegefamilie vermittelt werden. Richard und Victoria, die sich bereits seit Jahren sozial engagierten, lernten ihn dann über eine Stiftung kennen. Eigentlich sollte es nur eine vorübergehende Unterbringung sein. Doch aus einigen Wochen wurden Monate und schließlich eine Familie. Für Ellie, die bis dahin ihr ganzes Leben als Einzelkind verbracht hatte, war das zunächst eine riesige Umstellung. Plötzlich musste sie ihr Zuhause, die Aufmerksamkeit ihrer Eltern und sogar das Badezimmer mit einem älteren Teenager teilen. Anfangs konnten sich beide kaum ausstehen. Er fand Ellie furchtbar anstrengend. Ellie hielt ihn für den mürrischsten Menschen der Welt. Doch mit der Zeit änderte sich alles. Er wurde zu dem großen Bruder, den Ellie nie gehabt hatte. Er brachte ihr Fahrradfahren ohne Stützräder bei, erklärte ihr später, warum sie niemals jedem Jungen glauben sollte, der "Ich melde mich" sagt und fuhr sie heimlich zum ersten Konzert obwohl ihre Eltern eigentlich Nein gesagt hatten. Ellie wiederum schaffte es wie kaum jemand anderes, ihn zum Lachen zu bringen. Sie erinnerte ihn daran, dass Familie nicht durch Blut entsteht sondern durch Menschen, die bleiben. Vor einigen Jahren entdeckte er dann seine Leidenschaft für Autos. Aus dem Interesse wurden nächtelange Schrauber Stunden, daraus schließlich Kontakte in die illegale Rennszene Chicagos. Etwas, das Ellie bis heute überhaupt nicht gutheißt. Zwischen den Geschwistern kommt es deshalb regelmäßig zu Diskussionen. Ellie sorgt sich um ihn, er hält ihre Angst für übertrieben. Trotzdem weiß jeder der beiden: Sobald es wirklich ernst wird, würde der andere alles stehen und liegen lassen.

03.Writing
Writing preference
1st person · 3rd person
Play preference
Chat style · Novel
Posting preference
Chat · Guestbook · Scene
Posting length
Short · Medium · Long
Activity / own words

Mir sind Charakterentwicklung, Kommunikation und gemeinsames Plotten wichtiger als ein festes Skript. Ich antworte in der Regel regelmäßig, RL geht aber natürlich immer vor. Qualität ist mir wichtiger als Geschwindigkeit und ich freue mich über kreative Ideen, spontane Wendungen und Charaktere mit Ecken und Kanten. Solange beide Seiten Spaß am gemeinsamen Schreiben haben, bin ich für fast alles zu begeistern.

04.Letzte Worte
Weitere Anschlussmöglichkeiten

Natürlich besteht bereits eine direkte Verbindung zu @Ares Castillo , mit dem du seit Jahren in der illegalen Rennszene regelmäßig aneinandergerätst. Für dich ist er ein rücksichtsloser Idiot, der auf der Strecke keine Grenzen kennt. Dass ausgerechnet Ellie ihn kennenlernt, dürfte dir deshalb so gar nicht gefallen.

Außerdem wird sich im Laufe der Geschichte noch ein größerer Familienplot entwickeln. Ellie erfährt irgendwann, dass sie nicht die leibliche Tochter der Hayes ist. Dadurch tritt @Mika Allie Kalyn als ihre Zwillingsschwester in ihr Leben und stellt ihre gesamte Vergangenheit auf den Kopf.

Ansonsten denke ich, gibt es genügend Anschlussmöglichkeiten. Du kommst letztlich aus der Upper Class

Probepost
Ja
Letzte Worte

Falls du bis hierhin gelesen hast.. Respekt. Vielen Dank! Komm einfach mit deinen Ideen auf mich zu, egal ob sie schon komplett ausgearbeitet oder nur ein kleiner Geistesblitz sind. Oft entstehen die schönsten Geschichten ohnehin erst gemeinsam. Also keine Scheu, ich empfange dich sehr gerne mein Bruder!

01 / 04
Wanted details
Wanted by
Eleanor
28.08.2026


zuletzt bearbeitet 28.08.2026 11:16(+0200)
#18

Wanted · haunted by the death of me } brother
Kaia Beaumont
Suchender

Kaia Beaumont

Agetwentyfour
Occupationstudent { psychology, with a specialization in cognitive neuroscience
ResidenceChicago
AffiliationSigma Kappa Delta
Social classMid Class
Faceclaimnailea devora
01.Short facts
Full nameKaia Beaumont
Agetwentyfour
Sexualitystraight
Occupationstudent { psychology, with a specialization in cognitive neuroscience
ResidenceChicago
AffiliationSigma Kappa Delta
Social classMid Class
Faceclaimnailea devora

Have you ever wondered what it would be like if you were living a life different from the one you have now? Have you ever wished you could trade places with someone else? How often have you caught yourself secretly envying something in another person's life — something you've never had yourself? Would you trade your worst memories for an endless supply of happy ones? What if? But what if you had no control over any of it? What would you do if you remembered nothing anymore? If you couldn't even recall your own name, let alone who you are?

„Some people are born into freedom. Others are born into a legacy.“
Ellington – ein Name, der in den höchsten Kreisen Großbritanniens mit Einfluss, einschlägiger Tradition und altem Geld verbunden wurde, ebenso wie mit jedem Nachkömmling. Das familieneigene Investmentunternehmen, das seit Jahrzehnten weitaus mehr als nur Bankbeteiligungen, Immobilien und internationale Unternehmen verwaltet, war Charles Ellingtons ganzes Lebenswerk – zumindest neben seiner Frau, Eleni Ellington. Die gebürtige Griechin stammte aus einer wohlhabenden Reederfamilie, und obgleich sie sich den Gepflogenheiten der britischen Oberschicht angepasst hatte zur Liebe ihres Mannes, so weigerte sich die engstirnige Griechin sämtliche ihrer Wurzeln zu verleugnen, weshalb es außer Frage stand, das wenn Sie die Nationalität schon nicht vererben könne, wenigstens ihren Kindern die Namen zu geben, die an ihr Heimatland erinnern sollte. Gegen den leisen Widerstand einiger Familienmitglieder war es also entschieden, dass ihr erstgeborener Sohn Ares getauft wurde und einige Jahre später ihre einzige Tochter Athena – deutlich und klar benannt nach der Göttin der Weisheit, in der stillen Hoffnung, dass ihr kleines Mädchen eines Tages ihren eigenen Weg mit ebenso viel Verstand als auch Stärke beschreiten würde.
Von außen betrachtet könne man also nun meinen, dass es dem Haus Ellingtons an nichts fehlte. Das Anwesen der Familie wirkte einem althistorischem, englischem Mythos entsprungen, während die Sommer meist an der griechischen Küste verbracht wurden. Die Kindheit der Ellington Geschwister entsprach beinah einem standarisiertem Klitsche eines jeden Romans: Privatlehrer, Internate, Reitunterricht, Fechten und Klavierstunden. Wohltätige Galas gehörten mit der gleichen Selbstverständlichkeit zu ihrem Alltag wie maßgeschneiderte Designerkleider. Ebenso war für Ares als auch für Athena schon vor der Geburt das Leben besser durchgetaktet als das Laufwerk einer Schweizer Uhr – nicht aber etwa aus Boshaftigkeit, viel eher, weil in einer Welt von gefallenem Adel und blauen Blut jede Generation dieselben Erwartungen erfüllte, wie bereits die zuvor. Hinterfragt wurde selten etwas, denn die Antwort war klar: Hier wurde nicht gefragt, wer man mal sein wolle, oder was dein Traum sei. Hier wurde man geboren und wusste bereits, wer man zu sein hatte. Ziemlich klitschehaft, nicht wahr? Und doch gab es immer wieder einen kleinen Funken wie der erste warme Sonnenstrahl nach einem eisig, verregnetem Tag, der einen Unterschied versprach.

“The ice never asked her to become someone else, yet the rink was still made of gold.”
Die Erziehung der britischen Elite forderte viele Tribute – und auch viel Zeit. Man versuchte einen Sport nach dem anderen (selbst wenn Polo immer einer der Favoriten bleiben würde), und doch war Athena gerade einmal vier Jahre alt, als sie zum ersten Mal eine Leidenschaft verspürte, die so ein kleines Kind nicht greifen konnte. Ursprünglich war es nichts weiter als eine von vielen Aktivitäten gewesen, ähnlich wie Ballett oder Klavier, als Eleni ihre Tochter auf die Eisfläche stellte. Niemand dachte, dass das kleine tollpatschige Mädchen einen sicheren Stand auf dem Eis finden würde, als betoniertem Boden. Und doch, während andere Hobbys kamen und gingen, war es immer das Eis, was Athena blieb. Auf dem Eis bemerkte sie schnell, dass man keine Erwartungen an ihreaufgrund ihrer Herkunft stellte – sie war hier nicht Charles Ellingtons Tochter, nicht Ares‘ Schwester, nicht Teil einer jahrhundertalten Dynastie. Hier war sie einfach.. Athena. Jeder Sprung, jede Pirouette und jede noch so schmerzhafte Landung bedeuteten Freiheit. Während während Zuhause wiederum jeder Schritt überwacht wurde und jeder Fehler eine Lektion nach sich zog. Hier, auf dem Eis, durfte sie auf dem Eis scheitern, wieder aufstehen und es erneut versuchen. Vielleicht war genau das der Grund, weshalb sie das Eiskunstlaufen nie wieder losließ. Wäre zumindest verständlich, oder nicht? Passend zum Eiskunstlauf wurde auch ihre Passion für das Ballett immer größer, als würde sie dadurch den Tanz auf festem Boden weiterführen können. Es war einfach die Eleganz, die Körperspannung und ja, auch die eigenbestimmte Kontrolle über jede Bewegung, die zu einem fest definiertem Teil ihrer Persönlichkeit wurde. Und doch stellte sich vor allem beim Eiskunstlauf heraus, dass Athena weitaus mehr Talent besaß als viele Kinder in dem gleichen Alter. Nach ersten regionalen Meisterschaften folgten schlussendlich nationale Wettkämpfe und ein Traum sollte sich erfüllen, als renommierte Trainer auf sie aufmerksam wurden im Teenageralter, die ihr die Möglichkeit einer professionellen Karriere versprachen. Aber wie war das gleich? Das Buch ihres Lebens war schon gebunden und zum Bestseller verkauft worden, bevor sie den ersten Schrei im Kreissaal tätigte – und somit blieb für ihre Eltern dieser durchaus erfolgreiche Zeitvertreib genau das, was es schon immer war: Ein schönes Hobby, eine Leidenschaft, aber sicherlich nie nur ansatzweise ein Beruf. Nein, hier stand es bereits nur mit vierzehn Jahren im Raum, an welcher Universität Athena später studieren sollte – und was. Jura? Politik? Wirtschaft? Etwas, das Bestand hatte. Etwas, das natürlich dem Namen Ellington gerecht wurde. Aber was sollte Athena auch erwarten? In ihren Kreisen hatte man kein Mitspracherecht. Man wurde in eine Welt geboren, die klein war. Nicht geografisch, aber gesellschaftlich.
Aber natürlich sollte es auch in der britischen Elite, deren Landgüter als Portraits in fremden Wohnzimmern hingen, Ausnahmen geben. Ausnahmen, die tiefbraune Augen hatte, ein schiefes Lächeln und einer Traurigkeit, die greifbar war. August war Athena noch nie jemand Fremdes gewesen – Familien wie ihre bewegten sich seit Generationen in denselben Kreisen. Man besuchte dieselben Veranstaltungen, dieselben Wohltätigkeitsbälle, dieselben Sommerfeste.. und doch entstanden ehrliche Freundschaften hier nur selten. Interesse war nicht oft ehrlich, und doch gab es etwas an August, was Athena irgendwie.. fesselte. Vielleicht war es die Art, wie er oftmals Dinge leise aussprach, sodass sie nochmal nachfragen musste. Vielleicht war es auch die Tatsache, dass er dem Käfig entkommen wollte, der ihn seither einsperrte und vielleicht war es auch die Tatsache, dass Athena sich nach demselben sehnte. Denn obwohl sie nach außen hin oft die angepasste Tochter spielte, kannte sie dieses Gefühl nur zu gut – ständig das Leben anderer erfüllen zu müssen, während die eigenen Wünsche immer nur wie eine Fußnote behandelt wurden. Für ihren Bruder Ares hingegen war August jedoch das genaue Gegenteil dessen, wofür die Familie Ellington stand. Während August versuchte, aus seinem goldenen Käfig auszubrechen, verteidigte Ares genau diesen Käfig. Für ihn bedeuteten Tradition, Verantwortung und Familienerbe nicht Unterdrückung, sondern Stolz. Dass August all das hinter sich lassen wollte, empfand er beinahe als Beleidigung gegenüber den Generationen vor ihnen. Was als kindische Reiberei begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer tiefen Abneigung.. Jedes FamilienessenJedes öffentliche Essen endete früher oder später in Diskussionen, jede Begegnung war von unterschwelligen Spannungen geprägt. Und auch wenn Ares Athenas Person war, der Mensch, der immer die Arme für sie offen hieltoffenhielt, war es noch immer so, dass sie in August etwas sah, an das sie sich nie wirklich traute zu glauben. Eine Chance. Einen Funken Hoffnung.

“Loving someone is easy. Choosing between two worlds is not.”
Aus einer vorerst unschuldigen, und doch jahrelangen Freundschaft sollte sich irgendwann etwas entwickeln, was keiner der beiden greifen konnte. Es gab keinen dramatischen, besonderen Moment, kein großes Geständnis. Die Gespräche wurden nur immer länger, das gemeinsame Lachen inmitten der Veranstaltungen ihrer Elternhäuser ehrlicher und das Gefühl, jemanden gefunden zu haben, der sich doch wahrlich wie eine Art Zuhause anfühlt, immer stärker. Es war das stumme Verständnis dafür, dass man in einem Leben feststeckte, welches durch fremde Federn bis ins kleinste Detail geplant war. Aber mit August musste Athena nicht so tun, als wäre sie glücklich darüber, dass ihre Zukunft bereits bestimmt worden war. Und er musste sich wiederum nie dafür rechtfertigen, wieso er ausbrechen wollte. Einfach weg hier – loslaufen und nie mehr zurückblicken. Und doch war es genau jener Freiheitswunsch, der ihnen zum Verhängnis werden sollte. Als August bekannt gab, dass er sein Studium in Chicago antreten würde, traf es nicht nur seine eigene Familie völlig unvorbereitet; auch Athena hatte bis zuletzt gehofft, er würde bleiben. Insgeheim spielte sie sogar mit dem Gedanken, ihm zu folgen. Vielleicht nicht sofort, aber.. irgendwann. Endlich fernab der Erwartungen ihrer Eltern, fernab der Ellingtons und all der Verpflichtungen, die sie seit ihrer Geburt begleiteten. Doch weder ihre Familie noch August selbst ließen diesen Traum zu: Während ihre Eltern ihr unmissverständlich klarmachten, dass ihre Zukunft in England liege, war es ausgerechnet August, der ihr letztlich sagte, er könne nicht warten. Sie entgegnete ihm mit Verständnis, auch wenn ebendieses Verständnis noch lange kein gebrochenes Herz überdauern würde. Und somit füllte sich der Raum, der einst mit dem hellsten Gelächter gefüllt war, mit tiefreichendem Schweigen.
Die junge Ellington war vielleicht ein blauäugiger Jungspund, naiv und verloren, aber es fühlte sich wahrlich so an, als habe sie etwas im Leben verloren, was sie nie mehr zurückerhalten würde. Rückblickend war es aber sicherlich nicht der schlimmste Verlust, den sie noch durchleben würde. Und doch musste sie diese bittersüße Leere füllen – und somit stürzte sie sich nur noch mehr ins Training. Sie verbrachte immer weniger Zeit auf dem Anwesen der Ellingtons und immer mehr Stunden auf dem Eis. Die Distanz zu ihren Eltern wuchs mit jedem Wettkampf, mit jeder Diskussion über ihre Zukunft und mit jedem unausgesprochenen Gedanken an August. Ares beobachtete all das im Stillen, aber immer mit offenen Armen. Und mit jedem Tag, an dem seine Schwester stiller wurde, wurde seine Abneigung gegen August größer. In seinen Augen war nicht das System schuld, nicht ihre Eltern, nicht die Erwartungen ihrer Familie.. sondern lediglich der Mann, der Athena erst hatte träumen lassen – und sie anschließend mit diesen Träumen allein zurückgelassen hatte.

"Sometimes, a person doesn't disappear all at once. Sometimes, they vanish piece by piece."
The Butterfly Effect: One choice. One mistake. One moment. Sometimes, that's all it takes for an entire life to become someone else's story.

Wie sooft in England war es ein verregneter Abend, als Athena erneut einen Wettkampf verließ – es war weder Sieg noch Niederlage geworden, sondern nur eine Platzierung. Eine Platzierung, auf die andere sicherlich stolz gewesen wären aber für sie fühlte es sich wie eine Bestätigung an ihre Eltern an, dass dieser Scheideweg ihres Lebens nicht der Richtige war. Und während die Scheibenwischer den Regen in dem monotonem Takt von der Scheibe fegten, summte noch immer Tame Impala aus dem Autoradio. Zum ersten Mal seit Wochen war da nur die dunkle Landstraße zwischen London und Stamford, nichts anderes. Und vielleicht war es die innere Ruhe, die ihr den Mut zusprach, anzuhalten, aber dennoch auch ihre dümmste Lebensentscheidung. Zumindest die dümmste Entscheidung des Lebens, an welches sie sich nicht mehr erinnern würde. Wie oft sagten Eltern ihren Kindern, sie sollen nicht einfach anhalten, wenn fremde Menschen am Straßenrand standen? Bei niemand Fremdes ins Auto steigen oder niemand Fremdes mitnehmen? Und doch wog das Mitgefühl schwerer als die Vorsicht. Kaum hatte sie die Fahrertür geöffnet, änderte sich alles. Der zweite Mann trat beinahe lautlos aus dem Schatten hinter ihr hervor und alles, was sie noch spürte war einen heftigen Schlag gegen den Hinterkopf, verlor das Gleichgewicht und stürzte auf den Asphalt. Instinktiv versuchte sie, sich zu wehren: Ihre Fingernägel hinterließen Kratzspuren auf einer fremden Haut, sie trat um sich, schrie um Hilfe – bis ein weiterer Schlag sie verstummen ließ. Das Letzte, woran sie sich jemals erinnern würde, war das kalte Gefühl des Regens einer Heimat, an die sie sich nicht mehr erinnern würde.

"A missing body leaves room for hope. A grieving family often mistakes silence for certainty."
Es dauerte ganze drei Tage. Drei Tage, in denen es kaum jemanden auffiel, dass sie in der Schule fehlte. Das sie nicht nach Hause kam. Das sie nicht erreicht war. Drei Tage, bis man ihren verlassenen Wagen fand am Rand einer wenig befahrenen Straße. Die Fahrertür stand offen, als würde der Fahrer jederzeit wieder zurückkommen. Alle Wertgegenstände waren noch im Fahrzeug.. und noch viel persönlicheres als das. Blutspuren an der Türinnenseite und auf dem Asphalt. DNA die zweifelsfrei niemand anderen als Athena Ellington zugeordnet werden konnte. Aber von ihr selbst fehlte jedoch jede Spur. Die Polizei leitete eine großangelegte Vermisstensuche ein, mediale Aufruhr entsand: Wälder wurden durchsucht, Seen abgesucht, Drohnen eingesetzt, Zeugen befragt. Wochenlang dominierten Zeitungsartikel und Nachrichtensendungen den Fall der verschwundenen Tochter einer der bekanntesten Familien der Region, und doch verlief jeder Hinweis im Sand. Es gab keine Lösegeldforderung, keine Sichtungen, keine Leiche. Es war, als hätte es Athena nie gegeben. Als habe sich ein schwarzes Loch aufgetan, was alles von ihr genommen habe, bis auf eine Blutlache, die ihre Existenz bedauerten. Und mit jedem Monat, der ins Lande ging, ließ das öffentliche Interesse nach - und mit ihnen schwand auch die Hoffnung. Die Ermittler kamen schließlich zu dem Schluss, dass das Ausmaß der Blutspuren auf ein tödliches Gewaltverbrechen hindeutete. Ohne weitere Beweise blieb der Fall ungelöst, doch intern galt Athena längst nicht mehr als Vermisste, sondern als vermutlich tot. Die Ellingtons akzeptierten dieses Urteil überraschend schnell; vielleicht aus Verzweiflung, vielleicht aus Pragmatismus. Oder auch einfach, weil eine Familie wie die ihre gelernt hatte, Verluste ebenso kontrolliert zu verarbeiten wie jedes geschäftliche Risiko. Und somit wurde die einzige Ellington Tochter nach etwas mehr als einem Jahr wurde Athena schließlich auf Antrag der Familie für tot erklärt. Eine Beerdigung ohne Sarg, nur mit Grabstein, beinah so, als würde der Tod selbst nicht wissen, wo sie abgeblieben war. Und doch war die blanke Wahrheit noch so viel grausamer.
Denn nein, Athena war nicht gestorben. Auch wenn sie es sich in so vielen Momenten gewünscht hatte.
Stattdessen wachte sie zwei Tage später nach dem Überfall in einem wirklich spärlich improvisierten Operationsraum auf, höchstwahrscheinlich irgendwo außerhalb Londons. Ihr Kopf dröhnte, ihr Körper fühlte sich nicht wie ihrer an; sie war benommen, orientierungslos.. identitätslos. Sie wusste weder, welcher Tag heute war, noch wo sie war, oder wie sie hieß. Die Männer, die sie überfallen hatten, gehörten keiner hochprofessionellen Mafia an, sondern einem losen Netzwerk, das mit Identitätsdiebstahl, Menschenhandel und illegalen medizinischen Eingriffen Geld verdiente. Eigentlich hatten sie nur Wertgegenstände stehlen wollen dieses Mal, aber erst als Athena den Angriff überlebt hatte und durch ihre Verletzungen kaum noch ansprechbar war, entschieden sie sich, aus ihr zusätzlichen Profit zu schlagen. Während ihrer vermeintlichen Gefangenschaft wurde sie mehrfach untersucht: Blutproben wurden mit nicht wirklich sterilen Utensilien genommen, ihre Organe auf ihre Eignung geprüft, nur damit man ihr schließlich unter primitiven, aber medizinisch ausreichenden Bedingungen eine Niere entnahm, die auf dem Schwarzmarkt verkauft werden sollte. Die schwere Kopfverletzung machte sie für ihre Entführer jedoch zunehmend.. wertloser. Sie konnte sich weder an ihren Namen erinnern noch Angaben zu ihrer Herkunft machen. Für sie war sie nichts weiter als eine junge Frau ohne Identität, aber dadurch kein Risiko. Vielleicht war das der Lichtblick in dem unendlichen Dunkel, oder das heiserne Wispern der Gerechtigkeit, aber sie sollte leben. Ein Leben, welches nie für sie gedacht war. Und doch musste man sicherstellen, dass es keine Chance gab, dass sie gefunden werden würde. Also wurde sie mit anderen Opfern weit, weit weg gebracht – über Grenzen und fremde Länder, bis sie das Land der unendlichen Träume erreichten: Die Vereinigten Staaten. Chicago, um genau zu sein. Hier wusste niemand, wer sie einmal gewesen war, am allerwenigsten aber sie selbst.

