Anderen gegenüber sehr offen und neugierig – Zieht es vor zu denken bevor sie den Mund aufmacht – Hat keine Mühe damit länger zu schweigen – Ist relativ perfektionistisch, was sich vor allem in ihrer Arbeit und ihrer Wohnung abzeichnet – Versucht andere zu verstehen, statt sie zu verurteilen – Weint selten – Verabscheut Lügen, erst recht wenn es schlechte sind – Hat Mühe anderen wirklich zu vertrauen, was sie jedoch nicht zugibt – Kann stundenlang in Gedanken versinken _kalopsia – the delusion of things being more beautiful than they are _sciamachy – a battle against imaginary enemies; fighting your shadow _serendipity – finding something beautiful without looking for it _metanoia – the journey of changing one’s mind, heart, self, or way of life _monachopsis – the persistent feeling of being out of place _petrichor – the smell of earth after rain _acquiescence – the reluctant acceptance of something without protest _catharsis – the purging or release of emotional tension, through kinds of art _wynorrific – something being both visually beautiful and horrific at the same time — Freunde,Arbeitskollegen, evtl. auch Bekanntschaften aus dem längeren Krankenhausaufenthalt. Falls sich jemand für die Position des Bruders oder des Exmannes (bzw. noch Ehemann die Scheidung läuft noch) sieht würde ich mich natürlich sehr freuen. Für letzteren ist für die Zukunft ein wenig etwas geplant/vorgedacht was ich bei Interesse gerne näher erläutere und man auch gemeinsam anpassen/spezifizieren kann. :) — Ich freu mich sehr nach längerer Pause wieder in die RPG Welt einzutauchen :)Narelle
Ein aussenstehender Betrachter hätte die Familie Jones wohl als vorzeige Familie beschrieben. Marcus Jones war Architekt und übernahm aufgrund des frühen Todes seines Vaters bereits in jungen Jahren die Firma seines Vaters, welche seit Jahren zu den renommiertesten Architekturbüros zählte. Nur ein Jahr später heiratete er seine langjährige Freundin Christine und die beiden bekamen zwei Kinder, welche die Familie komplettierten. Erst einen Jungen und anschliessend folgte zwei Jahre später Narelle. Es fehlte der Familie an nichts und so glaubte auch das kleine Mädchen vorerst die Lüge vom perfekten Leben. Doch mit der Zeit bekam die Fassade risse. Das beinahe ständig volle Whiskyglas auf dem Schreibtisch des Vaters und die Mutter die immer dünner wurde, während die Stimmung zwischen den Eheleuten sich langsam aber sicher dem Gefrierpunkt näherte. Trotzdem versuchte Narelle noch daran zu glauben, dass ihre Familie so perfekt war wie sie von allen beschrieben wurde. Es war ihr Bruder, der zuerst den Glauben aufgab und sich scheinbar dafür entschied zu rebellieren. Zuerst waren es fehlstunden in der Schule, dann kamen Schlägereien dazu und später die Drogen. Mit diesen schien er einen Ausweg zu finden, das tägliche Schauspiel zu ertragen und da es eine beinahe Stille Form der Rebellion war, die sich vor der Aussenwelt meist verschleiern liess, schritten die Eltern nicht ein, sondern liessen ihren Sohn gewähren.
Wie viele Male hatte sie ihren vollkommen zugedröhnten Bruder in sein Bett gebracht, neben ihm gewacht und dafür gesorgt, dass er nicht an seinem Erbrochenen erstickte oder aufhörte zu atmen. Mit jedem Mal stieg ihre eigene Wut gegenüber ihren Eltern. Wie konnten sie zusehen, wie ihr eigenes Kind kaputtging und nichts tun. Natürlich hatte sie versucht mit ihnen zu reden, versucht sie zu überreden ihn in eine Entzugsklinik zu bringen, doch vergeblich. Zu gross war ihre Angst jemand würde Wind davon bekommen und in ihrer Naivität waren sie davon überzeugt, dass es nur eine Phase war, die wieder enden würde. Doch es war keine Phase, ihr Bruder kämpfte gegen seine eigenen Dämonen und die Drogen waren das Pflaster für seine Wunden, welches er gewählt hatte. Nach Abschluss der Highschool, suchte sich Narelle eine eigene Wohnung, welche sie durch zwei Jobs finanzierte. Den Tag über arbeitete sie in einem Cafe und abends wusch sie Teller in einem Restaurant ab. Tag für Tag schob sie Doppelschichten, aus reiner Sturheit sich dieses Leben selbst zu finanzieren. Schecks ihrer Eltern nahm sie lediglich für die Kosten der Behandlung ihres Bruders an, welcher mit ihr Ausgezogen war. Schliesslich erhielt der Dämon einen Namen – Schizophrenie. Zum ersten Mal glaubte XY an einen Ausweg und willigte daher ein, sich in einer Klinik behandeln zu lassen.
