Leonora ist eine warmherzige, aufmerksame und ausgesprochen fürsorgliche Frau, die besonders im Umgang mit Kindern eine beinahe unerschöpfliche Geduld besitzt. Sie hört zu, nimmt andere ernst und hat ein feines Gespür dafür entwickelt, wenn jemand mehr mit sich herumträgt, als er offen zugibt. Dabei ist sie keineswegs übermäßig sanft oder zurückhaltend: Leonora besitzt einen trockenen Humor, kann schlagfertig und ziemlich direkt sein und scheut sich nicht davor, ihre Meinung deutlich auszusprechen. Hinter ihrer souveränen und selbstständigen Art steckt allerdings eine Frau, der es schwerfällt, Kontrolle abzugeben oder andere um Hilfe zu bitten. Hat sie sich etwas in den Kopf gesetzt, entwickelt sie eine beeindruckende Hartnäckigkeit, die ebenso gut als Sturheit bezeichnet werden könnte. Besonders wenn es um Menschen geht, die sie liebt, kennt sie kaum Grenzen und neigt dazu, sich selbst und mögliche Konsequenzen hintenanzustellen. Als Mutter ist sie liebevoll und eng mit ihrer Tochter verbunden, muss sich jedoch immer wieder daran erinnern, dass Beschützen nicht dasselbe bedeutet wie Festhalten. Trotz allem, was sie erlebt hat, hat Leonora sich ihre Lebensfreude bewahrt. Sie kann lachen, albern sein und genießt die kleinen Dinge des Alltags – doch Vertrauen verschenkt sie nicht leicht, und wer es einmal ernsthaft missbraucht, bekommt nur selten eine zweite Gelegenheit. Dr. Leonora Halstead wurde in eine wohlhabende und einflussreiche Familie Chicagos hineingeboren, in der es ihr von klein auf an kaum etwas fehlte. Besonders zu ihrem Vater Nathaniel hatte sie eine außergewöhnlich enge Bindung. Während ihre Mutter Vivienne großen Wert auf gesellschaftliches Ansehen und das makellose Bild der Familie legte, war Nathaniel derjenige, bei dem Leonora niemals das Gefühl hatte, irgendwelchen Erwartungen entsprechen zu müssen. Er unterstützte schon früh ihre Begeisterung für Medizin und bestärkte sie darin, irgendwann ihren eigenen Weg zu gehen, anstatt lediglich einen Platz innerhalb des Familienunternehmens einzunehmen, welcher sowieso ihrem großen Bruder vorherbestimmt war. — Ich würde mich sehr über familiäre Verbindungen freuen. Allem voran natürlich der ältere Bruder, der in das Familiengeschäft einsteigen soll, das nun strikt von Leonoras Mutter geführt wird. Vielleicht auch jemand, der sich bereit erklärt, die Rolle ihrer Tochter zu übernehmen, wobei diese erst 16 ist, das würde intern vielleicht schwierig werden. Auch würde ich mich über Bekannte und Freunde im medizinischen Bereich freuen, gerne auch Krankenschwestern und ähnliches, die gern in ihrer Praxis arbeiten möchten. Auch Patienten und deren Eltern sind sehr gern gesehen. Gut vorstellen könnte ich mir auch ehemalige Mitschüler:innen von ihrer Zeit in Chicago, die vielleicht von ihrer damaligen Beziehung etwas gewusst haben und sich Sorgen um sie gemacht haben, als sie plötzlich verschwunden ist. Außerdem würde ich mich auch freuen, wenn sich der Vater ihrer Tochter hier vielleicht schon findet. Dieser müsste aber wesentlich älter sein als sie (+10 Jahre oder mehr) und vom Charakter her zur Storyline passen. Ebenso Kontakte zur Polizei oder ehemalige Kollegen und Freunde ihres Vaters sind sehr gern gesehen. — Ich freue mich auf eure Ideen (:
Leonora
