Cameron ist selbstbewusst, schlagfertig und selten um eine Antwort verlegen. Er bewegt sich unter Menschen und weiß, wie er andere für sich gewinnen kann und besitzt ein "gesundes" Maß an Risikofreude, das ihn gelegentlich schneller handeln lässt, als es vernünftig wäre. Gleichzeitig ist er aber keineswegs kopflos - er denkt strategisch, ließt Menschen und weiß meisten ziemlich genau, worauf er sich einlässt. Hinter seiner abgeklärten, manchmal sarkastischen Art steckt allerdings ein ausgesprochen loyaler und aufmerksamer Mensch, der für die wenigen Personen, die ihm wirklich etwas bedeuten, weit mehr empfindet, als er nach außen zeigt. Nichtsdestotrotz hasst Cameron es, die Kontrolle abzugeben oder sich abhängig zu machen und überspielt seine Unsicherheit lieber mit Humor, als sie zuzugeben. Cameron wurde an einem milden Dezembermorgen in Chicago geboren, gemeinsam mit seiner Zwillingsschwester, die lediglich wenige Minuten älter war als er. Sie kamen als zweites und drittes Kind einer Familie zur Welt, deren Name längst mehr bedeutete als die Menschen, die ihn trugen. Ihr Vater war bereits politisch aktiv, wenn auch noch weit entfernt von der Position, die ihn später einmal nach Washington bringen würde. Ihre Mutter dagegen hatte nie ein besonders großes Interesse daran gehabt, Hausfrau zu sein. Sie war ehrgeizig, karriereorientiert und ausgesprochen gut darin, ihre eigenen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Cameron und seine Schwester waren deshalb von Anfang an vor allem eines: gut versorgt.Es gab ein großes Haus, gute Schulen und Privatunterricht, wenn es nötig war. Es gab auch Sportvereine, Sommerprogramme und später die besten Universitäten, die man mit genügend Geld und den richtigen Kontanten erreichen konnte. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass es ihnen an nichts mangelte. Zumindest an nichts, das man hätte kaufen können. Vielleicht war genau deshalb seine Zwillingsschwester von Anfang an seine wichtigste Konstante. Sie waren nie vollkommen gleich, denn schon als Kinder hatten sie unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Freunde und eine sehr eigene Art, mit ihren Eltern umzugehen. Aber sie verstanden sich auf eine Weise, die für andere manchmal beinahe unheimlich war. Der neue Mann an der Seite ihrer Mutter war ein Geschäftsmann. Erfolgreich, kontrolliert und ungefähr so emotional zugänglich wie eine verschlossene Bürotür. Er hatte keine Vorstellung davon, was er mit drei Kindern anfangen sollte, also sorgte er dafür, dass sie möglichst wenig Zeit Zuhause verbringen mussten. Ihr Bruder zog aus, froh darüber, eigene vier Wände zu haben. Und für Cameron und seine Schwester wurden sie gemeinsam auf ein angesehenes Internat geschickt. Für ihre Familie war es eine ausgezeichnete Ausbildung. Für Cameron bedeutete es zunächst vor allem aber, dass sein Zuhause plötzlich nur noch ein Ort war, an den er während der Ferien zurückkehrte. Zu seiner eigenen Überraschung hasst er es nicht. Das wäre vermutlich auch zu einfach gewesen. Stattdessen gewöhnte er sich daran und lernte schnell, dass man in einer Schule voller Kinder aus Politiker-, Unternehmer- und Anwaltsfamilien nicht besonders weit kam, wenn man sich ständig über seine privilegierte Herkunft beschwerte. Denn jeder dort hatte Geld. Jeder hatte einen Namen. Und jeder kannte jeden. Was zählte, war, was man daraus machte. Mit sechzehn hatte Cameron spätestens gelernt, dass Gleichgültigkeit eine ziemlich praktische Rüstung war. Wenn seine Mutter einen Termin vergaß, zuckte er mit den Schultern. Wenn sein Vater wieder einmal nur für einen Abend in Chicago war, machte er einen Witz daraus. Und wenn sein Stiefvater ihn während der Ferien fragte, welche Universität er später besuchen wollte, antwortete er mit genau der Sicherheit, die von ihm erwartet wurde. Seine erste große Dummheit war