Tori ist eine lebensfrohe und aufgeschlossene Persönlichkeit, die mit ihrer warmherzigen Art schnell die Herzen ihrer Mitmenschen gewinnt (in der Regel zumindest). Sie liebt das Leben, ihre Familie und die kleinen Dinge, die es besonders machen — eine neue Zitronenschale, die sie sich auf die Kommode stellen kann? Bester Tag ever! Sie hilft der alten Dame gegenüber ihren Einkauf hochzutragen und bekommt eine leckere Zimtschnecke als Dankeschön? Bester Tag ever! Sie findet ihr Lieblingseis, das seit einer Ewigkeit ausverkauft war? Jackpot! Allerdings neigt Tori auch dazu ihrem Bauchgefühl zu folgen, statt alles bis ins kleinste Detail zu planen, da sie letztendlich doch nicht so selbstbewusst ist, wie sie es gerne vorgibt. Sie hat durchaus eine sensible und vor allem romantische Seite, die sie gelegentlich etwas naiv wirken lässt, weil sie fest daran glaubt, dass manche Begegnungen kein Zufall sein können und dass jeder Mensch seinen ganz eigenen Weg finden muss. » Dieses strahlende Lächeln, verdammt, damit könnte Sie mit der Sonne glatt um die Wette strahlen. Du fragst dich, wen ich meine? Vittoria Giulia Ciccone natürlich, wen denn sonst? Sie ist zwar gebürtige Amerikanerin, aber wenn du mich fragst, dann könnte Sie auch als eine waschechte Italienerin durchgehen… diese heißen Kurven und wenn sie auf italienisch zu sprechen beginnt. Ufff, ich sag’s dir - zum dahinschmelzen. So einige deiner Mitmenschen belächeln dich gelegentlich dafür, dass du das Leben als ein großes, komplexes Puzzle ansiehst. Ein Puzzle, in welchem alles miteinander verbunden ist. An so etwas wie Zufall glaubst du nicht - oder nur in ganz wenigen Ausnahmen, welche du allesamt an einer Hand abzählen kannst. In deinen Augen hat alles einen Sinn. Alles hat eine tiefere Bedeutung. Aber wie sollst du auch etwas anderes glauben, wenn die Geschichten deiner Großeltern (der Grundstein für deine Familie - für dein Dasein) einfach nur nach Bestimmung schreit? — Camogli. Ein kleines charmantes Fischerdorf am Meer im Norden Italiens. Auch bekannt als die Stadt der tausend weißen Segelschiffe. Genau dort fängt die Geschichte - ihre Geschichte an, welche du dir noch heute unheimlich gern anhörst. Dein Nonno, damals noch ein junger Mann, hatte wie jeden anderen Morgen auf seinem Fischkutter seine Arbeit begonnen als deine Nonna am Steg vorbeigelaufen war. Dein Nonno erzählt immer, dass es ihm unmöglich war seinen Blick von ihr abzuwenden als sie ihm zugelächelt hatte. In diesem Moment hatte die Welt für einen kurzen Augenblick stillgestanden als die ersten, warmen Sonnenstrahlen des Tages auf sie hinabfielen und sie in ein warmes Gelb tauchten. Nicht zu vergessen die leichte Meerbrise, welche ihr durch das dunkle Haar wehte und dafür sorgte, dass ein leichter Geruch von Erdbeeren zu ihm hinüber wehte. Ohne es richtig zu realisieren war dein Nonno in diesem Augenblick deiner Nonna verfallen. Und als sie sich nur wenige Schritte nochmals zu ihm umdrehte war es gänzlich um ihn geschehen. Es war liebe auf den ersten Blick, erzählt er dir dann immer mit solch einer Überzeugung und wenn er deine Nonna mit diesem einem, besonderen Blick anschaut, weißt du das es daran nichts zu zweifeln gibt. Dass sie sich damals vor vielen, vielen Jahren gesehen haben war kein bloßer Zufall - nein, es war Bestimmung. Also hatte dein Nonno am nächsten Morgen, als deine Nonna erneut am Steg entlang lief, all seinen Mut in beide Hände genommen und sie angesprochen. Und selbst die Tatsache, dass deine Nonna nur wenige Tage später das kleine Fischerdorf wieder verließ um mit ihrer Familie zurück in ihre Heimat, die Staaten, zu kehren hielt sie beide nicht davon ab den Stein für eine gemeinsame Zukunft zum rollen zu bringen. Eine gemeinsame Zukunft im Chicagoer Stadtteil Pilsen. Eine einfache, aber gemütliche, Zimmer Wohnung im Stadtteil Belmont, dort ging die Geschichte deiner Großeltern weiter, nachdem Ernesto Ciccone beschlossen hatte der Liebe wegen (wenn auch mit einem leicht tränenden Auge) seine Heimat zu verlassen. Dank der Unterstützung Vitorria’s Eltern (ja, du wurdest nach deiner