Thies kommt aus einem liebevollen Elternhaus. Familiärer Zusammenhalt wurde immer sehr groß geschrieben und so gab es regelmäßige Familientreffen. Bei diesen Treffen kamen alle zusammen. Thies liebte diese Treffen immer. Auch heute noch versammelt sich die Familie oft und genießt die Zeit zusammen. Dabei spielt es keine Rolle, dass die Kinder mittlerweile alle erwachsen sind. ■ engagiert ■ wachsam ■ fair ■ herausfordernd ■ stur ■ paranoid ■ introvertiert ■ ängstlich ■ pflichtbewusst ■ verantwortungsbewusst ■ zielstrebig ■ ambitioniert ■ selbstzerstörerisch ■ tierlieb ■ bodenständig ■ charmant ■ chaotisch ■ aufbrausend ■ eigenwillig ■ liebevoll ■ verständnisvoll ■ zuverlässig ■ direkt ■ achtsam ■ analytisch ■ treu ■ labil ■ intelligent ■ ehrlich ■ sportlich ■ zärtlich ■ beschützend ■ authentisch ■ aufopferungsvoll ■ temperamentvoll ■ zäh ■ anständig ■ gründlich ■ aufrichtig ■ hitzköpfig ■ sorgfältig ■ anspruchslos ■ kompetent ■ impulsiv ■ hingebungsvoll ■ ehrgeizig ■ sarkastisch ■ dünnhäutig ■ aufmerksam ■ kinderlieb ■ mitfühlend ■ ausdauernd ■ selbstständig ■ vertrauenswürdig ■ hilfsbereit ■ frech ■ ironisch ■ freundlich ■ moralisch ■ loyal ■ beharrlich ■ einfühlsam ■ aufmunternd ■ fürsorglich ■ respektvoll ■ humorvoll ■ rechtschaffend ■ empathisch ■ realistisch ■ durchsetzungsstark ■ Plante irgendjemand schon als Kind später einmal den Verstand zu verlieren? Wohl nicht. Und trotzdem trifft es die Menschen scheinbar ohne erkennbares Muster. Zumindest würden Psychologen oder Profiler es wohl so sehen, denn mit welchen Taten oder Worten band man falsche Personen an sich? Eine Erklärung gab es nicht in wirklich vielen Fällen, doch zunächst deutete nichts darauf hin, welcher Horror den ältesten Spross der Familie Everett später noch erwarten würde. Anfangs glich alles noch einem Traum als Miranda und Jeremy Everett in Thies' noch zerknautschtes Gesicht blicken konnten. Am 19.07.1985 wurde der kleine Junge geboren und hätte kaum mehr geliebt werden können. Zwei Jahre nach ihm wurde sein kleiner Bruder XX geboren und nun war ihre Familie komplett. Zwischen den Geschwistern entwickelte sich ein sehr enges Band. T. war ein fröhlicher Junge und sie eiferten einander in so mancher Hinsicht nach und Thies hätte wohl am liebsten jede Minute mit XX verbracht. Anfangs war das auch noch so. Miranda und Jeremy bekamen ihre Kinder eigentlich nicht mehr getrennt. Wünschte man sich aber nicht genau das? Dass die Kinder sich verstehen? Natürlich freuten sie sich darüber, aber praktisch war das auch nicht immer. Das Drama war groß, wenn Mama mit dem kleinen Thies zum Arzt musste und XX sie nicht begleiten konnte, weil er in den Kindergarten und später dann in die Schule musste. Irgendwann aber begriff auch der kleine Knirps, dass vorübergehende Trennungen okay waren. Umso schöner fand er die Zeit, die sie dann zusammen verbringen konnten. Der fröhliche Junge fand schon im Kindergarten schnell Freunde und das setzte sich in der Schule auch fort. Im Sommer hallte Thies' Lachen durch den Garten und Miranda hätte nicht glücklicher sein können. So hatte sie sich ihre Familie immer vorgestellt. — Familie wäre schön, insofern man einen Chara wie Thies darin aufnehmen möchte. Gerne auch entferntere Verwandtschaft. Freunde wären sehr schön, denn vor allem nach seiner Entführung war Thies auf Hilfe angewiesen. Sowohl neue als auch alte Freunde sind da gerne gesehen. Mitarbeiter seiner Bar - egal in welcher Rolle. Vielleicht sogar einen Therapeuten? Jemanden, der ebenfalls ein Trauma erlebt hat und weiß, wie Thies sich manchmal fühlt? Bin für eure Ideen offen :) Ich versuche regelmäßig zu antworten. Das klappt je nach Arbeit auch mal tagsüber, aber vor allem eben abends und am Wochenende. Von kurz bis lang ist alles dabei. Kommt auf das Play an, also ob Chat, GB oder eben eine Szene. Dabei bin ich aber sehr entspannt und kann auch warten, wenn jemand mal etwas braucht. Ist ja schließlich ein Hobby, das Spaß machen soll oder? Ich weiß, dass dieser Chara etwas schwieriger ist aber er ist einfach echt und ich freue mich über ernsthafte Kontakte für ihn.