Es war ein äußerst kalter Wintermorgen, als eine junge Frau bewusstlos in einer Seitenstraße unweit des Chicago Rivers gefunden wurde; schlichte Kleidung, keine Tasche, kein Handy und keine Ausweisdokumente. Lediglich eine frische Operationsnarbe an der linke Hüfte und mehrere, ältere Verletzungen die auf massive, stumpfe Gewalteinwirkungen schließen ließ. Sie wurde in das nächste Krankenhaus eingeliefert, und aufgrund der unbekannten Identität wurde sie offiziell zur ersten Jane Doe seit Langem.

Patientenakte
Patient: Jane Doe
Geschlecht: Weiblich
Geschätztes Alter: 24 Jahre
Nationalität: unbekannt
Identifizierende Dokumente: keine
Befunde:
• Schweres Schädel-Hirn-Trauma mit ausgeprägter retrograder Amnesie
• Mehrere verheilte Frakturen
• Frische Operationsnarbe nach linksseitiger Nephrektomie
• Anzeichen länger andauernder körperlicher Vernachlässigung
• Deutliche Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung
Psychologischer Erstbefund:
Patientin orientiert sich zu Zeit und Ort nur sehr eingeschränkt. Keine Erinnerung an Namen, Familie oder Herkunft. Sprachvermögen vollständig erhalten. Allgemeinwissen dem geschätzten Alter altersentsprechend. Wiederholt dieselbe Aussage: "I.. I don't know who I am."

Und somit wurden Wochen zu Monaten, und die Monate fast zu einem Jahr. Während man in Europa noch immer dem Verlust der einzigen Ellington Tochter hinterher trauerte, lag sie tatsächlich tausende von Kilometern entfernt in einem Krankenhausbett in Chicago: Namenslos, heimatlos und ohne einen blassen Schimmer, dass irgendwo auf der anderen Seite des Atlantiks bereits ein ganzes Leben um sie begraben worden war.
Die ersten Wochen im Krankenhaus fühlten sich an wie ein dichter Nebel auf einer Straße, die kein Ende fand. Jeden Tag wurde sie mit denselben Fragen konfrontiert, auf die sie nie eine Antwort fand, egal wie sehr sie sich bemühte. Wie heißt du? Wer bist du? Wo kommst du her? Hast du Familie? Sie wusste, was es bedeutete im Sinn eine Familie zu haben, aber hatte sie eine? Sie konnte sich einfach nicht daran erinnern, und somit diagnostizierten die Ärzte einige Befunde – alles, was die Allgemeinheit anging, war in Ordnung, vorhanden. Aber sobald es um sie ging, herrschte gähnende Leere hinter ihrer Stirn. Keine Erinnerung an ihre Kindheit, keine Erinnerung an den ersten Herzschmerz, keine Erinnerung an offene Arme und tiefbraune Augen. Das Krankenhaus leitete gemeinsam mit den Behörden umfangreiche Maßnahmen ein, die jedoch alle im Sande verliefen. Für die Behörden war sie nichts weiter als eine junge Frau ohne Vergangenheit.

"Sometimes, family is not who finds you first. It's who refuses to leave."
Ihr Fall schlug interne Schlagezeilen im Krankenhaus, immerhin kam es nicht immer vor, dass man jemanden ohne Vorgeschichte, ohne Identität traf und das in dem Alter. Somit war es auch nicht überraschend, dass die leitende Krankenhausdirektorin Dr. Haley Beaumont sich dem Fall mitunter selbst annahm. Sie hatte viele, schreckliche Schicksale in ihrem Krankenhaus begleitet, aber irgendetwas an der jungen Frau schien zu fesseln. Vielleicht war es die Art, wie sie jeden Morgen hoffnungsvoll aufwachte, nur um am Abend erneut feststellen zu müssen, dass sie sich immer noch an nichts erinnerte. Vielleicht war es aber auch der stille Schmerz in ihren Augen, wenn sie anderen Patienten beim Besuch ihrer Familien zusah. Sie löste irgendetwas in der kinderlosen Frau aus, die ihr Leben dem Anderer verpflichtet hatte. Somit brachte Haley der Namenslosen Bücher mit, setzte sich nach Feierabend zu ihr ans Bett und sprach mit ihr über alles Mögliche – nie über Erinnerungen, sondern über das Hier und Jetzt. Über Lieblingsjahreszeiten, Musik, Filme oder die Frage, ob ein Mensch sich neu erfinden könne, wenn niemand mehr wusste, wer er einmal gewesen war. Und da Haley nun noch mehr Zeit im Krankenhaus verbrachte als ohnehin schon, wurde auch Haleys Ehemann, Nathan, aufmerksam und wollte das Mädchen kennenlernen, dass seiner Frau eine Art neuen Sinn schenkte. Nathan war ein renommierter Wirtschaftsanwalt in Chicago, bekannt für seine ruhige Art und seine beinahe unerschütterliche Geduld. Während Haley ihr Halt im Krankenhaus gab, kümmerte Nathan sich um alles, was außerhalb der Klinik lag: Behörden, Gerichte, Versicherungen. Er war es schließlich auch, der gemeinsam mit Haley die rechtlichen Schritte einleitete. Da trotz internationaler Ermittlungen keinerlei Hinweise auf ihre Identität gefunden werden konnten und sie offiziell als nicht identifizierbare Person galt, beantragten die Beaumonts die Vormundschaft, die erst Monate später bewilligt wurde. Und zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit, war sie kein namenloser Mensch mehr, keine Jane Doe. Sie erhielt eine Geburtsurkunde, eine Sozialversicherungsnummer, eine Identität, einen Namen. Kaia June Beaumont.

“The body remembers what the mind forgets.”
Der Weg zurück ins Leben bestand nicht aus großen Durchbrüchen, wie man es aus Blockbustern kannte. Er bestand aus kleinen Erfolgen, die für andere selbstverständlich wirkten, für Kaia jedoch wortwörtlich Meilensteine waren. Alltägliche Dinge neu beigebracht zu bekommen, wie mit dem Bus zu fahren, Wäsche zu waschen, eben all das, was man in dem Alter normal mit einer Selbstverständlichkeit tat, Lernen, mit Albträumen umzugehen, die keinen Ursprung hatten, und akzeptieren, dass Schweigen manchmal genauso laut sein konnte wie sich heiser zu schreien.
Während Haley die bestmögliche neurologische und psychotherapeutische Betreuung für sie organisierte, lernte Kaia Schritt für Schritt, nicht länger verzweifelt nach einer Vergangenheit zu suchen, die sich ihrem Horizont entzog. Die Ärzte erklärten ihr immer wieder, dass Erinnerungen leider nicht auf Knopfdruck zurückkehrten – und vielleicht niemals vollständig zurückkehren würden. Irgendwann hörte sie auf, jede Narbe, jeden Traum und jedes unerklärliche Gefühl nach Hinweisen zu durchforsten, stattdessen begann sie zu akzeptieren, dass ihr Leben vielleicht aus zwei Kapiteln bestand: dem, das sie verloren hatte, und dem, das sie gerade erst schrieb. Als schließlich feststand, dass sie selbstständig leben konnte, bestanden Haley und Nathan darauf, sie nicht an sich zu binden. Sie sollte ihr eigenes Leben aufbauen, endlich raus kommen, Freunde finden, ankommen in einem Leben, das die ganze Zeit auf sie wartete. Sie sollte studieren, lernen, lieben und leben. Und somit bemühten sich die Beaumonts um einen Studienplatz, und das ziemlich erfolgreich – wenn auch verhältnismäßig ziemlich spät. Damit Kaia auch auf den vollen Genuss des Studentenlebens kam, bemühte sie sich selbst um einen Platz in einer Studentenverbindung und auch dies sollte sich auszahlen, als sie ein Teil der Sigma Kappa Deltas wurde – hier war die Villa am Hyde Park voller junger Menschen, Chaos, Lachen und Leben. Etwas, das Kaia nie wirklich gekannt hatte, aber jetzt endlich kennenlernte. Eishockey war in der Stadt ziemlich groß geschrieben, somit auch an der Uni, was sie wieder in eine Eishalle zog – und darin sog sie nicht etwa der brutale Sport an, sondern das Eis selbst. Heimlich stahl sie sich aufs Eis, als würde es sie rufen; als würde es sie berufen. Und dann passierte etwas, womit sie nicht rechnete. Es war, als würde ihr Körper eine Sprache sprechen, die sie nicht nachvollziehen konnte. Sie bewegte sich auf dem Eis viel zu selbstverständlich für jemanden, der angeblich noch nie auf dem Eis gestanden hatte.. Und das machte ihr verdammt viel Angst. Ihre Füße kannten einen Ort, den ihr Kopf vergessen hatte. Aber von diesem Tag an kehrte sie immer wieder zurück und baute das aus, was ihr ein fernes Gefühl von Zugehörigkeit schenkte. Es dauert nicht lang bis Trainer der Uni auf sie aufmerksam wurden, andere Läufer staunten über ihr außergewöhnliches Talent, und zum ersten Mal begann Kaia zu glauben, dass irgendwo tief in ihr eine Vergangenheit existierte, die mehr gewesen sein musste als ein leeres Blatt Papier. Die Frage war aber immer noch dieselbe, auf die niemand eine Antwort kannte. Kannte doch niemand, oder? Denn als tiefbraune Augen sie ansahen, als würden sie einen Geist sehen, kam es ihr so vor, als würde ein Leben vor ihrer Zeit sie einholen.

02.Gemeinsame Story

2013, may
Einzelne Regentropfen zeichneten ihre Wege über die bodentiefen Fenster des Ellingtonanwesens, während Athena auf der untersten Stufe der großen zweiläufigen Ehrentreppe saß, die in einer Empore im Obergeschoss mündete. Athena sah verhältnismäßig klein aus, wie sie dort einfach nur mit verschränkten Armen saß und auf ihre halb geöffneten Schlittschuhe sah, die achtlos vor ihr auf dem Marmorboden lagen. Die Tränen, die den Raum vorher noch gefüllt hatten, waren nur noch ein trockenes Zeugnis auf ihren Wangen, dafür verrieten sie noch immer die leicht geröteten Augen. "Hast du wieder geweint?" Sie musste gar nicht aufschauen, um zu wissen, wer vor ihr stand. Die Stimme würde sie unter tausenden wiedererkennen. Ohne ein Wort zu sagen, spürte sie die Präsenz ihres Bruders, als er sich neben sie niederließ, perfekt gestriegelt, wie immer. "Dad?", erkundigte er sich dann und der Schwall an ehrlicher Fürsorge war nicht zu verkennen. Vielleicht war Ares die meiste Zeit nur der ideale Vorzeigesohn einer Jahrhundertlangen Dynastie, aber wenn es um seine kleine Schwester ging, war er einfach nur Bruder. Ein verdammt Guter noch dazu. Athena nickte auf seine Worte nur, denn sie befürchtete, wenn sie jetzt sprach, würde der Damm erneut brechen und das Foyer in einem Ozean an Tränen untergehen wie Atlantis. "Sag mir, was passiert ist, Thia", forderte er dann mit warmen Unterton und stieß sie aufmunternd mit der Schulter an. Sie schnaubte erst leise, bevor sie doch anfing zu sprechen. "Er sagt immer noch, dass Eiskunstlaufen nur ein Hobby ist, und ich endlich erwachsen werden soll", ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, "Und irgendetwas.. wichtiges machen muss, etwas, was dem Familiennamen gerecht wird." Stille kehrte für einen Moment ein, und für den Bruchteil einer Sekunde meldete sich die Sorge in Athena, dass ihr Bruder ihrem Vater Recht zusteuern würde, immerhin ging er total in dieser Zwangserziehung auf; wie oft hatte er auch gesagt, dass er nicht versteht wie August aus solchen Reihen ausbrechen wollte? Er nannte ihn einen undankbaren Narr, weil er sich am Laib ihres Vaters satt gefressen hatte, wie eine Raupe Nimmersatt. Als er dann jedoch wortlos nach ihren Schlittschuhen griff und begann, die gelösten Schnürsenkel wieder ordentlich über Kreuz einzufädeln, war sie etwas verwirrt. "Weißt du, was ich eher glaube?", er wartete gar keine Antwort ab, "Ich bin der festen Überzeugung, du bist am nervigsten, wenn du aufgibst." Das sollten jetzt Worte der Aufmunterung sein? Sie verzog leicht das Gesicht und ihre Schultern sanken ineinander. "Das war alles andere als nett, Ares." - "Das sollte es auch gar nicht sein, Athena. Du fällst ständig hin und stehst dann trotzdem wieder auf. Das macht kaum jemand." Ein schwaches Lächeln huschte über ihre Lippen, bevor sie dann aber ein leises "Und was ist, wenn ich irgendwann nicht mehr aufstehen kann?" an ihren Bruder richtete, den Hauch der Verzweiflung deutlich in Stimme hörbar. Ares zog die Schleife fest, legte den Schlittschuh vor ihre Füße und stupste sie leicht dagegen. "Dann bin ich da und ziehe dich hoch.“ Es war eine Antwort, wie sie nur ein Bruder geben konnte. Ohne großes Versprechen, ohne Pathos und dennoch glaubte Athena ihm jedes einzelne Wort.
2022, august
Der Rasen vor dem Grab war längst dunkel gefärbt aufgrund des Regens, der auch teilweise sein Inneres Leid spiegelte. Er blieb vor dem Grab stehen, betrachtete es, immer noch nicht greifen können, wie es soweit kommen konnte. Wie er vor einem Grab stehen konnte seiner kleinen Schwester, wissend, dass es leer war; es gab weder Sarg noch Leiche. Er sah auf den Grabstein und alles in ihm zog sich zusammen.. Athena Joy Ellington, * 2002 - † 2020 beloved daughter and sister. Es war grausam, und doch war er lieber hier als es nicht zu sein. Er griff in seine Manteltasche und seine Finger spielten um den Stoff der schneeweißen Schnürsenkel, die noch immer sauber zusammengerollt und unbenutzt waren. Für einen flüchtigen Moment sah er sie wieder vor sich.. ihr dunkles Haar, die viel zu großen Kulleraugen, die leicht gerötet waren.. er sah das kleine Mädchen auf der Treppe, während er ihr die Schlittschuhe neu geschnürt hatte. Dann bin ich da und ziehe dich hoch.. seine eigenen Worte verfolgten ihn seither, aber damals hatte er es mindestens genauso sehr geglaubt wie Athena selbst. „Tut mir leid“, sagte er leise und zum ersten Mal seit langer Zeit klang seine Stimme nicht wie die eines Ellingtons, sondern nur wie die eines großen Bruders. „Ich war diesmal nicht da, um dich wieder hochzuziehen.“ Der Wind strich über den Friedhof und bewegte die weißen Schnürsenkel einen kaum sichtbaren Zentimeter. Einen Moment lang starrte er den Grabstein seiner Schwester an, als würde er noch immer realisieren müssen, dass sie nicht mehr zurückkommen würde.

— DYNAMIK:
Two sides of the same coin — genau das waren Ares und Athena. Während der älteste Ellington die Traditionen, die mit dem schwerwiegendem Namen Ellington einher ging, mit Stolz trug und überzeugt davon war, dass familiäre Verpflichtungen und Erbe über den eigenen Wünschen standen, so war Athena jemand, der daran glaubte, dass es mehr gab als das, was ihre Eltern ihnen erlaubte zu sehen; sie sehnte sich nach einem Leben fernab des goldenen Käfigs. Die Geschwister diskutierten, widersprachen sich regelmäßig und sahen durch komplett verschiedene Augen auf dieselbe, trübe Welt. Aber keine Meinungsverschiedenheit konnte je groß genug sein, um Ares' Liebe zu seiner kleinen Schwester zu schmälern. Für ihn war Athena der einzige Mensch, den er bedingungslos liebte – und selbst wenn er ihre Träume nie ganz verstand, hätte er alles getan, um sie zu beschützen. Dementsprechend war es nicht verwunderlich, als der junge Mann sich in Abgründen verlor, als die Konstante seiner Schwester verloren ging. Er gab ihrer ersten großen Liebe, August Montgomery [ebenfalls im Forum vertreten] die Schuld daran, weil er sie hatte von mehr träumen lassen, nur um sie mit ebendiesen Träumen alleine zurückzulassen. Vielleicht war er nicht der ausschlaggebende Grund für den tatsächlichen, vermeintlichen Tod, aber Ares war sich sicher, dass sie bereits vorher an gebrochenem Herzen gestorben war. Ares war so an seine Schwester gebunden, dass es sich nicht mal mehr richtig anfühlte, bei seinem Vornamen genannt zu werden, sodass er sich, als er in das Familienunternehmen einstieg, dazu entschied, nur noch bei seinem Zweitnamen [William, änderbar] genannt zu werden. Ares gab es nur mit Athena, aber Athena war tot - und somit auch Ares.

03.Writing
Writing preference
3rd person
Play preference
Novel
Posting preference
Chat · Guestbook · Scene
Posting length
Short · Medium · Long
Activity / own words

online daily, responses are depending on mood & vibe. deutsch & english.

Außerdem habe ich mir auch schon zum Inplay Gedanken gemacht — Das erste Inplay wird wohl eine emotionale Überforderung, weil Ares [bzw. William, oder wie auch immer du ihn dann nennen magst] glaubt, dass er Geister sieht; als würde ihn all die Vorwürfe, Zweifel und Ängste mit einem Mal abholen, obwohl er glaubte die Versetzung nach Chicago um das Ellington Geschäft auch overseas zu komplementieren würde ihn befreien, ist es eigentlich genau das Gegenteil.
Plotideen gibt es also genug, dabei könnte man daran ansetzen, dass Ares womöglich glaubt komplett durchzudrehen, als er denkt seine tote Schwester zu sehen. Ziel ist es natürlich schon, dass Kaia irgendwann bewusst wird, wer sie eigentlich mal war. Dazu kommt noch, dass August auch im Forum ist, und das wird natürlich auch kein sonderlich schönes Aufeinandertreffen - denn so wie Ares August die Schuld gibt, gibt August Ares die Schuld, dass sie viel zu früh aufgegeben haben nach Athena zu suchen [in der UK wird man erst nach 7 Jahren als tot deklariert, aber die Ellingtons haben den Antrag bereits nach einem Jahr unterschrieben]. Ansonsten gibt es noch genug andere Ansätze!

04.Letzte Worte
Weitere Anschlussmöglichkeiten

Es gibt familiären Anschluss in Form eines Cousin, als eben auch August, und noch ein paar Freunde von Kaia.. jedoch muss man hier berücksichtigen, dass Kaia natürlich gar keine Ahnung hat, wer Ares/William ist.

