Ehrlicherweise wirkt Tatum auf den ersten Blick wie ein Mauerblümchen, das mit etwas mehr Aufmerksamkeit über sich hinaus wachsen könnte — auch wenn einem dann doch recht schnell bewusst werden kann, dass sie all das gar nicht braucht. Sie ist einfach ein Mensch, über den man nicht allzu lange nachdenken muss. Sie ist warmherzig, zugänglich und besitzt diese mühelose Art, Menschen zum Lachen zu bringen ohne dabei den Fokus auf ihren Witz zu legen. Sie hört zu, lächelt viel und oft und strahlt immer diese beunruhigende Ruhe aus, die nahezu unerschütterlich wirken kann. Sie ist aber trotz allem eine noch schärfere Beobachterin, die immer mehr wahrnimmt, als sie Preis gibt. Sie bemerkt noch so kleine Veränderungen in Mimik, Tonfall und Verhalten, und versteht, wann Schweigen lauter ist als jedes Wort es je könnte. Sie ist aber trotz dieses Wissens weder manipulativ, oder hat einen Drang zur Kontrolle; sie genießt einfach viel eher das Spiel, das Menschen miteinander oder gegeneinander spielen. Es war nie ihr Ziel, das Rampenlicht zu gewinnen, sondern nur zu verstehen, wie die Spieler sich auf der Bühne bewegten. PROLOGUE · THOSE THREE WORDS Three words. CHAPTER I • CHILDHOOD Es war ein ungewöhnlich warmer Tag im Juni 2002 als Tatum Reese Hale das erste Mal unechtes Licht im Kreissaal erblickte und somit den Platz des jüngsten Kindes in einer Dynastie einnahm, in der so gut wie alles bereits existierte, bevor man überhaupt den Wunsch danach äußern konnte. In diesem altbritischem Blut ging es schon lange nicht mehr um die Frage des Geldes, sondern viel mehr um das Netzwerk und den Einfluss. Hier sprach man nicht einmal mehr von Reichtum und Vermögen, viel mehr glich dieses Leben einer eigenen Infrastruktur. Alles glänzte, und der neugierige Dschungel ihrer Augen hing nie daran fest, was ihre Familie besaß — die wichtigste Frage war viel eher, wie manche Dinge funktionierten. Das Warum war schon immer wichtiger, als die banale Frage nach dem Was. Es war die ungebändigte Neugierde, die in ihr schnell ein Zuhause fand. Sie wollte verstehen, wieso die Häuser, die ihre Familie erwarb, immer anders aussahen. Wieso manche Räume so einen Einfluss auf sie hatten, dass sie sich gar nicht traute lauter zu reden. Wieso Vincent sie einmal öfter ins Bett brachte, als ihre eigene Mutter. Wieso die verschiedenen Autos ihres Vaters anders klangen, obwohl sie auf den ersten Blick beinah identisch wirkten. Fragen waren das, was Menschen dazu brachten, genauer zuzuhören und ihr eine Antwort zu geben — und sie bestand auf eine. Selbst dann wenn die Erwachsenen ihr sagten, dass sie etwas noch nicht verstehen könne, weil sie zu jung sei, war das nichts, wovon sie sich abhalten ließ. "Why do you say that I'm too young to understand it, when perhaps you're simply too old to explain it properly?" Nicht zu selten lenkte sie sämtliche Aufmerksamkeit eines Raumes auf sich, ohne es überhaupt darauf anlegen zu wollen. Es war ihr Naturell, etwas einzunehmen, bevor sie überhaupt einen Anspruch darauf legte. Was weniger eine persönliche Einladung war, war der beschlossene Umzug in die Staaten. Sie würde ihren nächsten Geburtstag bereits in einem fremden Land verbringen, in welchem sich ihr die erste Frage stellte, wieso sich die Fenster nicht auf Kippe öffnen ließen. Zu Beginn adaptierte sie die Abneigung ihres Bruders, war sie doch wirklich zu jung um zu verstehen, welch ein strategischer Zug hinter dem Umzug stand. Und doch gewöhnte sie sich erstaunlich schnell an alle die neuen Eindrücke und Wahrnehmungen. Chicago war so viel lauter als das Leben abseits Londons, so voller Gegensätze, die regelrecht an eine Reizüberflutung erinnerten. Hier trafen historische Fassaden auf moderne Glasfronten, und alte, wunderschöne Treppenhäuser führten in Gebäude, die aussahen als würden sie aus der Zukunft kommen. Dieses Zusammenspiel von malerischer, alten Kunst und dieser modernen Gewagtheit war etwas, was sie direkt faszinierte. Und so begann die junge Hale schon als Kind nicht nur die Menschen in ihrem Umfeld zu beobachten, sondern auch die Gebäude. Sie verglich Eingänge miteinander, die Unterschiede von Fenstern, Proportionen und auch die Art, wie Licht entweder einen Raum flutete oder lediglich erhellte. Sie lernte zu verstehen, dass Architektur ein Gefühl hervor holte — sei es nun ein Gebäude oder auch die Architektur deines eigenen Auftretens. Und irgendwann lernte sie daraus, ihre Umgebung nicht mehr nur wahrzunehmen, sondern sie zu lesen; vorwiegend in all dem, was zwischen den Zeilen lag. Gleichzeitig schärfte sich einer ihrer weiteren Sinne: das Gehör. CHAPTER II • ADOLESCENE Sie war gerade einmal vierzehn, als sie begann zu fechten. Es war zu Beginn nichts weiter als eine weitere Neugierde, die gestillt werden wollte. Menschen aus ihrem sozialen Netz waren alles Sportarten wie Tennis, Ballett oder Polo verfallen, aber ein Hale war nie für den Durchschnitt gedacht. Erst waren es lediglich ein paar Stunden Training pro Woche, bis daraus definitiv mehr wurde. Fechten war ein Sport, der elegant genug aussah um ihre Aufmerksamkeit zu binden und dennoch kompliziert genug in der Vorbereitung, um sie wirklich langfristig zu binden. Richtig schlimm wurde es jedoch erst, als sie das erste Mal verlor. Und dann ein zweites Mal. Und Tatum nahm die Niederlagen erstaunlich gut an — nach außen zumindest. Sie lächelte, gratulierte, folgte der Erörterung wo ihre Fehler lagen laut dem Training. Dennoch häuften sich die Niederlagen wie eine offene Rechnung in ihrem Inneren, die sie zu hassen begann. Nicht, weil etwa jemand besser war als sie. Sie war nicht auf Perfektion aus. Sie wollte nur wissen, warum