Thies
T. wurde gläubig erzogen, auch wenn er nach all den Erlebnissen zwischendurch doch zweifelt an diesen Dingen. Allerdings ändert das nichts daran, dass er zumindest versucht so zu leben, wie es seine Familie ihm immer vorgelebt hat.
Auch innerhalb des größeren Familienkreises lief alles gut. Besonders an Feiertagen kamen alle zusammen und Thies' coolster Onkel war Mike. Er bewunderte den Polizisten und der Bruder seines Vaters war schnell zu einer weiteren wichtigen Bezugsperson in seinem Leben geworden. Vielleicht entwickelte sich diese besondere Beziehung, weil Mike und Joanna versuchten ein Kind zu bekommen, es aber nicht klappen wollte. Für den Jungen war es egal, er liebte Onkel und Tante sehr.
In der Schule war Thies zwar kein Überflieger oder Genie, aber dumm war er nun wirklich nicht. Größere Schwierigkeiten brachte eher die Berufswahl mit sich. Auf der High-School musste man sich ja so langsam doch Gedanken machen, was man weiter machen wollte. Thies träumte davon, etwas Eigenes zu besitzen, aber was war dafür geeignet? Anfangs wusste er es nicht und mehr als einmal änderte er seine Meinung.
Mehr oder weniger nur durch Zufall fand er schließlich erst einige Zeit nach der High-School wirklich heraus, welches Ziel er verfolgen wollte. Eines Abends waren sein bester Freund und er unterwegs, um ein, zwei Bierchen zu trinken und in seiner Lieblingsbar kamen sie mit dem Besitzer ins Gespräch. Nun stand fest: Thies wollte seine eigene Bar eröffnen.. Also setzte er alles daran, diesen Traum auch zu verwirklichen.
Er fing an mit kleineren Jobs Geld zu verdienen und hauptsächlich arbeitete er sogar in seiner Lieblingsbar hinter dem Tresen. Der Besitzer hatte ihm nach einem langen Gespräch eine Chance gegeben und T. hängte sich voll rein. Seine Eltern waren stolz auf ihn, dass er sich etwas eigenes aufbauen wollte und unterstützten ihn so gut er konnte. Geld von ihnen wollte er aber nicht. Er wollte sich alles selbst erarbeiten. Langsam aber sicher erarbeitete er sich den Respekt des Barbesitzers und durfte immer mehr Verantwortung übernehmen.
Sein kleiner Bruder ging schließlich einen wichtigen Schritt und zog für die Liebe weg, nachdem er eine lange Zeit durch die Welt gereist war. Thies wusste, dass er XX vermissen würde, doch er wünschte sich für seinen Bruder, dass dieser glücklich war und wenn das woanders sein sollte, dann würde er ihn unterstützen. Und bei den regelmäßigen Familientreffen sah man sich ja trotzdem noch. Auch zwischendurch traf man sich, wenn es passte zum Glück, denn ohne seinen Bruder würde Thies überhaupt nicht können.