Die Freude über die Diagnose und den Sinneswandel ihres Bruders hielt kürzer als gedacht. Narelle sah zum ersten Mal den Scherbenhaufen der ihr Leben eigentlich darstellte. Seit Jahren hatte sie nur für ihren Bruder gelebt, alles nach ihm gerichtet und ihr eigenes Leben hintenangestellt. Aber was nun? Es glich einer kitschigen Romanze, dass sie genau in diesem Kapitel ihren Seelenverwandten fand. Anders konnte man XY nicht bezeichnen. Noch nie konnte sie mit einer Person derart tiefgründige Gespräche führen und einfach sie selbst sein. War es verrückt nach nur einer Woche zuzustimmen, alle Brücken abzubrechen und mit ihm die Welt zu bereisen? Und wie es das war und doch hatte sich niemals etwas in ihrem Leben so richtig angefühlt. Ihre Eltern, welche davon überzeugt waren, dass ihre Tochter einigermassen vernünftig wäre, waren entsetzt als sie von ihren Plänen Wind bekamen. Doch noch mehr als sie erfuhren, dass ihre Tochter mit gerade einmal 19 Jahren am anderen Ende der Welt einen Mann geheiratet hatte, den sie noch nie gesehen hatten. Es stellte sich jedoch später heraus, dass sie ihn liebten. XY schaffte es die Besuche bei ihrer Familie erträglicher zu machen und die Wogen zu glätten. Dies waren alles Beweise dafür, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hatte und es richtig war auf ihr Herz zu hören.
Auch wenn die Weltreise eines der schönsten Abenteuer war die Narelle erleben durfte, rief dennoch irgendwann die Realität nach den beiden. XY wurde wieder bei seinem Job gebraucht und sie konnte beginnen an ihre eigene Zukunft zu denken. Das Paar zog nach Chicago und Nare schrieb sich für ein Studium der Anthropologie ein. Sie konnte nicht sagen wann sie auf die Idee kam forensische Anthropologin werden zu wollen. In ihren Augen war das menschliche Skelett ein einziges Kunstwerk, dass so viel mehr über einen Menschen aussagen konnte, als die meisten vermuteten. Natürlich waren ihre Eltern nicht von ihrer Wahl er begeistert, es kam ihnen merkwürdig vor, als würde ihre Tochter vom Tod angezogen werden und gar etwas Schönes darin sehen. Aber ihre Meinung kümmerte Narelle schon lange nicht mehr, sie hatte sich ihr Leben lang für andere geopfert und es gab genug Leute die sie in ihrer Entscheidung bestärkten, mitunter auch ihr Bruder.
Narelle konnte nicht genau sagen wann es begann, wann ihre Gedanken düsterer wurden und sie sich ihrem Ehemann mehr und mehr verschloss. Sie zog sich in die Arbeit zurück, schliesslich war sie gerade an ihrem PHD und musste ihrem Beruf die notwendige Zeit widmen. Doch auch dort verfolgten sie die Gedanken. Es war als hätte sich die Faszination für den Tod in eine Sehnsucht gewandelt. Immer öfter brach sie grundlos in Tränen aus. Zu Beginn versuchte sie noch sich zu erklären, versuchte noch ihre Gefühlswelt zu teilen, doch mehr und mehr wurde sie stumm und ihre Emotionswelt ebenso. Einzig mit ihrem Tagebuch teilte sie die Abgründe die sich in ihr auftaten. Das Schreiben war eine Gewohnheit ihrer Jugend und jede Seite enthielt ein Teil Narelles Geschichte. Doch zu diesem Zeitpunkt wirkte es für den Leser, als würde diese Geschichte sich rasant dem Ende nähern, durch Worte die sich mehr und mehr mit dem Tod befassten.
