Im Privaten kann Sean im Allgemeinen als sympathischer und extrovertierter Mensch angesehen werden, welcher offen auf Menschen zugeht und nicht davor zurückschreckt, ehrlich seine Meinung zu sagen. Schnee und Kälte waren während der Wintermonate weder für die Stadt Tain noch für die schottischen Highlands eine Unbekannte, doch der erbarmungslose Blizzard vom 06. Januar 1984 erreichte, selbst für schottische Verhältnisse, neue Dimensionen. Die Temperaturen fielen mitunter auf bis zu minus 50° Celsius und die Schneeverwehungen erreichten mancherorts eine Höhe von 6 Metern. Selbst die Gischt an den Steilküsten der Insel schaffte es, aufgrund der Windgeschwindigkeiten, bis zu 300 Metern an den Felswänden hinauf zu peitschen. Weder Mensch noch Tier hätten diesem Unwetter zu trotzen gewusst und so wagte es niemand, die Wärme und Geborgenheit seines Heims zu verlassen. Dieser Umstand hatte jedoch auch zur Folge, dass bei Seans Geburt weder Arzt noch Hebamme anwesend waren und alles an seinem Vater hängen blieb, welcher bereits bei den Gedanken daran, Geburtshelfer spielen zu müssen, der Ohnmacht nahe war. Allerdings konnte die Geburt kaum verschoben oder hinausgezögert werden und so gab es für Bryce keine andere Möglichkeit, als sich seinem persönlichen Alptraum zu stellen. — Freunde/Feinde, Nachbarn, Kunden und und und — Klopf klopf. - Wer ist da? - Maya. Mag noch jemand solche Klopf klopf Witze? :DSean
Obwohl er einen der höchsten Offiziersränge des britischen Militärs bekleidet, erachtet er es jedoch lediglich in Einzelfällen für notwendig, auf seinen Rang bzw. seine Position hinzuweisen. Hierarchie ist in seinen Augen zwar eine notwendige Einrichtung innerhalb einer militärischen Organisation, allerdings ausschließlich während der Dienstzeit. Für Offiziere, die selbst während ihrer Freizeit, und nur aufgrund ihres Ranges, blinden Respekt verlangen, hat er nur wenig Sympathien übrig.
Sein Führungsstil ist offen und gradlinig. Er erwartet von seinen Untergebenen niemals blinden Respekt, blinden Gehorsam hingegen schon - während der Einsätze bleibt einfach keine Zeit für Diskussionen. Kampfhandlungen meistert er souverän und mit viel taktischem Geschick. Sollte es die Situation gestatten, ist er immer bereit sich die Vorschläge seiner Untergebenen, ganz gleich welchen Ranges, anzuhören und in seine Entscheidungen mit einzubeziehen. Hat er jedoch eine Entscheidung gefällt, ist diese endgültig.
➤ Vorlieben:
+ Classic Rock, Blues und Jazz
+ Europäische Geschichte
+ die Pferdezucht seiner Familie
➤ Abneigungen:
- Offiziere, welche ihr Selbstwertgefühl allein an ihrem Rang festmachen
- ignorante, kleinkarierte und mit Vorurteilen belastete Personen
- Techno
➤ Staerken:
+ das Talent Situationen schnell zu analysieren
+ die Handhabung sämtlicher SAS-Standardwaffen (MP5SD3, M16, M203 etc.)
+ Kommandoführung
➤ Schwaechen:
- seine Tochter
- er hat große Probleme mit dem Verlust eines Team-Mitglieds fertig zu werden, gleichwohl er dies nicht zugeben würde
- Drogensucht (Aufputschmittel, leistungssteigernde Präparate)
Rund 16 Stunden lag Seans Mutter Heather in den Wehen, quälte sich mit unsäglichen Schmerzen und schrie sich heiser. 16 Stunden, die für Bryce einer Ewigkeit gleichkamen und ihn mehr als nur einmal an den Rand eines Nervenzusammenbruchs katapultierten. Der großgewachsene Schotte mochte sich vielleicht den Widrigkeiten der unwirtlichen Wälder der Insel gewachsen sehen, als Forstwirt war dies im Grunde ein Muss, doch ein Kind auf die Welt zu bringen überforderte ihn sichtlich - doch schließlich war es vollbracht und Sean erblickte das Licht der Welt. Als drei Tage darauf der Arzt der Familie einen Besuch abstattete, waren sowohl Mutter als auch Kind bei bester Gesundheit, lediglich Bryce schien noch immer etwas blass um die Nase.
