Nora sieht sich selbst als jemanden, der seine Ecken und Kanten hat und sich dennoch bemüht, mit sich selbst im Reinen zu sein. Sie begegnet anderen Menschen grundsätzlich mit einem gewissen Vertrauensvorschuss, ohne dabei blind oder leichtgläubig zu sein, und glaubt fest daran, dass ein Mensch mehr ist als sein Ruf, seine Herkunft oder seine schlechteste Entscheidung. Sie möchte sich lieber ein eigenes Bild machen, anstatt sich von der Meinung anderer beeinflussen zu lassen, und sieht genau darin eine ihrer größten Stärken. Das einzige Kind der Familie Callahan verlebte eine glückliche und unbeschwerte Kindheit. Nora war ein ruhiges Baby, schrie im Verhältnis wenig und es brauchte meistens keine zwei Minuten, bis sie in den Armen ihres Vaters selig einschlummerte. Viel zu seltene Momente, war er aufgrund seiner leitenden Position in einem Technologieunternehmen doch so gut wie nie zu Hause, wenn es für die kleine Nora Zeit war, ins Bett zu gehen. Abgesehen davon verlebte das blonde Mädchen die ersten Jahre ungetrübt und frei von Ängsten. Von ihrer Familie über alles geliebt, entwickelte sie zu einem wahren Sonnenschein, fröhlich und munter. Das war keine leichte Zeit für die Blondine und es gab nicht selten Momente, in denen sie sich fragte, ob ihre Wertvorstellungen und Prinzipien, an denen sie in all den Jahren ihrer Schulzeit so eisern festgehalten hatte, all diese Erniedrigungen und Demütigungen wirklich wert waren, die sie gerade über sich ergehen lassen musste. War es das alles wert, durch die Hölle gehen zu müssen? Denn nicht anders fühlte sich der tagtägliche Gang durch die Schulflure für sie an. Dieses Gefühl konnte ihr auch Finn nicht nehmen, der immer an ihrer Seite war und wohl als Einziger verhinderte, dass sie an alledem zerbrach. Den Schulabschluss schaffte sie trotz aller traumatischen Erlebnisse dennoch recht ordentlich, war das aber nur der Tatsache geschuldet, dass sie bis dato eine Einser-Schülerin gewesen war. Da ihre Eltern ihr einen gut gefüllten Treuhandfond und eine beachtliche Lebensversicherung hinterlassen hatten, konnte sich Nora ihren Traum erfüllen und nach dem Collegeabschluss das Jurastudium an der University of Chicago beginnen. — Freundschaften Kollegen Ex-Beziehung an der Uni Meine Posts leben von den Gedankengängen und Gefühlen meines Charakters. Motivation, innere Zerrissenheit und das Zwiegespräch mit sich selbst sind bei mir wichtige Komponenten. Meine Posts zeichnen sich nicht durch ausschweifende Handlungen aus, sondern ich bemühe mich, mit jeder Antwort im Play etwas mehr von der Psyche und emotionalem Zustand zu zeigen und so die gemeinsame Entwicklung voranzutreiben - ebenso wie die meines eigenen Charakters, was für mich mindestens genauso wichtig ist. Ich bin durchaus ein Freund von Drama - wenn es richtig dosiert eingesetzt wird und sich vor allem auf psychologischer Ebene bewegt. Ich plotte sehr gern, wobei es auf psychologischer Ebene auch gerne mal etwas intensiver zugehen darf. Allerdings möchte ich betonen, dass ich nicht unbedingt ein Freund von unzähligen Ansammlungen von Triggerwarnungen in Stories und Plays bin, vor allem wenn es um Missbrauch oder physische Gewalt geht. Charakterliche Trigger hingegen finde ich grundsätzlich sehr spannend. Aber das ist alles eine Sache der Kommunikation.Nora
Ebenso wichtig ist ihr ihre Loyalität, denn wer einmal einen festen Platz in ihrem Leben gefunden hat, kann sich darauf verlassen, dass sie auch dann bleibt, wenn es unbequem wird. Sie ist überzeugt davon, einen eigenen Kopf zu besitzen und für ihre Überzeugungen einzustehen, selbst wenn sie sich damit nicht immer beliebt macht. Gleichzeitig weiß Nora, dass sie stur und eigensinnig sein kann, auch wenn sie diese Eigenschaften vermutlich lieber als Standhaftigkeit und Konsequenz bezeichnet.