Der Geruch von frischem Regen war eines der ersten Dinge die sie wahrnahm, nachdem sie auf dem Asphalt aufgeschlagen war. Etliche Knochen in ihrem Körper waren gebrochen und sie konnte sich nicht bewegen. Sie blickte in die Finsternis der Nacht, die durch den Lichtstrahl eines Scheinwerfers durchbrochen wurde und roch den Regen. Ihr Hirn war zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage zu registrieren was passiert war. Nare und XY hatten einen heftigen Streit und sie beschloss nach Hause zu laufen, während er noch in der Bar blieb. Ihr Weg führte einer Landstrasse entlang und sie hörte die zwei Autos die sich ein Rennen lieferten, bevor sie deren Scheinwerfer erblickte. Dennoch hatte sie keine Chance auszuweichen, zu schnell waren die Sportwagen über die Landstrasse gefegt. Auch der Fahrer hatte keine Chance auszuweichen und räumte die junge Frau ab als wäre sie ein Kegel auf einer Bowlingbahn. Nun lag sie auf dem Asphalt und hörte wie sich Schritte näherten. Ein verschwommenes Gesicht tauchte in ihrem Sichtfeld auf und sie hörte Stimmen. «Scheisse… lass uns abhauen, die ist tot.» Narelle wollte protestieren, doch es fühlte sich an, als hätte sie den Kontakt zu ihrem Körper verloren. Die Autos verschwanden und hinterliessen sie in der Dunkelheit. Es riecht nach frischem Regen dachte sie sich, es war ein Geruch den sie immer geliebt hatte. Für einen Moment fühlte sie sich einfach nur friedlich. Dann schwand das Adrenalin und der Schmerz brach wie eine Welle über ihren Körper herein. Sie wollte schreien, versuchte es, doch alles was sie herausbrachte war ein feuchtes Gurgeln aus ihrer mit Blut gefüllten Kehle. Der innere Frieden den sie für einen Moment gespürt hatte wich blanker Panik. Seit Wochen flirtete sie mit dem Gedanken an den Tod, hiess ihn Willkommen wie einen alten Freund und nun wurde ihr schmerzhaft klar, dass sie Leben wollte. Tränen liefen über ihre Wange die sich mit dem Regen mischten. Das letzte was sie hörte bevor ihr Bewusstsein schwand war das Geräusch von Schritten auf nassem Asphalt, war das der Tod der sie nun mit sich nehmen würde?
Narelle lag während einem Monat im künstlichen Koma. Etliche Knochen in ihrem Körper waren gebrochen und sie musste mehrfach operiert werden. Es glich einem Wunder, dass sie überlebt hatte. Hätte sie nicht ein Fussgänger mit seinem Hund entdeckt, wäre sie dort am Strassenrand elendig verreckt. Doch sie hatte eine zweite Chance erhalten. Ihr Ehemann hatte der Polizei von ihrem Streit und den depressiven Gedanken seiner Frau erzählt, mehr noch, er hatte ohne ihr Wissen ihr Tagebuch gelesen und wusste von den Abgründen ihrer Gedanken. Er äusserte die Vermutung, dass sie wohl aufgrund des Streits und der Angst einer Trennung versucht hatte sich das Leben zu nehmen. Die Polizei stütze diese Vermutung und selbst als Narelle wieder bei Bewusstsein war, glaubte ihr niemand, dass die Geschehnisse sich ganz anders zugetragen hatten. In XY’s Miene spiegelten sich Enttäuschung und Wut, er sah so unglaublich Müde aus. «Ich kann das nicht mehr» gestand er Nare einige Wochen später und sie konnte es ihm nicht mal verübeln. Sie hatte noch nie einen Menschen so geliebt und deswegen akzeptierte sie seine Entscheidung zu gehen. Es hiess zwar in guten wie in schlechten Zeiten, aber ihr war es lieber sie trennten sich mehr oder weniger in Frieden und blieben Freunde, statt dass sie versuchten ein Haus auf einem Fundament voller Risse zu bauen. Er war so viel mehr gewesen als ihr Ehemann, er war ihr bester Freund, die Person die ihre gesamte Geschichte, ihre Vergangenheit kannte. Er schaffte es ihre Eltern zu besänftigen und war ebenso eine Stütze für ihren Bruder wie sie. Doch die Geschehnisse der letzten Monate hatten das was zwischen ihnen war, fremd werden lassen. Nun blieb ihr nur der Schmerz, der seelische, sowie der körperliche und sie akzeptierte beide. Sie