Seans Kindheit und Jugend kann als absolut durchschnittlich angesehen werden. Dies bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass er ständig mit seinen jüngeren Brüdern im Zwist lag und den Beschützer für seine kleine Schwester spielte. Doch trotz der geschwisterlichen Rivalitäten, war der Zusammenhalt in der Familie Shaw stets gegeben. Selbst als Sean seinen Eltern und Geschwistern offenbarte, dass er nach England gehen würde, um der britischen Armee beizutreten, standen alle hinter ihm – alle ausgenommen seiner Schwester. Shona hing schon immer an ihrem großen Bruder und hätte es beinahe geschafft, ihn von seinem Vorhaben abzubringen, allerdings konnte er sie mit viel Überredungskunst davon überzeugen, dass dies die beste Möglichkeit war, die Familie zu unterstützen, da sein kranker Vater kaum mehr die Arbeit als Forstwirt schaffte. Ein Berufssoldat konnte gut verdienen und allein dieser Umstand hatte Sean zu seiner Entscheidung bewegt. Er war kein kriegslüsterner Patriot und auch kein Waffennarr, sondern lediglich ein Sohn, der erkannt hatte, dass sein Vater nicht mehr für den Unterhalt der Familie aufkommen konnte. Es war daher zu seiner Aufgabe geworden, dies zu tun.
London war ganz und gar nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte und anfänglich kam ihm öfter der Gedanke, dass seine Entscheidung nicht unbedingt als Perle der Weisheit angesehen werden konnte. Schotten und Engländer, ihre Vergangenheit war nicht die Beste und Sean bekam dies öfter zu spüren, als man glauben möchte. Doch diese Sticheleien und Anfeindungen legten sich im Laufe der Grundausbildung, sowohl Kameraden als auch Vorgesetzte erkannten sein Potential, was beidseitig Sympathien zu wecken schien. Die Tatsache, dass er unter Engländern echte Freunde fand, ließ ihn schnell erkennen, dass Vorurteile lediglich Ausreden darstellen, um Fremdes oder Ungeliebtes zu diffamieren. Seine Vorgesetzten glaubten in ihm einen künftigen Offizier zu sehen und so kam er auf die königliche Militärakademie in Sandhurst, Berkshire.
Wenn es nur um ihn gegangen wäre, hätte er abgelehnt, aber es ging um seine Familie und der Sold eines Offiziers lag deutlich über dem eines Soldaten oder Unteroffiziers. Also widmete er sich nun dem Studium, welchem er nach dem Schulabschluss aus dem Weg gegangen war, da es ja für gewöhnlich eine Menge finanziellen Aufwand bedeutete, und gab sich mit dem knappen Sold zufrieden, immerhin würde es nach Erhalt des Offizierspatents deutlich mehr werden. Er war ein überaus guter Offiziersanwärter, was jedoch nicht weiter verwunderlich war, da er bereits als Schüler einen sehr guten Notendurchschnitt vorweisen konnte. Und hätte er an einem verhängnisvollen Abend nicht seine zukünftige Ex-Frau kennengelernt, wären seine Leistungen vermutlich auch gleichbleibend auf einem lobenswerten Niveau geblieben.
Es war der Abend vor Weihnachten, Sean war, zusammen mit 20 anderen Kadetten, auf einer kleinen Tour durch die Pubs von Berkshire. Und wie dies nun mal so ist, wenn 20 junge Männer eine Kneipe unsicher machen, war viel Alkohol, zotige Witze und viel Testosteron im Spiel. Seans Auserwählte war eine junge, irische Kellnerin, welche sich mit diesem Aushilfsjob ihr Studium finanzierte. Leider fehlt ihm, dank des übermäßigen Alkoholkonsums, die Erinnerung daran, wie er es geschafft hatte, doch er erwachte am Morgen des 24. Dezember in ihrem Bett. Für gewöhnlich enden One-Night-Stands genau hier oder nach einem netten Frühstück, aber diese kitschigen Märchen von Liebe auf den ersten Blick, sind nicht gänzlich der Fantasie von Kitschromanautoren entsprungen. Es wäre zumindest die ideale Gelegenheit gewesen seine Sachen zu schnappen und zu verschwinden, da sie noch schlief, doch ihr Anblick hatte Sean in einen Bann gezogen. Er beobachtete sie so lange beim Schlafen, bis sie gut eine Stunde später erwachte. Ihr Gesicht, als sie ihn entdeckte, war unbeschreiblich. Irgendwie eine Mischung aus Erstaunen, Schock und Bewunderung.