Großmutter benannt) gestaltete sich vieles ein wenig einfacher als wenn sie diese Hürden hätten selbst überwinden müssen - so dauerte es nicht all’ zu lange bis der Italiener um die Hand seiner bezaubernden Liebe hielt, welche natürlich die Frage, ob sie seine Frau werden wolle bejahte. Die Hochzeit wurde nur wenige Monate später im Kreise der Familie und Freunde prunkvoll gefeiert. Und alles was danach folgte, machte es nur noch besser. Das kleine Restaurant zum Beispiel, welches dein Nonno eröffnete. Das ‚Da Vittorio, welches sich über die Jahre einen Namen in der Gegend machte. Was aber natürlich das kleine Glück des jungen Ehepaars vervollständigte waren die Kinder - dein Paps’ Giuseppe, dein Onkel Silvano und deine Tante Francesca. [p]— 1991 | Aus der Nachbarschaft waren die Ciccone’s mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Immer freundlich. Immer höflich. Immer hilfsbereit, ganz gleich ob fremd oder bekannt. Demnach überraschte es niemanden, dass sich die Familie, mehr oder weniger, am gleichen Fleck breit machte. So gestalteten sich das Familienessen, welches jeden Sonntag fabriziert wurde, deutlich einfacher. Und warum überhaupt weg ziehen, wenn es Zuhause bekanntlich am schönsten war? Aber auch das Da Vittorio war (und ist) für dich stets ein Zuhause. Schon als kleines Mädchen bist du gerne zwischen den Tischen hin und her gewuselt, womit du den Besuchern (zumindest den meisten) ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hast. Später, in deinen jugendlichen Jahren, bist du dann immer noch zwischen den Tischen herumgewuselt, aber weniger um die Besucher zu belustigen, sondern viel mehr um deinen Paps’ zu unterstützen. Dieser hatte nämlich im Jahr 2000 das Restaurant von deinem Nonno übernommen, immerhin war dieser auch nicht mehr der Jüngste und konnte die Unterstützung gut gebrauchen. Gelegentlich durftest du auch in der Küche aushelfen, was deine Leidenschaft zum Kochen noch mehr verstärkt hat. Heute hilfst du gelegentlich, sofern es dein richtiger Job zulässt, noch immer aus - was meist an Wochenenden ist, aber deinem Paps’ hilfst du gerne aus. Und die Arbeit macht dir sogar Spaß, also ist es am Ende des Tages gar nicht mal so schlimm, wenn du wieder einmal Stunden auf den Füßen verbracht hast. Neben dem Restaurant gab es natürlich auch die Schule, in welcher du dich ziemlich wacker geschlagen hast. Das Lernen fiel dir nicht unbedingt schwer, neuen Stoff hattest du schnell aufgenommen, sodass du gelegentlich auch in der Lage warst deiner/deiner Sitznachbar*in weiterzuhelfen. Ein Überflieger warst du allerdings aber auch nicht. Denn auch wenn dir das Lernen leicht fiel, warst du dafür viel zu oft etwas zu faul. Immerhin gab es viel interessantere Dinge, welche nach der Schule gemacht werden konnten. Und wenn deine Ma’ oder deine Nonna dich gefragt haben, ob du ihnen beim Kochen oder Backen helfen möchtest.. naja, da hast du dann nicht lange überlegt. Zudem du eine zeitlang froh warst, wenn du das Schulgebäude hinter dir lassen konnten… Wenn auch es also gelegentlich ein wenig holpriger Weg war, warst du ziemlich froh als du mit deinen frischen achtzehn Jahren endlich deinen Schulabschluss in den Händen hattest. Gleichzeitig standest du allerdings auch vor der Frage, wie es für dich weiter gehen solltest. Ein paar Ideen hattest du, aber Entscheidungen zu treffen das war noch nie eine sonderlich gute Stärke von dir gewesen. Am liebsten hättest du etwas soziales gemacht. Irgendwas mit Kindern - aber von diesem Gedanken hast du dich wieder ganz schnell losgelöst. So sehr du Kinder auch liebst; aber einen ganzen Raum voller Kids’… das wäre dann nach einer Weile wahrscheinlich auch für dich zu viel des Guten. Also hast du dich für etwas ganz anderes entschieden. Den Weg der juristischen Sekretärin hast du dank deines Onkels (Logan, der Mann deiner Tante Francesca - er war selbst ein Anwaltssekretär und hat dir lauter schöne Dinge darüber erzählt) für dich entdeckt, welcher genau genommen auch ganz gut zu dir passt - gut reden und sch für andere Einsetzten konntest du dich schließlich auch schon