Probepost
Spontan entscheiden
Letzte Worte

hallo ♡ Freut mich, dass du her gefunden hast! Das Konzept von Ares ist etwas.. besonders, aber ich finde ihn als Charakter unfassbar spannend, zumal sich hier auch viel vorprogrammiertes, emotionales Drama ergibt (sei es mit Athena/Kaia oder auch August), und man kann definitiv in eine Vergangenheit eintauchen, die der eine vergessen hat und den anderen komplett verändert. Neuanfänge werden immer romantisiert, aber hier wird auch mal die Schattenseite aufgezeigt, wenn es richtig bespielt wird. Ansonsten freue ich mich, wenn du auch eigene Ideen und Anregungen mitbringst. <3

01 / 04
Wanted details
Wanted by
Kaia
23.08.2026

#19

Wanted · taste of pretty poison { possible slow burn
Sutton Claire Laurent
Suchender

Sutton Claire Laurent

Agetwentythree
Occupationstudent [Business & Aerospace Engineering]
Residencechicago
AffiliationThe Privé
Social classUpper Class
Faceclaimsadie sink
01.Short facts
Full nameSutton Claire Laurent
Agetwentythree
Sexualitystraight
Occupationstudent [Business & Aerospace Engineering]
Residencechicago
AffiliationThe Privé
Social classUpper Class
Faceclaimsadie sink

Hast du dich jemals gefragt, was du alles tun würdest, wenn du eine zweite Chance auf ein neues Leben erhältst? Wenn alles, wovon du immer geträumt hast, auf einmal greifbar ist? Was würdest du tun?

Dein Leben beginnt ziemlich ereignislos, denn du wirst als letztes Kind in eine Familie hinein geboren, in der man nie nach etwas fragen musste — es gab ausnahmslos alles in beinah verschwenderischer Übermenge. Der Name Laurent hat nicht nur Türen, sondern wortwörtlich den Himmel eröffnet; maßgebender Marktführer, wenn es um die Entwicklung modernster Luftfahrttechnologie, hochpräziser Flugzeugkomponenten und exklusiver Aviationlösungen geht. Privatjets wurden mehr gesammelt als Luxuswagen, um auch nach außen hin zu zeigen, dass man hinter der eigenen Marke stand. Aber mit dem öffentlichen Anblick, mit diesem Privileg für das andere Sterben würden, kamen auch Erwartungen. Und entgegengesetzt der Erwartungen, so warst du doch körperliche die Schwächste, erfülltest du alle Erwartungen. Zeitweise sogar mit solch einer Leichtigkeit, weshalb dich Silas und Sloane damit nur zu gerne aufgezogen haben. Einen Streber musste es bei Drillingen doch immer geben, nicht wahr? Du warst die Tochter, die man perfekt präsentieren konnte. Die wusste, wie man sich der Etikette anpasste, wie man höflich lächelte, ohne das es zwanghaft aussah. Und vielleicht war auch genau das der Grund, wieso niemand deinen Wandel verstand. Wie aus Sonnenschein nichts anderes als allesverschlingende Dunkelheit werden konnte.

Die Geschichte deiner Familie war besser getaktet als ein Schweizer Uhrwerk. Sullivan war als Erstgeborener dafür verantwortlich, jegliche Verantwortung zu übernehmen — für das Unternehmen, aber auch stellvertretend für die Geschwister. Und doch war es Savannah, deine große Schwester, die immer ein wenig erwachsener als jeder andere wirkte, aber gerne von den Eltern übersehen wurde. Und dann gab es da noch.. euch. Silas, Sloane und dich. Die Drillinge, die beinah alle zeitgleich auf die Welt gekommen waren und vom ersten Schrei im Kreissaal eine Verbindung hatten, die sich nie gänzlich greifen oder erklären ließ.
Während Silas immer derjenige war, der sich schützend vor seine gleichaltrigen Schwestern stellte, war Sloane schon immer die unermüdliche Energie des Trios. Und du? Du warst die Ruhe in dem Sturm beider; aber du warst weder schüchtern, noch unsicher. Während Silas und Sloane im hiesigen Garten fangen spielten, sahst du nicht zu selten von der Terrasse aus zu. Nicht, weil du nicht mitspielen wolltest, aber weil du zu schnell außer Atem warst. Weil du dazu bestimmt warst, vorsichtiger sein zu müssen, was nicht zuletzt dazu führte, dass du mit Intelligenz und Attitude überzeugen musstest. Der angeborene Herzfehler war abzusehen, war es doch herkömmlich, dass bei einer Drillingsgeburt einer der Drillinge schwächer war. Und das Schicksal entschied sich einfach dazu, deine Kindheitstage mit bedeutend vielen Arztterminen, Untersuchungen und Regeln zu füllen: Keine Überanstrengungen, früh erprobte Achtsamkeit, lernen, auf die Signale deines Körpers zu hören. Als Kind hast du dich schwer getan, all das in seinem Fundament zu verstehen, aber du hast die Angst deiner Familie gespürt. Wie Silas einen Beschützerinstinkt entwickelte, der dich auf kurz oder lang wahnsinnig machen würde. Wenn du zu lange mit Sloane gespielt hast, war er derjenige, der dich an Ruhepausen erinnerte. Sloane wiederum war das genaue Gegenteil.. sie nahm deine Krankheit nicht ernst. Nicht etwa, weil es ihr egal war, sondern weil sie sich schlichtweg weigerte dich als krankes Kind anzusehen. Sie versuchte sicherzustellen, dass in einem Netz, in dem nur Entscheidungen über dich anstatt mit dir getroffen worden sind, du in solch kleinen Momenten zumindest Mitspracherecht hast.

Dadurch, dass du körperlich aufgrund des schwachen Herzens eingeschränkt bist, passt du dich immer mehr der Rolle der Vorzeigetochter an. Du kannst körperlich vielleicht nicht glänzen, aber dafür zahlst du mit Verstand und Überzeugung. Du bist diszipliniert und gehst nahtlos in die Gesellschaft über, die man für dich auserwählt hat. Du verstehst dich richtig zu verhalten, du wirst herzlich und doch ziemlich früh in die geschäftlichen Essen eingeschleust, wenngleich auch vorerst als stiller Beobachter. Du lernst stundenlang Smalltalk zu führen, obwohl du dir innerlich den Revolver schon an die Schläfe legst. Aber du bist nun mal die Vorzeigetochter, und wann immer deine Eltern dich vorstellen, klingt es beinah wie eine Bewerbung: Sutton Laurent, ihr jüngster Drilling. Die hauseigene Erfolgsgeschichte — etwas, worüber du nicht einmal unglücklich bist. Nein, es erfüllt dich einerseits mit dem blanken Gefühl von Stolz und dein Ehrgeiz wird geweckt mehr als das zu erreichen. Hast du als Kind immer davon geträumt, Astronautin zu werden, so wolltest du dir jetzt lieber etwas eigenes im Familienunternehmen aufbauen.

Und auch wenn Silas und Sloane dich damit nur noch mehr aufziehen, belächelst du es nur. Du kannst nicht wie Silas dem Traum von Eishockey nachgehen, du kannst nicht wie Sloane eine anmutige Tänzerin werden, das macht dein Herz nicht mit. Du kannst zwar auch noch lange nicht mit dem Können von Sullivan mithalten, aber du lernst ordentlich von Savannah. Und trotz der Dynamik war es Sloane, die dir auch jetzt am nächsten war. Nicht, weil immer alles harmonisch war.. nein, eher das Gegenteil. Ihr streitet euch wegen den banalsten Dingen; Kleidern, Jungs, Partys, diese (laut Sloane) ätzenden Familienregeln. Aber am Ende war es immer wieder Sloane, die dich deine Einschränkung vergessen ließ; bei der du mehr Mensch als Krankheit warst. Sie ist der Impuls, der dich auch mal dazu verleitet, Chaos anzunehmen und zu erforschen, als immer nur dem Regelwerk zu folgen. Wenn du noch nachdenkst, hat sie längst gehandelt. Nicht zu selten zu dem Leidwesen von Silas, der zeitgleich dein größter Beschützer aber auch Gegner ist: Denn während Slo dich dazu bringt, deine Grenzen gelegentlich auszutesten, versucht Silas ständig, sie für dich zu definieren.

Du hast die Highschool mit Bravour bestanden und dich schnell für ein Studium im Bereich Business & Aerospace Engineering entschieden. Du hast deinen festen Freundeskreis und ein umfassend vertrautes Verhältnis mit deinen Geschwistern, und auch deine Eltern sehen dich weiterhin als wertvolles Mitglied der Familie als auch Gesellschaft an. Dein Leben verläuft bisher ziemlich gut, oder nicht? Dein Herz funktioniert noch, auch wenn es unausgesprochen im Raum steht, dass es irgendwann ersetzt werden muss. Dir ist auch bewusst, dass es nicht einfach ist auf eine Transplantationsliste nach oben zu rutschen, aber als du mit einem Mal im Krankenhaus wach wirst und dich vor Schmerzen kaum bewegen kannst, verstehst du gar nicht, wo du bist. Mühsam greifst du dir an die Brust, und fühlst frisches Narbengewebe unter deinen Fingern. Dein Kopf dröhnt und Bilder spielen sich ungefiltert vor deinem geistigen Auge ab, die du zuerst nicht in Zusammenhang bringen kannst. Sloane, die Party, ihr hattet beide getrunken. Silas wollte euch abholen, aber er war nie aufgetaucht, also versicherte Sloane dir, dass sie noch fahrtüchtig war. Ihr hattet diskutiert, du hattest etliche Male nachgefragt, aber du hast ihr vertraut, also warst du eingestiegen. Und jetzt war es nicht der Autositz, auf den dein Hintern lag, sondern ein.. Krankenhausbett. Und als du um dich herum blickst, konntest du sie nicht finden. Wo war Sloane? Und wieso fühlte sich dein Körper so.. anders an? Irgendetwas war fremd, und damit meintest du nicht die Nähte auf deiner Brust. Es war eher das, was darunter war.. dein Herz. Es fühlte sich so falsch stark an. Kurzerhand standen Sullivan und Savannah in deinem Zimmer, und trotz der betörenden Benommenheit und dem endlosen Pochen in deinem Kopf hattest du nur eine Frage: Wo war Sloane? Du merkst, wie sie versuchen deiner Frage zu umgehen, aber du antwortest auf nichts. Es gibt immer nur drei Worte, die du wiederholst wie ein Mantra. Wo ist Sloane? Aber als auch Silas hinzukam und dich kaum ansehen konnte, wusstest du es. Du erinnerst dich an quietschende Reifen, an den Geruch von auslaufendem Benzin, auf kaputtes Metall. Dem Geschmack von Blut, und diese allesverschlingende Dunkelheit. Aber als sie es aussprachen, war es schlimmer als jeglicher Schmerz, der Beweis dafür war, dass du noch lebtest: Sloane war tot. Sie hatte es im Gegensatz zu dir nicht überlebt. Und solltest du bis hier hin denken, dass das der schlimmste Teil war an der Geschichte, so wusstest du noch lange nicht, welche Bürde Sullivan für dich auf sich genommen hatten; und welche dunklen Geister seither auch Silas heimsuchen würden.

Es kostete Wochen auf der Intensivstation, dann noch die Rehabilitation und etliche Nachsorgeuntersuchungen — letzteres kanntest du immerhin aus der Kindheit, nur das dieses Mal Sloane fehlte, die dir trotz der ausdrücklichen Warnungen der Ärzte so viel Eis besorgte, wie du nur so schnell verschlingen konntest. Nein, dieses Mal warst du allein, auch wenn sich wieder alle Augen auf dich richteten. Die Ärzte und Medien sprachen von einer zweiten Chance und dem einschneidenden Verlust einer geliebten Seele. Aber niemand verstand, was das mit dir machte. Du trauerst, selbstverständlich, wirst heimgesucht von Schuldgefühlen. Es fällt dir zuerst schwer überhaupt in ein Auto zu steigen, du hörst dir krampfhaft alte Sprachnachrichten an, um ihre Stimme nicht zu vergessen. Du fragst dich still, wieso du überlebt hast, wenn du doch von den Drillingen wenn überhaupt dazu bestimmt warst, früh zu sterben. Wieso Sloane? Du warst dein Leben lang vorsichtig und was hatte dir das gebracht? Und das war der Moment, als der Sonnenschein dem Schatten wich. Du hast dein ganzes Leben lang damit verbracht, auf deinen Körper zu hören, aufzupassen, Regeln zu befolgen. Du hast brav deine Medikamente genommen, nicht zu viel getobt, du warst schlichtweg vernünftig. Du hast die Sommer in Frankreich, der Herkunft deiner Familie, verkürzt um passend für Untersuchungen wieder im Lande zu sein. Und dennoch standest du in schwarz gekleidet auf der Beerdigung deines Drillings.

Es hat langsam begonnen — erst hattest du dich verschanzt, Verabredungen abgesagt, Menschen gemieden. Nur um dann planlos rauszugehen, zu feiern, das zu leben, wofür Sloane gestanden hat. Zu tanzen, wie sie es sonst tat. Du probierst Dinge aus, die du früher niemals gemacht hättest (kam hier der Zugang zu The Privé und Cloud Nine doch nur gelegen) und irgendwann beginnst du bewusst Risiken einzugehen. Nicht, weil du sterben möchtest aber weil du das Gefühl hast, dass du nach Sloanes Tod endlich selbst entscheiden musst, was dein Leben wert ist. Für sie, als auch für dich. Das Verhältnis mit Silas wird komplizierter, weil er mehr klammert, während du mehr Freiheit forderst.

Heute bist du 23 und ein Widerspruch auf zwei Beinen. Du hast noch immer diese perfekte Ausstrahlung, weißt dich situationsbedingt dem Umfeld anzupassen, aber sobald die Vorhänge sich zuziehen, ist kaum etwas von der Scharade übrig. Du bist impulsiver, rücksichtsloser. Du provozierst regelrecht und überschreitest klare Grenzen. Du kannst nicht mehr akzeptieren dich von Angst und Medizin leiten zu lassen, wenn es dich bereits alles gekostet hat. Und der Muskel, der dafür sorgt, dass du all das erleben kannst, wird schlussendlich zur Hiobsbotschaft — denn wieso kann dich Sullivan nicht mehr ansehen ohne dabei auszuschauen, als würde er sich dafür schämen, dass du noch lebst? Wieso wich Silas der Frage aus, woher auf einmal so schnell ein Herz zur Verfügung stand?

Du weißt noch nicht, dass dein neues Leben mit einer Entscheidung begonnen hat, die niemals hätte getroffen werden dürfen. Und du weißt noch nicht, dass irgendwann jemand vor deiner Familie stehen wird und die Frage stellt, die alles zerstören könnte: Wisst ihr eigentlich, wessen Leben ihr für ihres genommen habt?

02.Gemeinsame Story

Egal wie oft du versucht hattest, dich daran zu erinnern, Abstand zu halten.. Du versagtest jedes Mal, wenn Sutton vor dir stand. Wie viele Nächte hattest du dich selber davor gewarnt, dich mit dieser ganzen Situation in einen Abgrund zu schmeißen, der weder moralisch vertretbar war, noch logisch — und ja, eine Zeit lang hattest du wirklich daran geglaubt, dass Abstand das Beste war. Aber wann immer dich dieser stechende Ozean unter dem dichten Wimpernkranz hervor ansah, prallte alles, was du über Sloane noch wusstest, auf alles, was du über Sutton hättest wissen sollen. Beinah schon pervers, wie leichtfertig dein eigene Verstand dich belügen konnte, oder? Es war einfach nur ein Blick; ein Gott verdammter Blick reichte aus, um dich jegliche Vernunft für einen Funken Gefühl vergessen zu lassen. Es war die Art, wie Sloane die Lippen zusammenpresste.. Nein, fuck! Wie Sutton — wie S u t t o n — die Lippen zusammenpresste, wann immer du eine Grenze überschritten hattest, die Einblick auf die echte Gefühlswelt verlangte. Du wusstest, dass Sloane nicht mehr vor dir stehen konnte. Nicht, nach dem du etliche Stunde nach ihrem Begräbnis noch da gesessen hattest, ohne festen Boden unter den Füßen und einem Loch in deiner Brust, das es nicht mehr zu füllen galt. Danach war die Zeit angebrochen, in der Sutton und du mehr füreinander da ward. Hattet ihr doch beide den Wohl wichtigsten Menschen in eurem Leben verloren.. auch wenn der Fakt, dass Sloane und Sutton beinah identisch aussahen, das ganze nicht einfacher machte. Vielleicht war genau das der trügerische Grund, wieso es sich immer mehr wie ein Drahtseilakt anfühlte; diese Grenze zwischen Erinnerung und Gegenwart. Und du weißt, dass du dich dennoch jedes Mal erneut in dem Ozean ihrer irden ertränken würdest. „Starr mich nicht so an“, sagte sie leise zu dir, die Stimme kaum mehr als ein heiseres Flüstern. Noch bevor du sprachst, wusstest du, du hättest wegsehen sollen. Dich aus einem Bann befreien, der der Inbegriff einer Grauzone war. Aber was hast du getan? Die Distanz überbrückt, einen kleinen Schritt näher. „Wie sehe ich dich denn an?“ — „Als ob ich sie wäre.“ Die Antwort war einem schmerz gleichgestellt, der plötzlich greifbar war wie ein Schwert, dessen Klinge sich durch euch beide bohrte. Es war die bittersüße Wahrheit, die ihr beide längst kanntet, aber nie offenkundig benannt hattet. Du hattest sie nach Sloanes Tod gesucht, ohne es dir einzugestehen. Hattest in ihr etwas gefunden, das dich für ein paar verdammte Sekunden glauben ließ, dass der Verlust nicht endgültig war. Und zu deinem Leidwesen hatte dich der Überlebende Drilling einfach weilen lassen — vielleicht, weil auch sie einen Teil ihrer toten Schwester in dir wiedergefunden hatte. Der Mann, der ihre Schwester geliebt hatte. Und doch durftest du nicht ihr Trost sein, und sie nicht deine zweite Chance. Maßlos alles daran war falsch und verwerflich, denn während ihr euch an etwas Totes klammertet, ward ihr dabei etwas Lebendiges zu zerstören. „Ich werde niemals Sloane sein“, unterbrach sie dann die Stille, und als ob die Atmosphäre sich nicht ohnehin aufheizen würde, legtest du eine Hand an ihre Wange. Es war perfide, wie perfekt sich ihr Gesicht in deine Hand betten ließ; wie dein Muskelgedächtnis arbeitete, als wäre es nie anders gewesen. Du sahst erneut in den Strom ihrer Augen, diese Seelenspiegel die funkelten und gleichermaßen besorgniserregend tot wirkten. „Ich weiß“, jetzt war es deine Stimme, die kaum mehr als ein Flüstern war, „aber ich kann dich trotzdem nicht loslassen.“ Du wolltest das gar nicht sagen; Gefühle — ob real oder Einbildung — hatten keinen Raum zwischen euch. „Aber manchmal sehe ich dich an und für einen Moment sehe ich sie wieder.“ Sutton schluckte, und in ihren Blick mischte sich etwas wie Hoffnung, wenngleich auch dieser Funken dem Erlischen versprochen war. „Aber viel schlimmer ist, dass ich weiß, dass du nicht sie bist und ich es trotzdem will.“ Und das war die bittere Wahrheit — oder das, was du dir einredest. Irgendwo zwischen schwerer Trauer und nagender Schuld hattest du begonnen, etwas zu begehren, was niemals dein sein sollte. Denn ein Teil von dir hatte längst vergessen, ob du an Sutton klammerst, weil du Angst hattest sie zu verlieren — oder endlich zu realisieren, dass du Sloane längst endgültig verloren hattest, auch wenn ihr Abbild noch immer vor dir stand.

03.Writing
Writing preference
3rd person
Play preference
Chat style · Novel
Posting preference
Chat · Guestbook · Scene
Posting length
Short · Medium · Long
Activity / own words

almost daily, preferably over phone. posting frequently & in german as well as english. [englisch ist kein muss, deutsch ist genauso fine. <3]

04.Letzte Worte
Weitere Anschlussmöglichkeiten

Du wirst sicherlich den Cousin kennen, der im Forum vertreten ist, genauso wie Kindheits- und Familienfreunde von Sloane & Sutton. Wichtig hierbei ist aber vor allem @Romina Ryder — war sie früher die (beste) Freundin von Sloane, die sich jetzt Sutton irgendwie auch einverleibt hat. Seems like she’s collecting the pieces of her dead sister like throphies, whoops.

Probepost
Spontan entscheiden
Letzte Worte

Vorab möchte ich sagen, dass ich hiermit kein festes Pairing suche oder anstreben will. Mir geht es eher darum, dass man versucht den engumschlungenden Tanz zwischen dem Hinterherjagen eines Gefühls und einer Idee zu folgen; dem kleinen, feinen Unterschied zwischen Einbildung und Realität. Ob es am Ende wahre Gefühle im Spiel sind oder ob man nur hoffnungslos an etwas klammert, dass man nie mehr zurückbekommt, wird sich mit dem Inplay ergeben. Außerdem warne ich auch direkt vor: Meine Charaktere machen sich liebend gerne selbstständig, sodass ich zwar oftmals ein Ende plane, aber nie an der Linie ankomme. Harmonie bestimmt immer viel mehr die Chemie, als Planungen.

