Sloane ist eine offene, herzliche und lebensfrohe Frau, die schnell mit anderen ins Gespräch kommt und selten lange nachtragend ist. Sie hat ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen und ist meistens diejenige, die zuhört, wenn jemand ein Problem hat. Gleichzeitig kann sie ziemlich stur und eigenwillig sein, besonders dann, wenn jemand versucht, ihr vorzuschreiben, was sie zu tun hat. Sie ist kreativ, spontan und manchmal etwas chaotisch. Ihre Wohnung sieht nicht immer so aus, als hätte sie alles unter Kontrolle, dafür steckt sie viel Leidenschaft in das, was ihr wichtig ist. Sloane liebt ihr Studium und kann sich stundenlang in einem Projekt verlieren. Familie und enge Freundschaften bedeuten ihr viel. Sie ist loyal, beschützend und hilfsbereit, erwartet dafür aber auch Ehrlichkeit von anderen. Oberflächliche Menschen liegen ihr eher weniger. Romantisch ist sie trotz ihrer entspannten Art durchaus. Sie glaubt an Liebe, möchte sich aber nicht verbiegen oder auf Teufel komm raus jemanden finden. Sie genießt ihr unabhängiges Leben und wartet lieber auf jemanden, der wirklich zu ihr passt. In einer warmen Augustnacht des Jahres 1995 kam Sloane Calloway als erstes Kind von*Graham und Elise Calloway zur Welt. Für ihre Eltern war sie vom ersten Tag an der Mittelpunkt ihres Lebens. Sloane war ein aufgewecktes, neugieriges Kind, das schon früh seinen eigenen Kopf hatte und ihre Eltern mit ihrer offenen Art regelmäßig zum Lachen brachte. Die ersten Jahre verbrachte die Familie noch außerhalb Chicagos. Als Sloane ungefähr drei Jahre alt war, bekam ihr Vater ein attraktives Jobangebot beim Chicago Police Department und die Familie entschied sich, gemeinsam in die Stadt zu ziehen. Wenig später kam ihre kleine Schwester Marley zur Welt. Anfangs tat sich Sloane mit ihrer neuen Rolle als große Schwester etwas schwer. Sie musste schließlich plötzlich teilen. nicht nur ihre Spielsachen, sondern auch die Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Mit der Zeit änderte sich das allerdings. Aus zwei Geschwistern wurde ein ziemlich unzertrennliches Team. Sloanes Kindheit in Chicago war geprägt von einem liebevollen Elternhaus, klaren Regeln und ziemlich viel Trubel. Ihr Vater arbeitete im Polizeidienst, ihre Mutter war Ärztin in einem Krankenhaus. Beide hatten anspruchsvolle Berufe und entsprechend wechselnde Arbeitszeiten, versuchten aber immer, für ihre Töchter da zu sein. Die Familie war nie perfekt organisiert, aber dafür eng miteinander verbunden. Eine wichtige Rolle spielte dabei Mabel Hart, eine ältere Nachbarin, die schon bald zu einer Art Ersatzoma für die beiden Mädchen wurde. Wenn ihre Eltern Dienst hatten, verbrachten Sloane und Marley viel Zeit bei ihr. Mabel hatte immer etwas zu essen im Haus, wusste genau, wie man zwei gelangweilte Mädchen beschäftigt, und ließ ihnen vermutlich mehr Süßigkeiten zukommen, als ihre Eltern gutgeheißen hätten. Für Sloane wurde sie zu einer festen Bezugsperson und ist es bis heute geblieben. Schon als Kind zeigte Sloane eine große Begeisterung für Farben und alles, was mit Kreativität zu tun hatte. Während andere Kinder draußen spielten, konnte sie stundenlang am Küchentisch sitzen und malen. Ihre Eltern erkannten schnell, dass es sich dabei nicht nur um eine vorübergehende Phase handelte. Also bekam sie irgendwann ihre erste richtige Staffelei und später sogar eine kleine Ecke im Keller, die sie nach und nach in ihr eigenes Atelier verwandelte. Mit ihren Eltern verband Sloane immer ein enges Verhältnis. Besonders