immer. Natürlich wäre ein Jura-Studium ein Träumchen gewesen, aber dafür hättest du nicht mal im Traum das Geld auftreiben können. Also blieb dir nur ein Community Collage, an welchem du dich für einige Kurse eingeschrieben hattest. Anschließend hast du dich so ziemlich überall beworben, was deiner Meinung nach zu dir passen könnte. Dass man dich letztendlich aber bei Morgan Ellis LLP annimmt, damit hattest du selbst nicht gerechnet. Der täglich (gelegentlich viel zu langer) Arbeitsweg ist zwar an manchen Tagen ein wenig anstrengend, aber mittlerweile hast du dich mit diesem angefreundet. Immerhin fühlst du dich unter deinen Arbeitskollegen wohl und auch die Anwälte sind ziemlich in Ordnung, wo sie doch sonst so arrogant sein können. Deine Aufgaben lassen dich manchmal dennoch vor langweile fast einschlafen, aber die Zeit nutzt du dann immer um in deinen kleinen Tagträumen von anderen Dingen zu Schwärmen (pssht, damit ist ganz sicher nicht dieser heiße Anwalt gemeint, den du von deinem Arbeitsplatz nur zu gern beobachtest). Apropos heißer Anwalt - dieses ganze Liebesding… irgendwie hast du da noch immer nicht so ganz den Durchblick gefunden. Deine ersten Liebeserfahrungen hast du recht spät gesammelt, zumindest wenn man sich den Rest deines Jahrgangs anschaut. Natürlich warst du auch schon zu Schulzeiten verliebt gewesen, hast dir lauter schöne Dinge vorgestellt. Aber dabei ist es auch geblieben. Aber zu diesen Zeiten warst du auch viel zu sehr damit beschäftigt zu lernen dich selbst zu lieben, weshalb es gar nicht mal so schlimm ist, dass du deinen ersten Freund erst im zarten Alter von neunzehn Jahren hattest. Samuel Baldwin war dir gegenüber stets ein richtiger Schatz gewesen. War immer gut zu dir und hat dich so behandelt, wie es sich gehörte. Es ist also kein Wunder, dass du den Lockenkopf tatsächlich als deine erste große Liebe bezeichnest. Gemeinsam habt ihr lauter schöne Dinge erlebt. Er hat dir gezeigt wie schön Liebe sein kann. Aber leider blieb der Herzschmerz nicht aus als es ihn aus der großen Stadt hinaustrieb, um wo anders seinen Träumen nachzujagen. Eine ganze Weile danach hattet ihr zwar noch Kontakt zueinander, aber irgendwann hat es sich leider im Sande verlaufen. Schade eigentlich. Seitdem sieht es eher bescheiden bei dir aus. Wieviele Dates du mittlerweile schon hattest… puhhh, daran kannst du dich nicht erinnern. Dazwischen gab es zwar ein paar nette Männer, mit welchen du dir durchaus hättest mehr vorstellen können. Aber (das altbekannte Aber) etwas gab es immer. Entweder hat es für ihn nicht gepasst oder für dich, oder aber es gab ganz andere Gründe. Deine Eltern als auch deine Großeltern, wie auch gefühlt der gesamte Rest deiner Familie, liegt dir mittlerweile ziemlich in den Ohren, dass du doch endlich sesshaft werden musst - die Jüngste bist du immerhin auch nicht mehr… dabei bist du doch erst frisch in deine Dreißiger hineingestolpert. Während du also hoffst und den Sizilianer weiterhin anschmachtest, fährst du am Ende deines Arbeitstages zurück nach Pilsen, wo du heute noch immer lebst - wie gesagt, die Ciccone’s sind aus der Nachbarschaft nicht wegzudenken. Allerdings hast du dir vor einigen Jahren endlich eine eigene Wohnung zugelegt. Nichts besonderes, aber für dich alleine vollkommen ausreichend. Andere bezeichnen diese zwar als etwas chaotisch, du hingegen würdest es eher als liebevoll eingerichtet bezeichnen. Schließlich möchtest du dich in deinen vier Wänden wohl fühlen, was ganz viel Deko und vor allem Lichterketten bedeutet. Manchmal wünschst du dir zwar, dass du in einem anderem, besserem Viertel (auch wenn du stets betonst, dass du bereits aus einem guten Viertel kommst und dort noch immer lebst!) wohnen könntest. Aber wenn du ehrlich zu dir bist, dann könntest du nur schweren Herzens deine ganze Familie hinter dir lassen. Vor allem seit dem deine Ma’ vor gut fünf Jahren von euch gegangen ist, nachdem sie den langen Kampf gegen den Lungenkrebs verloren hatte. Deinem Paps’ geht es seitdem nämlich nicht ganz so gut, den Verlust hat er noch immer nicht ganz verkraftet, wenn auch er etwas