Isadora hat zwei charackter. Einmal die, die Vergewaltigt wurde und daher eher schnell zusammen zuckte und dann noch die, die versuchte auf stark zu tuen und gerne mal ihre Meinung geigte. Der 31. Oktober 1996 war ein ungewöhnlich drückender Herbsttag. Die Luft lag schwer und feucht über den Straßen, während dunkle Wolken den Himmel verdunkelten. Regen prasselte gegen die Fensterscheiben des Krankenhauses, und wann immer ein Blitz den Himmel erhellte, wirkte es für einen kurzen Augenblick beinahe so, als wäre der Morgen bereits angebrochen. Doch für die Familie Schmidt sollte dieser Tag nicht nur ein Tag der Freude werden. Doch während sie aufwuchs, spürte sie immer wieder, dass etwas fehlte. Sie konnte dieses Gefühl als Kind nicht erklären. Sie wusste nur, dass ihre Eltern an ihren Geburtstagen niemals wirklich glücklich wirkten. Zwischen Kerzen, Geschenken und Glückwünschen lag jedes Jahr eine bedrückende Stille. Erst als Teenager erfuhr Valentina die Wahrheit. Sie hatte einen Zwillingsbruder gehabt - Elias. Ein Bruder, mit dem sie nur wenige Minuten ihres Lebens geteilt hatte und an den sie selbst keinerlei Erinnerungen besitzen konnte. Trotzdem hatte sein Tod eine Lücke hinterlassen, die ihre Familie niemals überwunden hatte. Plötzlich verstand Valentina die traurigen Blicke ihrer Eltern. Sie verstand, warum ihr Geburtstag für ihre Mutter gleichzeitig ein Tag der Freude und der Trauer war. Und sie verstand, warum ihr Vater sich immer weiter in Alkohol und Drogen verlor. Doch die Trauer ihrer Eltern blieb nicht ohne Folgen. Aus der Trauer wurde Wut. Aus Wut wurde Gewalt. Und irgendwann wurde Valentina selbst zum Opfer. Sie lernte schon früh, ihre Gefühle zu verstecken. Nach außen hin lächelte sie, war freundlich und tat so, als wäre alles in Ordnung. Sie liebte ihre Eltern trotz allem und wollte nicht wahrhaben, dass ausgerechnet ihre eigene Familie der Ort geworden war, an dem sie sich am wenigsten sicher fühlte. Sie redete sich ein, dass ihr Vater irgendwann wieder der Mann werden würde, den sie als Kind geliebt hatte. Doch mit jedem Jahr wurde die Situation schlimmer. Bis zu jener Nacht, in der ihr Vater selbst Hand an sie legte. Und während ihrer Pubertät ging er noch einen Schritt weiter: Aufgrund seiner finanziellen Probleme und seiner Abhängigkeit von Alkohol und Drogen begann er, seine eigene Tochter gegen Geld anderen Menschen anzubieten. Valentina schwieg. Sie ertrug es. Bis sie sechzehn Jahre alt war. Dann kam der Tag, an dem ihr endgültig klar wurde, dass sie verschwinden musste. Sie packte einen kleinen Notrucksack mit den wichtigsten Dingen, die sie besaß. Sie hatte keinen ausgefeilten Plan und wusste nicht, wohin sie gehen würde. Sie wusste nur eines: "Sie würde nicht zurückkommen." Langsam wurde aus dem Mädchen, das alles verloren hatte, eine junge Frau, die sich ihr eigenes Leben aufbaute. Doch *Valentina Schmidt* durfte es nicht mehr geben. Sie brauchte einen neuen Namen. Eine neue Identität. Ein neues Leben. Aus Valentina Schmidt wurde "Isadora Alvaréz". Mit einem gefälschten Pass und einer sorgfältig aufgebauten Vergangenheit schaffte sie es, sich ein neues Leben aufzubauen. Doch der Mann, der ihr die Papiere beschafft hatte, war selbst alles andere als vertrauenswürdig. Ein skrupelloser Fälscher, der seine Geschäfte lieber im Schatten abwickelte und genau wusste, wie abhängig seine Kunden von ihm waren. Schließlich führte Isadoras Weg nach **Chicago**. Ihre Leidenschaft für Autos und Motorrädern führte sie schließlich in eine Werkstatt. Maschinen waren für sie einfacher zu verstehen als Menschen. Wenn etwas kaputt war, gab es einen Grund dafür. Man musste ihn nur finden. Da sie deutlich älter wirkte, als sie tatsächlich war, gab sie sich kurzerhand als Achtzehnjährige aus und bekam tatsächlich Arbeit. Auch auf Märkten fand sie schließlich eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Schon als Kind hatte sie es geliebt, mit frischem Gemüse zu kochen. In der Zeit, in der sie auf den Straßen gelebt hatte, hatte sie auf Märkten manchmal Kleinigkeiten gestohlen, um zu überleben. Nun arbeitete sie dort selbst am Wochenende. Eine Stadt voller Möglichkeiten, voller Menschen und voller Geheimnisse. Sie hoffte, dort endlich frei sein zu können. Doch ihre Vergangenheit hatte sie nicht einfach zurückgelassen. Den Tod ihres Zwillingsbruders Elias. Isadora wusste, dass sie niemals vergessen konnte, woher sie kam. — Ich bin für alles offen :) — Love you ♡
Valentina
An diesem Tag erblickte Valentina Schmidt gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Elias Schmidt das Licht der Welt. Die Geburt verlief kompliziert. Während Valentina den Kampf ins Leben schaffte, musste ihr Bruder nach einem erfolgreichen Wiederbelebungsversuch sofort auf die Intensivstation für Neugeborene gebracht werden. Die Familie klammerte sich an jede Hoffnung. Sie warteten, beteten und hofften darauf, dass der kleine Junge stark genug sein würde. Doch die Hoffnung sollte nicht erfüllt werden. Eines Morgens erhielt Camilia Schmidt die Nachricht, dass ihr Sohn Elias die Nacht nicht überlebt hatte. Valentina war damit das einzige Kind, das von den Zwillingen geblieben war.
Noch am selben Tag verschwand Valentina. Zu Fuß, per Anhalter und mit jeder Möglichkeit, die sich ihr bot, entfernte sie sich immer weiter von ihrer Heimat. Jeder Kilometer fühlte sich wie ein weiterer Schritt weg von ihrem alten Leben an. Doch Freiheit bedeutete zunächst nicht Sicherheit. Sie schlief auf Bänken, in verlassenen Ecken und überall dort, wo sie für ein paar Stunden ihre Augen schließen konnte. Sie hatte kein Zuhause und niemanden, auf den sie sich verlassen konnte. Aber sie hatte ihren Überlebenswillen. Und irgendwann begann sie, sich langsam ein neues Leben aufzubauen.
Sie trug sie jeden Tag mit sich.
Die Trauer ihrer Mutter.
Die Gewalt ihres Vaters.
Die Angst ihrer Kindheit.
Und das Geheimnis ihrer wahren Identität.
Denn tief in ihrem Inneren existierte Valentina Schmidt noch immer.
Das Mädchen, das ihren Zwillingsbruder niemals kennenlernen durfte.
Das Mädchen, das gelernt hatte zu überleben.
Und das Mädchen, das irgendwann beschlossen hatte, sich selbst zu retten.
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01.
Short facts
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02.
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Writing
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