& zuletzt, hab einfach Spaß an der Idee (und bevorzugt an emotionalem Drama und moralischer Grauzonen), und bring auch gerne eigene Ideen an. Ich bin echt ne sehr spontane Person, lasse mich beim Posten nicht stressen, mache dies somit auch nicht im Gegensatz. Ansonsten heißt die goldene Regel ganz einfach: Immer offen und transparent miteinander sprechen. ♡

01 / 04
Wanted details
Wanted by
Sutton
24.08.2026


#20

Wanted · the other best friend
Weston Rhys Calloway
Suchender

Weston Rhys Calloway

Age26
OccupationNHL star, stanley cup winner. defenseman of Chicago Blackhawks hockeyteam
ResidenceChicago
AffiliationCitizen
Social classUpper Class
FaceclaimStephen Kalyn
01.Short facts
Full nameWeston Rhys Calloway
Age26
Sexualityhetero
OccupationNHL star, stanley cup winner. defenseman of Chicago Blackhawks hockeyteam
ResidenceChicago
AffiliationCitizen
Social classUpper Class
FaceclaimStephen Kalyn

Weston Rhys Calloway wurde in Chicago geboren – und zwar in die Art von Familie, bei der der Nachname allein schon einige Türen öffnete. Die Calloways gehörten seit Jahren zur gesellschaftlichen Elite der Stadt. Sein Vater und seine Mutter waren beide erfolgreiche Anwälte mit exzellentem Ruf, regelmäßig auf Galas anzutreffen und in den besseren Kreisen Chicagos bekannt. Trotzdem war das Calloway-Anwesen nie einer dieser kalten Orte voller Dienstpersonal und emotionaler Distanz. Im Gegenteil. Seine Eltern waren herzlich, bodenständig und legten großen Wert darauf, dass ihre Kinder lernten, Menschen nach ihrem Charakter und nicht nach ihrem Kontostand zu beurteilen. Weston wuchs gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester auf, die von Anfang an sein ganzer Stolz war. Während andere große Brüder ihre Geschwister als lästige Anhängsel betrachteten, war Weston der Erste, der sich mit ihr auf den Wohnzimmerboden setzte, ihr Fahrradfahren beibrachte oder ihr erklärte, warum Jungs in ihrem Alter meistens Idioten waren. Daran sollte sich auch Jahre später nichts ändern. Schon als kleiner Junge stand Weston auf dem Eis. Was zunächst als harmloses Hobby begann, entwickelte sich schnell zu einer Leidenschaft. Während andere Kinder samstags ausschliefen, verbrachte er seine Morgenstunden in eiskalten Hallen. Seine Eltern unterstützten ihn dabei, solange die Schule nicht darunter litt – was bei Weston überraschenderweise nie ein Problem war. Er war intelligent genug, um mit minimalem Aufwand gute Noten zu schreiben, und charmant genug, um sich notfalls aus Schwierigkeiten herauszureden. Auf der High School und später an der Universität wurde er schnell zu einer bekannten Figur. Nicht nur wegen seines Talents auf dem Eis, sondern auch wegen seines Auftretens. Weston hatte die unangenehme Angewohnheit, überall Freunde zu finden, immer einen lockeren Spruch auf den Lippen zu haben und dabei auch noch verdammt gut auszusehen. Er war der Typ, der jede Party kannte, auf jeder Gästeliste stand und trotzdem irgendwie mit den Hausmeistern genauso gut auskam wie mit den Dekanen. Sein Liebesleben war dabei legendär. Oder berüchtigt. Je nachdem, wen man fragte. Weston selbst bezeichnete sich gerne als „the rollercoaster“ - als erlebnisreiche Achterbahn vieler Frauen, die nach einer heißen, rasanten Fahrt schnell wieder aussteigen. Allerdings war er niemals unehrlich. Jede Frau, mit der er ausging, wusste genau, woran sie bei ihm war. Während sein Privatleben florierte, entwickelte sich auch seine Eishockeykarriere rasant. Als Verteidiger gehörte er bereits an der Universität zu den besten Spielern seiner Altersklasse. Schnell wurden Scouts auf ihn aufmerksam. Als schließlich die Chicago Blackhawks anklopften, musste er keine Sekunde überlegen. Innerhalb weniger Jahre wurde Weston zu einem bekannten Namen in der NHL. Die Fans liebten seine risikoreiche Spielweise, seine Interviews voller Selbstironie und sein Talent, selbst nach einer Niederlage noch einen lockeren Kommentar abzugeben. Seine Karriere erreichte ihren Höhepunkt, als er als einer der jüngsten Verteidiger der Liga gemeinsam mit den Blackhawks den Stanley Cup gewann. Es hätte der Beginn einer langen Erfolgsgeschichte werden sollen, doch das Leben hatte andere Pläne. Kurz nach seinem größten Triumph änderte sich alles. Während eines hitzigen Spiels geriet Weston mit einem langjährigen Rivalen aneinander. Eine Sekunde Unachtsamkeit reichte aus. Der gegnerische Spieler rammte ihn mit voller Wucht gegen die Bande. Was folgte, waren Schreie, Stille und schließlich Blaulicht. Genickbruch. Schulterbruch. Weston überlebte nur dank der schnellen Reaktion seiner Mitspieler und der Sanitäter und wurde umgehend ins nächste Krankenhaus gebracht. Unzählige Operationen und Eingriffe später gelang es, ihn wieder auf die Beine zu bringen, doch seine Schulter sollte nie wieder vollständig heilen. Jeder Schuss, jeder Check und jede Bewegung erinnerten ihn daran. Dennoch verschwieg er die Wahrheit, denn er wollte unbedingt zurück aufs Eis. Koste es, was es wolle. Das war der Grund, wieso er Cloud Nine für sich entdeckte. Anfangs war es nur eine Möglichkeit, die Schmerzen auszublenden. Eine kleine Hilfe. Ein kurzfristiger Ausweg. Doch mit jedem Tag wurde es einfacher, die Realität zu vergessen. Die Schmerzen und die Angst verschwanden und Weston spielte besser als je zuvor. Zumindest glaubte er das. Die Droge gab ihm das Gefühl, unbesiegbar zu sein. Glücklicher. Stärker. Schneller. Sie ließ ihn vergessen, dass sein Körper längst begann, gegen ihn zu arbeiten. Bis die NHL einen routinemäßigen Drogentest durchführte und Weston durchfiel. Der Absturz erfolgte schneller, als sein Aufstieg jemals gewesen war. Innerhalb weniger Tage war der gefeierte Stanley-Cup-Sieger nicht mehr als eine Schlagzeile. Sponsoren sprangen ab. Medien stürzten sich auf die Geschichte. Fans diskutierten über Enttäuschung und Verrat. Zum ersten Mal in seinem Leben konnte Weston sich nicht mit einem charmanten Grinsen aus der Situation retten. Doch obwohl viele ihm den Rücken kehrten, taten es nicht alle. Einer der Funktionäre der Organisation hatte Weston über Jahre beobachtet. Nicht den Star. Nicht den Frauenhelden. Sondern den Jungen, der nach jedem Training noch auf dem Eis blieb, um jüngeren Spielern Tipps zu geben. Den Teamkollegen, der neue Spieler sofort integrierte. Den Mann, der trotz aller Fehler ein großes Herz besaß. Anstatt ihn fallen zu lassen, bot man ihm eine neue Chance an. Er sollte seine Position auf dem Eis behalten, jedoch nicht mehr als Spieler, sondern als Trainer der Jugendmannschaft. Am Anfang war es für ihn erschütterlich, nicht mehr selbst im Rampenlicht zu stehen, doch heute liebt er es. Die Kinder vergöttern ihn und obwohl er nie zugeben würde, wie viel ihm dieser Job bedeutet, verbringt er mehr Zeit mit seinen Nachwuchsspielern, als wahrscheinlich gesund wäre, nicht nur als Trainer, sondern auch als Vorbild, Ratschlaggeber und Mensch. Seine Schulter schmerzt heute manchmal noch immer. Manche Nächte sind schlimmer als andere. Doch jemand wie Weston lässt sich davon nicht unterkriegen. Er hat seinen Weg gefunden und auch wenn er weiß, dass er Fehler gemacht hat, steckt in ihm immer noch der fürsorgliche Freund und loyale Begleiter. Auch heute bekommt er noch Autogramm oder Interviewanfragen von seinen Fans und gibt diese natürlich gerne. Denn wenn er eins gelernt hat, dann ist es das: Egal welchen Weg das Schicksal für dich plant, mach' einfach das Beste daraus.

02.Gemeinsame Story

Du bist neben August Westons bester Freund. Als Teamkapitän der Blackhawks stehen beide sich sowieso schon nahe, doch auch außerhalb des Eises verstehen beide sich ausgesprochen gut, weshalb sich bereits vor einiger Zeit eine Freundschaft zwischen den beiden entwickelt hat, die besonders eng ist. Du bist der zweite beste Freund in Wes' Leben und bist mit seiner Lebensgeschichte vertraut. Allerdings kennst du die wahre Hintergrundgeschichte für sein anfängliches Misstrauen gegenüber anderen Hockeyspielern nicht, da er diese Geschichte und insbesondere den Part, der seine kleine Schwester betrifft, nie jemandem anvertraut hat außer August. Du warst damals bei dem Ereignis auf dem Eis dabei, als Ethan ihn schwer verletzt hat und warst einer der Ersthelfer, der ihn mit versorgt hat und dann auch danach während seiner langen Erholungspause immer an seiner Seite warst und ihn über alles auf dem Laufenden gehalten hat. Du kennst auch seine Geschichte mit den Drogen, hast ihn aber nie dafür verurteilt und selbst ein gutes Wort eingelegt, dass er wieder ins Team aufgenommen wird. Seit jeher verlassen wir beide uns auf den jeweils anderen und wissen, dass der Gegenpart immer ein offenes Ohr hat, wenn einem etwas auf dem Herzen liegt.

03.Writing
Writing preference
1st person · 3rd person
Play preference
Novel
Posting preference
Chat · Guestbook · Scene
Posting length
Short · Medium · Long
Activity / own words

Interesse für gute und spannende Plays sollte da sein, auch wenn du natürlich nicht dauerhaft da sein musst. Mir ist es aber wichtig, dass wir auch außerhalb des Plays ständig in Kontakt sind, sei es durch GB, Whatsapp oder ähnliches.

04.Letzte Worte
Weitere Anschlussmöglichkeiten

Auf dich wartet schon eine ganze Reihe Verbindungsmöglichkeiten, allem voran weil Wes hier schon einen ziemlich großen Freundeskreis hat. Vor allem aber wirst du öfter mit seiner kleinen Schwester Daisy zu tun haben, die bestensfalls für dich ebenfalls wie eine kleine Schwester ist, die einfach dazu gehört und bei jedem Spiel dabei ist. Außerdem wirst du mit Sicherheit auch August kennen, der an Wes' Seite gar nicht mehr wegzudenken ist. Kennenlernen oder bereits kennen wirst du ebenfalls Wes' bessere Hälfte Belly - wie da eure Beziehung zueinander ist, das würde ich euch überlassen - aber schön die Finger bei dir behalten, Buddy. She's mine!

Probepost
Nein
Letzte Worte

Move your ass here!

01 / 04
Wanted details
Wanted by
Weston
24.08.2026


weston rhys calloway • #66 • nhl star defenseman








Too loud for silence. Too stubborn to quit. Too busy living to care.

#21

Wanted · Reys former fiancé
Audrey Remingon
Suchender

Audrey Remingon

Age31
OccupationForensic Pathologist [Fachärztin für Rechtsmedizin] beim Cook County Medical Examiner's Office
ResidenceGold Coast, Chicago
AffiliationCitizen
Social classUpper Class
FaceclaimMichelle Randolph
01.Short facts
Full nameAudrey Remingon
Age31
SexualityHetero
OccupationForensic Pathologist [Fachärztin für Rechtsmedizin] beim Cook County Medical Examiner's Office
ResidenceGold Coast, Chicago
AffiliationCitizen
Social classUpper Class
FaceclaimMichelle Randolph

"The dead never lie. It's the living you have to worry about."

Seit mehr als einem Jahrhundert gehört der Name Remington zu den einflussreichsten Familien Chicagos. Was einst mit Eisenbahn- und Stahlunternehmen begann, entwickelte sich über Generationen hinweg zu einem weit verzweigten Wirtschaftsimperium aus Immobilien, Investmentgesellschaften und Beteiligungen an namhaften Unternehmen. Der Name öffnet Türen, verschafft Einfluss und ist eng mit der Gold Coast verbunden, wo die Familie seit Jahrzehnten zu den festen Größen der gehobenen Gesellschaft zählt. Wer als Remington geboren wird, wächst nicht einfach nur wohlhabend auf. Man wächst mit Erwartungen auf. Mit Traditionen, die älter sind als man selbst. Mit Charity-Galas, Debütantinnenbällen, Privatclubs und dem unausgesprochenen Anspruch, den Familiennamen niemals zu beschmutzen. Für manche ist dieses Leben ein Privileg. Für Audrey war es lange Zeit ein goldener Käfig.

1995
Audrey wird am 18. April 1995 im Northwestern Memorial Hospital geboren. Sie ist das zweite Kind von Jonathan Remington (Investmentunternehmer) und Catherine Ashford Remington (Kunsthistorikerin und Vorsitzende mehrerer Wohltätigkeitsorganisationen.) Ihr älterer Bruder Alexander William Remington ist drei Jahre älter und gilt früh als zukünftiger Nachfolger des Familienunternehmens.

1995–2001
Audrey wächst in einer historischen Villa an der Gold Coast auf. Mit Personal, Privatlehrern, Klavierunterricht, Französisch, Reitstunden und dem Ballett. Segelurlauben auf dem Lake Michigan gehörten jeden Sommer dazu wie Luft zum Atmen. Nach außen wirkt ihre Kindheit wie aus einem Hochglanzmagazin. Doch innerhalb der Familie zählt Leistung und nicht Gefühle. Jonathan Remington war selten zu Hause. Wenn er erschien, brachte er teure Geschenke mit doch Zeit ließ sich nicht in Geschenkpapier verpacken. Catherine dagegen war stets präsent allerdings nie wirklich greifbar. Sie liebte ihre Kinder auf ihre eigene Weise, glaubte jedoch fest daran, dass Disziplin, Haltung und Perfektion der beste Ausdruck von Fürsorge seien. Fehler wurden selten laut kritisiert. Noch schlimmer war das höfliche Schweigen das ihnen folgte. Audrey lernte früh, gute Noten zu schreiben, aufrecht zu sitzen, die richtigen Gabeln bei einem Dinner zu benutzen und niemals Schwäche zu zeigen. Irgendwann begann sie zu glauben, Liebe müsse man sich verdienen.
Nur eine Person durchbrach dieses strenge Gefüge regelmäßig: ihr Großvater Henry Remington. Als pensionierter Internist beantwortete er jede ihrer unzähligen Fragen mit erstaunlicher Geduld und nahm sie schon als kleines Mädchen mit in seine Bibliothek, wo medizinische Fachbücher neben Romanen standen. Als Henry starb, war Audrey neun Jahre alt. Während ihre Familie trauerte stand sie schweigend neben dem offenen Sarg und betrachtete zum ersten Mal einen leblosen Menschen. Wo andere nur Verlust sahen, begann ihr Kopf zu arbeiten. Warum fühlte sich die Haut anders an? Weshalb veränderte sich die Gesichtsfarbe? Warum wirkte der Tod gleichzeitig endgültig und doch so friedlich? Es waren Fragen, die viele Erwachsene irritierten. Für Audrey wurden sie zum Beginn einer lebenslangen Faszination.

2001–2013
Audrey besucht die Francis W. Parker School, eine der angesehensten Privatschulen Chicagos. Sie gehört nie zu den beliebtesten Schülerinnen aber zu den besten in Biologie, Chemie, Physik und der Anatomie. Sie gewinnt mehrere Wissenschaftswettbewerbe. Während ihre Freundinnen Modemagazine lesen... verschlingt Audrey Bücher über den menschlichen Körper. Als sie mit sechzehn Jahren ein Praktikum am Northwestern Memorial Hospital absolvierte, führte der Zufall sie nicht nur in Operationssäle sondern auch in die Rechtsmedizin. Viele der anderen Praktikanten verließen den Raum sobald die erste Obduktion begann. Audrey blieb. Sie verspürte keinen Ekel. Keine Angst. Nur Neugier. Der erfahrene Gerichtsmediziner bemerkte ihren konzentrierten Blick und fragte sie später, ob alles in Ordnung sei. Audrey nickte nur und antwortete: "Ich glaube, ich habe gerade herausgefunden, was ich später machen möchte." Er lächelte lediglich und erwiderte "Dann willkommen in einem Beruf, den sich kaum jemand freiwillig aussucht."

2013–2017
Entgegen dem Wunsch ihrer Eltern entscheidet sie sich gegen Jura und Wirtschaft. Sie schreibt sich an der University of Chicago für Biological Sciences (Pre-Med Track) ein.
Die Stimmung zu Hause kippt. Die Entscheidung, Medizin zu studieren, konnte Jonathan noch akzeptieren. Ärzte genossen Ansehen, verdienten gut und passten in das Bild einer erfolgreichen Tochter. Als Audrey jedoch erklärte, dass sie nicht Menschen heilen, sondern Todesursachen erforschen wollte, endete das erste Familienessen seit Jahren in einem handfesten Streit. Für ihren Vater war Rechtsmedizin verschwendetes Talent. Für Audrey war es ihre Berufung. Audrey lässt sich davon jedoch nicht beirren. Sie arbeitet im Forschungslabor und veröffentlicht erste wissenschaftliche Arbeiten. Ihre Graduierung Bachelor of Science (2017) besteht sie erfolgreich.

2017–2021
Anschließend beginnt sie ihr Medizinstudium an der Pritzker School of Medicine (University of Chicago). Sie gehört durchgehend zu den besten ihres Jahrgangs. Während ihre Kommilitonen später Herzchirurgen, Neurochirurgen oder Dermatologen werden möchten, zieht Audrey immer stärker die Pathologie an. Sie interessiert sich nicht nur für Krankheiten sondern für die Wahrheit. Sie möchte Antworten finden. Für Angehörige, für Ermittler und für Menschen, die selbst nicht mehr sprechen können.

2021
Abschluss als Doctor of Medicine (MD).

2021–2025
Audrey beginnt ihre Facharztausbildung in Anatomischer Pathologie am Northwestern Memorial Hospital. Während dieser vier Jahre lernt sie Histologie, Molekularpathologie, Tumordiagnostik, Autopsien und Mikroskopische Diagnostik. Ihre Vorgesetzten beschreiben sie als außergewöhnlich präzise. Manchmal beinahe zu präzise. Sie verlässt das Labor selten vor Mitternacht. Während ihrer Residency fiel Audrey weniger durch Lautstärke als durch ihre außergewöhnliche Präzision auf. Sie dokumentierte jede Auffälligkeit, überprüfte Ergebnisse mehrfach und ließ sich weder von Zeitdruck noch von voreiligen Schlussfolgerungen beeinflussen. Kollegen scherzten gelegentlich, sie suche selbst dort noch nach Antworten, wo längst alle überzeugt waren, die Lösung gefunden zu haben. Genau diese Hartnäckigkeit machte sie zu einer der besten Assistenzärztinnen ihres Jahrgangs.

...In Her Mid-Twenties...
Lange Zeit schien Audreys Zukunft bereits festzustehen. Nicht von ihr selbst, sondern von ihrer Familie. Mit Mitte zwanzig lernte sie Christopher Thorne kennen, den Sohn einer ebenso angesehenen Unternehmerfamilie Chicagos. Die Thornes und die Remingtons kannten sich seit Jahrzehnten, bewegten sich in denselben Kreisen und teilten ähnliche Vorstellungen davon, wie eine Zukunft auszusehen hatte. Christopher war erfolgreich, gebildet, charmant und in den Augen beider Familien die perfekte Partie. Ihre Beziehung entwickelte sich beinahe so, wie man es von ihnen erwartete. Gemeinsame Galas, Wohltätigkeitsveranstaltungen, Sommer auf Nantucket und Weihnachten in Aspen. Zwei Familien, die bereits begannen, von einer gemeinsamen Zukunft zu sprechen, noch bevor Audrey selbst wusste, ob sie diese überhaupt wollte. Als Christopher ihr einen Heiratsantrag machte, sagte sie Ja. Nicht, weil sie sich ihrer Gefühle vollkommen sicher war. Sondern weil ein Nein nie eine wirkliche Option gewesen war. Erst während ihrer Residency begann sie zu begreifen, wie weit sie sich von sich selbst entfernt hatte. Zwischen langen Nächten im Labor, unzähligen Autopsien und Gesprächen mit Angehörigen begegnete sie täglich Menschen, deren Leben von einem Moment auf den anderen beendet worden war. Immer häufiger stellte sie sich dieselbe Frage "Wenn mein Leben morgen vorbei wäre... hätte ich es für mich gelebt oder für die Erwartungen anderer?" Die Antwort erschreckte sie. Nur wenige Monate vor der geplanten Hochzeit löste Audrey die Verlobung. Die Entscheidung traf beide Familien völlig unvorbereitet und sorgte in den Kreisen der Chicagoer High Society für mehr Gesprächsstoff als jeder Wohltätigkeitsball des Jahres. Offiziell sprach man von unterschiedlichen Lebensvorstellungen. Hinter verschlossenen Türen war von Undankbarkeit, Egoismus und einer vertanen Zukunft die Rede. Seitdem gilt Audrey innerhalb ihrer Familie als jene Tochter, die zwar alles erreichen konnte sich jedoch bewusst gegen den Weg entschieden hat, den andere längst für sie vorgesehen hatten. Sie selbst bereut ihre Entscheidung bis heute nicht. Manchmal fragt sie sich, wie ihr Leben wohl ausgesehen hätte, wäre sie geblieben. Doch jedes Mal, wenn sie morgens den weißen Kittel überstreift und die Tür zur Autopsie betritt, weiß sie die Antwort bereits. Sie hat nicht das Leben gewählt, das am leichtesten gewesen wäre sondern das, in dem sie sich selbst wiedergefunden hat.