Sie kann Fehler verzeihen, hat allerdings ein ziemlich gutes Gedächtnis für Enttäuschungen und tut sich schwer damit, Menschen oder Dinge, die ihr einmal wichtig waren, einfach loszulassen. Besonders bei den Menschen, die ihr nahestehen, verliert sie dabei gelegentlich ihre sonst so geschätzte Objektivität und sucht noch nach Erklärungen und Entschuldigungen, wo längst keine mehr zu finden sind.
Nora hält sich für eine gute Menschenkennerin, unterschätzt dabei jedoch, wie sehr ihre eigenen Gefühle ihr Urteil beeinflussen können. Und dennoch würde sie ihre Offenheit niemals gegen Zynismus eintauschen, denn auch wenn genau diese Eigenschaft sie gelegentlich verletzlich macht, möchte sie sich die Fähigkeit bewahren, an das Gute im Menschen zu glauben.
Trotz ihrer moralischen Überzeugungen ist Nora alles andere als eine wandelnde Ansammlung von Regeln und Prinzipien. Sie besitzt Humor und nimmt sich selbst nicht immer ganz so ernst, wie es ihr gelegentlich unterstellt wird. Sie liebt die kleinen Dinge, die einen gewöhnlichen Tag besser machen, kann sich stundenlang in einem Buch verlieren oder bei einem guten Kaffee die Zeit vergessen.
Sie hat eine ausgeprägte romantische Seite, auch wenn sie diese nicht jedem sofort zeigt, und besitzt eine Schwäche für Dinge, die Erinnerungen und Gefühle transportieren. Musik, alte Platten, ein warmer Sommerregen oder ein Hund, der sich über ihre Aufmerksamkeit freut, bedeuten ihr wesentlich mehr als irgendein teures oder prestigeträchtiges Erlebnis.
Was also musste passieren, dass ein einziger Tag das Leben einer ganzen Familie auf den Kopf stellte, an dessen Ende nichts mehr so sein sollte, wie es war? Eine Frage, deren Antwort so einfach wie tragisch war, machte sie doch mehr als deutlich, wie perfide das Schicksal und das Leben im Allgemeinen doch seine Strippen ziehen konnte. Ein Tag, der Nora noch lange verfolgen und auf ewig in ihrem Kopf verankert sein würde, auch wenn sie sich selbst nicht daran erinnern konnte. Hatte dieser Tag doch dennoch den Grundstock für all die Entscheidungen und Vorkommnisse geebnet, die die folgenden Jahre erheblich beeinflussen sollten. Negativ wie positiv. Nora war zu diesem Zeitpunkt noch zu klein, um die gesamte Tragweite der tragischen Ereignisse des 20. Oktober 2006 begreifen zu können. Aber auch wenn sie noch nicht realisieren konnte, dass ihre Eltern nie wieder zurückkommen würden, spürte sie natürlich, dass sich die Menschen um sie herum anders verhielten. Das blonde Mädchen kannte noch nicht die Bedeutung der Worte Trauer, Kummer, Verzweiflung oder Leid, hatte sie doch bisher keinerlei Berührungspunkte mit derart schmerzlichen Gefühlen gehabt.