erinnerte sich daran, innerlich darum gebettelt zu haben leben zu dürfen und dieses Leben akzeptierte sie, mit allem was es mit sich brachte. Narelle verbrachte beinahe ein Jahr im Krankenhaus und anschliessend in der Reha. Im Zuge dieser Behandlung stellte man dann auch einen Tumor in ihrem Gehirn fest. Die Ärzte teilten ihr mit, dass dieser vermutlich die Ursache für die zunehmende Verschlechterung ihres geistigen Zustands gewesen war und wäre der Unfall (oder ihr Suizidversuch wie die Ärzte ihn immer noch nannten) nicht gewesen, hätte man ihn vermutlich erst viel später entdeckt. So aber erhielt sie sich selbst zurück, wenn auch in tausend Teile zerbrochen, nachdem sie sich verloren in sich selbst gefühlt hatte. Ihrem noch Ehemann erzählte sie davon nichts. Egal was die Ursache für ihre Depression war, sie waren sich so fremd geworden, dass er überzeugt war sie wollte sich das Leben nehmen, statt ihren Worten zu glauben. Die Tatsache, dass es für all das einen medizinischen Hintergrund gab und sie ihn nicht aus reinem Egoismus durch ihren Tod verlassen und ein Loch in seine Seele reissen wollte, spielte nun keine Rolle mehr. Nein es würde nur Wunden aufreissen und Narelle war nun bereit zu heilen.
Kunst hatte Narelle schon immer begleitet. Als Kind liebte sie es zu malen und auch später behielt sie dieses Interesse bei. In ihrem Tagebuch finden sich zwischen den Texten auch immer mal wieder kleine Skizzen, die einen Moment oder manchmal gar ein Gefühl versuchen widerzuspiegeln. Eine Zeitlang hatte sie sogar mit dem Gedanken gespielt Kunst zu studieren, doch diese Ausdrucksform war für sie zu persönlich und wertvoll um sie durch einen Beruf in diesem Zweig zu riskieren. Nun bot sie ihr eine Möglichkeit die Geschehnisse zu verarbeiten. In einem ihrer ersten Projekte bemalte sie sie zahlreichen Narben die ihren Körper durch den Unfall zierten mit Gold, angelehnt an das japanische Kintsugi – The art of fixing the broken with gold. The flaw is seen as a unique piece of the object’s history, which adds to it’s beauty. Dies hielt sie fotografisch fest. Als sie ihren Körper nach dem Unfall zum ersten Mal im Spiegel betrachtete, hasste sie alles daran. Dies war ihre Art mit den Narben Frieden zu schliessen, sie als Teil ihres Körpers und ihrer Geschichte zu sehen. Aber auch wenn die Schmerzen sie wieder einmal heimsuchten bot die Kunst eine Zuflucht. Nur selten wählte sie die den Weg in die Taubheit mit starken Schmerzmittel, zu gross war die Angst irgendwann davon abhängig zu werden. Ausserdem half ihr das Malen, wenn Bilder aus der Vergangenheit sie heimsuchten, Erinnerungsfetzen des Horrors die sie doch nie ganz greifen konnte. Noch immer lagen viele Teile des Unfalls im Dunkel ihres Unterbewusstseins und wann immer sich ein kleines Puzzleteil zeigte, versuchte sie ihn aufs Papier zu bringen. Mitunter lag darin auch der Wunsch, sich eines Tages an das Gesicht des Fahrers zu erinnern, den Mensch zu sehen der entschieden hatte sie zum Sterben zurückzulassen.
Es waren 1.5 Jahre vergangen in denen Narelle damit beschäftigt war den Scherbenhaufen vor dem sie stand wieder zusammenzusetzen. 1.5 Jahre in denen sie ihr Doktorat unterbrechen musste, ehe sie wieder körperlich und seelisch in der Verfassung war zu arbeiten. Man könnte fast meinen sie würde dort weitermachen, wo sie aufgehört hatte, doch nichts war mehr gleich, auch nicht sie selbst. Es war schön und schrecklich zugleich. Sie hatte eine zweite Chance im Leben erhalten, doch ihr Körper erinnerte sie täglich an den Preis den sie dafür gezahlt hatte. Trotzdem war es an der Zeit in den Alltag zurückzukehren und die Geschichte ihres Lebens weiterzuschreiben. Und Narelle spürte eine leichte Neugier und eine Art herausfordernden Ehrgeiz auf das was auch immer die kommenden Kapitel ihrer Geschichte für sie bereithielten.
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