jemand besser war als sie. Also lernte sie, studierte den Sport als würde sie bei Olympia antreten. Sie kalkulierte Distanz, analysierte das Timing, die Winkel jeder Bewegung. Die Täuschung, die einem falsche Sicherheit schenkte und die präzise Geduld, die wie ein eigenes Instrument in diesem Sport galt. Und genau das machte den Unterschied; irgendwann war es mehr als nur ein Sport. Es wurde zu einem Spiel aus Beobachtung und Entscheidung. Sie lernte, dass man nicht immer zuerst handeln musste, das der Beweis der Überlegenheit nicht immer mit dem ersten Schritt zutun hatte. Manchmal musste man seinen Gegner nur so weit bringen, zu glauben, man würde etwas tun. Und wenn der erste Fehler aufkam, war sie da und wusste zu handeln. CHAPTER III · ADULTHOOD Es war beinah überraschend, wie das Studium der Architektur Tatum das gab, wonach sie unbewusst gesucht hatte. Eine Welt, in der Präzision nicht mehr im Unendlichen Kampf mit Kreativität konkurrierte, sondern in derselben Effektivität mündete. Ein Entwurf musste nicht nur schön aussehen, er musste funktional sein. Ein Mensch musste sich darin bewegen können, und etwas darin fühlen, was das eigene Empfinden überstieg. Jede Entscheidung in der Formung eines Raumes hatte eine Konsequenz, die berücksichtigt werden musste — Lichteinfälle, Akustik, Privatsphäre. Es war als wäre jeder Raum, der immer mehr an Form annahm die Bestätigung dessen, was sie bereits als Kind verstanden hatte: nichts existierte vollkommen zufällig. EPILOGUE • TATUM REESE HALE. Mit gerade einmal vierundzwanzig Jahren war Tatum mehr als nur die Architektin ihres eigenen Lebens, die eine Leidenschaft fürs Fechten offen auslebte und eher ein heimliches Interesse an Automobilen hegte, dass definitiv großer war als ihr Erscheinungsbild je vermuten ließ. Nein, sie war die Art Mensch, die stundenlang über Grundrisse diskutieren konnte, nur um danach an einer Zündung einen Motor zu erkennen. Sie konnte auf einem gesellschaftlichen Empfang vollkommen mühelos wirken und am nächsten Morgen mit einem Trainingsdegen in der Hand auf der Fechtbahn stehen. Sie war äußerst zugänglich, regelrecht von einer warmen Aura umgeben und wirklich leicht zum Lachen zu bringen. Und doch verschob sich dadurch nie der Kern ihrer Sturheit. Eine Sturheit, die noch nie dieser kindlichen Ader glich, mit welcher andere gegen Autoritäten rebellierten. Ihre Sturheit war beinah schneidend präzise. Denn wenn sie glaubte, dass etwas möglich war, wurde das Ziel so lange verfolgt, bis sie es wusste. Wenn sie verlor, akzeptierte sie immer das Ergebnis — aber niemals als Endpunkt, es war lediglich eine weitere Information. Vielleicht war genau das ihre größte Gemeinsamkeit mit den Maschinen, die sie so liebte: Man konnte sie nicht dazu zwingen, zu funktionieren, man musste herausfinden, warum sie es nicht taten. Eine Niederlage war nie ein Rückschlag. Es war eine Lektion, und aus einer Lektion wurde am Ende immer ein Vorteil. Und so übte sie sich in Ruhe, in Geduld, sie wartete niemals auf ihren Moment, sondern nur auf den richtigen. Denn trotz allem wollte Tatum Hale nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen — sie wollte nur nie diejenige sein, die ihre eigenen Möglichkeiten einschränkte. CHAPTER I • CHILDHOOD Es war ein ungewöhnlich warmer Tag im Juni 2002 als Tatum Reese Hale das erste Mal unechtes Licht im Kreissaal erblickte und somit den Platz des jüngsten Kindes in einer Dynastie einnahm, in der so gut wie alles bereits existierte, bevor man überhaupt den Wunsch danach äußern konnte. In diesem altbritischem Blut ging es schon lange nicht mehr um die Frage des Geldes, sondern viel mehr um das Netzwerk und den Einfluss. Hier sprach man nicht einmal mehr von Reichtum und Vermögen, viel mehr glich dieses Leben einer eigenen Infrastruktur. Alles glänzte, und der neugierige Dschungel ihrer Augen hing nie daran fest, was ihre Familie besaß — die wichtigste Frage war viel eher, wie manche Dinge funktionierten. Das Warum war schon immer wichtiger, als die banale Frage nach dem Was. Es war die ungebändigte Neugierde, die in ihr schnell ein Zuhause fand. Sie wollte verstehen, wieso die Häuser, die ihre Familie erwarb, immer anders aussahen. Wieso manche Räume so einen Einfluss auf sie hatten, dass sie sich gar nicht traute lauter zu reden. Wieso Vincent sie einmal öfter ins Bett brachte, als ihre eigene Mutter. Wieso die verschiedenen Autos ihres Vaters anders klangen, obwohl sie auf den ersten Blick beinah identisch wirkten. Fragen waren das, was Menschen dazu brachten, genauer zuzuhören und ihr eine Antwort zu geben — und sie bestand auf eine. Selbst dann wenn die Erwachsenen ihr sagten, dass sie etwas noch nicht verstehen könne, weil sie zu jung sei, war das nichts, wovon sie sich abhalten ließ. "Why do you say that I'm too young to understand it, when perhaps you're simply too old to explain it properly?" Nicht zu selten lenkte sie sämtliche Aufmerksamkeit eines Raumes auf sich, ohne es überhaupt darauf anlegen zu wollen. Es war ihr Naturell, etwas einzunehmen, bevor sie überhaupt einen Anspruch darauf legte. Was weniger eine persönliche Einladung war, war der beschlossene Umzug in die Staaten. Sie würde ihren nächsten Geburtstag bereits in einem fremden Land verbringen, in welchem sich ihr die erste Frage stellte, wieso sich die Fenster nicht auf Kippe öffnen ließen. Zu Beginn adaptierte sie die Abneigung ihres Bruders, war sie doch wirklich zu jung um zu verstehen, welch ein strategischer Zug hinter dem Umzug stand. Und doch gewöhnte sie sich erstaunlich schnell an alle die neuen Eindrücke und Wahrnehmungen. Chicago war so viel lauter als das Leben