Nora wuchs bei ihrer Großmutter auf, die sie über alles liebte und sie vor allem Bösen auf der Welt schützen wollte. Aber wie so viele Menschen wusste sich auch Rosalie Callahan nicht anders zu helfen und überschüttete ihre einzige Enkelin mit so viel Liebe, dass diese vor allem in älteren Jahren immer wieder Gefahr lief, an dieser zu ersticken. Sie wusste, dass ihre Großmutter es nur gut meinte und hatte ihr deswegen auch nie einen Vorwurf gemacht, wenn diese ihr mal wieder verbot, eine Sportart auszuüben, die sie für zu gefährlich hielt oder ihr die Party verbot, weil sie Angst hatte, dass ihre Enkelin auf dem Heimweg überfallen und vergewaltigt werden könnte. In einer Großstadt wie Chicago keinesfalls abwegig, sodass Nora ihr keinen Vorwurf für ihre Ängste machen konnte. Immerhin musste man doch nur die Zeitung aufschlagen, die Nachrichten einschalten oder - wenn man jünger als sechzig war - die social media Kanäle besuchen, um von den neuesten Verbrechen und Missbrauchsfällen zu erfahren. Das blonde Mädchen wollte ihrer Grandma keine Sorgen bereiten und hielt sich überwiegend an ihre strengen Regeln. Aber hin und wieder musste auch Nora einmal aus der Plastikblase ausbrechen, in der sie lebte. Tatkräftige Unterstützung erhielt sie dabei stets von ihrem besten Freund aus Kindertagen. Finn war immer für sie da gewesen, ebenso wie sie immer für ihn dagewesen war, wenn ihre Mitschüler sich mal wieder den Mund über seine Mutter zerrissen. Nora war eigentlich immer jemand gewesen, der ungern schlecht über andere Menschen sprach. Aber in jenen Momenten konnte und wollte sie nicht schweigen und machte ihrer Wut über so viel Verlogenheit und Scheinheiligkeit regelmäßig Luft. Dafür nahm sie auch die ein oder andere Stunde Nachsitzen in Kauf, wenn einer der dazu gerufenen Lehrer sich nicht die Mühe machte, sich die Geschichte anzuhören und kurzerhand einfach alle Anwesenden zum Nachsitzen verdonnerte. In guten wie in schlechten Tagen eben, um es einmal poetisch auszudrücken. Aber so war es tatsächlich zwischen Finn und Nora. Fiel einer, fielen beide. Ein ungeschriebenes Gesetz ihrer Freundschaft, welches bis heute Bestand hatte. Finn wurde für sie schnell zu einem Teil ihrer Familie. Nicht wie Familie, nein. Er war für sie all das, was Familie für sie ausmachte und verkörperte und somit machte sie nie einen Unterschied.
Was in Kindheitstagen in stundenlangen Erkunden ihrer Umgebung und Begegnungen mit der lokalen Tier- und Pflanzenwelt zu einer tiefen Freundschaft entwickelte, wurde in späteren Jahren zu einem Verhältnis voller gegenseitiger Loyalität und tiefem Vertrauen. Die Jugendlichen teilten quasi alles miteinander. Ihre Gedanken, ihre Wünsche und Hoffnungen sowie ihre Ängste und Sorgen. Und auch ihre tiefsten Geheimnisse, wussten sie doch, dass diese beim jeweils anderen besser als in jedem Safe aufgehoben waren. Und auch wenn Nora für ihre Hilfsbereitschaft und ihre Aufrichtigkeit bekannt war, ließ sie es sich nehmen, mit Finn zusammen Alkohol und sogar die ein oder andere illegale Substanz zu konsumieren. Sie war weder verklemmt noch ein Mauerblümchen, sondern hatte schlichtweg Ideale und Prinzipien, für die sie auch dann eintrat, wenn sie sich damit vielleicht unbeliebt machte.
Es überraschte nicht Wenige, dass sich ausgerechnet der Starspieler des Football-Teams der Schule für die Blondine interessierte und ihr Anfang des Abschlussjahres ganz offen Avancen machte. Duncan Scott war der Inbegriff eines rich kids aus der Oberschicht, welcher sich mit Geld und seinem Nachnamen quasi alles erlauben konnte, ohne dafür jemals die Konsequenzen tragen zu müssen. Damit verkörperte er im Grunde alles, was sie an der Gesellschaft hasste. Aber er schaffte es dennoch, sie mit seinem Charme und ehrlichen Worten davon zu überzeugen, dass er es ernst meinte. Duncan hatte ihr glaubhaft vermittelt, dass er hinter all der Arroganz und Selbstgefälligkeit eigentlich mit Schwächen und Selbstzweifeln zu kämpfen hatte, hervorgegangen aus den ständigen Vorhaltungen seines Vaters. Zunächst hatte Nora gezögert. Aber wäre es nicht über alle Maßen heuchlerisch und verlogen gewesen, immer zu predigen, sich nicht auf den ersten Eindruck zu versteifen und dann doch selbst diesen Grundsatz zu missachten? Was wäre sie für ein Mensch, wenn sie Duncan keine Chance geben würde?