deshalb keine besonders spektakuläre. Sie war einfach nur typisch für einen jungen Mann, der glaubte, unverwundbar zu sein. Nach seinem Schulabschluss kehrte Cameron nach Chicago zurück. Er zog zunächst wieder ins Familienhaus ein und begann an der University of Chicago ein Studium der Politikwissenschaften. Sein Vater war inzwischen in Washington etabliert und sein Bruder arbeitete ebenfalls daran, innerhalb jener Welt Fuß zu fassen. Seine Zukunft schien also beinahe vorgezeichnet zu sein. Studium. Politische Kontakte. Vielleicht ein erster Job im Umfeld seines Vaters und irgendwann eine eigene Kandidatur. Es hätte mit Sicherheit funktioniert. Intelligent, charmant und vernetzt genug war er dafür. Aber jeder Schritt fühlt sich an, als würde er in die Schuhe eines anderen steigen. Während seiner ersten Studienjahre begann er deshalb, sich zunehmend für Wirtschaft zu interessieren. Zuerst nur aus Neugier, vielleicht sogar auch Langeweile, später dann aber aus ehrlichem Interesse und letztendlich aus Überzeugung. Irgendwann belegte Cameron zusätzliche Kurse in Finance und Economics, verbrachte mehr Zeit damit, Unternehmensberichte zu lesen und stellte fest, dass ihm etwas darin gefiel, Entscheidungen anhand von Zahlen zu treffen. Nicht weil Zahlen einfacher als Menschen waren, sondern weil Zahlen ehrliche Regeln besaßen. Ein Unternehmen konnte lügen, Bilanzen konnten manipuliert werden, aber wenn man wusste, wonach man suchen musste, verraten Zahlen trotzdem, wo Schwachstellen lagen. Genau das mochte Cameron, sodass er schließlich seinen Schwerpunkt wechselte. Politik blieb Teil seiner Ausbildung und seines Wissens, aber er entschied sich gegen die geplante Karriere. Der Einstieg in die Finanzwelt war für Cameron selbstredend leichter als für viele andere. Sein Nachname war schließlich bekannt und seine Familie hatte Kontakte. Cameron würde nicht behaupten, dass er ohne diese Vorteile denselben Weg gegangen wäre. Aber er wollte auch nicht, dass sie das Einzige waren, was ihm zugeschrieben wurde. Also verbrachte er seine ersten Jahre damit, sich selbst zu beweisen. Er arbeitete länger als nötig. Stellte Fragen, wenn andere lieber nickten. Lernte Unternehmen nicht nur anhand ihrer Zahlen zu betrachten, sondern anhand der Menschen, die dahinter standen. Und er war gut. Nicht auf eine Art und Weise, die Schlagzeilen produzierte, aber auf eine Art, die unangenehm war. Cameron bemerkte Dinge – wenn ein Geschäftsführer plötzlich bei bestimmten Fragen nervös wurde. Wenn Zahlen nur deshalb gut waren, wenn unbequeme Wahrheiten unausgesprochen blieben. Und wenn eine Prognose zu perfekt aussah. Man stellte schnell fest, dass Cameron Risiken gut einschätzen konnte und das er keine Angst vor diesen hatte. Mit der Zeit wurde das zu seiner größten Stärke und gleichzeitig zu seiner gefährlichsten Eigenschaft. Mit Anfang zwanzig hatte er also längst aufgehört, jeden Schritt seines Lebens mit seiner Familie abzustimmen. Er arbeitete, feierte, reiste, lernte Menschen kennen und genoss eine Freiheit, die er sich während seiner Internatszeit kaum vorstellen konnte. Heute ist Cameron mit 28 Jahren längst nicht mehr der Junge, der während der Ferien aus dem Internat nach Hause kommt und darauf wartet, dass seine Familie ihm erklärt, wer er sein soll. Er hat sich sein eigenes Leben aufgebaut. Seine eigene Karriere. Seine eigenen Freundschaften und einen Fehler. Weiterhin besitzt er immer noch den Nachnamen, der ihm Türen geöffnet hat und er würde niemals behaupten, dass seine Herkunft keine Rolle gespielt hat – aber er hat gelernt, dass Privilegien nicht automatisch Kompetenzen ersetzen. Wer ihm also heute begegnet, bekommt deshalb nicht den Senatoren-Sohn, der versucht, Eindruck zu machen, sondern einen Mann, der sich selbst ziemlich gut kennt. Cameron ist charmant, wenn er charmant sein möchte. Ruhig, wenn es nötig ist