abseits Londons, so voller Gegensätze, die regelrecht an eine Reizüberflutung erinnerten. Hier trafen historische Fassaden auf moderne Glasfronten, und alte, wunderschöne Treppenhäuser führten in Gebäude, die aussahen als würden sie aus der Zukunft kommen. Dieses Zusammenspiel von malerischer, alten Kunst und dieser modernen Gewagtheit war etwas, was sie direkt faszinierte. Und so begann die junge Hale schon als Kind nicht nur die Menschen in ihrem Umfeld zu beobachten, sondern auch die Gebäude. Sie verglich Eingänge miteinander, die Unterschiede von Fenstern, Proportionen und auch die Art, wie Licht entweder einen Raum flutete oder lediglich erhellte. Sie lernte zu verstehen, dass Architektur ein Gefühl hervor holte — sei es nun ein Gebäude oder auch die Architektur deines eigenen Auftretens. Und irgendwann lernte sie daraus, ihre Umgebung nicht mehr nur wahrzunehmen, sondern sie zu lesen; vorwiegend in all dem, was zwischen den Zeilen lag. Gleichzeitig schärfte sich einer ihrer weiteren Sinne: das Gehör. CHAPTER II • ADOLESCENE Sie war gerade einmal vierzehn, als sie begann zu fechten. Es war zu Beginn nichts weiter als eine weitere Neugierde, die gestillt werden wollte. Menschen aus ihrem sozialen Netz waren alles Sportarten wie Tennis, Ballett oder Polo verfallen, aber ein Hale war nie für den Durchschnitt gedacht. Erst waren es lediglich ein paar Stunden Training pro Woche, bis daraus definitiv mehr wurde. Fechten war ein Sport, der elegant genug aussah um ihre Aufmerksamkeit zu binden und dennoch kompliziert genug in der Vorbereitung, um sie wirklich langfristig zu binden. Richtig schlimm wurde es jedoch erst, als sie das erste Mal verlor. Und dann ein zweites Mal. Und Tatum nahm die Niederlagen erstaunlich gut an — nach außen zumindest. Sie lächelte, gratulierte, folgte der Erörterung wo ihre Fehler lagen laut dem Training. Dennoch häuften sich die Niederlagen wie eine offene Rechnung in ihrem Inneren, die sie zu hassen begann. Nicht, weil etwa jemand besser war als sie. Sie war nicht auf Perfektion aus. Sie wollte nur wissen, warum jemand besser war als sie. Also lernte sie, studierte den Sport als würde sie bei Olympia antreten. Sie kalkulierte Distanz, analysierte das Timing, die Winkel jeder Bewegung. Die Täuschung, die einem falsche Sicherheit schenkte und die präzise Geduld, die wie ein eigenes Instrument in diesem Sport galt. Und genau das machte den Unterschied; irgendwann war es mehr als nur ein Sport. Es wurde zu einem Spiel aus Beobachtung und Entscheidung. Sie lernte, dass man nicht immer zuerst handeln musste, das der Beweis der Überlegenheit nicht immer mit dem ersten Schritt zutun hatte. Manchmal musste man seinen Gegner nur so weit bringen, zu glauben, man würde etwas tun. Und wenn der erste Fehler aufkam, war sie da und wusste zu handeln. CHAPTER III · ADULTHOOD Es war beinah überraschend, wie das Studium der Architektur Tatum das gab, wonach sie unbewusst gesucht hatte. Eine Welt, in der Präzision nicht mehr im Unendlichen Kampf mit Kreativität konkurrierte, sondern in derselben Effektivität mündete. Ein Entwurf musste nicht nur schön aussehen, er musste funktional sein. Ein Mensch musste sich darin bewegen können, und etwas darin fühlen, was das eigene Empfinden überstieg. Jede Entscheidung in der Formung eines Raumes hatte eine Konsequenz, die berücksichtigt werden musste — Lichteinfälle, Akustik, Privatsphäre. Es war als wäre jeder Raum, der immer mehr an Form annahm die Bestätigung dessen, was sie bereits als Kind verstanden hatte: nichts existierte vollkommen zufällig. EPILOGUE • TATUM REESE HALE. Mit gerade einmal vierundzwanzig Jahren war Tatum mehr als nur die Architektin ihres eigenen Lebens, die eine Leidenschaft fürs Fechten offen auslebte und eher ein heimliches Interesse an Automobilen hegte, dass definitiv großer war als ihr Erscheinungsbild je vermuten ließ. Nein, sie war die Art Mensch, die stundenlang über Grundrisse diskutieren konnte, nur um danach an einer Zündung einen Motor zu erkennen. Sie konnte auf einem gesellschaftlichen Empfang vollkommen mühelos wirken und am nächsten Morgen mit einem Trainingsdegen in der Hand auf der Fechtbahn stehen. Sie war äußerst zugänglich, regelrecht von einer warmen Aura umgeben und wirklich leicht zum Lachen zu bringen. Und doch verschob sich dadurch nie der Kern ihrer Sturheit. Eine Sturheit, die noch nie dieser kindlichen Ader glich, mit welcher andere gegen Autoritäten rebellierten. Ihre Sturheit war beinah schneidend präzise. Denn wenn sie glaubte, dass etwas möglich war, wurde das Ziel so lange verfolgt, bis sie es wusste. Wenn sie verlor, akzeptierte sie immer das Ergebnis — aber niemals als Endpunkt, es war lediglich eine weitere Information. Vielleicht war genau das ihre größte Gemeinsamkeit mit den Maschinen, die sie so liebte: Man konnte sie nicht dazu zwingen, zu funktionieren, man musste herausfinden, warum sie es nicht taten. Eine Niederlage war nie ein Rückschlag. Es war eine Lektion, und aus einer Lektion wurde am Ende immer ein Vorteil. Und so übte sie sich in Ruhe, in Geduld, sie wartete niemals auf ihren Moment, sondern nur auf den richtigen. Denn trotz allem wollte Tatum Hale nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen — sie wollte nur nie diejenige sein, die ihre eigenen Möglichkeiten einschränkte. Bevor du irgendetwas sagst, was du womöglich doch nicht so meinst, solltest du wissen, dass Mercy gerade auf meinem Schoß ist. Familiär würde ich erst einmal von weiteren Verbindungen absehen, weil ich befürchte, das ein gewisser Meister der vermeintlichen Dunkelheit kein Interesse daran hat, noch einen kleinen Störenfried zu haben. (An der