Ihre Jugend nahm jedoch eine Wendung, die Leonora noch viele Jahre später prägen sollte. Mit sechzehn geriet sie an einen deutlich älteren Mann aus dem Umfeld ihrer Mutter, der ihr über Monate hinweg vermittelte, sie sei besonders reif für ihr Alter und zwischen ihnen würde etwas bestehen, das andere Menschen lediglich nicht verstehen könnten. Leonora glaubte damals, ihre erste große Liebe gefunden zu haben, ohne zu erkennen, wie gezielt er ihr Vertrauen ausnutzte. Als sie schließlich schwanger wurde, verschwand die vermeintliche Zuneigung beinahe augenblicklich. Er verlangte von ihr, die Schwangerschaft abzubrechen, und drohte sowohl ihr als auch dem ungeborenen Kind, als sie sich weigerte. In ihrer Verzweiflung vertraute Leonora sich ihrer Mutter an, doch statt Unterstützung zu erhalten, wurde ihr selbst die Schuld gegeben. Vivienne stellte sich auf die Seite ihres Freundes und bot ihrer Tochter sogar Geld dafür an, die Schwangerschaft zu beenden und anschließend über alles zu schweigen. Erst als Nathaniel bemerkte, dass mit seiner Tochter etwas nicht stimmte, erfuhr er die Wahrheit. Anders als ihre Mutter stellte er keine Fragen nach Leonoras vermeintlicher Verantwortung und zweifelte keinen Augenblick an ihr. Er trennte sich von seiner Frau und verließ gemeinsam mit seiner schwangeren Tochter Chicago, um ihr in Boston einen Neuanfang zu ermöglichen. Kurz nach ihrem siebzehnten Geburtstag brachte Leonora dort ihre Tochter zur Welt. Nathaniel wurde in den folgenden Jahren zu einer der wichtigsten Stützen in ihrem Leben. Er half ihr bei der Erziehung seiner Enkelin und ermöglichte Leonora gleichzeitig, ihren ursprünglichen Traum nicht aufgeben zu müssen.
Trotz der Herausforderungen einer frühen Mutterschaft begann Leonora ihr Medizinstudium und entschied sich schließlich für die Kinder- und Jugendmedizin. Vielleicht war es gerade ihre eigene Vergangenheit, die sie besonders sensibel dafür machte, wenn junge Menschen nicht ernst genommen wurden oder Schwierigkeiten hatten, offen über ihre Probleme zu sprechen. Sie entwickelte sich zu einer engagierten Ärztin, die ihre Patienten nicht lediglich anhand von Symptomen betrachtete, sondern ihnen tatsächlich zuhörte. Mit den Jahren machte sie sich einen hervorragenden Namen in ihrem Fachgebiet und arbeitete schließlich in leitender oberärztlicher Position an einer angesehenen Bostoner Kinderklinik. Gleichzeitig wuchs ihre Tochter zu einem selbstbewussten jungen Mädchen heran, während Nathaniel für beide ein fester Bestandteil ihres gemeinsamen Lebens blieb. Umso härter traf Leonora die Nachricht von seinem plötzlichen Tod. Nathaniel war für geschäftliche Termine nach Chicago gereist und sollte von dieser Reise nicht zurückkehren. Offiziell hatte ein medizinischer Zwischenfall dazu geführt, dass er während einer nächtlichen Autofahrt die Kontrolle über seinen Wagen verlor. Die Polizei sah keinen ausreichenden Grund, von einem Fremdverschulden auszugehen, doch Leonora fielen schnell Ungereimtheiten auf. Ihr Vater hatte sich kurz vor seinem Tod ungewöhnlich verhalten, sein Telefon blieb verschwunden und der Geschäftstermin, den er an jenem Abend angeblich wahrgenommen hatte, ließ sich kaum nachvollziehen. Besonders beunruhigend war für sie jedoch die Erkenntnis, dass Nathaniel sich unmittelbar vor seinem Tod mit Ereignissen beschäftigt hatte, die beinahe siebzehn Jahre zurücklagen und damit ausgerechnet in jene Zeit führten, in der Leonora Chicago verlassen hatte.