2021 verstarb sein ehemaliger Chef an seiner Krebserkrankung, die er lange vor Thies geheim gehalten hatte und T. stand als alleiniger Besitzer der Bar, da er ihm seinen Anteil vermacht hatte, ein wenig verloren da.
Doch was wäre das Leben so schön und einfach, wenn alles nach Plan laufen würde? Eines Abends kam er mit einem etwas älteren Mann ins Gespräch und aus der anfänglichen Sympathie wurde noch in dieser Nacht mehr. Auch wenn er eigentlich kein Typ für One-Night-Stands war, landete er mit dem Geschäftsmann im Bett. Thies erlebte eine unglaubliche Nacht mit Erik und ahnte nicht, welche Folgen diese haben würde.
Nicht einmal 48 Stunden später begann der Horror:
Die besten Freunde tranken gemeinsam in der Bar etwas und blieben schließlich auch noch nach Feierabend an der Theke sitzen und tranken und lachten. Sie vergaßen die Zeit und plötzlich hämmerte eine Faust an die Eingangstür. Lautstark brüllte der Norweger vor der Tür herum und als Thies ihm die Tür öffnete, erwartete ihn eine schallende Ohrfeige und die Frage, was ihm einfallen würde. Erschrocken blickte er in das Gesicht seines One-Night-Stands als dieser ihn fest am Kinn gepackt hatte. Damit die Situation nicht eskalierte, bat er diesen nach draußen und wollte ihn dort beruhigen. Er wollte ihm erklären, dass das alles nur eine einmalige Sache gewesen war, doch soweit kam es nicht. Den Wagen mit offenstehender Tür bemerkte er durch die Überrumpelung gerade nicht. Er versuchte einfach nur den wilden Mann zu beruhigen. Ohne Vorwarnung zog der Mann eine Spritze aus der Jackentasche und rammte sie Thies in den Hals. Innerhalb weniger Sekunden wurde ihm schwarz vor Augen und er verlor das Bewusstsein.
Sein bester Freund bemerkte, dass draußen etwas passierte und wollte ihm helfen, doch Erik war so schnell mit ihm im Wagen, dass die Limousine schon los fuhr als der Beruf auf die Straße getreten war. Natürlich wandte er sich sofort an seinen Onkel Mike und damit an die Polizei.
Noch bevor Thies die Augen wieder öffnen konnte, spürte er, dass sein ganzer Körper weh tat. Seine Schultern fühlten sich steif an und irgendetwas steckte in seinem Mund. T. versuchte sich zu bewegen, aber das klappte nicht. Seine Arme waren taub und nach oben gestreckt. Was war hier los? Gegen die aufkeimende Panik kämpfend bekam er doch irgendwann die Augen wieder auf und stellte fest, dass er in irgendeinem dunklen Raum kniete oder wohl eher hing. Ein mühevoller Blick nach oben verriet ihm, dass seine Handgelenke über seinem Kopf mit Kabelbindern an einem Metallrohr festgemacht worden waren. Panische Iriden blickten durch den nur spärlich beleuchteten Raum. Wo war er? Wo war ERIK?! Wo steckte der Geschäftsmann?
Nun fiel ihm auch wieder ein, was passiert war. Erik hatte ihm irgendetwas gespritzt und nun wachte er hier auf?! In diesem Moment erklang ein heiseres Lachen in der dunkelsten Ecke des Raumes.
"Na, da ist unser Dornröschen ja wieder wach... Du hast ganz schön lange geschlafen Tarje.", hörte er wie durch Watte und wunderte sich doch darüber. Wer war Tarje? Thies verstand die Welt nicht mehr und versuchte etwas zu sagen. Erik lachte, kam zu ihm und nahm ihm das Tuch aus dem Mund mit welchem er ihn geknebelt hatte.
"Wer ist Tarje?", fragte er mit belegter Zunge und versuchte diesen bitteren Geschmack loszuwerden. Als einzige Antwort aber bekam er einen harten Schlag mit dem Handrücken direkt ins Gesicht. Thies bekam es mit der Angst zu tun. Irgendetwas in Erik's Augen ließ es ihm eiskalt den Rücken herunter laufen.