Stelle; sag nichts falsches, weil ich kann Mercy schneller verschleppen, als dir bewusst ist) ✧ FRIENDSHIPS — ❝people she doesn’t have to perform for. #01: #02: #03: #04: ✧ SOCIAL NETWORK — ❝for them, she was never tate. she was tatum hale. #01: #02: #03: ✧ CONLICTS — ❝let’s get to the fun part. #01: #02: ✧ WORK — ❝lets build a world upon our own creativity. Vielleicht gibt es hier jemanden, der Architekt studiert hat und ihr als Mentor zur Seite stehen könnte? Oder jemand, der sogar eine Agentur für Immobilien leitet und in der sie hin und wieder aushelfen kann. Nicht, weil sie etwa das Geld benötigt, sondern weil sie wissen will, wie wirklich etwas von Grund auf beginnt und das Leben dort reinkommt. ✧ ANYTHING ELSE — ❝it’s your choice; villain or hero? Ich bin natürlich, wie zu Beginn gesagt, auch für alles andere offen. Möchte aber auch direkt sagen, dass sich meine Charaktere gerne verselbstständigen und ich daher immer nur eine gemeinsame Richtung deuten will, anstatt ein festes Ergebnis. Ich würde mir für Tate genauso banal einen besten Freund und eine beste Freundin wünschen, muss aber an der Stelle sagen, dass sie leider der Mensch ist, der zumindest eine letzte Karte für sich behält. Sie ist dadurch nicht weniger liebevoll, vertrauenswürdig oder reliable, aber das ist eben einfach ein wenig die Ordnung des Hauses, aus dem sie stammt. Ansonsten bin ich immer bereit für emotionale Durchbrüche — aber auch Einbrüche. Ich mag Bindungen, die man nicht vorhersieht sondern einfach fühlt, aber genauso jene, die den gegenseitigen Abgrund jeweils erörtert. Hierbei können Szenen auch düsterer werden, oder ähnliches. Ich gehöre leider zu denen, die versuchen sich kurz zu halten, aber kurz oftmals falsch definieren. Ich versuche meistens (und das auch gerne) Einsicht in die Gedankenströme meiner Charaktere zu geben, ebenso wie in die aktuelle Gefühlswelt. Ich schreibe mittlerweile bevorzugt auf Englisch, aber meine Muttersprache ist Deutsch und das ist mindestens genauso herrlich zu lesen! Ansonsten kann ich gar nicht großartig viel sagen, außer das nicht jedes Play zwingend einen ausgeprägten Plot im voraus braucht, oftmals kommt es auch unerwartet, indem man einfach laufen lässt. Ich bin gespannt, was für weitere Plots und moralisch fragwürdige Entscheidungen hier alles noch getroffen werden. ♡Tatum
Die jedoch ausgeprägteste Chataktereigenschaft von Tatum ist unbestreitbar ihre Sturheit. Sie hasst es nicht zu verlieren, sondern viel eher etwas akzeptieren zu sollen, ohne es selber versucht zu haben. Sie nimmt Niederlagen hin, analysiert sie aber im Anschluss um aus ihnen einen Vorteil für das nächste Mal zu ziehen. Sie war noch nie die lauteste Person in einem Raum, was sich auch nicht ändern wird, und dennoch möchte sie niemals kleiner denken, als ihre eigenen Möglichkeiten es ihr erlauben. Freundlich zu sein bedeutet für sie nicht, harmlos zu sein.. und unterschätzt zu werden kann manchmal ausgesprochen nützlich sein. Oftmals verstehen die Menschen das Naturell der jüngsten Hale erst dann, wenn sie ihr bereits alles offengelegt haben, was sie so vehement zu verstecken versuchten.
There are three words that have seemingly been able to put humanity into a full range of emotions since the beginning of modern language. Some people actually spent years waiting for them. Others, on the other hand, feared the moment they would be confronted with them because they knew how influential these three little words could be. They could irreversibly change something, hold opportunity or risk. Yes, some longed to hear them as though it would give them a purpose again after an endlessly long search, while others would do anything to never have to say or hear them.
Three words that could be a promise, but also proof of weakness. They could represent a salvation, or cause a natural disaster. Three words that for some people even simply weighed heavier than any promise ever could. Three words that one repeated over and over again in their head at night. Words that could decide entire relationships. And whoever really thought we were talking about something as banal as “I love you” here apparently had no idea who Tatum Hale was. Because it certainly wasn’t those three words that complicated her life.
It were three others.
You could never.
You could tell her that something was too difficult, that she was too young, that she had no idea. Perhaps she would even just nod and put it aside. But never tell her that she could never accomplish something — Tate wasn’t particularly afraid of failure. Just had an almost very personal problem with leaving something untried.
Never was not an ending to her, no limitation; it was always a challenge.
„She always looked twice, and always wanted to know why.“
Und das alles, obwohl sie kein lautes Kind war. Nicht im herkömmlichen Sinne. Sie schrie nicht in verzogener Art, wenn sie etwas nicht bekam, sie weinte nicht aus Frust, nein, sie wurde stattdessen eher still, beobachtete wie andere es machten und versuchte es erneut. Es war diese beinah herrliche Hale-Sturheit, die sich auch als ihr Markenzeichen herausstellen sollte, wenngleich in ganz anderer Art wie die ihres Bruders. Denn im Vergleich zu Vincent war Tate dann doch eher.. laut. Lebendiger.
Und dennoch zeichnete sich in den jungen Jahren, den geliebten Jahren im britischen Elternhaus, bereits früh der rote Faden ab, der sich durch ihr ganzes Leben ziehen würde. Wenn sie etwas nicht konnte, wollte sie wissen wie man es lernte. Wenn ihr jemand sagte, sie könne etwas nicht, war das kein Hindernis, keine Einladung zur Rekapitulation, sondern viel eher eine persönliche Einladung.