2025–2026
Nach Abschluss ihrer Residency folgt das einjährige Fellowship in Forensic Pathology am Cook County Medical Examiner's Office, einer der renommiertesten rechtsmedizinischen Einrichtungen der USA. Dort arbeitet sie erstmals eng mit Detectives, Staatsanwälten, Spurensicherung, Tatortermittlern und FBI-Agenten zusammen. Sie untersucht Opfer von Schussverletzungen, Messerattacken, Verkehrsunfällen, Bränden, Vergiftungen und ungeklärten Todesfällen. Während viele Kollegen emotional abstumpfen... entwickelt Audrey eine andere Philosophie... "Jeder Mensch verdient Antworten. Ganz gleich, wer er zu Lebzeiten war."
Mit gerade einmal einunddreißig Jahren arbeitet Audrey als Fachärztin für Rechtsmedizin am Cook County Medical Examiner's Office. Ihre Aufgabe endet nicht mit einer Obduktion. Sie rekonstruiert die letzten Stunden eines Menschen, wertet Verletzungsmuster aus, bestimmt Todesursachen und tritt regelmäßig als medizinische Sachverständige vor Gericht auf. Für Detectives ist sie eine verlässliche Ansprechpartnerin, weil sie nüchtern argumentiert und sich niemals von Vorurteilen leiten lässt. Trotz ihres Berufs wirkt Audrey außerhalb des Instituts überraschend unauffällig. Sie lebt in einem stilvollen Apartment in der Gold Coast, fährt einen dunkelgrauen Volvo XC60 statt eines auffälligen Sportwagens und trägt lieber schlichte Designerstücke als extravagante Mode. Ihre freie Zeit verbringt sie mit langen Läufen am Lake Michigan, Besuchen im Art Institute of Chicago oder mit klassischer Musik und einem guten Buch. Das Verhältnis zu ihrer Familie ist höflich aber distanziert. Bei Empfängen der Remingtons erscheint sie, wenn es sich nicht vermeiden lässt, doch spätestens wenn das Gespräch auf das Familienunternehmen oder ihre ungewöhnliche Berufswahl kommt, wird deutlich, wie groß die Kluft zwischen den Erwartungen ihrer Eltern und ihrem eigenen Lebensweg geblieben ist. Während ihr Bruder William längst als künftiger Kopf des Familienimperiums gilt, hat Audrey sich bewusst für einen Beruf entschieden in dem Status keine Rolle spielt. Auf ihrem Obduktionstisch sind Milliardär, Politiker oder Gangmitglied am Ende einfach nur Menschen, deren Geschichte darauf wartet, erzählt zu werden. Gerade diese Haltung macht sie bei Kollegen und Ermittlern so angesehen. Für Audrey besitzt jeder Verstorbene dieselbe Würde. Es spielt keine Rolle, ob auf ihrem Obduktionstisch ein obdachloser Veteran, ein Politiker, ein CEO oder ein Gangmitglied liegt. Im Tod verschwinden Titel, Vermögen und gesellschaftlicher Status. Übrig bleibt nur die Wahrheit. Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb sie ihren Beruf nie als düster empfunden hat. Während viele Menschen im Tod nur ein Ende sehen, sieht Audrey den letzten Versuch einem Menschen eine Stimme zu geben. Nicht für die Justiz. Nicht für die Presse. Sondern für jene, die selbst nicht mehr erzählen können, was ihnen widerfahren ist. Sie glaubt daran, dass Wahrheit die letzte Form von Gerechtigkeit sein kann, die einem Menschen noch bleibt. Und genau deshalb hat sie nie bereut, den Weg gewählt zu haben, den ihre Familie nie für sie vorgesehen hatte.

02.Gemeinsame Story

Christopher und Audrey lernten sich über ihre Familien bei einer Wohltätigkeitsgala in Chicago kennen. Die Remingtons und die Thornes kannten sich seit Jahrzehnten; ihre Beziehung schien daher fast unausweichlich, noch lange bevor ihnen selbst bewusst wurde, dass sie sich tatsächlich ineinander verliebten. Im Laufe der Jahre entwickelte sich aus sorgfältig arrangierten Abendessen und Familienfeiern langsam etwas Ernsthaftes. Christopher bewunderte Audreys Intelligenz, lange bevor es anderen auffiel und Audrey fand Halt in der stillen Beständigkeit die er ihr bot. Sie reisten gemeinsam, feierten Feiertage im Kreis beider Familien, besuchten unzählige Wohltätigkeitsveranstaltungen und avancierten schließlich zu einem der angesehensten Paare Chicagos. Als Christopher ihr einen Heiratsantrag machte, sagte Audrey Ja. Nicht, weil sie sich in jenem Moment unter Druck gesetzt fühlte sondern weil das Ja einfach der natürliche nächste Schritt zu sein schien. Sie liebten einander und ihr gesamtes Umfeld malte sich ihre Hochzeit bereits aus noch bevor sie selbst mit der Planung begonnen hatten. Während Audreys Zeit als Assistenzärztin änderte sich alles. Ihre Arbeit in der Rechtsmedizin konfrontierte sie täglich mit der Endlichkeit des Lebens. Die Menschen auf ihrem Obduktionstisch hatten eines gemeinsam: Keiner von ihnen hatte damit gerechnet, dass sein Leben genau zu diesem Zeitpunkt enden würde. Dies zwang Audrey dazu, sich eine Frage zu stellen, die sie nicht länger ignorieren konnte. "Wenn mein Leben morgen enden würde … hätte ich es für mich selbst gelebt?" und zum ersten Mal machte ihr die Antwort Angst. Christopher bemerkte, dass sich etwas verändert hatte. Sie wurde stiller, verbrachte mehr Zeit bei der Arbeit und wirkte zunehmend distanziert bei den eleganten Abendessen und gesellschaftlichen Anlässen, die einst zur Routine gehört hatten. Keiner von beiden betrog den anderen. Keiner von beiden hörte auf den anderen zu lieben. Sie begannen schlichtweg, sich unterschiedliche Zukünfte zu wünschen. Wenige Monate vor der Hochzeit löste Audrey die Verlobung. Diese Nachricht schlug in den gesellschaftlichen Kreisen Chicagos hohe Wellen. Offiziell sprachen beide Familien von unterschiedlichen Lebenszielen. Hinter verschlossenen Türen jedoch wurde Audrey als egoistisch, undankbar und verantwortungslos bezeichnet, weil sie ein Leben aufgab das viele als perfekt betrachteten. Christopher machte ihr öffentlich nie Vorwürfe. Im Privaten fiel es ihm schwer zu begreifen, warum die Frau, die er liebte, all das aufgeben wollte, was sie gemeinsam aufgebaut hatten. Seitdem sind Jahre vergangen. Heute haben sie sich schon lange nicht mehr gesehen. Ob sie sich eines Tages als Fremde, Freunde, ehemalige Liebende oder in einer ganz anderen Konstellation wieder begegnen werden … das steht noch in den Sternen. Vielleicht ist das Einzige, was beide mit Gewissheit wissen, dass keiner von ihnen bereut, den anderen geliebt zu haben. Sie konnten schlichtweg kein Leben mehr führen, das nicht mehr ihnen beiden gehörte.

03.Writing
Writing preference
1st person · 3rd person
Play preference
Chat style · Novel
Posting preference
Chat · Guestbook · Scene
Posting length
Short · Medium · Long
Activity / own words

Aktivität sollte jeder selbst für sich entscheiden. Keine feste Mindestpostingfrequenz. RL geht immer vor. Bei der Postlänge passe ich mich gerne meinem Posting Partner an. Von kurzen Antworten bis zu ausführlicheren Posts ist alles willkommen, solange beide etwas zum Anknüpfen haben.

04.Letzte Worte
Weitere Anschlussmöglichkeiten

Ich denke, dir sämtliche Türe offen. Du bewegt dich beruflich und privat schließlich in den höchsten Kreisen Chicagos. Und mit ein wenig Offenheit und Eigeninitiative klappt alles um Kontakte zu knüpfen anderweitig.

Probepost
Ja
Letzte Worte

Thank you so much for reading all the way to the end!
Ich suche jemanden, der Spaß an einem charakterorientierten Langzeit-Rollenspiel hat und Christopher zum Leben erwecken möchte. Ihre gemeinsame Vorgeschichte steht bereits fest, doch alles, was ab dem Moment ihres Wiedersehens geschieht, ist völlig offen. Ob sie einen Abschluss finden, Freundschaft schließen, alte Gefühle neu entdecken oder einfach zu einem wichtigen Kapitel im Leben des jeweils anderen werden – ich würde es lieben, die Geschichte selbst entscheiden zu lassen anstatt das Ziel schon im Vorfeld festzulegen. Wenn du tiefgründige Gespräche und Entwicklung magst würde ich mich sehr freuen, von dir zu hören. ♡

01 / 04
Wanted details
Wanted by
Audrey
25.08.2026


#22

Wanted · Best Friend.
Vincent Hale
Suchender

Vincent Hale

Age29
OccupationPrivate-Equity-Erbe und Managing Partner eines Family Offices
ResidenceChicago
AffiliationCitizen
Social classUpper Class
FaceclaimBill Skarsgård
01.Short facts
Full nameVincent Hale
Age29
SexualityStraigh
OccupationPrivate-Equity-Erbe und Managing Partner eines Family Offices
ResidenceChicago
AffiliationCitizen
Social classUpper Class
FaceclaimBill Skarsgård


VINCENT HALE · 29 YEARS

THE MAN YOU KNOW
"Unfortunately, you know him better than most."


Vince ist der älteste Sohn der Familie und vermutlich genau das geworden, was man von einem Hale immer erwartet hat: erfolgreich, kontrolliert, hervorragend ausgebildet und nach außen nur schwer aus der Ruhe zu bringen. Geboren in London, zog er mit seiner Familie im Alter von elf Jahren nach Chicago und übernahm später eine zentrale Rolle im Familienunternehmen. Heute arbeitet er im Private-Equity-Bereich und bewegt sich ziemlich selbstverständlich in einer Welt aus Beteiligungen, Übernahmen, Millionenbeträgen und Entscheidungen, die für andere Menschen deutlich größere Konsequenzen haben können als für ihn selbst.

CONTROL · LOYALTY · OBSERVATION

Vincent ist intelligent und analytisch, beobachtet lieber, bevor er spricht, und besitzt einen ziemlich trockenen Humor. Er ist nicht besonders leicht kennenzulernen. Persönliche Dinge behält er meistens für sich, Vertrauen muss man sich verdienen und Kontrolle abzugeben gehört definitiv nicht zu seinen Stärken. Hat man es allerdings einmal hinter seine Mauern geschafft, ist seine Loyalität beinahe bedingungslos. Er vergisst wenig, verzeiht nicht besonders schnell und kann einen ausgeprägten Beschützerinstinkt entwickeln, der gelegentlich gefährlich nah an Kontrolle grenzt.

Dabei ist Vincent weder der typische arrogante Millionär noch ein emotionsloses Arschloch. Geld beeindruckt ihn kaum und gesellschaftlicher Status entscheidet nicht darüber, wie er jemanden behandelt. Er respektiert Menschen eher für Kompetenz, Rückgrat und Ehrlichkeit. Mit der eigenen Upper-Class-Welt kann er sogar ausgesprochen wenig Geduld haben.



"Some people know the name.
You know the man behind it."



Innerhalb der Familie war sein Verhältnis zum Vater kompliziert. Anerkennung und Erwartungen spielten eine wesentlich größere Rolle als tatsächliche Nähe. Trotzdem hat Vincent viel von ihm gelernt und vermutlich mehr von ihm übernommen, als ihm lieb ist. Nach dessen Tod wird ausgerechnet Vincent zum Haupterben und übernimmt damit nicht nur einen erheblichen Teil des Vermögens, sondern auch die Position, die sein Vater innerhalb der Familie hinterlässt.

THE WEAK SPOT

Sein größter Schwachpunkt ist seine jüngere Schwester. Für sie würde er vermutlich Dinge tun, die er bei jedem anderen als vollkommen irrational bezeichnen würde. Dicht gefolgt wird sie von Mercy, seiner Katze, wobei Vincent jede Diskussion darüber verweigert, wer tatsächlich auf Platz eins steht.


THE VERSION YOU GET
"Everyone gets a version of Vincent.
Yours happens to be real."

02.Gemeinsame Story

A PERFECTLY REASONABLE WAY TO MAKE FRIENDS
WRONG GUY
"Technically, Vincent didn't kidnap him. He merely trusted the wrong people with very simple instructions."

Es gibt vermutlich angenehmere Arten, seinen späteren besten Freund kennenzulernen. Gemeinsame Bekannte, ein Geschäftsessen oder irgendeine dieser Veranstaltungen, auf denen Männer in teuren Anzügen so tun, als wären sie ausschließlich wegen des Champagners dort, hätten vollkommen ausgereicht. Vincent entschied sich stattdessen, wenn auch vollkommen unbeabsichtigt, für eine Entführung. Er war damals Anfang zwanzig und begann gerade, innerhalb des Familienunternehmens zunehmend Verantwortung zu übernehmen, als sein Vater ihm eine Angelegenheit überließ, die möglichst diskret gelöst werden sollte. Ein Mann hatte Informationen mitgenommen, die in den falschen Händen ausgesprochen unangenehm werden konnten, weshalb Vincent ihn finden und zu einem Gespräch bringen lassen sollte. Zumindest war das die Version, mit der er später vermutlich besser schlafen konnte.
Vincent gab einen Namen, eine Beschreibung und einen Ort weiter. Eigentlich genug Informationen, sollte man meinen. Offensichtlich nicht.
Als er einige Stunden später den vereinbarten Raum betrat, saß dort tatsächlich ein Mann in ungefähr seinem Alter, dessen Kleidung zumindest vermuten ließ, dass eine Lösegeldforderung nicht vollkommen aussichtslos gewesen wäre. Seine Hände waren mit Kabelbindern fixiert und sein Gesichtsausdruck verriet, dass er die vergangenen Stunden vermutlich nicht zu den Höhepunkten seines bisherigen Lebens zählen würde. Vincent brauchte nur wenige Sekunden, um ihn zu erkennen. Oder vielmehr, um zu erkennen, dass er ihn überhaupt nicht erkannte. Sein Blick wanderte von dem Fremden zu den beiden Männern, die ihn hergebracht hatten, bevor er noch einmal das Gesicht des Gefesselten musterte.

"That's not him."
Für einen bemerkenswert langen Moment sagte niemand etwas.
"Fantastic. Can I go home now?"

Die vernünftige Antwort darauf wäre vermutlich Ja gewesen. Leider hatte die Vernunft diesen Abend bereits einige Ausfahrten zuvor verlassen. Während Vincent noch herauszufinden versuchte, wie man trotz eines Namens, einer Beschreibung und eines Kennzeichens einen vollkommen anderen Menschen entführen konnte, tauchte ausgerechnet der Mann auf, den sie ursprünglich gesucht hatten. Dieser wiederum schien wenig Interesse an einem zivilisierten Gespräch zu besitzen und noch weniger daran, Vincent die verschwundenen Informationen freiwillig zurückzugeben.
FROM BAD TO ABSOLUTELY FUCKING TERRIBLE
Was anschließend geschah, lässt sich bis heute vermutlich nur deshalb mit Humor erzählen, weil beide lebend aus diesem Raum gekommen sind.
Innerhalb weniger Minuten entwickelte sich aus einer ohnehin fragwürdigen Situation ein vollkommenes Desaster. Der falsche Mann wollte verständlicherweise verschwinden, Vincent wollte endlich wissen, wo die Informationen geblieben waren, und der richtige Mann wollte offenbar verhindern, dass irgendjemand den Raum mit mehr Wissen verließ, als er ihn betreten hatte. Irgendwo zwischen Drohungen, einer ausgesprochen schlechten Verhandlung und der Erkenntnis, dass mindestens einer der Anwesenden bewaffnet war, gelang es Vincents unfreiwilligem Gast schließlich, seine Hände zu befreien. Wie genau die Situation danach eskalierte, würde ich gerne gemeinsam festlegen. Vielleicht rettete er Vincent tatsächlich das Leben, vielleicht traf er lediglich innerhalb weniger Sekunden eine Entscheidung, über die er anschließend sehr lange nachdenken durfte. Fest steht lediglich, dass der Mann, wegen dem dieser ganze Abend überhaupt begonnen hatte, am Ende regungslos auf dem Boden lag. Vincent überprüfte seinen Puls, obwohl der Ausgang bereits ziemlich eindeutig wirkte, während sein unfreiwilliger Gast einige Schritte entfernt stand und vermutlich zum ersten Mal ernsthaft darüber nachdachte, ob die Polizei inzwischen nicht doch die angenehmere Option gewesen wäre.

"Is he dead?"

"Yes."

"Great. This has been a really strange Tuesday."

Es war Donnerstag, doch selbst Vincent besaß genug Taktgefühl, ihn in diesem Moment nicht zu korrigieren.
Rückblickend betrachtet war das vermutlich sein erster Beitrag zu ihrer späteren Freundschaft. Das größere Problem bestand ohnehin darin, dass Vincent einen Mann, den er versehentlich hatte entführen lassen und der anschließend Zeuge eines Todesfalls geworden war, schlecht mit einer Entschuldigung und den besten Wünschen für den Heimweg verabschieden konnte. Also verbrachten sie den Rest der Nacht miteinander, rekonstruierten das Geschehene und versuchten herauszufinden, wie viel Schaden tatsächlich entstanden war.
Irgendwann bot Vincent ihm Geld an. Nicht unbedingt als Schweigegeld, wie er bis heute vermutlich betonen würde, sondern als Entschädigung für einen Abend, der objektiv betrachtet deutlich schlechter verlaufen war, als man es von einem Donnerstag erwarten durfte. Der andere Mann lehnte ab. Ausgerechnet das machte Vincent misstrauisch.


"Then buy me dinner."

"I had you abducted."

"Exactly. Least you can do."

Vincent kaufte ihm tatsächlich ein Abendessen. Im Nachhinein betrachtet hätte er das Geld nehmen sollen.
SOMEHOW, THIS BECAME A FRIENDSHIP
Eigentlich hätte es keinen vernünftigen Grund gegeben, weshalb die beiden nach dieser Nacht jemals wieder miteinander sprechen sollten. Einige Wochen später erhielt Vincent trotzdem eine Nachricht mit der wenig herzlichen Frage, ob er noch lebte. Auf sein knappes Ja folgte ein ebenso wenig betroffenes Shame. Drinks?, und aus Gründen, die Vincent wahrscheinlich selbst nicht vollständig erklären konnte, sagte er zu. Aus einem Drink wurden mehrere, aus gelegentlichen Treffen wurde Gewohnheit und aus dem Mann, dessen Namen Vincent ursprünglich nicht einmal hätte kennen sollen, entwickelte sich mit den Jahren einer seiner engsten Freunde. Vielleicht funktionierte es gerade deshalb so gut, weil ihre Freundschaft niemals auf gesellschaftlichen Erwartungen oder dem Nutzen ihrer jeweiligen Namen beruhte. Der andere hatte Vincent kennengelernt, während dessen sorgfältig kontrollierte Welt vollkommen auseinanderfiel, und Vincent hatte ihn kennengelernt, während er mit Kabelbindern auf einem Stuhl saß und trotzdem noch genug Nerven besaß, sich über die Qualität seiner eigenen Entführung zu beschweren. Die Geschichte ihres Kennenlernens wurde irgendwann zu einem Running Gag, wobei sich bis heute lediglich einer von beiden darüber amüsiert.



"How did you two meet?"

"He kidnapped me."

"I didn't kidnap you."

"I was tied to a chair, Vincent."

"I had the wrong person brought in."

"That's kidnapping with extra steps."

THE PART THEY GOT WRONG
Jahrelang blieb diese Geschichte genau das: eine vollkommen absurde Aneinanderreihung schlechter Entscheidungen, aus der wider Erwarten eine verdammt gute Freundschaft entstanden war. Der Mann aus jener Nacht blieb tot, die verschwundenen Informationen verloren irgendwann ihre Bedeutung und keiner von beiden hatte einen besonderen Grund, noch einmal genauer hinzusehen.
Bis einer von ihnen Jahre später auf etwas stößt, das dort eigentlich nicht sein dürfte. Vielleicht beginnt es mit einem alten Vertrag, einer Zahlung, einer E-Mail oder einem Namen in Geschäftsunterlagen. Vielleicht führt die Spur zu Vincents verstorbenem Vater, vielleicht zur Familie seines besten Freundes oder zu einem Unternehmen, das beide Familien miteinander verbindet. Was genau dahintersteckt, möchte ich bewusst gemeinsam entwickeln, damit sich die Geschichte auch an die spätere Vergangenheit des Gesuchten anpassen lässt. Entscheidend ist nur, dass mit jedem neuen Fund ein Detail jener Nacht weniger zufällig erscheint. Irgendwann bleibt schließlich eine Frage übrig, die den Running Gag ihrer Freundschaft plötzlich wesentlich weniger lustig macht.
"What if they didn't take the wrong guy?"
Vielleicht war seine Entführung tatsächlich niemals ein Fehler. Vielleicht sollte genau er in diesem Raum sitzen, während Vincent lediglich glauben sollte, dass seine Leute versagt hatten. Vielleicht war auch der Tod des anderen Mannes nicht das ungeplante Ende eines aus dem Ruder gelaufenen Abends, für das beide ihn jahrelang hielten.
Damit würde aus der vermutlich dümmsten Kennenlerngeschichte Chicagos nach Jahren plötzlich etwas werden, das beide zurück zu einem Abend zwingt, über den sie längst nur noch lachen konnten.
Und vielleicht müssen sie am Ende feststellen, dass die eigentliche Pointe niemals darin bestand, dass Vincent den falschen Mann entführen ließ. Sondern darin, dass er all die Jahre glaubte, es wäre der falsche gewesen.

