Raven Prescott ist ein selbstbewusster, kontrollierter und scharfsinniger Mann, der sich nur schwer in die Karten schauen lässt. Als Dozent für Kriminologie ist er analytisch, beobachtungsstark und gewohnt, hinter die Fassade anderer Menschen zu blicken. Privat wirkt er oft distanziert und provokant, besitzt jedoch eine ausgesprochen loyale und beschützende Seite, die nur wenige Menschen zu sehen bekommen. Er weiß, was er will, lässt sich ungern etwas vorschreiben und kann durch seine direkte Art durchaus anecken. Hinter seiner abgeklärten Fassade verbirgt sich jedoch ein Mann, der deutlich mehr empfindet, als er nach außen zeigt. Raven Prescott wurde am 12. November 1992 in Chicago, Illinois, geboren und wuchs im Stadtteil Lincoln Park in einer Familie auf, die nach außen hin wenig Spektakuläres zu bieten hatte. Sein Vater Daniel arbeitete als Detective beim Chicago Police Department, während seine Mutter Evelyn als Sozialarbeiterin tätig war. Raven war das mittlere von drei Kindern und hatte mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Mason und seiner fünf Jahre jüngeren Schwester Nora von Anfang an zwei Menschen an seiner Seite, die unterschiedlicher kaum hätten sein können. Während Mason schon als Kind darauf bedacht war, den Erwartungen seines Vaters gerecht zu werden, galt Raven als derjenige, der Regeln nicht grundsätzlich akzeptierte, sondern zunächst verstehen wollte, weshalb sie überhaupt existierten. Nora wiederum war sein kleiner Schatten, und obwohl die Geschwister sich im Laufe der Jahre oft stritten, entwickelte Raven früh einen ausgeprägten Beschützerinstinkt ihr gegenüber. Seine Kindheit war dennoch weitgehend behütet. Durch seinen Vater kam Raven früh mit der Welt der Strafverfolgung in Berührung, ohne selbst jemals geplant zu haben, in dessen Fußstapfen zu treten. Viel interessanter fand er die Geschichten hinter den Fällen, die sein Vater manchmal nach einem langen Arbeitstag mit nach Hause brachte, auch wenn die Details selbstverständlich nie für Kinderohren bestimmt waren. Raven begann sich schon als Jugendlicher dafür zu interessieren, weshalb Menschen Grenzen überschritten, warum manche Menschen trotz schwieriger Lebensumstände niemals straffällig wurden und andere scheinbar ohne erkennbaren Grund immer wieder gegen Regeln verstießen. Seine Mutter förderte diese Neugier, während sein Vater darauf achtete, dass Raven nicht aus einer Faszination für Verbrechen eine Faszination für die Täter entwickelte. In der Highschool machte Raven schnell deutlich, dass er kein Schüler war, der sich mit bloßem Auswendiglernen zufriedengab. Er war intelligent, schlagfertig und ausgesprochen beobachtungsstark, gleichzeitig aber auch stur und gelegentlich provokant. Lehrer schätzten seinen Verstand, hatten mit seiner Haltung gegenüber Autoritäten jedoch nicht immer ihre Freude. Raven gehörte nicht zu den Jugendlichen, die bewusst Ärger suchten, doch er hatte wenig Interesse daran, sich anzupassen, nur um anderen zu gefallen. Seine Noten waren gut genug, um ihm später verschiedene Möglichkeiten offenzuhalten, während sein Interesse an Psychologie, Soziologie und Strafrecht zunehmend konkreter wurde. Nach seinem Schulabschluss entschied er sich deshalb für ein Studium der Kriminologie an der University of Illinois Chicago. Die Entscheidung war weniger von dem Wunsch geprägt, später selbst bei einer Behörde zu arbeiten, sondern vielmehr von seinem Bedürfnis, die Mechanismen hinter Kriminalität zu verstehen. Raven interessierte sich besonders für Täterprofile, Jugendkriminalität und die Frage, wie soziale Faktoren, psychische Belastungen und persönliche Entscheidungen miteinander verbunden waren. Während andere Studenten vor allem die offensichtlichen Zusammenhänge betrachteten, verlor Raven sich gerne in den Details eines Falles. Er wollte wissen, was übersehen worden war und welche Geschichte sich hinter den offiziellen Akten verbarg. Während seines Studiums entwickelte er sich zu einem Studenten, der zwar nicht immer bequem, dafür aber ausgesprochen engagiert war. Professoren erkannten schnell, dass Raven das Talent besaß, komplexe Sachverhalte verständlich zu vermitteln. Gleichzeitig arbeitete er nebenbei in verschiedenen Bereichen, unter anderem als wissenschaftliche Hilfskraft und später als Forschungsassistent. Dadurch erhielt er früh Einblicke in wissenschaftliche Arbeit und begann, sich mit den Grenzen zwischen theoretischer Kriminologie und tatsächlicher Polizeiarbeit auseinanderzusetzen. Besonders prägend waren dabei Praktika und Forschungsprojekte, bei denen er mit ehemaligen Straftätern, Sozialarbeitern und Mitarbeitern verschiedener Strafverfolgungsbehörden in Kontakt kam. Sein Leben nahm jedoch während seines Studiums eine unerwartete Wendung. Sein älterer Bruder Mason, der inzwischen ebenfalls beim Chicago Police Department arbeitete, wurde bei einem Einsatz schwer verletzt. Die Verletzung war nicht nur körperlich einschneidend, sondern veränderte die gesamte Familie. Mason überlebte, musste seine beruflichen Pläne jedoch aufgeben und kämpfte anschließend lange damit, seinen Platz im Leben