ihr Vater war für sie ein großes Vorbild. Dass er beruflich erfolgreich war, beeindruckte sie schon als Kind. Gleichzeitig wusste sie, dass hinter seiner Karriere viel Arbeit steckte. Auch die Beziehung ihrer Eltern zueinander prägte Sloane. Sie waren seit Jahren verheiratet, konnten sich aber trotzdem noch aufziehen, gemeinsam lachen und sich über Kleinigkeiten freuen. Für Sloane war das lange Zeit genau das Bild davon, wie eine glückliche Beziehung aussehen sollte. Ihre Teenagerjahre waren dagegen ziemlich unspektakulär. zumindest für Sloanes Maßstäbe. Sie ging zur Schule, war eine Zeit lang Cheerleaderin, machte mit sechzehn ihren Führerschein und verbrachte viel Zeit mit ihren Freundinnen. Es gab Nachmittage bei Starbucks, Abende bei Wendy's, spontane Shoppingtouren und die obligatorischen Diskussionen darüber, wer wen mochte und wer definitiv niemals mit wem ausgehen würde. Nebenbei blieb die Malerei ihr wichtigstes Hobby. Sloane nahm irgendwann regelmäßig an Kunstkursen teil und begann, ihre Bilder auch auf kleineren Schul- und Nachbarschaftsausstellungen zu zeigen. Außerdem engagierte sie sich ehrenamtlich in einer Senioreneinrichtung. Dort gab sie zweimal pro Woche kleine Malkurse. Sie mochte die Arbeit mit älteren Menschen und stellte schnell fest, dass es ihr mindestens genauso viel Freude bereitete, anderen das Malen beizubringen, wie selbst zu malen. Sloane war nie das Mädchen, das unbedingt im Mittelpunkt stehen musste. Trotzdem war sie beliebt. Sie konnte mit den unterschiedlichsten Menschen umgehen, war hilfsbereit und hatte die Angewohnheit, sich auch dann einzumischen, wenn eigentlich niemand um ihre Hilfe gebeten hatte. Eine Eigenschaft, die ihre Freunde mal liebten und mal ziemlich anstrengend fanden. Natürlich gehörte auch die erste Liebe zu ihrer Jugend. Mit sechzehn oder siebzehn kam es irgendwann zum ersten Händchenhalten, zum ersten Kuss und zu all den kleinen Dingen, die sich damals noch viel größer anfühlten, als sie eigentlich waren. Ihr Vater brauchte ein wenig Zeit, um sich daran zu gewöhnen, dass seine Tochter langsam erwachsen wurde. Ihre Mutter dagegen wollte jedes noch so kleine Detail wissen. Die Beziehung hielt einige Jahre und endete schließlich ohne großes Drama. Nach der Highschool entschieden sich beide für unterschiedliche Studienorte und wussten, dass sie keine Lust auf eine Fernbeziehung hatten. Sie trennten sich im Guten und blieben sich zumindest freundschaftlich verbunden. Einige Jahre später veränderte sich das Familienleben dennoch. Sloanes Mutter Elise erkrankte unerwartet und verstarb nach einer vergleichsweise kurzen Zeit. Es war für die Familie ein schwerer Verlust, allerdings war Sloane zu diesem Zeitpunkt bereits alt genug, um damit anders umzugehen als ihre Schwester. Sie zog sich eine Weile zurück, kümmerte sich viel um ihren Vater und versuchte gleichzeitig, Marley nicht aus den Augen zu verlieren. Ganz einfach war diese Zeit nicht. Gerade ihr Vater fiel es schwer, wieder einen normalen Alltag zu finden. Mabel war erneut eine wichtige Stütze für die Familie und Sloane merkte dabei, wie sehr sich die Rollen verändert hatten. Aus dem Mädchen, das früher selbst bei Mabel Zuflucht gesucht hatte, war inzwischen eine junge Frau geworden, die anderen Halt gab. Trotz allem ließ Sloane ihr Studium nicht schleifen. Sie hatte sich längst entschieden, Kunst zu studieren und zog diesen Weg konsequent durch. Sie studierte in Chicago, arbeitete nebenbei in verschiedenen kleinen Jobs und verbrachte jede freie Minute