anderes behauptet. Also bleibst du wo du bist, um ein Auge auf ihn zu werfen und um für ihn da zu sein. Gerne hättest du mehr aus dir herausgeholt, aber damals hatte dir das nötige Kleingeld gefehlt, um dich für ein Studium einzuschreiben. Und heute würdest du den ganzen Stress nicht mehr mitmachen wollen. Glücklich bist du dennoch in deinem Job als juristische Sekretärin, was aber sicherlich zum größten Teil mit an deinen Kollegen liegt, mit welchen du dich wunderbar verstehst. Denn wenn es rein um deine Tätigkeiten geht, welche unteranderem daraus bestehen, dass du Mandantengespräche vorbereitest, diese dann auch empfängst und betreust, sowie anschließende Gespräche protokollierst, dann… naja, dann wärst du sicherlich schon vor langweile an einem natürlichen Tod gestorben. Aber irgendwie hast du dich damit mittlerweile auch arrangiert, immerhin bist du über die Jahre ziemlich gut, indem was du tust und die Bezahlung passt auch, also gibt es für dich im Grunde keinen Grund sich zu beschweren, oder? — — Personen über die ich mich sehr freuen würde: beste*r Freund*in; wie es dazu kam, würde ich gerne individuell absprechen, weil ich hier keine bestimmte Vorstellung habe, wie man zueinander gefunden hat. — Mitarbeiter*innen der Kanzlei: Vielleicht gibt es bereits eine Kanzlei oder einen Anwalt/eine Anwältin, die eine Sekretärin gebrauchen könnte? Oder andere Sekretär*innen, die sich über eine Kollegin freut? — Nachbar*innen: Wie in der Storyline bereits erwähnt sind die Ciccone's in Pilsen bunt verteilt, weshalb es nicht unrealistisch wäre, wenn man sich aus der Nachbarschaft kennt. Ob es am Ende nur eine Bekanntschaft oder auch eine Freundschaft ist, kann man gemeinsam besprechen. — Restaurantbesucher*innen: an den meisten Wochenenden hilft Tori ihrem Paps' im Da Vittorio (Italienisches Restaurant) aus. Sofern euch nach einer himmlischen Pasta oder einer köstlichen Pizza ist, könnte Tori euch euer Essen an den Tisch bringen, wodurch man sich kennengelernt hat oder hin und wieder netten Smalltalk führt. — Mitschülern*innen/Kommilitonen*innen: sofern man in einem Jahrgang (+/-) ist, ließe sich auch darüber sicherlich eine passende Connection finden. — Yogakurs: zweimal die Woche geht Tori am Abend regelmäßig zu ihrem Yogakurs, über welchen man in Kontakt treten könnte. — Tinderdate: vielleicht sind wir mal gemeinsam ausgegangen? Sind jetzt gute Freunde oder fanden dieses Date beide nicht so toll? Vielleicht haben wir uns auch erst vor kurzem gefunden und wollen uns erst treffen? Karaokeabend? Gemeinsam durch Plattenläden stöbern? Spontaner Wochendsausflug? — Ansonsten bin auch für weitere Ideen offen! :) Ich zähle mich selbst zu der entspannten Sorte Schreiber, was bedeutet, dass es gelegentlich etwas länger dauern kann bis ich in einer Szene antworte. Erreichbar bin ich hingegen eigentlich die ganze Zeit, da man dank moderner Technik heutzutage nie weit entfernt ist :D Ansonsten mag ich es gerne in Plays auf die kleinen Dinge zu achten und schätze es auch sehr, wenn meine Playpartner gerne ausschweifend schreiben. Ist aber keinesfalls eine Voraussetzung, da jeder seinen eigenen Schreibstil hat - solange es dich nicht stört, dass ich ein bisschen ins Detail verfallen könnte, haben wir definitiv ein Match! Ach und vielleicht erwähnenswert - ich schreibe ausschließlich in der deutschen Sprache, habe aber kein Problem, wenn meine Schreibpartner auf englisch ihre Posts verfassen. Tori ist ein alter Charakter von mir, der mir sehr am Herzen liegt. Da ich euer Board sehr ansprechend finde, hoffe ich, dass wir (also Tori & ich) ein neues Zuhause bei euch finden. Kurz zu mir als PB vielleicht - ich habe ein ziemlich busy leben (leider) und habe daher (leider) nicht immer Kapazitäten für dieses tolle Hobby. Aus diesem Grund würde ich mich sehr freuen, wenn man Verständnis dafür mitbringt, wenn eine Antwort etwas länger dauert. Ansonsten liebe ich im Play so ziemlich alles und bin auch für so ziemlich alles zu haben. Ich liebe es zu plotten und meine Charaktere ins kalte Wasser zu werfen, ganz getreu dem Motto: alles kann - nichts muss.