Aber nur wenige Wochen später zeigte sich mal wieder, wie grausam Teenager sein konnten. Die Blondine war ziemlich verknallt und Duncan trug sie quasi auf Händen. Sie dachte sogar darüber nach, ihm ihre Jungfräulichkeit zu schenken. Aber durch einen Zufall - etwas, was sie selbst später vielmehr als Schicksal bezeichnete - hatte einer von Duncans Kumpels auf einer Party zu tief ins Glas und zu stark am Joint gezogen, sodass er sehr redselig wurde. Dabei rutschte ihm heraus, dass Duncan im Grunde nur deshalb mit ihr zusammen war, um sie ins Bett zu kriegen und ihr das scheinheilige Gutmensch-Getue aus dem Hirn zu ficken. Seine Worte, nicht ihre. Ein Schock für die Blondine, die sich nach diesem unfreiwilligen Geständnis erst einmal in ihrem Zimmer vergrub. Sie wollte niemanden sehen. Selbst Finn ließ sie die ersten Tage nicht an sich heran. Aber sie merkte schnell, dass sie ihren besten Freund vermisste und sie seine Nähe brauchte, um wieder zu sich selbst zu finden. Die nächste Zeit war wenig überraschend, nicht gerade angenehm für Nora. Sie wurde angestarrt, ausgelacht und es kursierten zahlreiche Gerüchte über sie. Details dazu waren noch Wochen danach auf den Toiletten nachzulesen.
Seit gut einem Jahr arbeitete sie nun für eine Kanzlei, die auf Arbeits- und Sozialrecht spezialisiert war. Ihr aktueller Fall ist der einer jungen alleinerziehenden Mutter, die von ihrem Chef fristlos entlassen worden war, weil sie ihre Arbeitsstelle verlassen hatte, um sich um ihr krankes und körperlich beeinträchtigtes Kind zu kümmern. Nora versuchte, den Fall nicht allzu sehr an sich heranzulassen. Aber sie merkte immer mehr, dass auch weit nach Feierabend ihre Gedanken immer öfter um die junge Frau kreisten und der Griff zur Weinflasche am Abend immer häufiger wurde.
Nora ist grundsätzlich ziemlich offen und lernt gerne neue Menschen kennen. Besonders schön wären Freundschaften, die sich aus ganz unterschiedlichen Situationen entwickelt haben – jemand, mit dem sie regelmäßig Kaffee trinken geht, eine Person, mit der sie sich über Bücher oder Musik austauscht, oder eine Freundschaft, die aus gemeinsamen Abenden und langen Gesprächen entstanden ist. Gerne auch jemand, der Nora schon länger kennt und deshalb weiß, dass hinter ihrer ruhigen und verständnisvollen Art durchaus ein ziemlicher Dickkopf steckt. Vielleicht sogar ihr bester Freund seit Kindheitstagen.
Hier könnte ich mir ganz unterschiedliche Dynamiken vorstellen – von der Person, mit der Nora sich bei der Arbeit gut versteht und regelmäßig zusammen Kaffee trinkt, bis hin zu jemandem, mit dem sie häufiger aneinandergerät, weil beide sehr unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie Dinge funktionieren sollten. Besonders interessant fände ich Kollegen, mit denen sich erst im Laufe der Zeit eine engere Freundschaft entwickelt.
Eine frühere Beziehung aus ihrer Studienzeit könnte ebenfalls spannend sein. Dabei muss die Trennung keineswegs dramatisch gewesen sein. Vielleicht sind die beiden heute eigentlich wieder auf einem guten, freundschaftlichen Verhältnis, auch wenn zwischen ihnen noch eine gewisse Vertrautheit geblieben ist. Alternativ könnte es auch eine Beziehung gewesen sein, bei der Nora deutlich länger gebraucht hat, um wirklich loszulassen – besonders interessant, wenn sie sich durch Uni oder gemeinsamen Freundeskreis noch immer regelmäßig über den Weg laufen.
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