Callum ist ein aufmerksamer und neugieriger Mensch, der sich schon immer mehr für die Geschichten hinter Menschen als für deren äußere Fassaden interessiert hat. Er beobachtet viel, hört gut zu und besitzt die Angewohnheit, sich aus alltäglichen Situationen kreative Geschichten über die Menschen um ihn herum auszudenken. Mayfair, London - eine Gegend in der man nur lebt und aufwächst, wenn Geld keine Rolle spielt. Als renommierte Anwälte stellte das für Fiona und Quentin Stewart nie ein Problem dar. Das Ehepaar lernte sich an der University of Oxford kennen und es dauerte auch nicht lange, bis die Beziehung ernster wurde und Quentin Fiona einen Antrag machte. Das junge Familienglück sollte bald durch zwei Kinder ergänzt werden. Während der Schulzeit war es demnach keine Überraschung, dass er sich für zusätzliche Literaturkurse einschrieb. Eher durch Zufall kam er im Laufe seiner Schulzeit dazu, seine ersten Artikel in einer Zeitung zu schreiben, auch wenn es nur die Schülerzeitung war. Callum hatte nie großes Interesse daran gehabt, etwas anderes als Geschichten zu schreiben; schon gar keine Zeitungsartikel. Als jedoch an seiner Schule der ‚Starjournalist‘ ausfiel, kam die leitende Lehrkraft schon bald auf Callum zu, da sie sehr beeindruckt von seinem Schreibtalent war. Zunächst wehrte er sich gegen das Angebot, gab dann schließlich aber doch nach. Als er die ersten Artikel verfasste, musste er überrascht feststellen, dass es ihm lag und sogar Spaß machte. Während andere Jugendliche ihre Freistunden laut auf dem Schulhof verbrachten, zog es Callum oft mit einem Notizbuch in kleine Cafés rund um Mayfair. Dort beobachtete er Menschen, notierte Gesprächsfetzen, besondere Gesten oder erfand aus wenigen Minuten ganze Lebensgeschichten für Fremde. Es ging ihm nie darum, jemanden bloßzustellen - vielmehr faszinierte ihn, wie viel sich in den unscheinbarsten Begegnungen verbarg. Rückblickend war das wohl der Moment, in dem er lernte, dass die besten Geschichten meist mitten im Alltag zu finden sind. Für Fiona und Quentin stellte sich nie die Frage, dass ihre Kinder einmal in die Familienkanzlei einsteigen würden, um diese eines Tages zu übernehmen. So wurde am Esstisch nie die Frage gestellt: „Was möchtet ihr einmal werden, wenn ihr groß seid?“ Sondern eher: „Welchen Schwerpunkt wollt ihr in Jura legen?“ Zunächst tat Callum genau das, was von ihm erwartet wurde: Er zog sich aus der Redaktion der Cherwell zurück, stellte das Schreiben für die Zeitung ein und versprach seinen Eltern, sich künftig ausschließlich auf sein Jurastudium zu konzentrieren. Als er seinen Eltern schließlich davon erzählte, eskalierte zum ersten Mal das perfekt inszenierte Familienbild. Für Fiona und Quentin war es keine spontane Richtungsänderung, sondern ein Verrat an allem, was sie für ihre Kinder aufgebaut hatten. Die Konsequenz ließ nicht lange auf sich warten: Sämtliche finanzielle Unterstützung wurde eingestellt. Solange Callum bereit war, nach Oxford zurückzukehren und Jura fortzusetzen, würden ihm alle Türen offenstehen, blieb er beim Journalismus, müsse er seinen Weg allein gehen. Zum ersten Mal in seinem Leben musste er lernen, was Unabhängigkeit tatsächlich bedeutete. Aus dem großzügigen Haus in Mayfair wurde ein kleines WG-Zimmer im Osten Londons. Gewohnter Luxus wich Schichtplänen, überteuerten Fertiggerichten und der ständigen Frage, ob das Geld bis zum Monatsende reichen würde. Tagsüber studierte er Journalismus, nachts arbeitete er in einer Bar unweit der Themse, dazwischen schrieb er freie Artikel für kleinere Magazine und Lokalzeitungen. Es war anstrengend und finanziell alles andere als einfach… und dennoch fühlte es sich zum ersten Mal wie sein eigenes Leben an. Nach seinem Studienabschluss mit 25 erhielt Callum schließlich das Angebot, von dem er während all der Nachtschichten geträumt hatte: eine feste Stelle als Journalist bei einer Zeitung in Chicago, jene Stadt, aus der seine Mutter Jahrzehnte zuvor nach England aufgebrochen war und zu der sie nie zurückgeschaut hatte. Heute lebt er seit einigen Monaten in der Stadt, arbeitet als Journalist und versucht, sich zwischen Redaktionsschluss, viel zu viel Kaffee und einem völlig neuen Alltag ein eigenes Zuhause aufzubauen. — Gesucht werden vor allem Verwandte mütterlicherseits (Cousinen, Cousins, Onkel, Tanten...), die Callum in Chicago kennenlernen kann (oder schon kennengelernt hat, ich bin da offen) sowie Freundschaften, Arbeitskollegen und allgemein neue Bekanntschaften. — Es gibt hier keine Alterbeschränkung was die FCs angeht, aber von Tom gibt es genug Bildmaterial aus seiner jüngeren Zeit und ich hoffe, das ist so in Ordnung! Ich freue mich auf die Zeit hier und auf eure Angebote! :)Callum
Schüchtern ist er nicht, das wäre in seinem Beruf auch ungünstig. Stattdessen ist er gesellig, humorvoll und kann ausgesprochen charmant sein, wenn er sich wohlfühlt. Durch seine behütete Kindheit ist er an einen gewissen Komfort gewöhnt, hat jedoch gelernt, sich auch außerhalb seiner ehemals privilegierten Welt zurechtzufinden.