neu zu finden. Raven, der bis dahin immer versucht hatte, sich von der Arbeit seines Vaters und Bruders abzugrenzen, wurde durch diesen Vorfall unmittelbar mit den Konsequenzen jener Welt konfrontiert, die er bisher nur aus wissenschaftlicher Distanz betrachtet hatte. Die Monate nach dem Unfall waren für Raven eine schwierige Zeit. Er begann, seine bisherigen Vorstellungen über Schuld, Verantwortung und Rehabilitation zu hinterfragen. Gleichzeitig erkannte er, dass Kriminalität niemals ausschließlich aus der Perspektive von Tätern oder Opfern betrachtet werden konnte. Hinter jedem Fall standen Familien, Freunde und Menschen, deren Leben sich innerhalb weniger Sekunden verändern konnten. Der Unfall seines Bruders wurde schließlich zu einem der wichtigsten Gründe dafür, dass Raven sich noch intensiver mit den psychologischen und gesellschaftlichen Ursachen von Kriminalität beschäftigte. Er wollte nicht nur verstehen, was Menschen zu Tätern machte, sondern auch, was dazu beitragen konnte, dass Menschen nicht dauerhaft in diesem Kreislauf gefangen blieben. Nach seinem Bachelorabschluss setzte Raven seine akademische Laufbahn konsequent fort und absolvierte einen Master im Bereich Criminology. Anschließend promovierte er mit einer Arbeit, die sich mit der Entwicklung kriminellen Verhaltens bei jungen Erwachsenen und dem Einfluss sozialer Bindungen beschäftigte. Seine Forschung brachte ihm erste Veröffentlichungen und Einladungen zu wissenschaftlichen Veranstaltungen ein. Gleichzeitig begann Raven als Lehrassistent zu unterrichten und stellte dabei fest, dass ihm die Arbeit mit Studenten ausgesprochen viel Freude bereitete. Er war anspruchsvoll, manchmal unbequem und keineswegs der klassische Dozent, der sich ausschließlich an Lehrbücher hielt. Stattdessen legte er Wert darauf, dass seine Studenten kritisch hinterfragten, Zusammenhänge erkannten und niemals eine einfache Antwort akzeptierten, wenn ein Problem deutlich komplizierter war. Mit zunehmender Erfahrung entwickelte sich Raven zu einem angesehenen Wissenschaftler auf seinem Gebiet. Nach mehreren Jahren in Forschung und Lehre erhielt er schließlich eine feste Position an einer Universität in Chicago, an der er heute als Dozent für Kriminologie tätig ist. Mit vierunddreißig Jahren gehört er dort zu den jüngeren Lehrenden, hat sich aber bereits einen Namen gemacht. Seine Vorlesungen sind beliebt, weil er es versteht, wissenschaftliche Themen mit realen Fällen und gesellschaftlichen Entwicklungen zu verbinden. Raven ist dabei keineswegs ein besonders sanfter Pädagoge. Er fordert viel, lässt sich nicht leicht beeindrucken und kann Studenten mit wenigen gezielten Fragen dazu bringen, ihre gesamte Argumentation zu überdenken. Gleichzeitig nimmt er seine Aufgabe ernst und unterstützt diejenigen, bei denen er echtes Interesse und Potenzial erkennt. Privat ist Raven wesentlich schwerer einzuschätzen. Er führt ein unabhängiges Leben und hat sich daran gewöhnt, Entscheidungen allein zu treffen. Beziehungen hatte er durchaus, doch keine davon hielt lange genug, um daraus eine wirkliche gemeinsame Zukunft entstehen zu lassen. Raven hat nichts gegen Nähe, scheut sich aber davor, seine Kontrolle abzugeben oder einem anderen Menschen zu viel Macht über sein Leben zu geben. Seit dem Unfall seines Bruders trägt er zudem eine gewisse Schuld mit sich, obwohl er rational weiß, dass er damals nichts hätte verhindern können. Er spricht selten darüber und hat gelernt, unangenehme Gefühle lieber mit Arbeit, Sport oder Ablenkung zu überspielen. Einen unerwartet privaten Ausgleich findet Raven in der Fotografie. Bereits während seiner Studienzeit begann er, Chicago mit einer alten analogen Kamera zu fotografieren. Während sein Beruf davon geprägt ist, Menschen und ihr Verhalten zu analysieren, bietet ihm die Fotografie die Möglichkeit, einfach nur zu beobachten, ohne nach Erklärungen suchen zu müssen. Besonders nachts zieht es ihn durch die Stadt. Er fotografiert leere Straßen, beleuchtete Hochhäuser, alte Gebäude und die kleinen Momente, die im hektischen Chicago sonst kaum jemand wahrnimmt. Die meisten seiner Bilder bewahrt er für sich auf und zeigt sie nur wenigen Menschen. Heute lebt Raven noch immer in Chicago und könnte sich kaum vorstellen, dauerhaft irgendwo anders zu leben. Die Stadt ist für ihn Heimat, Arbeitsplatz und zugleich ein Ort voller Widersprüche, die ihn seit seiner Kindheit faszinieren. Er hat sich beruflich genau das Leben aufgebaut, das er sich früher gewünscht hat, und dennoch ist er weit davon entfernt, vollkommen angekommen zu sein. Hinter seiner selbstbewussten, gelegentlich provokanten Art steckt ein Mann, der gelernt hat, dass Menschen und ihre Motive niemals so einfach sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb Raven Prescott noch immer jeden Tag versucht, sie ein wenig besser zu verstehen. — Familie wäre toll, Freundschaften ebenfalls und natürlich würde ich mich auch darüber freuen jemanden von der Uni zu kennen. Ich schreibe immer wenn es meine Zeit und Muse zulässt Ich bin schon ganz gespanntRaven
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