Vittoria
Wie, du weißt immer noch nicht wer gemeint ist? Die Ciccone’s, aus Pilsen? Dieses kleine, italienische Restaurant auf der Ecke, wo es diese himmlische Pasta gibt - ja, genau, das gehört ihrem Paps’. Und gelegentlich hilft sie ihm dort aus. Ich gebe ihr dann auch immer ein kleines extra Trinkgeld, dann wird sie ganz verlegen und weiß nicht was sie sagen soll. Ansonsten hat mir ihr Großvater bei einem Gespräch verraten, dass sie als Legal Secretary in einer dieser erfolgreichen Anwaltskanzleien in River North arbeitet. Damit hätte ich, um ehrlich zu sein, nicht gerechnet. Dafür wirkt sie wie ein etwas zu wild geratener Freigeist, der ständig auf der Suche nach dem nächsten Abendteuer ist. Aber wahrscheinlich wird sie sich etwas verlässliches gesucht haben. Immerhin sorgt sie sich mit um ihre Familie; da gibt es nämlich neben ihrem Paps’ und ihrem Großvater auch noch einige Geschwister und nicht zu vergessen die ganzen Tanten und Onkel - Großfamilie eben. Dafür stellt sie ihren kleinen geheimen Traum eines eigenen Cafés gerne hinten an.
Welches Thema ihrem Großvater aber ein bisschen schwer auf dem Herzen liegt ist die Tatsache, dass die 31-jährige noch immer Single ist. Kaum vorstellbar, oder? Dabei würde er sich so sehr für seine Enkeltochter wünschen, dass sie endlich den Richtigen findet, um sesshaft zu werden. Angeblich soll sie aktuell ein Auge auf jemanden geworfen haben, aber mehr wollte sie ihm dazu nicht erzählen. Ihre Tag Schwärmereien seien keine Themen, welche sie mit ihrem Opa besprechen wollen würde. Naja… bleibt uns wohl allen nichts anderes übrig als abzuwarten wohin ihre Reise noch gehen wird. «
Zuhause - die geräumige Wohnung, in welche deine Eltern kurz vor deiner Geburt, welche am 15. Juli war (an diesem Morgen hatte die Welt auch für einen kurzen Augenblick still gestanden, zumindest hat dir das deine Ma’ immer erzählt), gezogen waren nennst du heute immer noch dein Zuhause. In diesen vier Wänden, umgeben von deinen wunderbaren Eltern und deinen jüngeren Geschwistern (Remo, Valerio und Raffaela) als auch deinen Großeltern und deinen Onkel und Tanten hast du dich niemals alleine gefühlt. Wurdest von allen Seiten geliebt und geschätzt. Und selbst wenn es mal nicht ganz so einfach war, hat dir deine Familie beigebracht das strahlende Lächeln nicht zu verlieren. Immerhin sagt man nicht umsonst, dass auf Regen Sonnenschein folgt. Im allgemeinen kann man sagen, dass du eine wohl behütete Kindheit als auch Jugend genießen durftest. Schlecht ging es dir zumindest nie. Natürlich gab es auch ein paar kleinere (oder größere) Krisen. Gelegentlich warst du dir mit deinen Eltern nicht ganz so einig, von den vielen Meinungsverschiedenheiten mit deinen Brüdern ganz zu schweigen - aber selbst, wenn ihr alle kurz davor wart euch die Köpfe einzuschlagen, konntet ihr euch aufeinander verlassen. Familie wird immerhin bei den Ciccone’s groß geschrieben.