Callum kann stur sein, besonders wenn er das Gefühl hat, dass andere über sein Leben bestimmen wollen. Er neigt dazu, sich zu viel aufzuladen und Probleme zunächst mit sich selbst auszumachen, statt um Hilfe zu bitten. Gleichzeitig ist er ehrgeizig und zielstrebig, wenn es um seine Ziele geht, und kann dabei durchaus eine gewisse Eitelkeit an den Tag legen.
Hinter seiner selbstsicheren und gelegentlich sarkastischen Art steckt jedoch ein loyaler und empathischer Mensch, der seine eigenen Entscheidungen lange zerdenkt und sich nur schwer damit abfindet, einen Menschen oder eine Geschichte einfach aufzugeben.
Callum und XX wuchsen behütet und ohne Mängel auf - zumindest im finanziellen Sinne; sie besuchten die besten Schulen, konnten die teuersten Hobbys ausüben und auf die exklusivsten Freizeitreisen fahren. Was dabei merklich zu kurz kam, war die gemeinsame Familienzeit. Während Callum und XX sich immer ziemlich nahe standen, war die kostbare Zeit mit den Eltern strikt geplant, da diese beruflich ziemlich eingebunden waren und so prägten sich ihre Kindheit und Jugend vor allem durch wechselnde Nannys und verschiedene Erziehungspersonen.
Anders als andere Kinder, hat Callum sich immer darauf gefreut, wenn es Zeit war, ins Bett zu gehen, denn dann war es Zeit für eine Gutenachtgeschichte. Er saugte jedes Wort in sich auf und schon bald war es dem kleinen Jungen nicht mehr genug, nur abends Geschichten erzählt zu bekommen, daher lernte er das Lesen schon vor der Schule. Aber auch das reichte ihm bald nicht mehr, denn er wollte auch seine eigenen Geschichten erzählen und festhalten, also erlernte er auch das Schreiben sehr früh. Dafür würde man ihn vermutlich nicht als Wunderkind preisen, aber beeindruckend war es dennoch.
Seine Eltern akzeptierten dies, schließlich waren zusätzliche Aktivitäten gerne gesehen auf einer Bewerbung an einer Universität wie Oxford, um sich etwas mehr hervorzuheben.
Auch nach seinem Studienstart in Jurisprudence in Oxford - auch an der Wahl der Universität hatte es keine Zweifel gegeben - verlor Callum seine Leidenschaft für das Schreiben nie. Es dauert daher nicht lange, bis er sich beim Schreiben der wöchentlich erwarteten trockenen Essays, für die er sich durch hochkomplexe Rechtsfälle quälte, eingeengt fühlte. Als er jedoch bereits in den ersten Wochen seines ersten Semester eine Ausgabe der Cherwell-Zeitung in die Finger bekam mit dem Hinweis, das noch stellen zu vergeben waren, zögerte er keine Sekunde, selbst eine Bewerbung und einen Beispielartikel zu verfassen und einzusenden. Allein dieser kleine kreative Ausbruch verlieh ihm das Gefühl, das erste Mal nach Wochen atmen zu können. So begann er unter dem riskanten Pseudonym C. Q. Stuart für Oxfords älteste und einflussreichste studentischen Wochenzeitschrift zu schreiben. Vielleicht war es jugendlicher Leichtsinn oder Eitelkeit, dass man ihn dahinter erkannte, denn auch wenn seine Eltern den Journalismus während seiner Schulzeit gebilligt hatten, erwarteten sie an der Universität volle Konzentration für das Studium und nur die besten Noten.
Für Callum bedeutete dieses Doppelleben einen enormen Druck aus den erwarteten Leistungen und den Redaktionsfristen, der in vielen schlaflosen Nächten resultierte. Einige Zeit hielt er der Herausforderung stand, doch als seine Noten schließlich tatsächlich abfielen, forschten seine Eltern nach und stießen schließlich auf den ‚Kern des Problems‘, sie verlangten von ihm sofort, dass er die Ablenkung einstellte.