Natürlich begann der Barbesitzer zu versuchen irgendwie los zu kommen, doch das einzige Ergebnis war, dass die Kabelbinder in seine Haut schnitten und Erik höhnisch lachte.
"Du hast lange genug versucht, dich vor mir zu verstecken Tarje. Auch ein neuer Name hat dir nicht geholfen. Ich habe dich endlich gefunden und nun gehörst du endgültig mir!"
T. verstand die Welt nicht mehr. Wovon redete Erik da? Das alles ergab für ihn keinen Sinn und das versuchte er ihm auch klar zu machen, doch der Norweger wollte nicht hören und ließ ihn einfach alleine. Wie lange genau Thies auf dem kalten Boden kniete wusste er nicht genau. Jedes Geräusch ließ ihn zusammenzucken. Immer wieder versuchte er irgendwie sich zu bewegen, einen Blick auf irgendeinen Anhaltspunkt zu erhaschen oder aber etwas zu finden, was ihm helfen könnte. Aber keine Chance. Irgendwann fing er einfach an panisch um Hilfe zu rufen. Das aber konnte er nicht lange. Fuchsteufelswild stapfte der anfangs so nett wirkende Norweger zu ihm nach unten, schlug ihn ein weiteres Mal und verpasste ihm einen Tritt an die Rippen. T. schrie auf als seine Rippen brachen und sackte in seiner gezwungenen Körperhaltung zusammen. Erik schnitt die Kabelbinder durch und wickelte Klebeband um seine Handgelenke. An diesen zerrte er ihn in eine andere Ecke des Raumes bis zu einer kleinen Kammer. Dort warf er ihn mehr oder weniger hinein.
"Hier drinnen kannst schreien so laut du willst. Niemand wird dich hören und bald werden wir uns auf den Weg machen nach Norwegen. Dort sind wir dann endlich wieder richtig vereint.", plapperte Erik drauf los und wickelte auch noch um seine Knöchel Klebeband. Erst danach streichelte er Thies über die noch pochende Wange und dieser hätte sich vor Ekel am liebsten übergeben. Dieser Mann sollte ihn nie wieder berühren.
"Bitte Erik. Lass mich gehen. Ich bin nicht Tarje. Ich bin Thies. Ich weiß nicht, wovon du da redest."
Der Norweger aber lachte nur und schloss ihn ein, während er im Erdgeschoss der verlassenen Villa die Flucht nach Norwegen vorbereitete. 'Tarje' schien nicht sonderlich kooperationswillig und so würde es natürlich um einiges schwieriger für ihn werden. Doch er wollte seinen Tarje endlich wieder bei sich und da gab es für ihn keine Alternative.
Währenddessen kauerte Thies in der kleinen Kammer und versuchte das Klebeband von den Händen und Knöcheln zu bekommen. Die Knöchel konnte er irgendwann frei bekommen, aber die Hände stellten eine größere Herausforderung dar. Auch wenn Erik ihm gesagt hatte, dass es nichts bringen würde, rief er so lange um Hilfe bis seine Stimme versagte. Aus seinem Rufen wurde ein Flüstern und schließlich ein Schluchzen. Er wollte doch nur wieder nach Hause und diese Hölle hinter sich lassen. Er wollte nicht sterben. Er glaubte nämlich, dass Erik trotz seiner Worte genau das tun würde: ihn töten. Stunden - zumindest fühlte es sich wie Stunden an - später riss Erik die Tür wieder auf und Thies trat blindlings zu. Offenbar traf er das Schienbein des Norwegers und lenkte ihn somit kurz ab. Er versuchte irgendwie auf die Füße zu kommen und stolperte einfach los. Weit aber kam er nicht, denn Erik packte ihn am Kragen und riss ihn zurück. Auf den Beinen halten konnte er sich nicht und so schlug er auf dem Rücken auf. Jede der gebrochenen Rippen protestierte und als sein Kopf auf dem Boden aufschlug, sah er Sterne. Erik stand über ihm und lachte.