Die folgenden Wochen trafen sich Sean und Aileen beinahe täglich. Es war daher nur logisch, dass seine Pflichten und Konzentration darunter litten, was sich im stetigen Absacken seiner Noten zeigte. Hätte er nicht einige Fürsprecher unter den Offizieren der Akademie gehabt, wäre er vermutlich geflogen. Sein Major (Howard war ein verdammter Menschenkenner und hatte ihn sofort durschaut.) nahm ihn sich zur Brust und machte ihm klar, dass er seiner Angebeteten kaum ein angenehmes Leben ermöglichen konnte, wenn er von der Akademie flog, um sich anschließend lediglich mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. Diese Gardinenpredigt hatte gesessen und Sean änderte sein Verhalten.
Ein Jahr später, am Tag ihres Kennenlernens, heirateten Sean und Aileen in seiner Heimatstadt Tain. Die Feier war groß, vermutlich war der gesamte Clan Shaw anwesend, und lang. Es mag für viele übereilt erscheinen, nach nur einem Jahr in den heiligen Bund der Ehe einzutreten, doch hatte das Schicksal wohl beabsichtigt, dass sein Vater dies noch miterleben durfte, denn nur zwei Tage später starb Bryce Malcom Shaw im Kreise seiner Familie. Sean bedauert noch heute, dass er seine Enkelin niemals kennenlernen durfte.
Und da die britische Armee es gerne sieht, wenn ihre Offiziere verheiratet sind, wurde auch Sean ein kleines Haus in seinem künftigen Stützpunkt nahe London zur Verfügung gestellt. Und obwohl er sein Offizierspatent noch nicht in der Tasche hatte, schienen seine Vorgesetzten und Dozenten überzeugt, dass er es schaffen würde – sie sollten Recht behalten.
Nur wenige Tage, nachdem er zum Lieutenant befördert worden war, es war kurz nach 18:00 Uhr, als Sean an diesem Abend nach Hause kam und von Aileen stürmisch begrüßt wurde. Er erinnert sich noch gut daran, dass er damals keine Ahnung hatte, wie er solch einer freudestrahlenden Frau beibringen sollte, dass seine Einheit in den Irak musste. Doch bevor er zum Sprechen kam, offenbarte ihm seine Frau, dass sie schwanger war. Das Schicksal hatte schon eine seltsame Art von Humor. Nachdem die anfängliche Freude und Euphorie auf beiden Seiten verflogen war, gestand Sean seiner Angetrauten die schlechten Nachrichten und obwohl sie als Frau eines Soldaten stets damit rechnen sollte, bekam sie einen Schwächeanfall. Sie beruhigte sich nur langsam wieder und nahm ihm dabei immer wieder das Versprechen ab, das er nur mehr heil nach Hause kommen musste.
Bagdad – heiß, sandig und fremd. Natürlich hatte Sean schon Reportagen gesehen und sich dann gefragt, was an schönem Wetter so beklagenswert war. Nun, wenn man einmal in der Wüste des arabischen Staates war, kann man es nachvollziehen. Die Alternative zur Hitze sah auch nicht besser aus, bestand sie doch lediglich aus stickigen Zelten, die nur wenig kühler, aber dafür voller duftabsondernder Soldaten waren. Zum ersten Mal in seinem Leben, vermisste er Schottland und England gleichermaßen.
Den ersten Feindkontakt mit Schusswechsel hatte er, zusammen mit dem ihm unterstellten Zug, als einige irakische Jeeps versuchten die Grenze zu passieren. Das Gefecht war kurz und sein Zug ging als Sieger hervor, dennoch konnte er nicht verhindern, dass einer seiner Soldaten den Tod fand. An diesem Punkt, wenn man seinen ersten Untergeben verliert, stellt man sich unweigerlich die Frage, ob man alles richtig machte und ob man der richtige für den Job ist. Seine Vorgesetzten konnten keinerlei Fehlentscheidungen erkennen, belobigten ihn sogar, doch Sean konnte sich nicht damit abfinden. Stunden zuvor hatte dieser Soldat noch Witze mit seinen Kameraden gerissen und nun lagen diese im Leichensack. Äußerlich war ihm nichts von seinen Selbstzweifeln anzusehen, doch innerlich zerfraßen sie ihn fast.
Allein die Tatsache, dass er überlebte, sollte zeigen, dass Sean durchaus als fähiger Soldat und Offizier bezeichnet werden konnte. Der Tag seiner Heimkehr, erlaubte es ihm dann der Geburt seiner Tochter beizuwohnen, welche am 7. Mai 2010 das Licht der Welt erblickte. Dieses Kind war alle Strapazen, seelischen Wunden, jede Qual wert gewesen, fortan war Siobhan sein Augapfel.