Es begann damit, wie sie immer wieder fragte, wieso sich manche der Sammlerwägen ihres Vaters anders anhörten, obwohl sie sich nur in der Farbe unterschieden. Die weit umfassende Sammlung ihres Vaters war schon immer beeindruckend und sicherlich mehr wert als manch ein Unternehmen im Jahr erwirtschaftete, aber Tatum konnte man noch nie mit glänzenden Dingen gewinnen. Sie wollte auch hier das Warum jagen, wissen, was darunter lag, was den Unterschied macht. Wie sich ein Wert berechnete, und sie hatte nicht selten etliche Stunden ihres Vater eingefordert, damit jene Fragen beantwortet wurden. Irgendwann war der Wunsch nach dem blanken Wissen aber nicht mehr befriedigend genug, weil sie es wirklich verstehen wollte. Mehr als das, was die Theorie oder ein gesprochenes Wort ihr geben konnten. Und somit bekam die Mechanik eine Sprache, die sie nahezu beiläufig lernte, und ebenso zu verstehen begann. Es war simpel: Maschinen logen nicht. Wenn hier etwas nicht funktionierte, war die Frage nur: Warum? Es gab einen Grund und die Herausforderung bestand immer nur darin, sie zu finden. Es war beinah lächerlich, wie sehr ein Warum einen Charakter formen konnte, nicht wahr?
Die Wahrheit war nämlich, dass Menschen definitiv komplizierter waren als das. Sie bemerkte früh, dass Menschen dazu tendierten, Dinge zu sagen, die sie nicht so meinten und Dinge zu meinen, die sie nie sagten. Also begann sie einfach genauer hinzuhören — wie bei den Motoren. Sie übte sich in Geduld, gewann in ihrer Ruhe eine Tugend, ohne dabei berechnend zu sein. Sie war einfach aufmerksam, weil sie irgendwann feststellte, dass sie häufig mehr Verstand, wenn sie einfach nicht zu viel sagte. Andere Kinder hielten sie für freundlich, ein wenig verspielt und manchmal überraschend verträumt. Und Tatum ließ sie in dem Glauben, denn es war angenehm, wenn Menschen glaubten, sie hätten einen bereits verstanden. Sie lernte früh, dass Unterschätzung keine Schwäche sein musste — manchmal war sie ein ziemlich bequemer, perfekt maßgeschneiderter Mantel.
„She hated losing, yet she simply hated making it obvious.“
In dieser doch ziemlich prägenden Zeit wurde ihr Ehrgeiz immer deutlicher. Nicht familienintern — stand es immer wie ein unausgesprochenes Gesetz in den Fluren des Hale Anwesen, dass Vincent dazu bestimmt war das familieneigene Imperium am Leben zu erhalten — sondern eher nahezu als intrapersonalen Konflikt. Ihr Wettbewerb richtete sich zur Außenwelt, gegen andere, aber vor allem gegen ihre eigenen Ergebnisse. Gegen die Version von sich selbst, die am Vortag noch nicht gut genug gewesen war. Und dennoch lag ein feiner Unterschied in ihrem Handeln, denn ja, Tatum wollte gewinnen. Aber sie wollte vor allem wissen, dass sie gewinnen konnte. Der Sieg lag nicht in dem offensichtlichen Gewinn, manchmal auch einfach nur in dem Wissen, es zu können. Das war ein Unterschied, den nicht viele Menschen verstanden.
Parallel zu ihrer Charakterentwicklung entwickelte sich auch ein weiteres, tatsächliches Interesse. Eines, das sich ihr Bruder schon früher gedacht hatte, und sich nun bewahrheiten sollte: Architektur. Tatum begann sich die Grundrisse jener Immobilien genauer anzuschauen, sie manchmal sogar heimlich von den runden Konferenztischen zu klauen, um die Dynamik des Raumes zu erarbeiten. Sie besuchte die historischen Parts der Altstadt, nicht weil sie die Optik interessierte, sondern wie die Mauern gesetzt worden sind. Wie eine Farbe den Charakter eines Hauses bestimmen konnte, ähnlich zu spiegeln auf die Mimik eines Menschen. Sie entwickelte ein besonderes Interesse für historische Architektur und hochwertige Wohnräume, vielleicht weil sie seit ihrer Kindheit in genau solchen Umgebungen aufgewachsen war und nun zum ersten Mal verstehen wollte, weshalb sie funktionierten. Sie interessierte sich für Räume, die Geschichten erzählten, wenn man nur richtig hinzuhören wusste. Es waren all die Gebäude, die nicht perfekt restauriert wurden, sondern ihre Vergangenheit behalten durften. Und natürlich interessierte sie sich auch für die Verbindung zwischen alten Strukturen und modernen Bedürfnissen. Architektur war für die jüngste Hale, alles, aber sicherlich keine reine Ästhetik. Es war viel mehr ein perfektes Zusammenspiel einer eigenen Psychologie in Stein, Glas und Holz. Ähnlich wie die Psychologie, die sie weiterhin in den Motoren verschiedener Autos erkannte. Aber wenn sie jemand fragte, ob sie eine großartige Ahnung hatte von Autos, war sie nie diejenige, die damit etwas erobern wollte. „A little, maybe.“ Das war die Standardantwort auf beinah alles. Gib niemals eine Angriffsfläche frei, genieß lieber die Show. Selektiv entscheiden, was du welchem Menschen gibst. Es war also nicht wirklich überraschend, als sie sich an der Universität für Architektur einschrieb, wenngleich das nicht im direkten Zusammenhang mit dem Familienunternehmen stand. Aber es wurde stillschweigend akzeptiert, denn es war noch nie der Fall, dass sich Tate einen Weg gegen ihre Familie oder die Verpflichtungen ihres Namens suchte. Sie bevorzugte nur lediglich einen, der durch sie hindurch führte.
„She never needed the spotlight, she rather understood the stage.“
Währenddessen sie ihren Ehrgeiz im Studium weiterhin ausübte, wurde sie in ihrem Sport dafür bedauerlicherweise gut genug, damit sie nicht mehr unterschätzt wurde. Etwas, das einen normal mit Stolz erfüllen sollte, aber Tatum war nie darauf aus, das Rampenlicht für sich zu beanspruchen, sie wollte viel eher die Bühne verstehen. Für harmlos gehalten zu werden, vorwiegend weil man eine Frau war oder den Ruhm nicht offen auf seiner Brust trug, war etwas, woran sie Gefallen gefunden hatte. Sie war noch nie jemand gewesen, der aktiv Aufmerksamkeit suchte. Das zu bekommen war leicht, dessen war sie sich schmerzlich einfach bewusst. Sie sehnte sich nach Respekt, den du nicht erfragen musstest.