"So einfach kommst du mir nicht davon Tarje. Wir werden uns bald auf den Weg machen und endlich unsere gemeinsame Zukunft beginnen können."
Mit tränennassen Augen sah er nach oben und versuchte den Kopf zu schütteln.
"Ich bin Thies... Ich bin Thies, nicht Tarje...", wiederholte er und konnte nichts dagegen tun, wieder auf die eigenen Füße gezogen zu werden. Sein Kopf dröhnte und prompt übergab er sich. Natürlich direkt auf Eriks Füße. Wutschnaubend verpasste dieser ihm einen Stoß und der sowieso schwankende Mann fiel nach hinten. Fuchsteufelswild schrie Erik herum und beschwerte sich über die vollgekotzten Schuhe. Thies selbst kauerte auf dem Boden und versuchte irgendwie wieder hoch zu kommen.
"Warum glaubst du, ich wäre Tarje? Wer ist er?", fragte T. verzweifelt, aber er hoffte, dass Erik ihn nicht weiter schlagen würde, wenn er redete. Der Norweger aber ließ sich nicht wirklich darauf ein und schüttelte nur den Kopf und fesselte ihn nur wieder an irgendein Rohr. Mit seiner heiseren Stimme konnte er sowieso nicht mehr schreien. Die Stunden und Tage verschwammen ineinander und er bekam immer nur gerade so viel zu trinken, dass es reichte. Immer wieder versuchte er an Eriks Gewissen zu appellieren und ihm klar zu machen, dass er nicht dieser Tarje war, doch mehr als weitere Schläge oder Tritte bekam er nicht.
Schließlich löste der Norweger irgendwann die Kabelbinder wieder.
"Glaubst du wirklich, dass du mir weis machen kannst, dass du jemand Anderes bist? Sei nicht so dumm. Ich weiß, dass du dich hier nur vor mir versteckt hast."
Mehr sagte der Geschäftsmann dazu nicht und packte T. nun am Arm, um ihn wieder auf die Füße zu ziehen. Er meinte, dass sie jetzt endlich los mussten und Thies stolperte neben ihm die Treppe nach oben. Wie er sich auf den Füßen hielt, wusste er gar nicht. Das meiste Gewicht trug wohl Erik. Oben angekommen wurde er auf dem Küchenstuhl fixiert und bekam doch allen Ernstes die Haare blond gefärbt. Was sollte das? Immer wieder fragte der Barbesitzer was hier vor sich ging. Irgendwann hielt Erik ihm ein Bild vor die Nase. Eine gewisse Ähnlichkeit mit sich selbst erkannte er zwar, doch mehr auch nicht. Aber sein Entführer wollte davon nichts wissen. Er sprach nur davon, dass er endlich Tarje gefunden hatte und sie nun zurück nach Norwegen gehen würden. Bevor er ihn in der Küche zurück ließ, drückte er ihm ein merkwürdig riechendes Tuch aufs Gesicht. Thies' Blick verschwamm als er schließlich ohnmächtig wurde.