und ausgesprochen schwer einzuschüchtern. Er besitzt trockenen, manchmal schwarzen Humor und eine bemerkenswerte Fähigkeit, genau im falschen Moment etwas zu sagen, das eigentlich niemand lustig finden sollte. Er ist loyal, vielleicht sogar zu loyal, denn wenn jemand zu seinem engen Kreis gehört, lässt Cameron ihn nicht einfach fallen. Andersrum kann er auch nachtragend sein. Stolz. Impulsiv und manchmal trifft er Entscheidungen schneller, als sein Verstand sie gutheißen würde. Er hält nicht besonders viel davon, anderen zu erklären, wenn es ihm schlecht geht, und hasst es, wenn jemand versucht, Entscheidungen für ihn zu treffen. — Wo soll ich da nur Anfangen? Von Freunden, Bekannten und oberflächlichen Kontakten oder auch Menschen, mit denen Cam nicht so gut zurechtkommt sind gern gesehen. Da er auch höheren Kreisen kommt wird es da sicherlich genügend Optionen und Möglichkeiten geben. Ansonsten gäbe es da noch seine aktuelle Beziehung, die zwar ziemlich harmonisch verläuft (zu seiner eigenen Überraschung), aber definitiv kein Happy End haben wird. Vielleicht gibt es eine Dame, die sich in der Rolle sehen würde oder Interesse hat - falls ja rücke ich gerne mit weiteren Informationen heraus! Ich würde von mir selbst behaupten, dass ich eine ziemlich entspannte Socke bin, mit der man vielen besprechen und absprechen kann - allgemein lege ich viel Wert auf Kommunikation, einfach um zu wissen, woran man ist. Da ich allerdings ein RL habe, das mich ziemlich einnimmt, kann es ggf. mit Antworten meinerseits dauern; ich würde mich freuen, wenn das zu keinen Dramen führt. Ansonsten bin ich für jeglichen Shit zu haben - nur keine falsche Scheu! wo steigt die nächste Fete?
Cameron
An Zeit dagegen mangelte es ihnen schon. Ihr Vater liebte seine Kinder, woran Cameron nie lange gezweifelt hatte. Er war derjenige, der sonntags mit ihnen frühstückte, wenn es sein Terminkalender es zuließ. Er war derjenige, der bei Schulveranstaltungen auftauchte und der sich ihre Geschichten anhörte, selbst wenn er sie vermutlich schon auf halbem Weg vergessen hatte, weil im nächsten Moment wieder sein Handy geklingelt hatte. Und das war das Problem, die Politik hatte eine unangenehme Eigenschaft, sie nahm sich immer genau so viel Zeit, wie man ihr gab. Als der politische Aufstieg seines Vaters Fahrt aufnahm, wurde aus gelegentlichen Terminen ein voller Kalender. Aus lokalen Verpflichtungen, größere Wahlkämpfe und schließlich eine politische Karriere, die zunehmend über Chicago hinausging. Cameron war damals noch zu jung, um zu verstehen, was es bedeutete, wenn sein Vater irgendwann zum Senator gewählt wurde. Er verstand nur, dass plötzlich viel mehr Menschen seinen Vater kannten als er selbst.
Sie wusste, wann der andere log.
Sie wussten, wann einer von ihnen wütend war.
Und sie wussten vor allem, wann es besser war, nichts zu sagen.
Während ihr älterer Bruder bereits früh begann, seinen eigenen Weg einzuschlagen, blieben die Zwillinge lange ein kleines Bündnis innerhalb der Familie. So hatten sie, während ihr Vater wieder einmal mehrere Tage unterwegs war und ihre Mutter bis spät abends arbeitete, immerhin einander. Und vielleicht hätte es genauso bleiben können, wäre da nicht die Scheidung ihrer Eltern gewesen.
Die Ehe ihrer Eltern war bereits seit Jahren weniger glücklich, als es nach außen wirkte. Die Öffentlichkeit bekam davon wenig mit. Die Familie war gut darin, Probleme hinter verschlossenen Türen zu halten. Als die Ehe allerdings zu zerbrechen begann, wurde aus einem privaten Konflikt letztlich ein Kampf um das Sorgerecht, um Vermögen und um die Frage, wo die Kinder künftig leben würden. Ihr Vater verlor. Kurz darauf zog er nach Washington, D.C., um seine politische Karriere fortzuführen. Cameron blieb mit seiner Schwester und seinem älteren Bruder in Chicago zurück. Und seine Mutter heiratete wenig später erneut.