Auch außerhalb des Sports wurde Tate zunehmend sicherer darin, Menschen zu lesen. Sie konnte auf einer Familienveranstaltung stehen, lächeln und scheinbar belanglosen Smalltalk führen, während sie längst verstanden hatte, wer mit wem Probleme hatte. Sie wusste, wann sie reden sollte und wann Schweigen effizienter war. Sie konnte abwägen, wann ein Kommentar einer Notwendigkeit entsprach oder nur dem Versuch eine vermeintlich peinliche Stille zu umgehen. Vor allem lerne sie aber wann es viel interessanter war, einfach zuzusehen. Tate war keine Strippenzieherin im klassischen Sinne; sie wollte niemanden besitzen, beanspruchen oder kontrollieren. Sie wollte viel eher.. ein Spiel aus allen machen. Und manchmal war das Leben in seiner ganzen Einfachheit eines davon. Sie wusste, dass sie Einfluss besaß, alleine bei der Gewichtung ihres Familiennamens. Aber sie wusste auch, dass die meisten Menschen gar nicht bemerkten, wann sie ihn einsetzte, weil sie sich nie offenkundig darauf ausruhte. Stattdessen lachte sie lieber, baute Beziehungen auf, die sie nur heimlich zwischen den Zeilen dirigierte.
„
„She always looked twice, and always wanted to know why.“
Und das alles, obwohl sie kein lautes Kind war. Nicht im herkömmlichen Sinne. Sie schrie nicht in verzogener Art, wenn sie etwas nicht bekam, sie weinte nicht aus Frust, nein, sie wurde stattdessen eher still, beobachtete wie andere es machten und versuchte es erneut. Es war diese beinah herrliche Hale-Sturheit, die sich auch als ihr Markenzeichen herausstellen sollte, wenngleich in ganz anderer Art wie die ihres Bruders. Denn im Vergleich zu Vincent war Tate dann doch eher.. laut. Lebendiger.
Und dennoch zeichnete sich in den jungen Jahren, den geliebten Jahren im britischen Elternhaus, bereits früh der rote Faden ab, der sich durch ihr ganzes Leben ziehen würde. Wenn sie etwas nicht konnte, wollte sie wissen wie man es lernte. Wenn ihr jemand sagte, sie könne etwas nicht, war das kein Hindernis, keine Einladung zur Rekapitulation, sondern viel eher eine persönliche Einladung.
Es begann damit, wie sie immer wieder fragte, wieso sich manche der Sammlerwägen ihres Vaters anders anhörten, obwohl sie sich nur in der Farbe unterschieden. Die weit umfassende Sammlung ihres Vaters war schon immer beeindruckend und sicherlich mehr wert als manch ein Unternehmen im Jahr erwirtschaftete, aber Tatum konnte man noch nie mit glänzenden Dingen gewinnen. Sie wollte auch hier das Warum jagen, wissen, was darunter lag, was den Unterschied macht. Wie sich ein Wert berechnete, und sie hatte nicht selten etliche Stunden ihres Vater eingefordert, damit jene Fragen beantwortet wurden. Irgendwann war der Wunsch nach dem blanken Wissen aber nicht mehr befriedigend genug, weil sie es wirklich verstehen wollte. Mehr als das, was die Theorie oder ein gesprochenes Wort ihr geben konnten. Und somit bekam die Mechanik eine Sprache, die sie nahezu beiläufig lernte, und ebenso zu verstehen begann. Es war simpel: Maschinen logen nicht. Wenn hier etwas nicht funktionierte, war die Frage nur: Warum? Es gab einen Grund und die Herausforderung bestand immer nur darin, sie zu finden. Es war beinah lächerlich, wie sehr ein Warum einen Charakter formen konnte, nicht wahr?
Die Wahrheit war nämlich, dass Menschen definitiv komplizierter waren als das. Sie bemerkte früh, dass Menschen dazu tendierten, Dinge zu sagen, die sie nicht so meinten und Dinge zu meinen, die sie nie sagten. Also begann sie einfach genauer hinzuhören — wie bei den Motoren. Sie übte sich in Geduld, gewann in ihrer Ruhe eine Tugend, ohne dabei berechnend zu sein. Sie war einfach aufmerksam, weil sie irgendwann feststellte, dass sie häufig mehr Verstand, wenn sie einfach nicht zu viel sagte. Andere Kinder hielten sie für freundlich, ein wenig verspielt und manchmal überraschend verträumt. Und Tatum ließ sie in dem Glauben, denn es war angenehm, wenn Menschen glaubten, sie hätten einen bereits verstanden. Sie lernte früh, dass Unterschätzung keine Schwäche sein musste — manchmal war sie ein ziemlich bequemer, perfekt maßgeschneiderter Mantel.
„She hated losing, yet she simply hated making it obvious.“
In dieser doch ziemlich prägenden Zeit wurde ihr Ehrgeiz immer deutlicher. Nicht familienintern — stand es immer wie ein unausgesprochenes Gesetz in den Fluren des Hale Anwesen, dass Vincent dazu bestimmt war das familieneigene Imperium am Leben zu erhalten — sondern eher nahezu als intrapersonalen Konflikt. Ihr Wettbewerb richtete sich zur Außenwelt, gegen andere, aber vor allem gegen ihre eigenen Ergebnisse. Gegen die Version von sich selbst, die am Vortag noch nicht gut genug gewesen war. Und dennoch lag ein feiner Unterschied in ihrem Handeln, denn ja, Tatum wollte gewinnen. Aber sie wollte vor allem wissen, dass sie gewinnen konnte. Der Sieg lag nicht in dem offensichtlichen Gewinn, manchmal auch einfach nur in dem Wissen, es zu können. Das war ein Unterschied, den nicht viele Menschen verstanden.