Erst als sein Körper ruckartig bewegt wurde und sein Kopf und auch seine Rippen lautstark protestierten, kam er wieder zu sich. Erik war gerade dabei ihn zum Auto zu schleifen. Dass mittlerweile vier Wochen Tortur hinter ihm lagen, wusste er nicht. Für Thies verschwamm alles. Er fragte, was los sei und Erik meinte, dass sie sich nun endlich auf den Weg machen würden, weil genug Zeit vergangen wäre. Erst nach einigem Blinzeln merkte er, dass er andere Sachen trug. Der Barbesitzer wurde auf der Rückbank des Wagens geparkt und mit einer Decke zugedeckt. So fielen die gefesselten Hände nicht auf. Wieder kam dieses merkwürdig riechende Zeug zum Einsatz und Thies konnte sich nicht dagegen wehren. Es dauerte einige Zeit bis er langsam wieder zu sich kam. Dieses Mal aber versuchte er sich das nicht anmerken zu lassen bis er wieder einigermaßen klar war. Sein ganzer Körper tat weh von den Schlägen und Tritten, die er in den letzten Wochen bekommen hatte, aber das versuchte er zu ignorieren. Irgendwann schaffte er es Erik klar zu machen, dass er auf Toilette musste. Genervt hielt Erik an und stellte den Wagen am Straßenrand ab, damit Tarje ihm nicht noch in den Wagen machte. Als er die Tür geöffnet hatte, boxte Thies ihm so fest in den Magen wie er konnte. Dann rannte er einfach los. Er rannte um sein Leben und so schnell er konnte, was er nur dank des Adrenalins und des Überlebenswillens überhaupt schaffte. Wohin wusste er nicht bis er auf einmal in gleißend helle Scheinwerfer starrte und lautes Quietschen vernahm. Einen Moment später erwischte ihn das Auto auch schon. Zum Glück beinahe im Stillstand und das rettete ihm das Leben. Dennoch schlug er hart auf dem Boden auf und glaubte, dass es vorbei war als er die Stimme seines Onkels Mike und seines besten Freundes wie durch Watte hörte. Einen Moment später aber fand er sich in Eriks Armen wieder, der ihm mit einer Hand die Luft abdrückte und mit der anderen eine Waffe an seine Schläfe hielt. Thies glaubte einen Moment lang zu träumen als er wirklich seinen Onkel und seinen besten Freund vor sich sah und doch dachte er auch, dass er jetzt sterben würde.
Die nächsten Sekunden oder Minuten verliefen für T. wie in Zeitlupe. Er hörte die verschiedenen Stimmen, spürte die Waffe am Kopf und wie seine Luft immer weniger wurde. Irgendwann ertönte dann aber ein Knall und Thies zuckte heftig zusammen. Im ersten Moment dachte er, er wäre erschossen worden, doch der Schmerz blieb aus. Der Schmerz blieb aus, aber was folgte war Druck von hinten. Der etwas größere Erik fiel nach vorne und begrub ihn unter sich. Panisch schrie der geschundene Mann auf und spuckte das Blut, welches ihm aufs Gesicht tropfte wieder aus. Sein bester Freund und Onkel Mike hievten den Toten von ihm herunter und nun erlaubte sich Thies' Körper ihn in die Bewusstlosigkeit zu gleiten.
Im Krankenhaus wurde der Barbesitzer dann irgendwann wieder wach und bekam eine Panikattacke. Doch die Pfleger konnten ihn beruhigen und ihm klar machen, dass er in Sicherheit war. Thies wollte wissen, was mit Erik passiert war und die Polizei erklärte ihm, dass der Norweger tot war und alles endgültig ein Ende hatte. Im Nachhinein wusste T. gar nicht mehr wie lange er weinte.
Erst jetzt erfuhr er, wie lange der Norweger ihn festgehalten hatte und warum er das alles getan hatte. Eriks wahrer Name war Liam Svendsen und wurde wegen mehrfachen Mordes gesucht. Der Psychopath hatte mehrere Männer umgebracht, die seinem verstorbenen Ehemann sehr ähnlich sahen. Immer wieder hatte er gedacht, diesen gefunden zu haben, nachdem er vor ihm geflüchtet war und wenn ihm klar geworden war, dass es eben nicht sein Mann war, dann hatte er die Männer getötet.
Thies hatte mit dem Fluchtversuch sein eigenes Leben gerettet und mit scheinbar unmöglichem Glück war er genau seinem Onkel vors Auto gelaufen, der nach vielen Recherchen die Wahrheit über Liam/Erik herausgefunden hatte.