WRONG PLACE · WRONG TIME · WRONG STORY
"For years, they thought they met by accident.
They didn't."

03.Writing
Writing preference
1st person · 3rd person
Play preference
Chat style · Novel
Posting preference
Chat · Guestbook · Scene
Posting length
Short · Medium · Long
Activity / own words


Ich suche jemanden, der wirklich Lust auf den Charakter und unsere gemeinsame Geschichte hat. Daueraktivität erwarte ich nicht, Kommunikation ist mir allerdings wichtig. Eigene Ideen, Plots und Entwicklungen sind ausdrücklich erwünscht – schließlich soll sie vor allem dein Charakter sein.

04.Letzte Worte
Weitere Anschlussmöglichkeiten

MORE THAN JUST ONE CONNECTION
MORE CONNECTIONS
"Knowing Vincent unfortunately comes with knowing everyone around him."


Durch die langjährige Freundschaft mit Vincent dürfte sie längst auch einigen Menschen aus seinem Umfeld begegnet sein. Allen voran natürlich seiner Familie. Wie gut sie mit den einzelnen Hales auskommt, möchte ich dabei überhaupt nicht vorgeben. Vielleicht wird sie von manchen längst wie ein weiteres Familienmitglied behandelt, vielleicht gibt es genauso gut Personen, mit denen sie seit Jahren regelmäßig aneinandergerät.
Darüber hinaus gibt es bereits einige weitere Kontakte rund um Vincent, über die sich bei Interesse problemlos zusätzliche Verbindungen finden lassen. Gleichzeitig besteht natürlich keinerlei Verpflichtung, sich ausschließlich in seinem Umfeld zu bewegen. Im Gegenteil: Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn sie eigene Freundschaften, Beziehungen, Familie und Geschichten mitbringt und dadurch vielleicht sogar ganz neue Menschen in Vincents Leben schleift, die er sich selbst niemals ausgesucht hätte. An Anschlussmöglichkeiten sollte es also definitiv nicht mangeln. Und alles Weitere darf sehr gerne organisch im Inplay entstehen.


"His people can become yours.
Your people might become his problem."

Probepost
Spontan entscheiden
Letzte Worte


Wenn dich das Gesuch anspricht, melde dich sehr gerne bei mir. Ich habe jederzeit ein offenes Ohr für eigene Ideen, Änderungen und alles, was du gerne mit dem Charakter machen möchtest. Für Drama, Chaos, gemeinsame Plots und spontane Einfälle bin ich eigentlich immer zu haben und freue mich darauf, die Geschichte der beiden gemeinsam weiterzuentwickeln. Für Absprachen können wir natürlich über PN schreiben, bei Interesse ist aber auch Discord-Kontakt überhaupt kein Problem. Fragen dürfen jederzeit gestellt werden und auch vor einer Anmeldung können wir gerne schon ein bisschen gemeinsam planen.

Am wichtigsten ist mir eigentlich nur, dass du Spaß an ihr hast und Lust darauf mitbringst, aus diesem ziemlich beschissenen kleinen Geheimnis noch sehr viel größeres Chaos zu machen. ♥


"Come for the friendship. Stay because you know too much."

01 / 04
Wanted details
Wanted by
Vincent
30.08.2026

ALL THAT WE SEE OR SEEM — IS BUT A DREAM WITHIN A DREAM;THE DEVIL IS IN THE DETAILS

once upon a midnight dreary, while I pondered, weak and weary, Over many a quaint and curious volume of forgotten lore, While I nodded, nearly napping, suddenly there came a tapping

01control is knowing exactly which parts of yourself should never be allowed into the light.
#23

Wanted · Mein Bruder
Matteo Castillo
Suchender

Matteo Castillo

Age48 Jahre
OccupationSeargent beim CPD
ResidenceChicago
AffiliationCitizen
Social classMid Class
FaceclaimJensen Ackles
01.Short facts
Full nameMatteo Castillo
Age48 Jahre
SexualityHeterosexuell
OccupationSeargent beim CPD
ResidenceChicago
AffiliationCitizen
Social classMid Class
FaceclaimJensen Ackles

Manchmal lernt man früh das Geld im Leben keine große Rolle spielt und das es andere Dinge gibt die im Leben mehr zählen als Geld. Matteo Castillo wurde nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren und doch hatte er eine schöne Kindheit gehabt. Matteo hat am 1. März 1978 in Bridgeport, Chicago als ältester von 3 Kindern das Licht der Welt erblickt. Sein Vater Eduard war ein mexikanischstämmiger Mechaniker und seine Mutter Christina war eine amerikanische Krankenschwester. Seine Eltern haben immer beide extrem hart gearbeitet um die Familie ernähren zu können, aber sie haben es irgendwie immer geschafft. Zu seinen beiden jüngeren Geschwistern hatte er schon immer eine sehr enge und innige Bindung gehabt, aber im Hause der Castillos war es eben immer laut, chaotisch und eng. Doch trotz allem gab es einen wahnsinnig starken Zusammenhalt in der Familie. Egal wie verrückt es manchmal zuging, am Ende hätte Matteo keine andere Kindheit gewollt. Er liebte diese Momente wenn er Zeit mit seinen Eltern oder auch seinen Geschwistern hatte. Allerdings lernte Matteo auch schon früh Verantwortung zu übernehmen. Er war nicht wie andere Kinder. Statt draußen zu spielen, begann er zu arbeiten. Half seinem Vater wo er konnte, er hielt sich aber auch von den Gangs auf den Straßen fern. Dort wo er aufwuchs war Gewalt allgegenwärtig und ein großes Thema. Aber es formte auch einen Wunsch in ihm, nämlich den zur Polizei zu gehen.

Er hatte dieses Ziel immer im Hinterkopf gehabt und bekam dabei auch die Unterstützung seiner Familie. Seine Eltern fanden es gut das Matteo Träume und Wünsche hatte, etwas dem er nachgehen konnte. Seinen Traum konnte er aber auch nicht einfach so erfüllen, denn dazu waren natürlich in erster Linie gute Noten nötig. Er brauchte dafür einen guten Highschool Abschluss und dafür lernte er fleißig. Die Zeit in der Schule war allerdings nichts woran er sich gerne erinnerte, denn die meisten seiner Mitschüler hielten es eben für besser wenn sie über Matteo herzogen und ihn als Streber hinstellten. Doch er nahm sich selten etwas davon an, denn er sah sich nicht als Streber sondern nur fleißig. Sein Ziel würde er ja nicht erreichen wenn er nichts dafür tun würde. Aber Matteo war natürlich nicht rund um die Uhr am lernen, sondern hatte auch einige Freunde mit denen er viel unternommen hatte. Er liebte es mit seinen Freunden draußen zu sein, die Gegenden zu erkunden oder einfach nur mit dem Fahrrad durch die Straßen zu fahren. In seiner Clique lernte er auch seine erste Liebe Nicole kennen. Die beiden waren damals ein Traumpaar, aber die Beziehung der beiden hielt nur bis zum Abschluss. Nachdem die beiden diesen in der Tasche hatten, trennten sich die Wege beider. Er hatte danach auch nie wieder was von ihr gehört.

Nach seinem Abschluss beschloss er dann aber auch das er seinen eigenen Weg verfolgen wollte. Immerhin hatte er hart dafür gearbeitet gehabt und so trat er zunächst der United States Army bei. Dort diente er einige Jahre, aber die Zeit bei der Army veränderte ihn auch nachhaltig. Er lernte dort Struktur, Disziplin und ein deutlich härteres Auftreten. Alles Eigenschaften die man bei der Army brauchte. Es war aber auch eine Zeit die er definitiv nicht missen wollte. Matteo war während seiner Dienstzeit in Deutschland stationiert. Dort hat er auch die Deutsche Sprache gelernt. Aber nicht nur Sprachen lernte er, sondern auch unter Druck ruhig zu bleiben und auch Verantwortung für andere zu tragen. Eine Zeit die ihm sehr viel abverlangte, ihn aber auch für seinen weiteren Lebensweg formte. Immerhin konnte er ja bei der Army sehr viel lernen. Die Zeit dort prägte ihn, doch nach seiner ehrenhaften Entlassung zog es ihn zurück nach Amerika. Er wollte wieder nach Hause zu seiner Familie und diese nahm ihn auch mit offenen Armen auf. Es war ein Platz an dem er ankommen konnte und sich für seinen weiteren Lebensweg sammeln konnte. Die Momente zu Hause waren eben diese die ihn erdeten und ihm ein zu Hause gaben.

Matteo war Anfang 20 als er dann seine Ausbildung beim Chicago Police Department begann. Die Police Academy war sehr anstrengend und verlangte ihm unglaublich viel ab. Sowohl Psychisch und auch körperlich musste er einiges über sich ergehen lassen. Aber auch hier kam ihm seine Ausbildung bei der Army zu Gute. Er fiel durch seine Ruhe und Ausdauer in Stresssituationen auf. Die Ausbildung konnte er daher auch super meistern und egal wie hart es war, Matteo wusste was er wollte und verfolgte seinen Weg. Bereut hatte er es nie diesen Weg eingeschlagen zu haben. Nachdem er seine Ausbildung beendet hatte, setzte man ihn zuerst im Streifendienst ein. Die ersten Jahre auf den Straßen Chicagos waren hart. Matteo arbeitete in Vierteln mit hoher Kriminalität, reagierte auf Schießereien, häusliche Gewalt, Drogendelikte und bewaffnete Überfälle. Er sah früh Dinge, die ihn nie wieder ganz losließen. Trotzdem entwickelte er sich schnell zu einem Officer, dem Kollegen vertrauten, weil er auch in gefährlichen Situationen einen klaren Kopf behielt. Seinen Wunsch Polizist zu werden, den hatte er nie bereut gehabt.

Doch tatsächlich konnte er auch durchaus positive Dinge verzeichnen in seinem Leben. Während eines Einsatzes lernte er Elena kennen. Sie arbeitete als Krankenschwester in der Notaufnahme, denn Matteo war im Dienst verletzt worden und kam daher eben ins Krankenhaus. Seine Verletzungen waren nicht lebensbedrohlich, trotzdem hatte er so die Möglichkeit gehabt sich näher mit Elena zu unterhalten. Die beiden haben sich eigentlich sofort verstanden und trafen sich, nachdem er wieder gesunden war, auch privat. Es entwickelte sich eine Romanze zwischen den beiden und irgendwann wurde aus Matteo und Elena ein Paar. Die beiden waren glücklich, allerdings litten sie auch darunter keine Kinder bekommen zu können. Jedenfalls hatte es nie geklappt gehabt, obwohl die beiden gerne Eltern werden wollten. Trotzdem blieben sie zusammen und heirateten sogar. Ihre Beziehung überstand vieles: Nachtschichten, gefährliche Einsätze, Schlaflosigkeit und die emotionale Distanz, die Matteo mit der Zeit entwickelte. Das Leben der beiden sollte eine Schicksalhafte Wendung bekommen als er eines Abends am Waldrand ein junges Mädchen fand. Sie war verletzt und kaum in der Lage zu laufen. Matteo konnte sie nicht ihrem Schicksal überlassen, sonst wäre sie dort gestorben. Er nahm sie mit nach Hause, dort kümmerten sich Elena und er liebevoll um sie, solange bis sie wieder auf den Beinen war. Das junge Mädchen erzählte ihm alles als sie wieder fit war und Matteo wusste er wollte ihr helfen. Er redete mit Madelyn und danach stand die Entscheidung fest. Die beiden adoptierten sie, damit die kleine Isabelle ein neues Leben beginnen konnte und so wurde sie zu Linnea. Er versprach ihr zu helfen und sie immer zu unterstützen, so gut es ihm eben möglich war. Elena und Matteo glaubten ja auch das Linnea das einzige Kind sein würde, bis Elena aber überraschend doch schwanger wurde. Mit Anfang 20 brachte sie ihren gemeinsamen Sohn Ares zur Welt. Für die Familie das größte Glück mit dem keiner mehr gerechnet hatte.

Beruflich wechselte Matteo nach fast einem Jahrzehnt im Streifendienst in die Ermittlungsarbeit. Als Detective beschäftigte er sich vor allem mit Gangkriminalität und bewaffneten Überfällen. Die Arbeit verlangte lange Nächte, Verhöre und unzählige Stunden Aktenarbeit. Er baute sich den Ruf eines hartnäckigen Ermittlers auf, der selten lockerließ. Gleichzeitig hinterließ die Arbeit Spuren. Matteo schlief schlecht, trank zeitweise zu viel Kaffee und gewöhnte sich daran, ständig angespannt zu sein. Mehrere Kollegen gingen in den Jahren verloren — manche durch Gewalt, andere an den psychischen Belastungen des Berufs. Mit Ende dreißig wurde Matteo Sergeant. Heute, mit 48 Jahren, gehört er zu den erfahrenen Veteranen des Reviers. Jüngere Officers respektieren ihn, auch wenn viele ihn anfangs einschüchternd finden. Er spricht wenig, beobachtet viel und hat die Angewohnheit, Menschen direkt anzusehen, bis sie nervös werden. Gleichzeitig gilt er als jemand, der seine Leute schützt und Verantwortung übernimmt, wenn Einsätze eskalieren. Seine Erfahrung macht ihn wertvoll, besonders in kritischen Situationen.

Matteo versuchte inzwischen auch bewusst mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. In den letzten Jahren war da einiges zu kurz gekommen und er wollte einfach mehr Zeit mit seiner Frau und den Kindern verbringen. Immerhin war er doch schon immer ein sehr familiärer Mensch gewesen. Er versucht alles was möglich ist. Allerdings weiß er auch das die Jahre im Polizeidienst ihren Preis gefordert haben. Alte Verletzungen, Rückenschmerzen, schlaflose Nächte und Erinnerungen, die sich nicht abschütteln lassen. Trotzdem trägt er seine Dienstmarke noch immer mit einem gewissen Stolz — nicht weil er an Perfektion glaubt, sondern weil er überzeugt ist, dass irgendjemand diesen Job machen muss.

02.Gemeinsame Story

Du bist der jüngste Spross der Castillo Familie und wir beide hatten schon von Anfang an eine sehr enge Bindung zueinander gehabt. Bereits als Kinder hat man das gemerkt das wir beide einfach jede Menge Zeit zusammen verbringen. Wir haben aber auch jede Menge Unsinn zusammen angestellt und unsere Eltern ziemlich auf Trab gehalten. Wir haben mit Alberto Castillo auch noch einen älteren Bruder, doch da war die Bindung noch nie so eng wie bei uns beiden. Trotzdem hatten wir alle drei eine schön Kindheit mit vielen Erinnerungen gehabt. Du und ich wir haben immer gewusst gehabt das wir aus Chicago nicht weg wollen. So haben wir das auch belassen. Alberto dagegen hat es eines Tages nach Kolumbien verschlagen. Dort hat er sein eigenes Leben aufgebaut und wir hatten kaum noch Kontakt zu ihm. Heute ist Alberto an Krebs im Endstadium erkrankt und liegt im Sterben. Ich selbst hab zwischenzeitlich auch geheiratet und bin stolzer Vater. Meine Frau Elena ist allerdings vor 4 Monaten bei einem Unfall tödlich verunglückt. Das sind eben auch die Momente in denen ich meinen Bruder brauche. Alles weitere kannst du selbst gestalten, auch so wie sich dein Leben entwickelt hat. Da möchte ich dir nichts verschreiben.

03.Writing
Writing preference
3rd person
Play preference
Chat style · Novel
Posting preference
Chat · Scene
Posting length
Short · Medium
Activity / own words

Ich schreib so wie es meine Zeit zulässt. Das RL geht immer vor. Daher mach ich auch keinen Druck. Kleine Nachrichten oder Kontakte zwischendurch wären natürlich sehr schön.

04.Letzte Worte
Weitere Anschlussmöglichkeiten

Meine Familie wirst du sicherlich kennen. Da ist einmal @Linnea Castillo sie ist meine Tochter. Eigentlich adoptiert, doch für uns spielt das keine Rolle. Sie ist festes Mitglied der Familie. Und @Ares Castillo ist mein Sohn. Das Kind von dem ich dachte Elena und ich wären nie dazu in der Lage und nicht zu vergessen ist @Damian Castillo , er ist der Sohn von Alberto also ist er unser Neffe. Und ja wir alle lieben große Familienverbindungen.

Probepost
Spontan entscheiden
Letzte Worte

Das wichtigste ist einfach das du Spaß hast an der Rolle. Du hast bei der Gestaltung auch komplett freie Hand. Real Life geht vor, ebenfalls lege ich Wert auf Kommunikation. Schreib mich also einfach an wenn etwas ist. Fragen kannst du gern stellen. Ich freu mich auf meinen Bruder.

01 / 04
Wanted details
Wanted by
Matteo
04.09.2026

⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
#24

Wanted · big brother
Emilia Romero
Suchender

Emilia Romero

Age24
Occupationstudent of business administration with a concentration in hospitality management
Residencechicago
AffiliationCitizen
Social classUpper Class
FaceclaimCindy Kimberly
01.Short facts
Full nameEmilia Romero
Age24
SexualityBisexual
Occupationstudent of business administration with a concentration in hospitality management
Residencechicago
AffiliationCitizen
Social classUpper Class
FaceclaimCindy Kimberly