Parallel zu ihrer Charakterentwicklung entwickelte sich auch ein weiteres, tatsächliches Interesse. Eines, das sich ihr Bruder schon früher gedacht hatte, und sich nun bewahrheiten sollte: Architektur. Tatum begann sich die Grundrisse jener Immobilien genauer anzuschauen, sie manchmal sogar heimlich von den runden Konferenztischen zu klauen, um die Dynamik des Raumes zu erarbeiten. Sie besuchte die historischen Parts der Altstadt, nicht weil sie die Optik interessierte, sondern wie die Mauern gesetzt worden sind. Wie eine Farbe den Charakter eines Hauses bestimmen konnte, ähnlich zu spiegeln auf die Mimik eines Menschen. Sie entwickelte ein besonderes Interesse für historische Architektur und hochwertige Wohnräume, vielleicht weil sie seit ihrer Kindheit in genau solchen Umgebungen aufgewachsen war und nun zum ersten Mal verstehen wollte, weshalb sie funktionierten. Sie interessierte sich für Räume, die Geschichten erzählten, wenn man nur richtig hinzuhören wusste. Es waren all die Gebäude, die nicht perfekt restauriert wurden, sondern ihre Vergangenheit behalten durften. Und natürlich interessierte sie sich auch für die Verbindung zwischen alten Strukturen und modernen Bedürfnissen. Architektur war für die jüngste Hale, alles, aber sicherlich keine reine Ästhetik. Es war viel mehr ein perfektes Zusammenspiel einer eigenen Psychologie in Stein, Glas und Holz. Ähnlich wie die Psychologie, die sie weiterhin in den Motoren verschiedener Autos erkannte. Aber wenn sie jemand fragte, ob sie eine großartige Ahnung hatte von Autos, war sie nie diejenige, die damit etwas erobern wollte. „A little, maybe.“ Das war die Standardantwort auf beinah alles. Gib niemals eine Angriffsfläche frei, genieß lieber die Show. Selektiv entscheiden, was du welchem Menschen gibst. Es war also nicht wirklich überraschend, als sie sich an der Universität für Architektur einschrieb, wenngleich das nicht im direkten Zusammenhang mit dem Familienunternehmen stand. Aber es wurde stillschweigend akzeptiert, denn es war noch nie der Fall, dass sich Tate einen Weg gegen ihre Familie oder die Verpflichtungen ihres Namens suchte. Sie bevorzugte nur lediglich einen, der durch sie hindurch führte.
„She never needed the spotlight, she rather understood the stage.“
Währenddessen sie ihren Ehrgeiz im Studium weiterhin ausübte, wurde sie in ihrem Sport dafür bedauerlicherweise gut genug, damit sie nicht mehr unterschätzt wurde. Etwas, das einen normal mit Stolz erfüllen sollte, aber Tatum war nie darauf aus, das Rampenlicht für sich zu beanspruchen, sie wollte viel eher die Bühne verstehen. Für harmlos gehalten zu werden, vorwiegend weil man eine Frau war oder den Ruhm nicht offen auf seiner Brust trug, war etwas, woran sie Gefallen gefunden hatte. Sie war noch nie jemand gewesen, der aktiv Aufmerksamkeit suchte. Das zu bekommen war leicht, dessen war sie sich schmerzlich einfach bewusst. Sie sehnte sich nach Respekt, den du nicht erfragen musstest.
Auch außerhalb des Sports wurde Tate zunehmend sicherer darin, Menschen zu lesen. Sie konnte auf einer Familienveranstaltung stehen, lächeln und scheinbar belanglosen Smalltalk führen, während sie längst verstanden hatte, wer mit wem Probleme hatte. Sie wusste, wann sie reden sollte und wann Schweigen effizienter war. Sie konnte abwägen, wann ein Kommentar einer Notwendigkeit entsprach oder nur dem Versuch eine vermeintlich peinliche Stille zu umgehen. Vor allem lerne sie aber wann es viel interessanter war, einfach zuzusehen. Tate war keine Strippenzieherin im klassischen Sinne; sie wollte niemanden besitzen, beanspruchen oder kontrollieren. Sie wollte viel eher.. ein Spiel aus allen machen. Und manchmal war das Leben in seiner ganzen Einfachheit eines davon. Sie wusste, dass sie Einfluss besaß, alleine bei der Gewichtung ihres Familiennamens. Aber sie wusste auch, dass die meisten Menschen gar nicht bemerkten, wann sie ihn einsetzte, weil sie sich nie offenkundig darauf ausruhte. Stattdessen lachte sie lieber, baute Beziehungen auf, die sie nur heimlich zwischen den Zeilen dirigierte.
„Never underestimate the art of being kind and quiet.“
Dennoch soll sich Tates Lebensmittelpunkt bitte nicht um den anderen grünäugigen Hale drehen, so help a girl out. Nichts davon ist in Stein gemeißelt, lediglich Vorschläge und Hirngespinste, die ich mir in einer guten Dynamik vorstellen könnte.
Hierbei lasse ich es offen, ob es gegebenenfalls schon jemanden aus London gibt, oder wir alles in Chicago seinen Ursprung finden lassen. Aber es wäre zumindest herrlich schön, wenn sie auch jemanden hat, bei dem sie nicht erklären muss, was es eigentlich bedeutet ein Hale zu sein, und die auch weiß, dass definitiv mehr hinter der höflichen, freundlichen Fassade steckt. Die sie auch immer wieder mal darauf hinweist, dass es okay ist, einfach mal alle Karten auf den Tisch zu legen, anstatt immer einen Trumpf im Ärmel zu behalten. Jemand, der ihr Naturell kennt, und es sich nicht nur einredet — ihre Sturheit, ihre Wettbewerbsnatur und auch diese gefährlich ruhige Version nach einer Niederlage. Dieses unausgesprochene Verständnis, dieses „Stop pretending you don’t care, Tats. I know you do.“
Die Dynamik stelle ich mir hierbei definitiv vertraut aber neckend vor, angelehnt in der typischen Manier eines Geschwisterbundes. Alterstechnisch, damit das funktioniert würde ich hier zu +/- 2 Jahre gehen, damit man auch einfach in relativ einer Lebensphase ist.
Jemand, der eigentlich so gar nicht in das Repertoire eines Hales passt. Womöglich stammen sie aus komplett verschiedenen, sozialen Schichten, haben andere Interessen und komplett gegensätzliche Persönlichkeiten. Es gleicht also beinah einem Wunder, dass sie so perfekt funktionieren. Das liegt nicht zuletzt daran, weil er/sie Tate einfach immer wieder überrascht. Hier stelle ich mir jemanden vor, mit dem Tate wirklich einfach mal Spaß haben kann, ohne alles analysieren zu wollen. Ein Mensch, der ihrem Kopf Ruhe schenkt. „Why are you smiling like that?“ — „I don’t.“ — „Duh, I see your face?!“ — „Shut up.“
Die Dynamik stelle ich mir hier wie dieses typische Gegensätze ziehen an, mit der richtigen Prise Humor und einer beinah gefährlichen Spontanität zu ungeplanten Dingen vor. Wichtig dabei ist zu sagen, dass hieraus eine wirklich wholesome Freundschaft entstehen könnte, die bitte keinerlei romantischen Zwang hat.