Als eine absolute Frohnatur hattest du zwar nie Probleme Freundschaften zu schließen, aber das bedeutet nicht, dass du mit allen zurecht gekommen bist. Und natürlich gab es auch Kids, welche nur zu gern anderen den Tag zur Hölle machen wollten. Die Schule war also, rückblickend betrachtet, ein Fluch und Segen zu gleich. In deinen Schuljahren hast du viele, wundervolle Menschen kennengelernt - ein kleiner Teil davon schimpfen sich auch heute noch deine Freunde. In dieser Zeit hast du dich selbst weiterentwickelt. Bis über dich hinausgewachsen. Aber genau so hattest du auch ordentlich an dir zu knabbern gehabt. Und alles nur wegen deinem Aussehen. Den Babyspeck (so nennt es deine Nonna immer) bist du nämlich irgendwie nie los geworden, heißt du warst schon immer ein wenig fülliger. Das hat dich, insbesondere in der Zeit, in welcher du zu einer jungen, erwachsenen Frau herangewachsen bist, gestört. Es hat dich wirklich sehr gestört nicht dem Schönheitsbild der Gesellschaft zu entsprechen. Und natürlich hast du auch versucht etwas daran zu ändern. Etliche Diäten hast du in dieser Zeit hinter dich gebracht. Auch an Sport hast du dich versucht, aber wirklich geholfen hat es am Ende dann auch nicht. Damit hattest du ziemlich zu knabbern und hast dich unter weiten Shirts und Pulli’s versteckt - Hauptsache man konnte deine Kurven nicht sehen. Der Weg zur Selbstliebe war für dich also ein etwas längerer, aber du hast aus diesem gelernt. Heute liebst du dich nämlich so wie du bist, aber glücklicherweise hast du mit der Zeit den richtigen Weg gefunden und konntest zu der besten Version deiner Selbst werden. Das mit den Diäten hast du gänzlich aufgegeben, aber dafür achtest du ein bisschen besser darauf was du zu dir nimmst. Auch die Sache mit dem Sport hast du nicht gänzlich über den Haufen geschmissen. Einen Marathon wirst du zwar nie mitlaufen, das willst du auch gar nicht, aber auf dein Morgen-Yoga möchtest du nicht mehr verzichten.
Selbst wünschst du dir aber auch endlich den Richtigen zu finden. Jemanden zu haben, mit dem du all’ deine verrückten und verdrehten Gedanken teilen kannst. Jemanden, mit dem du den Abend nach einem anstrengenden Tag gemeinsam verbringen kannst. Jemanden, mit dem du noch all’ das was vor dir liegen erkunden und meistern kannst. Denn tatsächlich hängst du ziemlich hinterher… selbst dein jüngerer Bruder Remo hat mittlerweile nicht nur eine wundervolle Frau an seiner Seite sondern auch seit kurzem eine Tochter. Und auch deine anderen Geschwister befinden sich in einer glücklichen Beziehung. Bleibst also nur noch du übrig. Dabei gibt es da ja eigentlich jemanden auf den du ein Auge geworfen hast. Ja, wir reden hier immer noch von diesem heißen Anwalt. Salvatore Navarro sorgt definitiv dafür, dass dein Herz gelegentlich ein wenig höher schlägt, wenn er zu dir hinüberschaut oder wenn er sich mit dir auf Italienisch unterhält. Die Hoffnung, dass er dich irgendwann auf einen Kaffee einlädt hast du zwar noch nicht aufgegeben (immerhin weißt du, dass sich deine Eltern sehr über ihn freuen würden), aber gleichzeitig weißt du auch, dass du absolut nicht in seiner Liga spielst - verglichen mit seiner Ex bist du aber auch… nein, das lässt sich nicht miteinander vergleichen. Gleichzeitig weißt du aber auch, dass es reine Schwärmerei ist und er definitiv auch nicht der richtige Mann für dich wäre.
Dennoch hast du auch über die letzten Jahre insgeheim die Hoffnung in dir erweckt irgendwann vielleicht dein eigenes, kleines Café zu führen. Deine Backkünste lassen sich nämlich durchaus sehen und wenn man deiner Nonna glauben schenkt, dann würden die Leute dir die Bude sicherlich einrennen. Aber bisher ist dein eigenes Café nur Hoffnung, nur ein kleiner Traum, welchen du nicht weiter verfolgst.
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