mit ihren Bildern. Während ihres Studiums kam es dann zu einem kleinen Streit mit ihrem Vater. Graham hatte einige ihrer Werke aus ihrem Atelier genommen und sie Bekannten aus der Kunstszene gezeigt. Ohne Sloane vorher zu fragen, hatte er außerdem Kontakte zu einer Galerie hergestellt. Sloane war zunächst alles andere als begeistert. Für sie war ihre Kunst etwas Persönliches und sie fühlte sich übergangen. Ihr Vater wiederum war überzeugt, dass sie viel zu bescheiden war, um selbst den nächsten Schritt zu machen. Am Ende musste Sloane zugeben, dass er damit nicht ganz falsch lag. Aus den ersten Kontakten entstanden weitere Möglichkeiten, kleine Ausstellungen folgten und irgendwann konnte Sloane tatsächlich einen Großteil ihres Lebensunterhalts mit ihrer Kunst verdienen. Ihr Vater war vermutlich stolzer darauf als Sloane selbst. Obwohl Graham ihr mehrfach angeboten hatte, wieder bei ihm einzuziehen, sobald sie mit dem Studium fertig war, kam das für Sloane nicht infrage. Sie liebte ihre Familie, aber sie wollte ihr eigenes Leben führen. Also bezog sie ihre erste eigene Wohnung und genoss es, selbst für sich verantwortlich zu sein,auch wenn ihr Vater vermutlich bis heute der Meinung ist, dass sie jederzeit wieder nach Hause kommen könnte. Eine kleine Herausforderung war allerdings die neue Frau an der Seite ihres Vaters. Als Graham einige Jahre nach Elises Tod wieder jemanden kennenlernte, wusste Sloane zunächst nicht so recht, wie sie damit umgehen sollte. Nicht, weil sie ihrem Vater kein neues Glück gönnte, sondern weil sich der Gedanke schlicht ungewohnt anfühlte. Ihre Mutter war für sie noch immer ein wichtiger Teil der Familie. Doch irgendwann merkte Sloane, dass es ihrem Vater gut tat. Er war wieder leichter, lachte mehr und hatte jemanden, mit dem er seinen Alltag teilen konnte. Und genau das wollte Sloane für ihn. Also ließ sie ihre anfänglichen Vorbehalte hinter sich und nahm seine neue Partnerin schließlich ganz selbstverständlich in ihr Leben auf. Heute ist Sloane 23 Jahre alt und fest in Chicago verwurzelt. Sie lebt für ihre Kunst und verbringt vermutlich mehr Zeit zwischen Leinwänden und Farbtuben als in ihrer eigenen Wohnung. Wenn sie gefragt wird, ob sie eigentlich überhaupt ein Privatleben hat, antwortet sie gerne scherzhaft, dass sie mit ihrer Kunst verheiratet sei. Ganz so abgeneigt gegenüber einer echten Beziehung ist sie allerdings nicht. Sloane weiß, was sie möchte: jemanden, der sie nicht verändern will, der mit ihrem manchmal chaotischen Alltag klarkommt und ihr gleichzeitig das Gefühl gibt, angekommen zu sein. Sie hat es bei ihren Eltern erlebt und später auch bei ihrem Vater gesehen, wie schön es sein kann, wenn zwei Menschen sich gegenseitig Halt geben. Sie sucht allerdings nicht verbissen danach. Sloane glaubt daran, dass manche Dinge einfach dann passieren, wenn sie passieren sollen. Bis dahin hat sie schließlich genug zu tun, Chicago, ihre Farben und wahrscheinlich ein paar viel zu spät begonnene Gemälde, die eigentlich längst fertig sein sollten. — — Ich bin gespannt, was in Chicago noch auf Sloane wartet, welche Menschen ihr über den Weg laufen und welche Storys sich daraus entwickeln. Ich freu mich auf alles, was kommt.
Sloane
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01.
Short facts
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02.
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Writing
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Letzte Worte
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