Jemand, der gegebenenfalls auch fechtet? Ein Gegner, der ihren hartnäckigen Wettbewerbszwang spürt, nur mit dem unterschied, dass Tate ihn/sie nicht hasst. Es ist eher das Gegenteil davon — sie verspürt Respekt. Das wäre natürlich auch etwas, das man auf etwas anderes münzen kann, ist Fechten doch kein üblicher Sport.
Die Dynamik hierbei sehe ich in einem bittersüßen Zusammenspiel von I wanna beat you vs. I need you to bee good enough so I can get better. Und aus diesem gegenseitigen Respekt könnte schlussendlich eine Freundschaft werden, die man im platonischen Sinne in einem Slow Burn aufziehen könnte.
Jemand (bevorzugt männlich), mit dem sie über die Liebe zur Mechanik connected. Höchstwahrscheinlich würde diese Verbindung auch erst mit einer Unterschätzung von Tate anfangen, damit, dass man ihr nicht zutraute, dass sie wirklich eine Ahnung von dem hatte, was sie behauptet. Vielleicht sogar noch mehr Ahnung als du selbst. Vielleicht ist dein Wagen liegen geblieben und du warst gerade dabei, das Problem zu analysieren, als sie deine Bredouille bemerkte und ihre Hilfe anbot. Du hast sie natürlich nicht ernst genommen, weil sie war eine Frau und sah eher nach einem unscheinbaren Mauerblümchen aus. Und dennoch konnte sie anhand drei Blicke und zwei Griffe das Problem erkennen und den Wagen sogar wieder zum Laufen bringen. Bei ihm würde ihr Alltagssatz „A little, maybe“ nicht mehr ziehen.
Die Dynamik stelle ich mir hierbei definitiv wholesome nerdy mit gegenseitigem Respekt und doch gelegentlichen Necken vor. Wobei die Freundschaft nicht einmal emotional besonders tief gehen müsste; sie lebt eher von einer gemeinsamen Leidenschaft.
Bei der Idee würde man wohl oder übel nicht an Tates großem Bruder vorbei kommen, die Entschuldigung hierfür ist aber weder aufrichtig noch ernst gemeint. Einfach zwei Seelen, die aus den gleichen Kreisen kommen, vielleicht arbeiten die Familien auch miteinander, sie kennen sich auf jeden Fall seit Jahren. Man besucht die gleichen Events, gemeinsame Dinner, und womöglich mag man sich nicht einmal sonderlich. Aber sie kennen dieselben Regeln und dadurch können sie einander vielleicht doch auch den ein oder anderen Abend mal versüßen oder gar retten.
Die Dynamik hierbei stelle ich mir auch eher leicht kühl, trotz allem im Konkurrenzdenken stehend vor, wobei das Verständnis füreinander im Fokus steht.
Das ist eigentlich einer meiner liebsten Ideen. Jemand, der sie ganz offensichtlich unterschätzt, weil er denkt, er habe das System gedribbelt. Der sie zunächst genau für das hält, was sie so perfekt zu geben weiß: freundlich, ruhig, hübsch, ein ausgeprägtes Wissen über Architektur, Restaurierung und Fechten. Er/Sie bemerkt am Anfang nicht einmal, wie viel Tatum wirklich mitbekam, bis es doch offensichtlich wurde. „Did you know that I—“ ; „That you just moved? Yeah.“ — „How?“ — „You once said you‘d get that ugly necklace once the moving‘s done.“ Sie wusste es längst, weil sie hingehört hätte, ohne es direkt zu nutzen. Daraus kann bestimmt etwas spannendes werden, gerade mit meiner Vorliebe oder Hang zum Drama, könnte man ihre Beobachtung auch mit mehr Konsequenzen zusammentragen.
Die Dynamik hierbei stelle ich mir ganz klassisch unterschätzte erbin x langsame Realisation, dass sie so viel mehr ist als das vor.
Und das komplette Gegenteil zu der Idee vorher. Jemand, der sie nicht unterschätzt, sondern durchschaut. Ein ganz klassischer Fall von „Stop pretending you‘re freaking harmless. You‘re not.“ Hier geht es nicht darum, dass er/sie irgendwelche Geheimnisse von Tate kennt, sondern einfach, dass mehr hinter dem Lächeln steckt, als die feine Gesellschaft vermuten lässt.
Die Dynamik stelle ich mir hier besonders interessant vor, eher wechselhaft, weil Tatum wissen werden will, wieso er sie so leicht lesen kann und das bindet gleichzeitig auch ihr Interesse an ihm.
Keine zwingende Feindschaft, aber noch weniger eine funktionierende Freundschaft. Jemand, mit dem sie andauernd aneckt, auf intellektuellem Stand natürlich. Aber beide sind unfassbar stur und können nicht von ihrer Meinung weichen. Sie halten sich nicht einmal für unsympathisch, sondern es ist eher dieses.. „You're more insufferable when I'm right.“
Die Dynamik sehe ich hier auf jeden Fall in spannenden Wortgefechten, die womöglich am Ende in gegenseitigem Respekt münden oder einer offiziellen Abneigung, who knows.
Eine Person, bei der ihr Talent für das Lesen zwischen den Zeilen nicht ausreicht. Jemand, der ihre Neugierde so sehr bündelt, dass es beinah an eine Obsession erinnern könnte — aber niemals im romantischen Sinne. Es ist eher wieder dieses unermüdliche Jagen nach dem warum, weil sie keine klaren Muster und keine offensichtlichen Reaktionen kategorisieren kann. Es ist dieses „Why can’t I figure you out?“
Die Dynamik ist hier ebenfalls nicht romantisch, könnte aber tiefgehend freundschaftlich werden. Vielleicht will die Person gar nicht von ihr gekannt werden, was sie mit ihrem Hale-Sturkopf aber nicht davon abbringen lässt, believe me. Das ist ein typischer Fall von „Never tell Tate she could never. She will.“
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