Emilia Romero wurde in eine Welt hineingeboren, in der Familiennamen Gewicht besaßen, gesellschaftliche Verpflichtungen selten wirklich freiwillig waren und Menschen sich noch Jahre später daran erinnerten, wer bei welchem Charity-Dinner neben wem gesessen hatte; ihre Eltern gehören zu den Eigentümern einer großen Hotel- und Hospitality-Gruppe, deren Geschichte mit einem einzelnen Boutique-Hotel in Mexiko begann und die sich über Jahrzehnte zu einem internationalen Unternehmen mit luxuriösen Hotels, Resorts und exklusiven Veranstaltungsorten in den Vereinigten Staaten und Mexiko entwickelte. Für Emilia bedeutete das, schon als Kind zwischen Gesprächen über Investitionen, neue Standorte, Markenimage und jene unausgesprochenen gesellschaftlichen Regeln aufzuwachsen, die in ihrer Welt beinahe ebenso selbstverständlich waren wie Tischmanieren, ohne dass ihr Zuhause deshalb jemals kalt oder ausschließlich von geschäftlichen Interessen geprägt gewesen wäre. Im Gegenteil: Zwischen zwei älteren Brüdern, die bis heute davon überzeugt sind, ihre kleine Schwester müsse grundsätzlich vor allem und jedem beschützt werden, und einer jüngeren Schwester, die seit ihrer Geburt jede Form von Ruhe mit beeindruckender Konsequenz sabotiert, lernte Emilia früh, sich durchzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig für jene Menschen einzustehen, die ihr wichtig sind. Familie war im Hause Romero nie bloß ein hübsches Wort für Weihnachtskarten, Pressefotos oder sorgfältig arrangierte Auftritte, sondern etwas, das gelebt wurde – laut, chaotisch, gelegentlich anstrengend und manchmal beinahe erdrückend, doch vor allem verlässlich. Vielleicht entstand genau daraus jene tiefe Loyalität, die Emilia bis heute prägt, denn obwohl sie sich mühelos durch die Kreise der Chicagoer Oberschicht bewegt, Geschäftspartner mit derselben Selbstverständlichkeit begrüßt wie alte Familienfreunde und auf einer Gala lächeln kann, als hätte sie nie etwas anderes getan, besitzt sie trotz all dessen eine erstaunlich ungezwungene Wärme. Emilia ist nicht naiv genug, um zu glauben, Geld und ein bekannter Nachname würden keine Türen öffnen, doch ebenso wenig hält sie gesellschaftlichen Status für einen besonders interessanten Maßstab, wenn es darum geht, welchen Wert ein Mensch besitzt. Vielleicht ist sie gerade deshalb so gut darin, Menschen das Gefühl zu geben, tatsächlich gesehen und nicht lediglich anhand dessen bewertet zu werden, was sie besitzen, woher sie stammen oder welchen Nutzen eine Bekanntschaft mit ihnen haben könnte.
Ein ebenso prägender Bestandteil ihrer Kindheit war der Glaube, denn Emilia wuchs in einem streng religiösen Umfeld auf, in dem Sonntage der Kirche gehörten, Gottesdienste ebenso selbstverständlich zum Familienleben zählten wie gemeinsame Abendessen und Traditionen selten hinterfragt wurden. Noch heute trägt sie diesen Glauben in sich, allerdings längst in einer Form, die deutlich stärker ihre eigene Handschrift trägt als jene ihrer Eltern. Für Emilia bedeutet Religion weniger ein starres Gerüst aus Verboten, Schuld und der Erwartung, das Leben anderer Menschen nach denselben Maßstäben zu beurteilen, sondern vielmehr Mitgefühl, Gemeinschaft und die Überzeugung, dass Liebe, Vergebung und Verantwortung wesentlich wichtiger sein sollten als die Frage, ob jemand in ein gesellschaftlich vorgesehenes Bild passt. Dass sie damit nicht jede Ansicht ihrer Familie teilt, war über die Jahre beinahe unvermeidlich, doch Emilia besitzt weder das Bedürfnis, ihre Herkunft vollständig abzulehnen, noch jenes, sich blind nach ihr zu richten. Sie hat vielmehr gelernt, zwischen den Dingen zu unterscheiden, die sie behalten möchte, und jenen, die sie für sich neu definieren musste. Genau diese Balance zieht sich ohnehin durch große Teile ihres Lebens: Sie liebt ihre Familie, ohne jede ihrer Erwartungen erfüllen zu wollen; sie genießt Privilegien, ohne so zu tun, als hätte sie sich diese selbst erarbeitet; sie bewegt sich gern in einer Welt voller schöner Dinge, exklusiver Orte und verschwenderischer Abende, ohne zu glauben, dass irgendeines davon automatisch einen Menschen interessanter macht.
Ihr Studium ist entsprechend weder bloße Erwartungshaltung noch ein dekorativer Lebenslaufpunkt, mit dem sich irgendwann eine hübsche Position im Familienunternehmen rechtfertigen lässt. Emilia studiert Business Administration mit einer Concentration in Hospitality Management, weil sie mit genau jener Welt aufgewachsen ist und längst begriffen hat, wie viel mehr hinter einem Hotel steckt als eine elegante Lobby, perfekt gemachte Betten und Menschen, die Gästen mit professionellem Lächeln die Türen aufhalten. Sie interessiert sich für Unternehmen, Strategien, Markenentwicklung, Wachstum und insbesondere für die Frage, wie aus einem Gebäude überhaupt ein Ort entsteht, an den Menschen zurückkehren wollen; für jene beinahe unsichtbare Verbindung aus Organisation, Atmosphäre, Service und wirtschaftlichen Entscheidungen, die im besten Fall dafür sorgt, dass Gäste niemals darüber nachdenken müssen, wie viel Arbeit hinter ihrer Erfahrung steckt. Natürlich könnte Emilia irgendwann beinahe selbstverständlich einen Platz innerhalb des Familienunternehmens erhalten, vielleicht sogar eines Tages einen beträchtlichen Teil der Verantwortung übernehmen, doch gerade diese Selbstverständlichkeit widerstrebt ihr. Sie möchte nicht irgendwann in einem Büro sitzen und wissen, dass ihr wichtigstes Qualifikationsmerkmal Romero lautet. Wenn sie eines Tages eine leitende Position übernimmt, möchte sie verstehen, was sie dort tut, Fehler bereits selbst gemacht, Entscheidungen verantwortet und sich zumindest innerhalb der Möglichkeiten, die ihr privilegierter Ausgangspunkt bietet, bewiesen haben. Nicht weil sie die Illusion besitzt, ihren Nachnamen jemals vollständig von ihren Erfolgen trennen zu können, sondern weil sie sich weigert, ihn zur einzigen Erklärung dafür werden zu lassen.
Vielleicht wirkt Emilia gerade deshalb auf den ersten Blick widersprüchlicher, als sie tatsächlich ist. Sie kann innerhalb weniger Stunden von einer Vorlesung über Unternehmensstrategien zu einem Charity-Dinner wechseln, dort mit Menschen sprechen, deren Namen regelmäßig in Wirtschaftsmagazinen auftauchen, und später am selben Abend barfuß in ihrer viel zu großen Wohnung sitzen, irgendein viel zu weites Shirt tragen und mit ihren Freunden Pizza aus dem Karton essen. Ihr Apartment selbst verrät ohnehin wesentlich mehr über sie, als die Größe oder Adresse zunächst vermuten lassen würden; statt jener makellosen, beinahe sterilen Eleganz, die man bei einer Romero-Tochter vielleicht erwarten könnte, finden sich dort Pflanzen, Zeichnungen aus ihrer eigenen Hand, persönliche Kleinigkeiten und unzählige Fotografien von Menschen, die ihr etwas bedeuten, an Schnüren befestigt und von kleinen Lichterketten eingerahmt. Emilia mag schöne Dinge, selbstverständlich tut sie das, und sie wird vermutlich niemals so tun, als wäre ein Designerkleid lediglich irgendein Stück Stoff oder ein luxuriöses Hotelzimmer nicht angenehmer als ein schlechtes Motelzimmer am Highway, doch wirkliche Vertrautheit entsteht für sie nicht durch Perfektion. Sie entsteht durch Spuren von Menschen. Durch Bilder an Wänden, halb vergessene Gläser auf dem Couchtisch, Freunde, die wissen, wo die Ersatzschlüssel liegen, und Abende, an denen niemand vorher fragen muss, ob er bleiben darf.
Überhaupt sind Beziehungen zu anderen Menschen vermutlich der Bereich, in dem Emilia am deutlichsten von jener kontrollierten, sorgfältig erzogenen Welt abweicht, aus der sie stammt. Sie ist ein ausgesprochen körperlicher Mensch, Nähe ist eine ihrer natürlichsten Ausdrucksformen von Zuneigung, und wer ihr wichtig ist, wird früher oder später damit leben müssen, umarmt, an der Hand genommen, beim Vorbeigehen berührt oder wortlos als menschliches Kissen zweckentfremdet zu werden. Für Emilia besitzt diese Art von Intimität jedoch nicht automatisch romantische Bedeutung. Sie kann jemanden tief lieben, ohne in ihn verliebt zu sein, kann Nähe suchen, ohne daraus Besitzansprüche abzuleiten, und hat wenig Verständnis für die Vorstellung, jede Form von Vertrautheit müsse zwangsläufig auf eine klassische Beziehung hinauslaufen. Gerade deshalb ist ihr Freundeskreis für sie keine Ansammlung austauschbarer Bekanntschaften, sondern eine selbstgewählte Erweiterung ihrer Familie. Menschen, die einmal wirklich zu Emilia durchgedrungen sind, wird sie nur schwer wieder vollständig aus ihrem Leben streichen, selbst wenn sie streiten, sich zeitweise voneinander entfernen oder ihr gelegentlich den letzten Nerv rauben. Ihre Loyalität kann dabei beinahe stur werden; sie verteidigt Menschen, die sie liebt, mit einer Selbstverständlichkeit, die nicht immer vernünftig ist, und besitzt gleichzeitig die unangenehme Angewohnheit, sehr genau zu bemerken, wenn mit jemandem etwas nicht stimmt, selbst wenn dieser Mensch ausgesprochen viel Energie darauf verwendet, das Gegenteil zu behaupten.
Aktuell verbringt Emilia den Großteil ihrer Zeit irgendwo zwischen Vorlesungen, Gruppenprojekten, Praktika und den ersten vorsichtigen Schritten hinein in jene Welt, die ihre Eltern über Jahrzehnte aufgebaut haben. Sie begleitet gelegentlich Meetings, bekommt Einblicke in unterschiedliche Bereiche des Familienunternehmens, besucht Standorte und versucht herauszufinden, welcher Teil dieser riesigen Struktur irgendwann tatsächlich ihrer werden könnte, ohne dabei das Gefühl haben zu wollen, dass ihr gesamtes Leben bereits entschieden wurde, bevor sie selbst alt genug war, eine Entscheidung zu treffen. Einerseits reizt sie die Vorstellung, eines Tages Verantwortung zu tragen, etwas Eigenes innerhalb des Unternehmens aufzubauen und vielleicht sogar irgendwann an dessen Spitze zu stehen; andererseits spürt sie zunehmend das Gewicht eines Namens, der in ihrer Welt häufig schon spricht, bevor sie selbst überhaupt den Mund geöffnet hat. Menschen erwarten Kompetenz oder Oberflächlichkeit, Ehrgeiz oder Verwöhntheit, noch bevor Emilia Gelegenheit hatte, ihnen zu zeigen, wer sie tatsächlich ist, und obwohl sie gelernt hat, solche Urteile mit einem Lächeln zu tragen, bedeutet das nicht, dass sie ihr vollkommen gleichgültig wären. Vielleicht nimmt sie ihr Studium gerade deshalb ernster, als Außenstehende zunächst vermuten würden: Emilia möchte nicht die Tochter ihrer Eltern sein, die irgendwann zufällig einen Platz im Unternehmen erhält, sondern die Frau, von der selbst jene Menschen, die ihren Nachnamen bereits kennen, irgendwann zugeben müssen, dass sie diesen Platz auch ohne ihn ausfüllen könnte.
Abseits davon besteht ihr Alltag allerdings deutlich weniger aus Vorstandsetagen, Champagnerempfängen und Luxusresorts, als viele vermutlich erwarten würden, sondern vielmehr aus viel zu langen Lernsessions in Cafés, überfüllten Kalendern, spontanen Nächten mit Freunden, Gruppenarbeiten, die selbstverständlich immer von denselben zwei Menschen gerettet werden müssen, und der beinahe ironischen Tatsache, dass jemand, der mehrere Termine, Deadlines und gesellschaftliche Verpflichtungen gleichzeitig koordinieren kann, regelmäßig ihre Brille sucht, während sie auf ihrem Kopf steckt, ihre Schlüssel in irgendeiner Tasche vergräbt oder fünf Minuten lang überzeugt behauptet, ihr Handy verloren zu haben, während sie es in der Hand hält. Emilia besitzt ein Talent dafür, organisiert auszusehen, selbst wenn hinter den Kulissen längst kontrolliertes Chaos herrscht; vermutlich ist das ohnehin eine der Fähigkeiten, die ihre Herkunft ihr tatsächlich beigebracht hat. Sie weiß, wie man Haltung bewahrt, wenn etwas schiefläuft, wie man mit einem Lächeln improvisiert und wie man so überzeugend wirkt, als hätte man einen Plan, dass irgendwann niemand mehr hinterfragt, ob dieser Plan jemals existiert hat. Und vielleicht beschreibt genau das Emilia Romero am treffendsten: Sie ist keineswegs das perfekt erzogene Rich Girl, das ihr Leben bereits vollständig verstanden hat, ebenso wenig jedoch die privilegierte Tochter, die ziellos durch eine Welt stolpert, die ihr alles abnimmt. Sie ist irgendwo dazwischen – ehrgeizig und chaotisch, verwöhnt und überraschend bodenständig, gesellschaftlich geschult und gleichzeitig viel zu direkt, wenn ihr etwas wirklich wichtig ist, loyal bis zur Selbstaufgabe und trotzdem entschlossen, ihr eigenes Leben nicht ausschließlich danach auszurichten, was andere Menschen von ihr erwarten. Basically sieht Emilia häufig aus, als hätte sie ihr Leben vollkommen im Griff, während sie in Wahrheit einfach nur außergewöhnlich gut darin geworden ist, Chaos mit hübschen Kalendern, To-do-Listen und einem sehr überzeugenden Lächeln wie Absicht aussehen zu lassen.

02.Gemeinsame Story

Als ältester von vier Geschwistern hattest du vermutlich das zweifelhafte Vergnügen, sämtliche Erwartungen unserer Eltern zuerst kennenzulernen. Du warst der Erste, bei dem Zukunftspläne geschmiedet, Möglichkeiten abgewogen und irgendwann wahrscheinlich auch die Frage in den Raum gestellt wurde, welche Rolle du einmal innerhalb des Familienunternehmens spielen könntest. Schließlich trägt der Name Romero in gewissen Kreisen einiges an Gewicht und hinter ihm steht eine Hotel- und Hospitality-Gruppe, die längst weit über jenes einzelne Boutique-Hotel in Mexiko hinausgewachsen ist, mit dem vor Jahrzehnten alles begann. Ob du darin heute tatsächlich deinen Platz gefunden hast, ihn noch suchst oder dich ganz bewusst für einen anderen Weg entschieden hast, möchte ich allerdings vollkommen offenlassen. Nur weil du als Erster geboren wurdest, muss schließlich nicht auch dein gesamtes Leben bereits für dich geschrieben worden sein.

Was sich vermutlich deutlich schwerer abschütteln lässt, ist deine Rolle als großer Bruder. Du und unser anderer Bruder seid seit Jahren auf geradezu beeindruckend hartnäckige Weise davon überzeugt, dass eure Schwestern beschützt werden müssen, wobei Emilia wahrscheinlich besonders häufig das Pech hatte, Ziel dieses ausgeprägten Beschützerinstinkts zu werden. Dass sie inzwischen längst erwachsen ist, hält sie dabei für ein ausgesprochen überzeugendes Argument; ob du dich davon jemals beeindrucken ließest, darf bezweifelt werden. Dabei soll diese Seite von dir keinesfalls kontrollierend sein. Vielmehr stelle ich mir dahinter jene tief verwurzelte Selbstverständlichkeit vor, die in unserer Familie ohnehin eine große Rolle spielt: Wenn etwas passiert, bist du da. Nicht, weil jemand dich darum bitten müsste, sondern weil für dich nie ernsthaft eine andere Möglichkeit existiert hätte.

Wie du innerhalb dieser Familie deinen Platz gefunden hast, bleibt dabei ganz dir überlassen. Vielleicht bist du tatsächlich der Vernünftige unter den Romero-Geschwistern, der schon viel zu früh gelernt hat, Verantwortung zu übernehmen und inzwischen mit bemerkenswerter Gelassenheit zusieht, wie um ihn herum das Chaos ausbricht. Vielleicht besitzt du allerdings lediglich das Talent, vernünftig auszusehen, während du mindestens ebenso häufig daran beteiligt bist. Du kannst Emilia mit einem einzigen Blick zur Weißglut treiben oder der Mensch sein, den sie nachts um drei Uhr anruft, ohne vorher darüber nachzudenken, ob sie dich damit stört; im Idealfall bist du wahrscheinlich ein bisschen von beidem, denn so privilegiert und von gesellschaftlichen Erwartungen geprägt eure Kindheit auch gewesen sein mag, kalt war sie nie. Die Romeros sind eng miteinander verbunden, laut, manchmal anstrengend und wahrscheinlich hervorragend darin, sich gegenseitig ungefragt in Angelegenheiten einzumischen, die einen angeblich überhaupt nichts angehen. Man kann sich streiten, Türen hinter sich schließen und beim nächsten Familienessen noch immer beleidigt sein; wenn es ernst wird, steht man trotzdem nebeneinander. Genau dieses Fundament wäre mir für euch wichtig. Alles andere soll deins sein. Ich möchte keinen fertigen Charakter suchen, dessen Lebenslauf nur noch übernommen werden muss, sondern Emilias ältesten Bruder und damit jemanden, der bereits lange vor Beginn des Plays einen festen Platz in ihrem Leben hatte. Name, Alter, Beruf, Persönlichkeit, Beziehungen, eigene Probleme und die Frage, wie du selbst zu deinem Familiennamen und den Erwartungen daran stehst, können wir deshalb sehr gern gemeinsam besprechen oder vollständig deiner Kreativität überlassen. ♥

03.Writing
Writing preference
3rd person
Play preference
Chat style · Novel
Posting preference
Chat · Guestbook · Scene
Posting length
Medium · Long
Activity / own words

Ich gehöre definitiv zu den Menschen, die lieber gemeinsam plotten, als sämtliche Entwicklungen bereits im Voraus allein festzulegen, weshalb du jederzeit sehr gern mit eigenen Ideen, spontanen Einfällen oder einem vollkommen aus dem Nichts kommenden „okay, but hear me out“ um die Ecke kommen darfst. Gerade bei Emilia und ihrem Bruder würde ich mir wünschen, dass wir ihre gemeinsame Vergangenheit und Dynamik zusammen mit Leben füllen und beide gleichermaßen Einfluss darauf haben, wohin sich ihre Plays entwickeln.

Grundsätzlich bin ich ziemlich aktiv und meistens regelmäßig im Forum unterwegs, allerdings schreibe ich lieber dann, wenn ich wirklich Zeit und Muse für einen Post habe, als Antworten möglichst schnell abzuarbeiten. Meine Posts fallen entsprechend häufig etwas länger und detailreicher aus, wobei das lediglich meine eigene Art zu schreiben ist und absolut keine Erwartung an dich darstellt. Unterschiedliche Postlängen oder Schreibstile stören mich überhaupt nicht, solange wir beide Spaß an der Geschichte haben und einander genügend Anknüpfungspunkte zum Weiterspielen geben. Schreiben kann ich sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch, sodass wir uns dabei einfach danach richten können, womit wir uns beide am wohlsten fühlen. ♥

04.Letzte Worte
Weitere Anschlussmöglichkeiten

Ganz ohne Anschluss würdest du natürlich nicht ins Forum starten, denn durch die Familie bestehen bereits einige Verbindungen, die sich wunderbar aufgreifen und ganz nach Lust und Laune weiter ausgestalten lassen. @Daisy Jane Calloway [Emilias beste Freundin], deren Bruder @Weston Rhys Calloway sowie @Basil Ashcombe und @Mariel Rosemont dürftest du bereits seit vielen Jahren kennen, da die Familien eng miteinander befreundet sind und gemeinsame Dinnerpartys, Einladungen und vermutlich so manches gesellschaftliche Event seit jeher dazugehören. Wie eng dein Verhältnis zu den einzelnen Charakteren tatsächlich ist, was ihr bereits miteinander erlebt habt oder ob sich daraus Freundschaften, kleine Rivalitäten oder ganz andere Dynamiken entwickelt haben, können wir natürlich gemeinsam mit den jeweiligen PBs besprechen. (Das sind btw ganz liebe Menschen!♥)

Darüber hinaus darfst, kannst und sollst du dir aber unbedingt auch vollkommen eigene Connections suchen. Dein Charakter soll schließlich ein eigenes Leben und Umfeld besitzen, das nicht ausschließlich aus Emilias bestehenden Verbindungen besteht, und bei den vielen tollen Charakteren in diesem Forum bin ich mir ziemlich sicher, dass es an weiteren Anschlussmöglichkeiten ganz bestimmt nicht scheitern wird. <3

Probepost
Spontan entscheiden
Letzte Worte

Am wichtigsten wäre mir vermutlich, dass du wirklich Lust auf den Charakter selbst und nicht ausschließlich auf die bereits vorhandene Verbindung zu Emilia hast. Er soll schließlich nicht bloß Emilias großer Bruder sein, sondern ein vollkommen eigenständiger Charakter mit eigenen Beziehungen, Geschichten, Problemen und Plots, bei denen Emilia auch überhaupt keine Rolle spielen muss. Gleichzeitig würde ich mich natürlich wahnsinnig darüber freuen, ihre Geschwisterdynamik tatsächlich auszuspielen und gemeinsam all die kleinen Dinge zu entwickeln, die nach einer jahrelangen gemeinsamen Vergangenheit aussehen; Insider, alte Streitereien, Familiengeschichten, gegenseitiges Aufziehen und diese ganz selbstverständliche Vertrautheit, die man vermutlich nur mit jemandem besitzt, der einen schon beinahe das gesamte Leben kennt.

Ansonsten bin ich für Drama, komplizierte Situationen, familiäre Konflikte und sämtliche Ideen zu haben, die unseren Charakteren das Leben unnötig schwer machen – sehr gern auch in der Kategorie „das ist eine schreckliche Idee, wir müssen das unbedingt machen“. Das alles allerdings ausschließlich auf Charakterebene; auf PB-Ebene wünsche ich mir einen entspannten, respektvollen Umgang miteinander, bei dem wir offen kommunizieren können und das gemeinsame Schreiben vor allem Spaß macht. Du musst außerdem keineswegs mit einem bereits vollständig ausgearbeiteten Konzept auftauchen. Wenn die Grundidee dich anspricht und du glaubst, dass der älteste Romero-Sohn etwas für dich sein könnte, können wir den Rest genauso gut gemeinsam zusammenspinnen. ♥ (Außerdem können wir uns gerne auf Wunsch auch bei Discord connecten und austauschen!)

01 / 04
Wanted details
Wanted by
Emilia
05.09.2026

#25

Wanted · mutually assured destruction { forced fiancée.
Sutton Claire Laurent
Suchender

Sutton Claire Laurent

Agetwentythree
Occupationstudent [Business & Aerospace Engineering]
Residencechicago
AffiliationThe Privé
Social classUpper Class
Faceclaimsadie sink
01.Short facts
Full nameSutton Claire Laurent
Agetwentythree
Sexualitystraight
Occupationstudent [Business & Aerospace Engineering]
Residencechicago
AffiliationThe Privé
Social classUpper Class
Faceclaimsadie sink

Hast du dich jemals gefragt, was du alles tun würdest, wenn du eine zweite Chance auf ein neues Leben erhältst? Wenn alles, wovon du immer geträumt hast, auf einmal greifbar ist? Was würdest du tun?