Wie schön, und vor allem klug, wäre es doch gewesen, die Karriere an diesem Punkt zu beenden. Einem Ex-Offizier mit Kampferfahrung standen alle Türen in der Sicherheitsbranche offen und er hätte gut verdient, aber Sean blieb bei der Armee. Und noch während der frischgebackene Vater die ersten, ruhigen Musestunden mit Frau und Kind verbrachte, entschied ein Gremium von hochdekorierten Militäroffizieren, dass er ein idealer Kandidat für das SAS Corps darstellte. Als das Angebot an ihn herangetragen wurde, konnte er nicht ablehnen. Nicht nur das sein Sold stieg, nein, mit der Zugehörigkeit zum Special Air Service war eine Menge Prestige verbunden, welche ihn nach Ende seiner Offizierslaufbahn de facto einen gutbezahlten Job sicherte. Nun ja, etwas Stolz und Eitelkeit waren vermutlich auch dabei, immerhin war Sean zum Zeitpunkt des Angebots erst 26 und noch eher bereit, sich vor anderen zu profilieren.
Bereits während der Spezialausbildung wurde ihm klar, worauf er sich eingelassen hatte. Man hört von den harten US Navy Seals, welche sich dank Filmen und Werbung medienwirksam in Szene setzen, doch das die SAS mit ihren Kandidaten nicht minder zimperlich umgeht, wissen nur die wenigsten. Das Fitness- und Orientierungstraining (4 Wochen), mit welchem alles beginnt, trennt bereits die Spreu vom Weizen, das darauffolgende Aufbautraining (weitere 4 Wochen) siebt dann die Übrigen aus. Dann werden 4-Mann-Teams für 6 Wochen in den Dschungel gesteckt und müssen überleben. Klingt abenteuerlich, gehört aber zur regulären Ausbildung. Wer diese 6 Wochen übersteht, darf sich aber noch nichts einbilden, denn daraufhin folgt erst die Kampfausbildung, welche weitere 4 Wochen in Anspruch nimmt. Und nur die Anwärter, welche auch diese überstehen, dürfen sich zum Kern, der Spezialausbildung begeben. Sean entschied sich für die HALO (High Attitude, Low Opening) Spezialisierung, welche sich durch besonders hohe Absprünge und Öffnen des Schirms in sehr niedriger Höhe auszeichnet.
Nach dieser Ausbildung hatte er sich zu einer Kampfmaschine entwickelt. Etwas, das er eigentlich nie werden wollte. Die Sache ist nur, wenn man irgendwann diesen gewissen Punkt überschreitet, gibt es kein Zurück mehr. Aber 40.000 Pfund im Jahr? Er konnte Aileen und seiner Tochter Siobhan ein angenehmes Leben bieten. Gleichwohl er nur noch selten Zuhause war und die Probleme in seiner Ehe immer größer wurden, hörte er nicht auf. Mit 30 war vermutlich sowieso Schluss, denn nur die wenigsten Mitglieder des SAS schafften es über längere Zeit die Strapazen zu verkraften. Die Einsätze des Special Air Service haben nun mal sehr wenig mit konventioneller Kriegsführung zu tun und sind in 99% der Fälle Top-Secret. Ein Umstand, der das enorme Gefahrenpotential erahnen lässt.
Es laugte auch Sean aus. Mit 29 Jahren war er derart am Ende, dass sein Haar von ersten grauen Strähnen durchsetzt war. Er wollte aufhören, doch das SAS leidet nicht erst seit der Jahrtausendwende an Nachwuchsproblemen. Prestige hin oder her, es gab nur noch wenige, die diesen Job machen wollten, aber bekanntlich gibt es für alles eine Lösung. Das Militär ist seit jeher bestrebt seine Soldaten zu optimieren, und wenn der Körper nachlässt, muss man eben nachhelfen. Sean erzählte niemand etwas davon und sein ständiges Schweigen führte letztendlich dazu, dass Aileen die Nase voll hatte. Sie reichte die Scheidung ein, nahm die gemeinsame Tochter mit sich und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Er versuchte daraufhin der Armee den Rücken zu kehren.
Anfang 2023, hat sich Sean schließlich doch zur Ruhe gesetzt und sich etwas außerhalb von Chicago, genauer gesagt in der Nähe von Montrose Beach, Uptown ein Haus gekauft. Dort lebt er ein nach außen hin ein beschauliches und zurückgezogenes Leben, jedoch hinter der Kulisse, da betreibt er ein lukratives wie exklusives Transportgeschäft für zwielichtige Kunden, die Personen oder (nicht zu große) Gegenstände sehr sicher und diskret transportiert haben möchten. Diese Transporte plant und realisiert er stets penibel genau.
Ich bin für vieles offen und würde mich freuen, wenn euch auch noch die ein oder andere Möglichkeit für eine Verbindung einfällt. :)
Maya, wer? - Maya Hi, Maya Ha, Maya Ho, Maya Haha.
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