Auch hatte Cameron nie Schwierigkeiten damit Freunde zu finden. Er war charmant, aufmerksam und besaß schon damals diese trockene Art von Humor, die ihn selbst dann grinsen ließ, wenn der Rest des Raumes längst beschlossen hatte, dass eine Situation nicht mehr lustig war. Nicht dass er ein Klassenclown war. Vielmehr war er derjenige, der in der letzten Reihe saß, alles mitbekam und fünf Minuten später einen einzigen Kommentar brachte, der den gesamten Tisch zum Lachen brachte. Dennoch blieb seine Schwester dabei eine seiner wichtigsten Personen. Sie teilten sich Geheimnisse und gelegentlich auch die Schuld, wenn einer von ihnen etwas angestellt hatte. Und mit der Zeit wurde das Internat weniger zu einem Gefängnis als zu einem Zufluchtsort. Denn dort war er nicht der Sohn eines Senators, er war einfach nur Cameron. Und das fühlte sich gut an.
Natürlich wollte er Politikwissenschaften studieren. Sein Vater war Politiker, sein älterer Bruder bewegte sich ebenfalls zunehmend in politischen Kreisen. Also musste er auch jenen Weg einschlagen. Er war gut im Reden. Er konnte auch gut argumentieren und er verstand schnell, wie Menschen funktionierten und warum manche Gespräche gewonnen wurden, lange bevor das eigentliche Argument ausgesprochen war. Politik lag ihm also. Nur die Politik selbst vielleicht nicht. Denn je älter er wurde, desto deutlicher erkannte Cameron, dass es einen Unterschied ‘zwischen gut darin’ sein und ‘es wirklich wollen’ gab. Er mochte Macht, Einfluss und die Verhandlungen. Aber er mochte nicht, dass jeder Satz irgendwann gegen ihn verwendet werden konnte. Genauso wie er nicht wollte, dass sein Privatleben irgendwann in einer Zeitung landete. Und vor allem wollte er nicht sein Leben lang beweisen müssen, dass er mehr war als der Sohn eines Senators und mehr als der Name.
Es war eine Party.
Es gab zu viel Alkohol.
Und es wurde eine Entscheidung getroffen, die am nächsten Morgen deutlich schlechter aussah als einige Stunden zuvor. Es war eine Katastrophe. Aber sie zeigte ihm zum ersten Mal, wie schnell eine Sache in seiner Familie größer werden konnte, als sie eigentlich war. Plötzlich ging es nicht mehr darum, was Cameron getan hatte. Es ging darum, wer er war – der Sohn eines Senators, der Bruder eines aufstrebenden Politikers, ein Bass. Seine Familie löste das Problem noch bevor es überhaupt eines werden konnte und Cameron verstand etwas, das er später nicht mehr vergessen sollte: Menschen wie seine Familie mussten Fehler nicht unbedingt vermeiden. Sie mussten nur dafür sorgen, dass niemand sie sah. Vielleicht war das der Moment, in dem sein Verhältnis zu seiner Familie endgültig kompliziert wurde. Er liebte sie. Aber er vertraute ihnen nicht mehr vollkommen.
Sein Vater war davon nicht begeistert.
Sein Bruder noch weniger.
Und genau deshalb fühlte er sich nach dem richtigen Weg an.
Nach seinem Studium führte sein Weg endgültig in die Finanzwelt. Zunächst begann er als Analyst und arbeitete sich schließlich in Richtung Private Equity vor. Heute ist er Investment Associate. Seine Aufgabe besteht darin, Unternehmen zu analysieren, mögliche Beteiligungen zu prüfen, Finanzmodele zu erstellen, Risiken einzuschätzen und Investmententscheidungen vorzubereiten. Er sitzt in Meetings mit Geschäftsführern, Anwälten und Investoren, verbringt Tage mit Due-Diligence-Unterlagen und andere damit, durch ein Unternehmen zu laufen und sich anzusehen, was Zahlen ihm niemals erzählen könnten. In seinem Job ist er gut. Nicht nur, weil er weiß, wie man eine Bilanz liest, sondern weil er Menschen lesen kann. Er weiß, wann ein Geschäftsführer blufft und wann jemand tatsächlich Angst davor hat, eine schlechte Entscheidung zu treffen. Er liebt das Risiko genug, um manchmal bewusst an der Stelle weiterzugehen, wo andere längst umkehren würden.
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