Tatsächlich verbesserten sich seine Leistungen wieder, doch mit jeder bestandenen Klausur und jedem trockenen Essay hatte er mehr das Gefühl, ein Leben zu führen, das zwar allen anderen gefiel, ihm selbst jedoch immer fremder wurde. Während seine Kommilitonen akribische Mitschriften anfertigten, füllten sich die Ränder seiner Unterlagen mit Beobachtungen über Menschen in Hörsälen, Gesprächsfetzen aus der Bibliothek oder den ersten Sätzen von Geschichten, die nichts im Geringsten mit Rechtswissenschaften zu tun hatten.
Es dauerte beinahe ein weiteres Studienjahr, bis er sich endlich selbst eingestand, dass Fleiß allein keine Leidenschaft ersetzen konnte, denn er fühlte sich mit jedem Tag ausgebrannter.
Die eigentliche Entscheidung fiel nicht in einem dramatischen Streit, sondern an einem gewöhnlichen Nachmittag, als Callum die Unterlagen für das nächste Semester unterschreiben sollte. Stattdessen verließ er das Verwaltungsgebäude, setzte sich auf eine Bank vor dem Radcliffe Camera und schickte die Bewerbung ab, die seit Wochen als Entwurf in seinem Postfach lag: für den Studiengang Journalismus an der City University in London.
Noch schmerzhafter als der Streit mit seinen Eltern war jedoch die Reaktion seines Geschwisterteils. XX stellte sich nicht aus Bosheit auf ihre Seite, sondern aus Überzeugung. Für XX war Stewart & Stewart LLP mehr als eine Kanzlei: sie war Familiengeschichte, Verantwortung und Zukunft zugleich. Immer wieder versuchte XX, Callum davon zu überzeugen, wenigstens das Jurastudium zu beenden. „Du musst danach ja kein Anwalt werden“, lautete das Argument. Doch für Callum hätte genau das bedeutet, erneut ein Leben für andere zu führen.
Sein Gespür für Menschen blieb dabei seine größte Stärke. Während viele seiner Kommilitonen ausschließlich Schlagzeilen jagten, interessierte Callum sich auch für die Geschichten hinter den Fassaden: Er schrieb über alte Buchhandlungen, verschwundene Familienbetriebe, Künstler, die kaum jemand kannte. Genau einer dieser Aufträge führte ihn schließlich zu einem Interview mit einem Architekten, der die Restaurierung eines denkmalgeschützten Gebäudes leitete. Elias [Platzhalter].
Was als einstündiges Gespräch über Backsteinfassaden und historische Baukunst begann, entwickelte sich über Wochen zu gemeinsamen Kaffees, langen Diskussionen über Architektur und Literatur und einer Freundschaft, die beiden zunächst harmlos erschien. Erst viel später wurde ihnen bewusst, dass sie längst aufgehört hatten, Ausreden für die gemeinsamen Treffen zu suchen und einander näher kamen, näher als für sie beide gut war, denn Elias war bereits mit seiner Freundin aus Kindheitstagen verheiratet. Dennoch konnten sie nicht verleugnen, was zwischen ihnen entstand.
Für Callum war es die Chance auf einen beruflichen Neuanfang. Und für ihn und Elias sollte es der Ort werden, an dem sie endlich gemeinsam ein Leben beginnen wollten. Sie planten eine gemeinsame Wohnung, rechneten Möglichkeiten durch und sprachen zum ersten Mal laut über eine Zukunft, die nicht nur aus Wochenenden und heimlichen Stunden bestand.
Doch kurz bevor Callums Flug ging, zwang ein schwerer familiärer Notfall Elias dazu, in England zu bleiben. Aus wenigen Tagen wurden Wochen. Nachrichten wurden kürzer, Entscheidungen mussten getroffen werden und beide glaubten schließlich, der jeweils andere habe sich gegen den gemeinsamen Plan entschieden. Also stieg Callum allein in das Flugzeug nach Chicago.
Gleichzeitig gibt es da noch einen zweiten Neuanfang: Irgendwo in Chicago lebt der Teil seiner Familie mütterlicherseits, den er kaum kannte.
Seine Mutter hatte nur selten über Amerika gesprochen, nachdem sie einst für ihr Studium nach Oxford gezogen war und so wusste Callum bis heute fast nichts über jene Menschen, die einst die Familie seiner Mutter gewesen waren.
Vielleicht war es an der Zeit, auch diese Geschichte endlich zu schreiben [tbc.]
Auch frühere Verbindungen aus England wären möglich :)
Für romantische Verbindungen bin ich auch offen und würde gerne schauen, was sich zwischen den Figuren entwickelt!
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