Einige Wochen musste er im Krankenhaus bleiben bis die Gehirnerschütterung, die gebrochenen Rippen, die vielen heftigen Prellungen und das gebrochene Bein verheilt waren und in dieser Zeit wurde auch alles aufgenommen von der Polizei und anschließend kümmerte sich seine Familie darum, dass die Bar weiterlief. Thies war ihnen unglaublich dankbar als sie ihm davon erzählten und ihm zeigten, dass alles wieder in Ordnung war. Allerdings hatte ihn all das nachhaltig verändert. Er konnte kein Vertrauen mehr aufbauen und nur sein Bruder und sein bester Freund kamen noch irgendwie an ihn heran. Es dauerte Monate bis er wieder einigermaßen auf dem Damm war und sich wieder in den normalen Alltag begeben wollte. Er fing wieder an in der Bar zu arbeiten und versuchte sich darauf zu konzentrieren. Mit Hilfe seiner Familie kam er einigermaßen klar und meisterte die alltäglichen Dinge. Seine Bar lief zum Glück weiterhin gut und seine Angestellten leisteten gute Arbeit. Auf diese konnte er sich zum Glück verlassen. Vor allem auch sein bester Freund half in dieser Zeit mehr als T. ihm jemals würde danken können. Thies aber war nicht mehr er selbst und das ist er auch bis heute nicht. Regelmäßig erschreckte ihn etwas oder Albträume quälten ihn aus dem Schlaf. Vorrübergehend blieb er bei seinen Eltern, weil er alleine schon beim Gedanken daran, alleine in einer eigenen Wohnung zu sein, eine Panikattacke bekam.
Ende 2023 schließlich zog er dann bei seinen Eltern endgültig wieder aus und in eine eigene Wohnung. Irgendwann musste er wieder auf eigenen Beinen stehen oder? In all der Zeit stand wie so oft schon sein bester Freund an seiner Seite und dafür war er ihm auch unglaublich dankbar.
Seitdem schlängelt T. sich so durch sein Leben und versucht sein altes Ich wieder zu finden. Zu tief saß die Angst immer noch in ihm, auch wenn er versuchte sie tief in sich zu vergraben. Kaum jemandem zeigte er, wie es ihm wirklich ging. Ob er jemals sein altes Ich wiederfinden würde?
Dass sein bester Freund in seine Nähe zog und schließlich auch anfing in seiner Bar zu arbeiten, half dem traumatisierten Mann sehr. Schließlich übertrug Thies dem ehemaligen yy auch einen eigenen Anteil an der Bar, denn für ihn gehörte er einfach dazu und irgendwie wollte er sich auch für all das bedanken. Seit Mitte 2024 geht Thies auch endlich zu einem Psychologen, nachdem er in einer weiteren Panikattacke beinahe vor ein Auto gerannt wäre, wenn er nicht mit einem Fahrradfahrer zusammengestoßen wäre. Es musste etwas passieren. Die erste Zeit war unglaublich hart und über all das hinweg ist er auch noch lange nicht, doch er schaffte es, sich etwas zu öffnen und kurze Zeit später lernte er Hades kennen als dieser nach einem Aushilfsjob suchte. Der Barbesitzer willigte ein und so arbeiteten der Engländer und der Amerikaner nun zusammen. Ohne, dass Thies es so wirklich begriff oder es darauf anlegte, kamen sie sich dann überraschend näher. Hades bat ihn schließlich um ein Date und Thies willigte ein.
Dieser Abend sollte der Beginn eines neuen Kapitels sein. Zwar war es alles Andere als einfach, doch Hades schien unglaublich gut mit ihm zurecht zu kommen und mit allen Problemen und Ballast, den Thies eben mit sich trug.
Die beiden Männer verliebten sich, wurden ein Paar und während ihrer ersten Reise in Hades' Heimat geschah das für Thies unglaublichste, was passieren konnte: Hades machte ihm einen Heiratsantrag!
T. wurde von seinem Glück überrollt und sagte ja. In einer kleinen Zeremonie nur für die Familie heirateten die Beiden schließlich und Thies nahm den Namen Bradford an. Thies begann nun wirklich zu glauben, dass er wieder zu sich selbst finden könnte, auch wenn die Erlebnisse ihn trotzdem auch in gewisser Hinsicht für immer verändert haben...
Vielleicht findet sich sogar sein bester Freund, der bei der Entführung anwesend war?
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