Die Vorstellung, sein Tod könnte lediglich ein Unfall gewesen sein, konnte sie deshalb nie wirklich akzeptieren. Als die Polizei sich weigerte, die Ermittlungen wieder aufzunehmen, begann Leonora selbst nach Antworten zu suchen. Was zunächst aus Trauer und einigen unbeantworteten Fragen entstand, entwickelte sich zunehmend zu einer beinahe obsessiven Nebenbeschäftigung. Sie sammelte alte Unterlagen, sprach mit früheren Geschäftspartnern ihres Vaters und begann Verbindungen zwischen Menschen herzustellen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun hatten. Dabei wurde immer deutlicher, dass Nathaniel vor seinem Tod etwas herausgefunden haben könnte, das jemand lieber verborgen gehalten hätte.
Schließlich entschied Leonora sich dazu, gemeinsam mit ihrer inzwischen sechzehnjährigen Tochter nach Chicago zurückzukehren. Offiziell führten sie der Nachlass ihres Vaters und eine neue berufliche Möglichkeit zurück in ihre Heimat. Mit einem Teil ihres Erbes eröffnete Leonora dort eine eigene Praxis für Kinder- und Jugendmedizin und begann damit einen neuen Abschnitt ihres Lebens. Insgeheim verfolgt sie jedoch ein vollkommen anderes Ziel. Zwischen Patientenakten, dem Alltag mit ihrer Tochter und dem Versuch, sich nach all den Jahren wieder in Chicago einzuleben, setzt Leonora die Nachforschungen ihres Vaters fort.
Dabei ist sie alles andere als eine professionelle Ermittlerin. Ihr medizinisches Wissen hilft ihr zwar dabei, Ungereimtheiten in den Berichten über Nathaniels Tod zu erkennen, und ihr Familienname öffnet ihr Türen, die anderen verschlossen bleiben würden, doch Leonora lässt sich immer wieder von ihren eigenen Emotionen leiten und bringt sich mit ihrer Hartnäckigkeit gelegentlich selbst in Situationen, die vernünftigerweise jemand anderem überlassen werden sollten. Aufgeben kommt für sie trotzdem nicht infrage. Nathaniel war der Mensch, der ihr geglaubt und sie beschützt hatte, als sie ihn am dringendsten brauchte. Nun ist Leonora überzeugt davon, ihm wenigstens eines schuldig zu sein: herauszufinden, was in jener Nacht tatsächlich mit ihm geschehen ist.
Abseits ihrer Nachforschungen ist Leonora jedoch keineswegs die verbitterte oder unnahbare Frau, die ihre Vergangenheit vermuten lassen könnte. Besonders bei ihrer Arbeit zeigt sich ihre warme, geduldige und humorvolle Seite. Sie liebt Kinder, besitzt eine erstaunliche Geduld für deren Fragen und kann auch mit rebellischen Teenagern umgehen, ohne ihnen das Gefühl zu vermitteln, von oben herab behandelt zu werden. Privat besitzt sie einen trockenen Humor, kann ausgesprochen schlagfertig sein und versucht trotz allem, ihrer Tochter ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Gerade deren Alter stellt sie dabei gelegentlich vor Herausforderungen, denn mit sechzehn ist ihre Tochter inzwischen genauso alt wie Leonora damals, als ihr eigenes Leben vollkommen aus den Fugen geriet. So versucht sie jeden Tag aufs Neue, zwischen Beschützen und Loslassen die richtige Grenze zu finden, während sie gleichzeitig immer tiefer in eine Vergangenheit eintaucht, die sie eigentlich vor vielen Jahren in Chicago zurücklassen wollte.
Ansonsten auch gern entfernte Verwandte, wie Cousinen, Cousins usw.
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