Dein Leben beginnt ziemlich ereignislos, denn du wirst als letztes Kind in eine Familie hinein geboren, in der man nie nach etwas fragen musste — es gab ausnahmslos alles in beinah verschwenderischer Übermenge. Der Name Laurent hat nicht nur Türen, sondern wortwörtlich den Himmel eröffnet; maßgebender Marktführer, wenn es um die Entwicklung modernster Luftfahrttechnologie, hochpräziser Flugzeugkomponenten und exklusiver Aviationlösungen geht. Privatjets wurden mehr gesammelt als Luxuswagen, um auch nach außen hin zu zeigen, dass man hinter der eigenen Marke stand. Aber mit dem öffentlichen Anblick, mit diesem Privileg für das andere Sterben würden, kamen auch Erwartungen. Und entgegengesetzt der Erwartungen, so warst du doch körperliche die Schwächste, erfülltest du alle Erwartungen. Zeitweise sogar mit solch einer Leichtigkeit, weshalb dich Silas und Sloane damit nur zu gerne aufgezogen haben. Einen Streber musste es bei Drillingen doch immer geben, nicht wahr? Du warst die Tochter, die man perfekt präsentieren konnte. Die wusste, wie man sich der Etikette anpasste, wie man höflich lächelte, ohne das es zwanghaft aussah. Und vielleicht war auch genau das der Grund, wieso niemand deinen Wandel verstand. Wie aus Sonnenschein nichts anderes als allesverschlingende Dunkelheit werden konnte.

Die Geschichte deiner Familie war besser getaktet als ein Schweizer Uhrwerk. Sullivan war als Erstgeborener dafür verantwortlich, jegliche Verantwortung zu übernehmen — für das Unternehmen, aber auch stellvertretend für die Geschwister. Und doch war es Savannah, deine große Schwester, die immer ein wenig erwachsener als jeder andere wirkte, aber gerne von den Eltern übersehen wurde. Und dann gab es da noch.. euch. Silas, Sloane und dich. Die Drillinge, die beinah alle zeitgleich auf die Welt gekommen waren und vom ersten Schrei im Kreissaal eine Verbindung hatten, die sich nie gänzlich greifen oder erklären ließ.
Während Silas immer derjenige war, der sich schützend vor seine gleichaltrigen Schwestern stellte, war Sloane schon immer die unermüdliche Energie des Trios. Und du? Du warst die Ruhe in dem Sturm beider; aber du warst weder schüchtern, noch unsicher. Während Silas und Sloane im hiesigen Garten fangen spielten, sahst du nicht zu selten von der Terrasse aus zu. Nicht, weil du nicht mitspielen wolltest, aber weil du zu schnell außer Atem warst. Weil du dazu bestimmt warst, vorsichtiger sein zu müssen, was nicht zuletzt dazu führte, dass du mit Intelligenz und Attitude überzeugen musstest. Der angeborene Herzfehler war abzusehen, war es doch herkömmlich, dass bei einer Drillingsgeburt einer der Drillinge schwächer war. Und das Schicksal entschied sich einfach dazu, deine Kindheitstage mit bedeutend vielen Arztterminen, Untersuchungen und Regeln zu füllen: Keine Überanstrengungen, früh erprobte Achtsamkeit, lernen, auf die Signale deines Körpers zu hören. Als Kind hast du dich schwer getan, all das in seinem Fundament zu verstehen, aber du hast die Angst deiner Familie gespürt. Wie Silas einen Beschützerinstinkt entwickelte, der dich auf kurz oder lang wahnsinnig machen würde. Wenn du zu lange mit Sloane gespielt hast, war er derjenige, der dich an Ruhepausen erinnerte. Sloane wiederum war das genaue Gegenteil.. sie nahm deine Krankheit nicht ernst. Nicht etwa, weil es ihr egal war, sondern weil sie sich schlichtweg weigerte dich als krankes Kind anzusehen. Sie versuchte sicherzustellen, dass in einem Netz, in dem nur Entscheidungen über dich anstatt mit dir getroffen worden sind, du in solch kleinen Momenten zumindest Mitspracherecht hast.

Dadurch, dass du körperlich aufgrund des schwachen Herzens eingeschränkt bist, passt du dich immer mehr der Rolle der Vorzeigetochter an. Du kannst körperlich vielleicht nicht glänzen, aber dafür zahlst du mit Verstand und Überzeugung. Du bist diszipliniert und gehst nahtlos in die Gesellschaft über, die man für dich auserwählt hat. Du verstehst dich richtig zu verhalten, du wirst herzlich und doch ziemlich früh in die geschäftlichen Essen eingeschleust, wenngleich auch vorerst als stiller Beobachter. Du lernst stundenlang Smalltalk zu führen, obwohl du dir innerlich den Revolver schon an die Schläfe legst. Aber du bist nun mal die Vorzeigetochter, und wann immer deine Eltern dich vorstellen, klingt es beinah wie eine Bewerbung: Sutton Laurent, ihr jüngster Drilling. Die hauseigene Erfolgsgeschichte — etwas, worüber du nicht einmal unglücklich bist. Nein, es erfüllt dich einerseits mit dem blanken Gefühl von Stolz und dein Ehrgeiz wird geweckt mehr als das zu erreichen. Hast du als Kind immer davon geträumt, Astronautin zu werden, so wolltest du dir jetzt lieber etwas eigenes im Familienunternehmen aufbauen.

Und auch wenn Silas und Sloane dich damit nur noch mehr aufziehen, belächelst du es nur. Du kannst nicht wie Silas dem Traum von Eishockey nachgehen, du kannst nicht wie Sloane eine anmutige Tänzerin werden, das macht dein Herz nicht mit. Du kannst zwar auch noch lange nicht mit dem Können von Sullivan mithalten, aber du lernst ordentlich von Savannah. Und trotz der Dynamik war es Sloane, die dir auch jetzt am nächsten war. Nicht, weil immer alles harmonisch war.. nein, eher das Gegenteil. Ihr streitet euch wegen den banalsten Dingen; Kleidern, Jungs, Partys, diese (laut Sloane) ätzenden Familienregeln. Aber am Ende war es immer wieder Sloane, die dich deine Einschränkung vergessen ließ; bei der du mehr Mensch als Krankheit warst. Sie ist der Impuls, der dich auch mal dazu verleitet, Chaos anzunehmen und zu erforschen, als immer nur dem Regelwerk zu folgen. Wenn du noch nachdenkst, hat sie längst gehandelt. Nicht zu selten zu dem Leidwesen von Silas, der zeitgleich dein größter Beschützer aber auch Gegner ist: Denn während Slo dich dazu bringt, deine Grenzen gelegentlich auszutesten, versucht Silas ständig, sie für dich zu definieren.

Du hast die Highschool mit Bravour bestanden und dich schnell für ein Studium im Bereich Business & Aerospace Engineering entschieden. Du hast deinen festen Freundeskreis und ein umfassend vertrautes Verhältnis mit deinen Geschwistern, und auch deine Eltern sehen dich weiterhin als wertvolles Mitglied der Familie als auch Gesellschaft an. Dein Leben verläuft bisher ziemlich gut, oder nicht? Dein Herz funktioniert noch, auch wenn es unausgesprochen im Raum steht, dass es irgendwann ersetzt werden muss. Dir ist auch bewusst, dass es nicht einfach ist auf eine Transplantationsliste nach oben zu rutschen, aber als du mit einem Mal im Krankenhaus wach wirst und dich vor Schmerzen kaum bewegen kannst, verstehst du gar nicht, wo du bist. Mühsam greifst du dir an die Brust, und fühlst frisches Narbengewebe unter deinen Fingern. Dein Kopf dröhnt und Bilder spielen sich ungefiltert vor deinem geistigen Auge ab, die du zuerst nicht in Zusammenhang bringen kannst. Sloane, die Party, ihr hattet beide getrunken. Silas wollte euch abholen, aber er war nie aufgetaucht, also versicherte Sloane dir, dass sie noch fahrtüchtig war. Ihr hattet diskutiert, du hattest etliche Male nachgefragt, aber du hast ihr vertraut, also warst du eingestiegen. Und jetzt war es nicht der Autositz, auf den dein Hintern lag, sondern ein.. Krankenhausbett. Und als du um dich herum blickst, konntest du sie nicht finden. Wo war Sloane? Und wieso fühlte sich dein Körper so.. anders an? Irgendetwas war fremd, und damit meintest du nicht die Nähte auf deiner Brust. Es war eher das, was darunter war.. dein Herz. Es fühlte sich so falsch stark an. Kurzerhand standen Sullivan und Savannah in deinem Zimmer, und trotz der betörenden Benommenheit und dem endlosen Pochen in deinem Kopf hattest du nur eine Frage: Wo war Sloane? Du merkst, wie sie versuchen deiner Frage zu umgehen, aber du antwortest auf nichts. Es gibt immer nur drei Worte, die du wiederholst wie ein Mantra. Wo ist Sloane? Aber als auch Silas hinzukam und dich kaum ansehen konnte, wusstest du es. Du erinnerst dich an quietschende Reifen, an den Geruch von auslaufendem Benzin, auf kaputtes Metall. Dem Geschmack von Blut, und diese allesverschlingende Dunkelheit. Aber als sie es aussprachen, war es schlimmer als jeglicher Schmerz, der Beweis dafür war, dass du noch lebtest: Sloane war tot. Sie hatte es im Gegensatz zu dir nicht überlebt. Und solltest du bis hier hin denken, dass das der schlimmste Teil war an der Geschichte, so wusstest du noch lange nicht, welche Bürde Sullivan für dich auf sich genommen hatten; und welche dunklen Geister seither auch Silas heimsuchen würden.

Es kostete Wochen auf der Intensivstation, dann noch die Rehabilitation und etliche Nachsorgeuntersuchungen — letzteres kanntest du immerhin aus der Kindheit, nur das dieses Mal Sloane fehlte, die dir trotz der ausdrücklichen Warnungen der Ärzte so viel Eis besorgte, wie du nur so schnell verschlingen konntest. Nein, dieses Mal warst du allein, auch wenn sich wieder alle Augen auf dich richteten. Die Ärzte und Medien sprachen von einer zweiten Chance und dem einschneidenden Verlust einer geliebten Seele. Aber niemand verstand, was das mit dir machte. Du trauerst, selbstverständlich, wirst heimgesucht von Schuldgefühlen. Es fällt dir zuerst schwer überhaupt in ein Auto zu steigen, du hörst dir krampfhaft alte Sprachnachrichten an, um ihre Stimme nicht zu vergessen. Du fragst dich still, wieso du überlebt hast, wenn du doch von den Drillingen wenn überhaupt dazu bestimmt warst, früh zu sterben. Wieso Sloane? Du warst dein Leben lang vorsichtig und was hatte dir das gebracht? Und das war der Moment, als der Sonnenschein dem Schatten wich. Du hast dein ganzes Leben lang damit verbracht, auf deinen Körper zu hören, aufzupassen, Regeln zu befolgen. Du hast brav deine Medikamente genommen, nicht zu viel getobt, du warst schlichtweg vernünftig. Du hast die Sommer in Frankreich, der Herkunft deiner Familie, verkürzt um passend für Untersuchungen wieder im Lande zu sein. Und dennoch standest du in schwarz gekleidet auf der Beerdigung deines Drillings.

Es hat langsam begonnen — erst hattest du dich verschanzt, Verabredungen abgesagt, Menschen gemieden. Nur um dann planlos rauszugehen, zu feiern, das zu leben, wofür Sloane gestanden hat. Zu tanzen, wie sie es sonst tat. Du probierst Dinge aus, die du früher niemals gemacht hättest (kam hier der Zugang zu The Privé und Cloud Nine doch nur gelegen) und irgendwann beginnst du bewusst Risiken einzugehen. Nicht, weil du sterben möchtest aber weil du das Gefühl hast, dass du nach Sloanes Tod endlich selbst entscheiden musst, was dein Leben wert ist. Für sie, als auch für dich. Das Verhältnis mit Silas wird komplizierter, weil er mehr klammert, während du mehr Freiheit forderst.

Heute bist du 23 und ein Widerspruch auf zwei Beinen. Du hast noch immer diese perfekte Ausstrahlung, weißt dich situationsbedingt dem Umfeld anzupassen, aber sobald die Vorhänge sich zuziehen, ist kaum etwas von der Scharade übrig. Du bist impulsiver, rücksichtsloser. Du provozierst regelrecht und überschreitest klare Grenzen. Du kannst nicht mehr akzeptieren dich von Angst und Medizin leiten zu lassen, wenn es dich bereits alles gekostet hat. Und der Muskel, der dafür sorgt, dass du all das erleben kannst, wird schlussendlich zur Hiobsbotschaft — denn wieso kann dich Sullivan nicht mehr ansehen ohne dabei auszuschauen, als würde er sich dafür schämen, dass du noch lebst? Wieso wich Silas der Frage aus, woher auf einmal so schnell ein Herz zur Verfügung stand?

Du weißt noch nicht, dass dein neues Leben mit einer Entscheidung begonnen hat, die niemals hätte getroffen werden dürfen. Und du weißt noch nicht, dass irgendwann jemand vor deiner Familie stehen wird und die Frage stellt, die alles zerstören könnte: Wisst ihr eigentlich, wessen Leben ihr für ihres genommen habt?

02.Gemeinsame Story

Sie gehört nicht dir. Sie wird dir nie gehören.
Worte, die alle dasselbe ausdrücken und dich dabei erdrücken. Aber Besitz war nie das, was dieser Verbindung Sinn verleihen sollte. Nein, der Sinn lag darin, dich genau in diesem Handeln zum Schmälern. Dich daran zu hindern, ein Leben wieder bis auf die Grundmauern einzureißen, es regelrecht niederzubrennen, bis du die Seele deines Gegenübers mit einer solchen Leichtigkeit zerbrechen kannst, dass gleichmit der Geist ebenso verloren ist. Natürlich hast du dir die Frage gestellt, ob ihre Familie sie nicht wirklich liebt, wenn sie diesen Pakt eingingen. Ihre jüngste Tochter an den vermeintlichen Freak zu verschenken. Für deine Familie bedeutete es wiederum, deinen Namen rein zu waschen. Dich wieder in die Gesellschaft einzuführen, die dein Nachname seit Jahrhunderten mit definierte. Somit war es an sich nicht überraschend, dass eure Eltern sich für diese Ehe entschlossen hatten wie ein einfacher Geschäftsabschluss. Zwei Familien, zwei Namen, zwei Unternehmen, deren Geschichte älter ist als jede Vorstellung von Freiheit. Ein Ring sollte zusammenführen, was sich in Zahlen ohnehin längst verbunden hatte.
Für die Öffentlichkeit wird es die Liebesgeschichte schlechthin. Das Traumpaar aus zwei Dynastien, welches sich richtig in Szene zu setzen weiß. Makellose Fotografien, sorgfältig gesetzte Berührungen, gemeinsame Auftritte und lächelnde Gesichter vor Kameras, die aus einer geschäftlichen Vereinbarung eine Romanze machen. Und manchmal erwischst du dich selber dabei, wie du die Artikel in den Zeitungen lesen wirst, und selbst dich die Bilder überzeugen, dass etwas Wahres an der Liebesstory des Jahres sein soll, obwohl ihr beide wisst, es ist eine Lüge. Und wahrscheinlich ist auch genau diese Einsicht das einzige, was bei euch beiden wirklich übereinstimmt.
Denn die Wahrheit ist: Zwischen euch herrscht nicht viel außer eiserne Kälte. Hier gab es keinen heimlichen Zauber, der einen in seinen Bann zog, keine versteckte Zärtlichkeit. Das einzige, was hier entstand war diese eher ungesunde, erzwungene Vertrautheit, die nicht zu umgehen galt, wenn zwei Menschen gezwungen waren, einander lang genug auszuhalten.. Man lernt selbst die unmerklichsten Gewohnheiten wahrzunehmen. Wann man lügt. Wann die Provokation die Grenze dehnt, wann einem drohte die Kontrolle zu verlieren. Es stand außer Frage: Hier wird nichts aus vermeintlich ewiger Liebe. Das, was euch bindet, war.. ein Nutzen. Eine Notwendigkeit. Denn jeder von euch besaß Information, die den anderen ruinieren könnte. Aber wann wird aus Abhängigkeit und einem Machtgefälle ein echtes Gefühl? Kann sowas überhaupt jemals ein echtes Gefühl werden?
Denn du weißt, egal wie sehr ihr euch streitet, egal wie tief sich die Gewohnheit ihrer Anwesenheit unter deine Haut gestohlen hat, sie gehört nicht dir. Es gibt keinen wirklichen Anspruch, kein ehrliches Versprechen, und noch lange keinen Grund sie für dich zu beanspruchen, nur weil sie einen Ring am Finger trägt. Ihr funktioniert nicht, weil es leicht ist. Ihr funktioniert, weil ihr euch gegenseitig dort berührt, wo andere längst keinen Zugang mehr finden. Du kennst ihre Schwächen. Sie kennt deine. Und genau darin liegt sowohl euer Schutz als auch eure Gefahr, und das ist das Absurdeste daran. Denn bei euch heißt es nicht "Ich werde bei dir bleiben", sondern es ist ein klar definiertes "Ich könnte dich zerstören, ich entscheide mich nur dagegen." Wie viel Wahrheit könnt ihr miteinander teilen, bevor aus Beherrschung ein Fehler wird? Wie oft muss man sich streiten, um sich einzugestehen, dass ihr euch dadurch nicht entfernt, sondern es die Auseinandersetzungen sind, die eure Beziehung definieren? Ihr lernt einander durch Reibung kennen, durch gegenseitige Manipulation. Durch das Schweigen am Esstisch. Durch die kleinen Machtkämpfe, die sich irgendwann so selbstverständlich in euren Alltag einfügen wie die gemeinsamen Familienabende. Und mit jedem weiteren, verstrichenem Tag, beginnst du den Platz neben ihr nicht mehr nur als eine Anweisung deiner Familie wahrzunehmen, sondern eher wie eine schlechte Gewohnheit. Und wie jeder weiß, war eine Gewohnheit gefährlicher als jedes reale Gefühl. Gefühle waren nie darauf ausgelegt, alle Ewigkeiten zu überdauern. Gewohnheiten wiederum waren nur schwer abzulegen; irgendwann fühlten sie sich wie ein Naturgesetz an. Unumgänglich, unveränderbar.

⸻ Die Beziehung zwischen Carson [Platzhalter] und Sutton ist alles andere als einfach zu beschreiben. Hier trifft eine erzwungene Symbiose aufeinander, die man sich nicht ausgesucht hat, und trotzdem richtet sich mit einem Mal nahezu alles in seinem Leben aufeinander aus. Der Ehevertrag ist unterschrieben, das Geschäft besiegelt. Und auch wenn das öffentliche Bild inszeniert und Nähe vorgeschrieben ist, wächst in all dem ein Paradoxon, welches nicht greifbar ist, für keinen der beide. Man kennt einander persönlich kaum, meidet einander eher, und doch werden die beiden zu den Menschen, die sich am besten kennen. Streitigkeiten sind keine reine Antisympathie, sie sind eher ein bewusstes Austesten von Grenzen. Provokation ist nur so lange interessant, bis der andere endlich reagiert. Streit ist der Moment, indem man dem anderen seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt und zeitgleich wieder mehr von sich Preis gibt, als man wollte. Es gibt keine Eifersucht, keine, die auf Gefühlen beruht. Es ist eher die Gewohnheit, die man miteinander verbindet und die man sich trotz all der kräftezehrenden Auseinandersetzungen nicht mehr wegdenken kann.

03.Writing
Writing preference
3rd person
Play preference
Novel
Posting preference
Chat · Guestbook · Scene
Posting length
Short · Medium · Long
Activity / own words

almost daily, preferably over phone. posting frequently & in german as well as english. [englisch ist kein muss, deutsch ist genauso fine. <3]

04.Letzte Worte
Weitere Anschlussmöglichkeiten

Du wirst hier auf jeden Fall genug Anschluss finden, tatsächlich ist das ziemlich leicht in dem Forum bisher. Außerdem wird womöglich auch der ein oder andere Plottwist noch auf dich warten, aber das ist immer abhängig vom Inplay.

Probepost
Spontan entscheiden
Letzte Worte

hello, fellow sufferer. ♡
Erst einmal schön, dass du hergefunden und dich womöglich bis hierhin sogar all den chaotischen Vernetzungen meines Verstandes ausgesetzt hast, das alleine sollte ausgezeichnet werden. Ich möchte noch einmal festhalten, dass ich hiermit nicht auf ein Pair aus bin - eher auf eine Bindung, die weder gewollt noch bewusst entschieden worden ist, aber zur Notwendigkeit wird. Ich möchte gerne das Spiel wagen, zu sehen, wie aus Gewohnheit ein stummer Anspruch wird, den man nicht teilen will. Und wie Konflikte einen oftmals doch näher bringen können, als jedes Gespräch um drei Uhr Nachts. Und vor allem bin ich auch interessiert daran, wie man die gespaltene Persönlichkeit von Carson ausspielt, diesen Hang zur Territorialität, wie sich ein Verhaltensmuster wiederholt, aber die Reaktion sich darauf ändert.
Dennoch ist es hier auch wichtig zu sagen: Wenn du dich in der Dynamik der beiden wiederfindest, aber nicht in der Idee des eher offensichtlichen Psychopathen, können wir das Geheimnis der gebrochenen Seele, die er in den Tod gezwungen hat, auch ändern. Das ist nicht in Stein gemeißelt, sondern nur meinem Hirngespinst entfleucht. Auch hier gilt: Alles kann, aber nichts muss. Solltest du also eigene Ideen und Anregungen haben, immer gerne her damit. <3

01 / 04
Wanted details
Wanted by
Sutton
08.09.2026


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